National League

16. November 2019 22:00; Akt: 16.11.2019 23:27 Print

SC Bern mit einem Lebenszeichen

Ausgerechnet gegen den souveränen Leader ZSC Lions gelingt dem Meister der erste Sieg seit fünf Spielen.

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Die Berner hatten die Partie mit einem speziellen Rahmenprogramm versehen. Sämtliche Captains in der Clubgeschichte wurden eingeladen – 15 kamen und liessen sich vor dem ersten Puckeinwurf feiern. Danach hatte der aktuelle Berner Captain sein erste Szene: Moser musste für Beinstellen auf die Strafbank. Doch der Tabellenführer nutzte den Ausschluss nicht. Er hinterliess im Startdrittel einen pomadigen Eindruck, während die kriselnden Berner um jede Scheibe und gegen ihre Unterform kämpften. Arcobello traf nach schöner Praplan-Vorarbeit in der 18. Minute. Und unmittelbar nach Beginn des zweiten Abschnitts doppelte Rüfenacht in Überzahl nach.

Caminada hält dicht

Beim ZSC kehrte Center Roe nach der ersten Pause nicht mehr zurück, er war zuvor von Scherwey am Kopf erwischt worden. Beim SCB fiel derweil Verteidiger Krueger im Verlauf der Partie aus. Nach Spielhälfte nutzten Pettersson und Suter eine 2-gegen-1-Situation aus. In der Folge liess sich SCB-Goalie Caminada nicht mehr bezwingen, selbst wenn der ZSC in den letzten Sekunden mit Vehemenz auf den Ausgleich drängte.

Langnau entführt drei Punkte aus dem Tessin

Die SCL Tigers verstehen es, einen Gegner noch tiefer in die Krise zu stürzen. 24 Stunden nach dem 3:1 gegen den schwachen Meister Bern siegten sie in Lugano 1:2. Derweil die Tessiner zum fünften Mal in Serie verloren, kamen die Langnauer zum fünften Sieg in Folge. Die Equipe von Heinz Ehlers hat sich im Mittelfeld der Tabelle festgesetzt – noch vor einem Monat hatte der Trainer die Einstellung einiger Akteure in der Öffentlichkeit scharf kritisiert.

Lugano hatte mehr vom Spiel, mehr Torschüsse, mehr Grosschancen, etwas mehr Scheibenbesitz. Aber eben auch weniger Selbstvertrauen. Die Verunsicherung war dem Heimteam vor knapp 6000 Zuschauern anzusehen. Auch das frühe 1:0 durch Sannitz (5.) vermochte die Gemüter nicht zu beruhigen, Lugano leistete sich zu viele Puckverluste. Das Langnauer Spiel wiederum war nicht besonders schön anzusehen und wie so oft durch harte Arbeit geprägt, aber es war einmal mehr effizient. Pascal Berger im Mitteldrittel und Nolan Diem acht Minuten vor Schluss erzielten die Tore. Dario Bürgler kam dem Ausgleich kurz vor Schluss nahe – sein Schuss landete an der Latte.

Davos reagiert zu spät

Der HCD, zuletzt mit sieben Siegen in Folge auf Rang 3 gestürmt, erlitt einen überraschenden Rückschlag und verlor erstmals in dieser Saison ein Heimspiel – 2:3 gegen Servette. Die Genfer legten das Fundament zum Sieg mit einem frühen Zwei-Tore-Vorsprung durch Weitschüsse, wobei jener zum 2:0 von Winnik mustergültig abgelenkt wurde (10.).

Mit der Antwort tat sich die Mannschaft von Christian Wohlwend ebenso schwer wie mit dem aufsässigen Genfer Forechecking. Zu Beginn des letzten Drittels schloss Herzog zwar eine Kombination mit Ambühl wunderschön ab. Doch im Abschluss fehlte weiter die Entschlossenheit, und in der 56. Minute stellte Servettes Topskorer Wingels den alten Abstand wieder her. Palushajs 2:3-Anschlusstreffer nach 59:49 kam zu spät. So gewannen die Genfer nach sechs Niederlagen erstmals wieder auswärts und überholten den HCD in der Tabelle.

Ein vorsichtiger EVZ siegt in Biel

Der EV Zug gewinnt in Biel 2:1 und zeigt dabei auch einmal defensive Qualitäten. Oft genug hatten die Innerschweizer, einer der grössten Titelfavoriten, bislang den Eindruck einer Spassmannschaft hinterlassen: In der Offensive mit grossem Talent gesegnet, entsprechend torgefährlich, in der eigenen Zone sorglos, frei nach dem Motto, der neue Star-Goalie, Leonardo Genoni, richtet es dann schon irgendwie. Noch am Freitag, als es eine 4:5-Heimniederlage gegen Davos abgesetzt hatte, war genau so ein Abend gewesen: ein im Defensivverhalten weiterer äusserst fragwürdiger Auftritt des EVZ.

Gegen Biel fehlte Genoni verletzt, im Tor stand der 19-jährige Ersatzmann Luca Hollenstein. Auch das dürfte dazu beigetragen haben, dass die Zuger Feldspieler weniger sorglos agierten, stark bemüht waren, Aussetzer wie am Vorabend zu vermeiden, Vorsicht generell Trumpf war. Der Blitzstart half auch: Ein in der Entstehung kurioses Tor von Captain Raphael Diaz nach nur 50 Sekunden sorgte für Ruhe im Zuger Spiel, der von Biels Verteidiger Beat Forster ins eigene Tor abgelenkte Schuss Lino Martschinis zum 0:2 war natürlich auch nützlich – am Ende sogar das Siegestor.

Die Lakers im Torrausch

Es war fast historisch, was sich beim 9:4 der Lakers gegen Fribourg zutrug. Nur schon für acht Rapperswiler Tore in der höchsten Liga muss man sieben Jahre zurückblättern – zum Oktober 2012 und einem 8:4 gegen die SCL Tigers. Gegen Fribourg erfüllten die Lakers dieses Quantum gestern bereits nach zwei Dritteln und spielten phasenweise wie im Rausch. Den Auftakt machte der Kanadier Clark nach nur sieben Sekunden, als er von einem Aussetzer von Gottéron-Goalie Waeber profitierte. Kurz darauf wurde er ebenso zum Doppeltorschützen (14.) wie später Verteidiger Egli, der zweimal im Powerplay erfolgreich war.

Entsprechend erlebten die Freiburger einen weniger angenehmen Abend. Die ersten drei Lakers-Tore vermochte das Team von Christian Dubé, Sean Simpson und Pavel Rosa noch mit dem Ausgleich zu beantworten, danach brachen alle Dämme. Der Goaliewechsel bewirkte gar nichts. Berra musste sich in seinen ersten vierzehn Minuten dreimal geschlagen geben, Gottéron rutsche aus den Playoff-Rängen.

Ambris bitteres Ende

Die Verlängerung gegen Lausanne endete schlecht für den Tabellenletzten aus Ambri. Mit dem starken Goalie Manzato im Rücken drückte das Team von Luca Cereda in der Overtime vehement aufs 2:1, vergab Zwerger allein vor dem fast leeren Tor. Und musste dann miterleben, wie Topskorer Jeffrey die Waadtländer im Gegenzug zum Sieg schoss. 22 Sekunden fehlten da noch zum Penaltyschiessen.

Die vierte Heimniederlage in Folge bedeutet auch, dass Ambri in der Tabelle zwei weitere Punkte auf die Lakers verliert und damit der Abstand zu Rang 11 auf drei Punkte wächst. Vor allem die Offensive bereitet den Leventinern Sorgen: Mehr als drei Tore in einem Spiel konnten sie seit dem 12. Oktober nicht mehr erzielen, der neue Kanadier Upshall vermochte daran auch in seinem zweiten Match nichts zu ändern.

Rangliste:
1. ZSC Lions 21/43 (75:51).
2. Biel 22/38 (57:53).
3. Genève-Servette 21/34 (58:55).
4. Lausanne 21/33 (62:56).
5. Davos 16/32 (56:45).
6. SCL Tigers 19/30 (48:51).
7. Zug 19/30 (63:57).
8. Fribourg-Gottéron 19/25 (43:50).
9. Lugano 20/25 (48:59).
10. Bern 21/25 (58:69).
11. Rapperswil-Jona Lakers 20/24 (54:62).
12. Ambri-Piotta 21/21 (46:60).


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(phr, rek, phm, kk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René am 16.11.2019 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Tigers

    Bravo Tigers mit Kampf Gewonnen. 6Punkte am Wochenende gab es lange nicht mehr. Aber jetzt gut erholen. Dann nach Biel

  • Baselboy12 am 16.11.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super rappi!!!

    Was für ein spiel in rapperswil. Sehr schön wie sie sich nie durch treffer haben aus dem konzept bringen lassen. Allerdings muss man ein bisschen besser verteidigen. Aber unter dem strich sehr gute leistung.

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  • Ganjaflash am 16.11.2019 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Playoffs sind machbar.

    Super Spiel des SCRJ weiter so.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean am 17.11.2019 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scherwey-Roe

    hoffe Wiederholungstäter Scherwey wird für mindestens 6 Spiele gesperrt. Solche Fouls sind unterste Schublade, brauchen wir nicht. Bin übrigens kein ZSC Fan

    • dominik müller am 17.11.2019 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jean

      es gibt keine sperre war wohl doch nicht so ein dreckiger Check und wen du es genau betrachtest war der erste Kontakt auch nicht am Kopf

    • And1 am 17.11.2019 18:27 Report Diesen Beitrag melden

      @dominik müller

      Ich rate dir dringendst deinen Augenarzt aufzusuchen. Das war ein klarer Elbogencheck gegen den Kopf von Roe.

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  • Mike am 17.11.2019 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scherwey

    Schwerwey ist ein super Spieler, aber eben leider auch ein dirty player. Wenn er nicht gesperrt wird, verstehe ich die Eishockey-Welt nicht mehr.

  • Bratwurst am 17.11.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EishockeyWochenende im November

    Aber der kleine Baby Joda war so etwas von Süss, als er in seiner BabywagenKapsel sich unter der Decke hervor zeigte. Fast so Emotional wie wenn die Arya hinter dem Nachtkönig hervor gesprungen kommt und die Welt rettet.

  • Wonderboy am 17.11.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    SRF Scherwey Check? auch Top SCL

    Kann mir ein Rappi Fan sagen wann ihr zuletzt 9 Tore in einem Spiel geschossen habt? Aber man muss schon sagen Rappi ihr habt euch stark verbessert. Schlau Eingekauft Top. Letzte Saison wart ihr ja der Schiessbuden Klub. Und jetzt habt ihr Nati Spieler Chapeau Lakers

    • Railgun am 17.11.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wonderboy

      Im A dürfte es 2010 beim 10:2 Sieg über Langnau sein, bin mir aber nicht mehr sicher ob man im B mal 9 "Kiste" gemacht hatte~

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  • Marc B am 17.11.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Funken Anstand lieber SCB

    Wer einen Spieler wie Scherwey auf der Lohnliste hat, der vorsätzlich und zum wiederholten male die Kopfverletzung eines Gegenspielers in Kauf nimmt, wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Klub und diesen schönen Sport. Nebst der Liga ist vor allem der SCB gefordert. Mutig wäre, Scherwey zu entlassen, solche Typen haben nichts verloren in diesem Sport. Irgendwer muss ja mal ein Zeichen setzen. Und dies alles, nachdem Robert Nilsson verkündet hat, dass er seine Karriere wegen der Kopfverletzung durch Beat Forster beenden muss. es scheint, dass gewisse Spieler unfähig sind zu lernen.

    • und iht seid noch Stolz drauf! am 17.11.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Zebra Klub Bääärn

      Hast du die letzten Playoff nicht gesehen der Verband steckt ja mit den Bernern unter einer Decke!! Morant Check obwohl dieser Schauspieler Arcobaby keine Verletzung hat 100fach gezeigt und wie sieht es mit dem Berner Psycho aus der Roe VERLETZT? Korruption ist nichts neues die Liga ist ein WITZ

    • Berner Bär am 17.11.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

      Mümü Züsis

      Mümümü Züsis. Sind die Mädels am weinen? Eishockey ist kein Sport für weinerliche Züsis. Wir brechen uns zum Titel durch.

    • wahlberner am 17.11.2019 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      fremdschämen

      in bern fordert das Fachkundige Publikum ja bei jedem Bodenkontakt eine Strafe, wenn ein Publikum in schweizer Stadion keine Ahnung hat, dann in Bern, leider. hier wären regeltechnisch 5´ Pflicht gewesen, und damit wäre es erledigt

    • Eidgenosse am 17.11.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc B

      Leider ist Scherwey nicht der einzige Uebeltäter in der Schweiz.Ich habe schon einige Spiele der obersten Liga in Tschechien gesehen aber solche primitiven Checks gegen Kopf und die Bande habe ich dort noch nie gesehen.

    • am 17.11.2019 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner Bär

      Dir solte man auch dringend mal nen check gegen den koof machen. Hast es scheinbar nötig

    • Mike am 17.11.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner Bär

      Ihr Teddy-Bären? Schaut dass Ihr überhaupt in die Playoffs kommt

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