Rapperswil-Jona

06. Februar 2011 22:44; Akt: 06.02.2011 19:48 Print

Das Hockey-Wunder vom Obersee

von Marcel Allemann - Zwei Spiele, zwei Siege, 9:3 Tore. Was der neue Trainer Igor Pawlow mit den Lakers auf die Beine gestellt hat, ist ein Wunder. Und verlangt nach einer Erklärung.

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Oberhand für die Lakers: Lukas Grauwiler macht es sich auf ZSC-Verteidiger Pascal Müller gemütlich. ()

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«Wir haben wieder Spass», sagt Stürmer Lukas Grauwiler (26) nach den erstaunlichen Resultaten vom Wochenende – einem 2:1 bei Meister Bern und einem 7:2-Kantersieg gegen die ZSC Lions.

Rückblende: Vor acht Tagen machten sich bei den Lakers anlässlich der 2:6-Heimpleite gegen Zug Zerfallserscheinungen bemerkbar. Zwei Tage später wurde Trainer Christian Weber, dessen Absetzung intern schon seit Wochen beschlossen war, gefeuert und Pawlow als Nachfolger vorgestellt. Nach dem ersten Wochenende unter dessen Führung stellt man fest: Der Russe hat offenbar einen Zauberkoffer an den Obersee mitgebracht.

«Er hat uns Ruhe vermittelt und Vertrauen geschenkt», beschreibt Grauwiler seine ersten Eindrücke vom neuen Trainer. «Dieser frische Wind hat gut getan, es ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen – im Training wird konsequent und hart gearbeitet, aber auch wieder gelacht.»

Bislang eilte Pawlow der Ruf voraus, ein Scharfmacher zu sein. Haben die Medien ein falsches Bild des 46-Jährigen gezeichnet? «Das werden wir sehen», sagt Grauwiler «aber in unserer Lage wäre es der falsche Weg gewesen, die Spieler zusammenzustauchen. Vielmehr hat uns Pawlow dazu aufgefordert, geduldiger zu agieren, und uns einige Anker für die Arbeit in der Defensivzone vermittelt.»

Weshalb hat das unter Pawlows Vorgänger Weber nicht mehr geklappt? «Darüber möchte ich mich nicht äussern – ich will nach vorn schauen, nicht zurück», sagt Grauwiler, der demnächst seinen auslaufenden Vertrag bei den Lakers verlängern dürfte.