National League

20. September 2019 19:14; Akt: 21.09.2019 08:53 Print

Biel gewinnt nach Shootout, ZSC effizient

Der EHC Biel musste für den Sieg gegen den SC Bern bis ins Penaltyschiessen, die ZSC Lions schiessen 5 Tore gegen Lausanne.

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164 Tage ist es her, als sich der SC Bern und der EHC Biel zum letzten Mal gegenüberstanden. Im Halbfinal hatten sich die beiden Teams alles abverlangt – was folgerichtig zur «Belle» führte. In dieser aber machte der SCB kurzen Prozess: Nach 13 Minuten stand es 3:0, am Ende 5:1. Beim Wiedersehen war das Geschehen ungleich umstrittener. Und dieses Mal reüssierten die Bieler, im Penaltyschiessen trafen nur Michael Hügli und Toni Rajala – weshalb der EHCB in der Hauptstadt 2:1 gewinnt.

Die Bieler waren im Startabschnitt durch einen Weitschuss von Samuel Kreis in Führung gegangen. Der SCB egalisierte das Skore zur Spielhälfte ebenfalls durch einen Verteidiger – Ramon Untersander traf per Schlittschuh, aber auf reguläre Art und Weise. Es folgte ein Abnützungskampf mit Chancen auf beiden Seiten, am Ende aber mit einem klaren Plus für den SCB: Beat Gerber traf 160 Sekunden vor dem regulären Ende nur den Pfosten, Calle Andersson sah seinen Schuss aus bester Position in der Schlussminuten von Biel-Keeper Hiller pariert.

Überragender Goalie und Effizienz bei den ZSC Lions

Die ZSC Lions feierten im zweiten Heimspiel den zweiten Erfolg. Nach den zwei Niederlagen in der Fremde (in Zug und Genf) schlugen sie den HC Lausanne 5:0 (1:0, 4:0, 0:0). Das Resultat lässt einen einseitigen Spielverlauf vermuten. So war es aber nicht. Die Lausanner, mit zwei Siegen aus den ersten zwei Partien angereist, taten enorm viel fürs Spiel, sie kombinierten gut. Nur eines brachten sie nicht fertig: Den Puck ins Tor zu bringen. Das lag sehr oft am Zürcher Goalie Lukas Flüeler, der überragend hielt, und manchmal auch am eigenen Unvermögen.

Die Zürcher dagegen zeigten vor dem gegnerischen Tor eine bemerkenswerte Effizienz. Mit der zweiten Chance schoss Pedretti die ZSC Lions in Führung. Und dann gings im Mitteldrittel plötzlich ganz schnell: Innert elf Minuten erzielten die Lions vier Tore. Vier Goals in einer Periode waren ihnen schon im ersten Heimspiel gegen Davos gelungen. Die Zürcher nützten zwei Powerplays zu Treffern - und die Unsicherheiten von Luca Boltshauser, der zum ersten Mal in dieser Saison im Lausanne-Tor stand. Simon Bodenmann traf zweimal, er hat nach vier Spielen bereits vier Treffer erzielt. Am Samstag treten die Lions in Rapperswil auf.

Zug schlägt sich mit Strafen selbst

Fehler haben auch etwas Gutes. Weil sich Langnauer und Zuger in der Defensive nicht eben geschickt anstellten, war in der Ilfishalle einiges los. Die Zentralschweizer, viel gepriesener Meisterschaftsfavorit, agierten in der eigenen Zone sorglos, konfus, aber selten abgeklärt, selbst Goalie Leonardo Genoni war erst ab Spielmitte ein sicherer Rückhalt. Die Tigers ihrerseits trugen mit zwei geschenkten Toren gleichfalls ungewollt zur Unterhaltung bei.

Nach zwei Dritteln und drei Langnauer Aluminiumtreffern stand es 3:3, womit die Gäste eher besser bedient waren. Im Schlussabschnitt schien sich das Geschehen vor 5538 Zuschauern zu beruhigen, ehe die Zuger in Disziplinlosigkeit verfielen und sich mit mehreren Strafen selbst schlugen. Nach zwei weiteren Pfostenschüssen (!) war es Harri Pesonen, der in doppelter Überzahl das 4:3 erzielte. Und 37 Sekunden vor Schluss mit einem Treffer ins leere Tor nachlegte. Mit sechs Punkten aus drei Spielen sind die Tigers gut in die Saison gestartet.

Ambri versagt im Penaltyschiessen

Die Partie in der Valascia war keine zwei Minuten alt, da jubelten die Gastgeber bereits. Der Österreicher Dominic Zwerger brachte Ambri in Überzahl 1:0 in Führung. Servettes Eric Fehr sass wegen hohem Stock für zwei Minuten auf der Strafbank. Wiederum keine zwei Minuten alt war das Mitteldrittel, ehe Simon Le Coultre für die Genfer zum 1:1-Ausgleich traf. Nach 29 Minuten ging Ambri erneut in Führung. Michael Fora traf in Unterzahl zum 2:1. Sein Teamkollege Nick Plastino verbüsste wegen Haken eine Zweiminutenstrafe.

Kurz vor Ablauf von Plastinos Strafe nützte Servettes Guillaume Maillard das Powerplay aus und traf nach Hälfte der Spielzeit zum 2:2. Im Schlussdrittel sowie in der Verlängerung fielen keine Tore. Im Penaltyschiessen auch für Ambri nicht. Während Marco Müller, Julian Payr und Michael Fora für die Tessiner verschossen, trafen bei den Genfern mit Deniss Smirnovs, Tanner Richard und Tommy Wingels alle drei Spieler.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:


Telegramme:

Bern - Biel 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:0) n.P.
16'321 Zuschauer. – SR Lemelin/Wiegand, Fuchs/Gnemmi.
Tore: 15. Kreis (Fey) 0:1. 32. Untersander (Arcobello, Blum) 1:1.
Penaltyschiessen: Pestoni -, Hügli 0:1; Praplan -, Rajala 0:2; Mursak -, Fuchs -; Arcobello.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Bern, 4-mal 2 Minuten gegen Biel.
PostFinance-Topskorer: Arcobello; Rajala.
Bern: Schlegel; Untersander, Blum; Andersson, Beat Gerber; Burren, Koivisto; Krueger, Colin Gerber; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Berger; Sciaroni, Ebbett, Pestoni; Grassi, Heim, Jeremi Gerber.
Biel: Hiller; Moser, Kreis; Rathgeb, Forster; Sataric, Salmela; Fey; Tschantré, Pouliot, Rajala; Hügli, Cunti, Künzle; Schneider, Fuchs, Karaffa; Ulmer, Gustafsson, Lüthi.
Bemerkungen: Bern ohne Scherwey (NHL), Bieber und Kämpf, Biel ohne Brunner (alle verletzt), Neuenschwander (krank) und Riat (rekonvaleszent).

ZSC Lions - Lausanne 5:0 (1:0, 4:0, 0:0)
8015 Zuschauer. – SR Salonen/Müller, Bürgy/Wolf.
Tore: 10. Pedretti (Schäppi) 1:0. 29. Chris Baltisberger (Pettersson, Roe/Ausschluss Grossmann 2:0. 32. Simic 3:0. 33. Bodenmann (Diem) 4:0. 40. (39:54) Bodenmann (Ausschluss Genazzi) 5:0.
Strafen: 6-mal 2 plus 2-mal 10 Minuten (Bodenmann, Marti) gegen ZSC Lions, 5-mal 2 Minuten gegen Lausanne.
PostFinance-Topskorer: Suter; Emmerton.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Suter, Roe, Wick; Pettersson, Prassl, Chris Baltisberger; Bodenmann, Diem, Hollenstein; Pedretti, Schäppi, Simic; Sigrist.
Lausanne: Boltshauser; Lindbohm, Frick; Junland, Grossmann; Genazzi, Heldner; Nodari; Bärtschi, Jooris, Kenins; Vermin, Jeffrey, Leone; Moy, Emmerton, Almond; Benjamin Antonietti, Froidevaux, Herren; Traber
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Blindenbacher und Krüger (verletzt), Lausanne ohne Oejdemark (überzähliger Ausländer). – Pfosten: 54. Herren.

SCL Tigers - Zug 5:3 (2:1, 1:2, 2:0)
5538 Zuschauer. – SR Tscherrig/Urban, Altmann/Ambrosetti.
Tore: 7. Simion (Kovar) 0:1. 15. Berger (Huguenin, DiDomenico) 1:1. 17. Schilt (Pesonen/Ausschlüsse Kovar; Cadonau) 2:1. 21. (20:26) Albrecht (Ausschluss Lindberg!) 2:2. 23. Kuonen (Blaser, Maxwell) 3:2. 39. McIntyre 3:3 (Eigentor Schmutz). 60. (59:23) Pesonen (DiDomenico) 5:3 (ins leere Tor).
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 4-mal 2 plus 5 Minuten (Lindberg) plus Spieldauer (Lindberg) gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Blaser; Diaz.
SCL Tigers: Punnenovs; Erni, Lardi; Glauser, Leeger; Schilt, Blaser; Cadonau, Huguenin; Kuonen, Maxwell, Neukom; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Dostoinow; Rüegsegger, Diem, Sturny.
Zug: Genoni; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Simion, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, McIntyre; Klingberg, Senteler, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Zehnder; Schnyder.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne In-Albon (verletzt) und Gagnon, Zug ohne Thorell (beide überzählige Ausländer). þ 58. Timeout Zug.

Ambri-Piotta - Genève-Servette 2:3 (1:0, 1:2, 0:0, 0:0) n. P.
4578 Zuschauer. – SR Stricker/Hebeisen; Kaderli/Cattaneo.
Tore: 2. Zwerger (Fora, D'Agostini/Ausschluss Fehr) 1:0. 22. Le Coultre 1:1. 29. Fora (D'Agostini/Ausschluss Plastino!) 2:1. 30. Maillard (Richard/Ausschluss Plastino) 2:2.
Penaltyschiessen: Müller, Smirnovs 0:1; Payr -, Richard 0:2; Fora -, Wingels 0:3.
Strafen: 3-mal 2 sowie 1-mal 10 Minuten (Plastino) gegen Ambri-Piotta, 2-mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Wingels.
Ambri-Piotta: Hrachovina; Plastino, Fischer; Fora, Dotti; Fohrler, Ngoy; Payr; D'Agostini, Flynn, Hofer; Trisconi, Müller, Zwerger; Incir, Goi, Bianchi; Joël Neuenschwander, Dal Pian, Kneubühler; Mazzolini.
Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Maurer; Mercier, Le Coultre; Guebey; Wingels, Smirnovs, Winnik; Maillard, Fehr, Rod; Wick, Richard, Miranda; Bozon, Berthon, Douay.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Conz, Rohrbach, Jelovac, Novotny, Kostner (alle verletzt) sowie Sabolic (überzähliger Ausländer). Genève-Servette ohne Kast, Eliot Antonietti, Völlmin und John Fritsche (alle verletzt). – NL-Debüt von Joël Neuenschwander. – 23. Tömmernes mit Verdacht auf Knieverletzung ausgefallen.

Eishockey

(mob/jch/phr/heg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 1930 Mir sind Züri am 20.09.2019 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hey nei, mich verrissts!

    Muahaha!! Hey Papa Berner Bär. Da haben euch die Mächtigen Seeschwalben aber in der Luft ZERRISSEN :D Das ist fast mehr wert als unser 5:0

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  • Hugo am 20.09.2019 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ernüchternd

    Man sollte ja nicht zu früh in der Saison Schlüsse ziehen. Aber das, was Zug da defensiv bislang abliefert, ist schon sehr bedenklich.

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  • Hockeyfan am 20.09.2019 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der EVZ wird zu 100% nicht Meister

    Top Sturm, schwache Defensive gleich am meisten Tore geschossen und am meisten Tore erhalten. So wird kein Verein auf dieser Welt einen Meistertitel gewinnen. Hochmut kommt wohl auch bem EVZ vor dem Fall.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Nütteler am 21.09.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Darum hat Bern in verkauft

    Lotter Leo rünnt wie eine defekte Badewanne

  • Tigersfan vom Wallis am 21.09.2019 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Angeschossene "Tigers"....

    Angeschossene "Tigers" sind brandgefährlich! Das hat der "Millionarisclub der Innerschweiz, der EV Zug" gestern Abend im "Tal der heulenden Winde" in Langnau erfahren. Weiter so.......dann ist auch diese Saison für die SCL - Tigers alles möglich!!!

  • Papa Bär am 21.09.2019 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    werde

    biel fan, so kann ich mehr jubeln und die Meisterschaft feiern. Merkt euch meine Worte, Biel Hauptstadt Eishockey

    • Vorschlag am 21.09.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      Einsiedler wär doch noch was? Bitte weitab jeglicher Stromquelle.

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  • luckyluke am 21.09.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genoni?

    Mal eine frage: wieso steht der genoni bei zwei Toren einfacht nur so da und bewegt sich praktisch nicht? Habe es nur in der Aufzeichnung gesehen.. Wie hat er sonst gespielt?

    • GoLangnau am 21.09.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luckyluke

      Naja, wurde von der Torumrandung weniger oft im Stich gelassen als von seinen Vorderleuten. :D Richtig überzeugend fand ich ihn aber gestern auch nicht. Wurde zwar auf Zugerseite zum best player gekührt, allerdings war die Wahl meines Erachtens doch eher überraschend.

    • Vogelwarte sempach am 21.09.2019 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luckyluke

      ... es ist wegen dem Zugersee. Respektive wegen dem Schilff.

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  • Bieler Pinguin am 21.09.2019 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo EHC Biel

    Die Bären in der eigenen Höhle so richtig verprügelt. Der kleine Finne hat dem Bär wiederholt einhändig das Fell über die Ohren gezogen :-)

    • Tom Minder am 21.09.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      Bieler

      Der SCB war über das gesamte Spiel die bessere Mannschaft also können wir das verschmerzen.

    • Urs am 21.09.2019 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom Minder

      Genau die bessere manschsft hat gewonnen

    • Tom Minder am 21.09.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      Urs

      Die Glücklichere hat gewonnen, wir gönnen Euch diesen Zusatzpunkt.

    • Köbi Köalkolliker am 21.09.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bieler Pinguin

      Eine Schwalbe macht noch keinen September.

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