Vegas Golden Knights

03. September 2018 12:24; Akt: 03.09.2018 13:04 Print

Stürzt ein Dopingfall das Wunderteam?

von Kristian Kapp - So schnell kann es gehen. Die Vegas Golden Knights, die in der letzten NHL-Saison für die Erfolgsstory des Jahres sorgten, müssen sich nun in einem Dopingfall erklären.

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Dopingfall: Nate Schmidt, eine der grossen Figuren der Vegas Golden Knights. (Bild: Bild: Jeff Bottari/Getty Images))

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«NHL-Spieler wegen Dopings gesperrt.» Diese Art Meldung kommt nun wirklich nicht häufig vor. Erst fünf Fälle waren bis letzten Samstag dokumentiert. Es betraf vor allem Spieler, die entweder in erster Linie als «Enforcer» (Massregler und Faustkämpfer) angestellt waren oder in ihrer gesamten NHL-Karriere total sagenhafte null Tore erzielt hatten – keine Akteure also, die ihre Teams wirklich besser machten.

Und nun Fall Nummer 6 am Sonntag: Nate Schmidt, Verteidiger der Vegas Golden Knights. Das übliche Verdikt für Ersttäter: 20 Spielsperren.

Wow!

Wow!, weil Vegas – das Wunderteam der Saison 2017/18.

Die Mannschaft, die ein paar Tage vor dem ersten Heimspiel der Vereinsgeschichte durch den furchtbaren Amoklauf wenige Strassen von ihrer Heimarena entfernt zusammengeschweisst und zum Symbol des Zusammenhalts in der Stadt wurde.

Nur Washington war besser

Die Mannschaft, die in ihrer ersten Saison bis in den Playoff-Final stürmte und erst dort von den Washington Capitals gestoppt wurde. Dies, obwohl die goldenen Ritter grösstenteils aus Spielern bestanden, welche sie im Sommer zuvor von den 30 anderen Teams im Rahmen des Expansion Drafts «klauen» durften – Spieler, die mit ganz wenigen Ausnahmen keine prioritäre Stellung im alten Club hatten. Die 30 anderen Teams durften ihre rund 10 besten Spieler vor der Übernahme durch Vegas schützen.

Spätestens dieser Dopingfall reisst die Golden Knights definitiv aus dem Traum der letzten Wundersaison und holt sie mitten in der Vorbereitung auf 2018/19 brutal zurück in die harte Realität.

Aber auch Wow!, weil ausgerechnet Nate Schmidt.

Schmidt war letzte Saison nicht nur auf dem Eis eine der markantesten Figuren der Golden Knights. In einem vor allem in der Defensive auf flache Hierarchie bedacht gecoachten Team entwickelte sich Schmidt spätestens im Playoff zum Nummer-1-Verteidiger in Vegas.

Nate Schmidt (2. v.l.), ist bei den Golden Knights eine Art Kultfigur. (Bild: Willy Sanjuan/Keystone)

Einer der beliebtesten Spieler

Der 27-jährige Amerikaner aus Minnesota ist aber mehr. Schmidt ist ligaweit einer der bei Fans, Spielern und Medien gleichermassen beliebtesten Repräsentanten der NHL. Ein liebenswerter Kerl mit Sinn für Humor und vor allem Selbstironie, ohne Allüren, stets für Spässe zu haben. Eine Figur, die immer seltener wird im NHL-Business, das seine Akteure auf Mainstream trimmt. Eines der ersten Stichworte, die bei einer Nate-Schmidt-Suche auf YouTube automatisch vorgeschlagen werden, ist «Funny Moments» – lustige Momente ...

Nate Schmidt, der Mann mit dem ansteckenden Lachen, der Mann, dem man nach nur einem Blick ins Lausbubengesicht kaum böse sein kann – der soll nun Dopingsünder sein?

«Sieben Milliardstel eines Milligramms»

Die Fangemeinde der besten Eishockey-Liga der Welt zumindest mag das nicht glauben. Sie hat sich in den sozialen Medien zusammengetan, unter dem Hashtag #FreeNate wird mit Posts vor allem die Liga angegriffen. Die NHL solle gescheiter gegen die wahren Bösewichte mit drastischen Sperren vorgehen. Zum Beispiel gegen jene Spieler, die ihre Gegner mit fiesen Checks gegen den Kopf lange Zeit ausser Gefecht setzen.

Die Fans stützen sich dabei (natürlich) auf die Argumentation Schmidts. Dieser zeigt sich, wie dies des Dopings überführten Sportler oft tun, als schockiert. Er sei weder ein Betrüger noch habe er je wissentlich unerlaubte Substanzen zu sich genommen, teilt er in einer längeren Stellungnahme mit.

Schmidt liefert zudem noch Zweit- und Drittmeinungen von Doping-Experten nach: Bei der bei ihm entdeckten Substanz (um was es sich genau handelt, verschweigen bislang sowohl Spieler, Team als auch Liga) handle es sich um «sieben Milliardstel eines Milligramms». Und um seinen Standpunkt noch klarer zu machen, folgt der bildliche Vergleich: Das entspreche etwa «einer Prise Salz in einem olympisch genormten Swimming Pool.»

Die Golden Knights nehmen ihren Spieler in Schutz:

«Nahm nur, was das Team mir gab»

Schmidt erhält Unterstützung von seinem Agenten, der ihn als einen der ehrlichsten Menschen beschreibt, den er in seiner 30-jährigen Tätigkeit in der NHL kennengelernt habe.

Das Statement von Spieleragent Matt Keator:

Und dann schreibt Schmidt in seinem Statement noch etwas bemerkenswertes: Er sei immer äusserst vorsichtig gewesen, was er seinem Körper zufüge. Und er habe stets nur Substanzen zu sich genommen, die ihm von seinem NHL-Team verabreicht worden seien.

Letzteres ruft natürlich auch Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Oder steckt da wirklich mehr dahinter? Hängt über dem sensationellen Finaleinzug der Golden Knights nun eine dunkle Wolke? Waren doch nicht bloss bemerkenswerte Leistungen von Management, Coaching-Staff und Spielern der Hauptgrund für den in diesem Ausmass nie erwarteten Erfolg der letzten Saison?

Hohe Lohneinbusse

Wie auch immer. Die Vorbereitung auf die zweite Saison der Vereinsgeschichte steht nun unter einem anderen Stern als jene im Vorjahr. Der neue Club muss unangenehme Fragen beantworten. Und Schmidts Sperre schmerzt die Mannschaft sportlich und den Spieler finanziell: Der Verteidiger wird erst Mitte November ins Spielgeschehen eingreifen können. Und da in der NHL suspendierte Spieler während ihrer Sperre keinen Lohn erhalten, kostet Schmidt die ganze Affäre knapp eine halbe Million Franken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 03.09.2018 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaube Nate

    Mein Damen und Herren ich bezweifle das Nate Doping zusich genommen hat. So eine geringe Menge bezweckt sowieso nichts und man kan sich in jedem Restaurant unwissentlich etwas einholen ohne das man es gemerkt hat.

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  • Heredia am 03.09.2018 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    wie wird kontrolliert in der NHL?

    Naja, Doping im US Sport ist nun wahrlich keine «Seltenheit», zB bei der NFL werden ja jedes Jahr diverse Spieler für die Einnahme unerlaubter Substanzen gesperrt (normal sind 4 Spielsperren), bei der MLB genauso. Und das bei der NBA während der Saison kaum kontrolliert wird (ausser die Rookies) und fast nur im Trainingscamp und der Pre-Season ist auch ein interessantentes Thema für sich. Interessant wäre zu wissen, wie regelmässig in der NHL kontrolliert wird und gibt es auch unangekündigte Tests?

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  • Tomson am 03.09.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht

    sehr schlechter Beitrag, finde ich. Sorry.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Hull am 04.09.2018 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    So oder so, es ist schade

    Fakt ist wohl dass irgend eine Substanz in seinem Blut gefunden wurde die da nicht hinein gehört. Das ist aber auch schon alles was wir wissen. Wie die Substanz in sein Blut gelangte, wer dafür verantwortlich ist und ob sie vorsätzlich verabreicht wurde, ist bislang völlig unklar. Momentan entscheiden ausschliesslich Sympathie oder Antipathie darüber wie man zu Smith steht, es ist definitiv keine rationale Entscheidung möglich. Es wurde eine unerlaubte Fremdsubstanz gefunden, also muss er gesperrt werden, so sind leider oder zum Glück die Regeln!

  • Heinz Miller am 03.09.2018 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hutbürger

    Dopingproben in den USA sind doch eher Schein als Sein. Wenn man hört was ehemalige Spieler von der NBA oder NFL sagen. Das während der Saison gegen die Schmerzen Marihuana konsumiert wurde, teils auch am Spieltag und keiner davon positiv getestet wurde. Da muss man kein Dr. sein um zu sehen das dort nur jemand Positiv getestet wird, dem jemand einen Denktettel verpassen will. Vorallem die Srrafen sind ja auch relativ harmlos.

    • marc am 03.09.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz Miller

      Weed gilt allgemeinhin nicht unbedingt als leistungssteigernd. gehört eigentlich nicht auf die Dopingliste.

    • Päde am 03.09.2018 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marc

      Ich kenne nur die Kölnerliste und die ist weltweit führend. Haben die eine andere erfunden ?

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  • Laura Marie am 03.09.2018 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich tat er es nicht

    Mein Sohn 7 spielt auch Eishockey und ist auch gedopt. Er hat Asthma und nimmt bei den Spielen Ventolin und jeden Tag Sertide. Wenn ich ihm zu viel Spray geben würde, würde er abgehen wie nie Rakete. Schade wenn es so wäre bei diesem Spieler. Ich mochte es gerne ihm zu zuschauen.

  • Tomson am 03.09.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht

    sehr schlechter Beitrag, finde ich. Sorry.

    • Betty Bossi am 03.09.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort

      Fuchs du hast die Gans gestohlen. Zusammen mit Tomson. Hugh.

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  • Papa Bär am 03.09.2018 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt oder gab es jemals...

    ...einen Sport, in welchem nicht gedoped wurde? Ist mein Isostar High Protein auch schon Doping? Mein Kaffee, mein Earl Grey, Zucker? Wo beginnt es und wo ist alles Banane? Hmmm.

    • Unglaublich am 03.09.2018 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      Kein Kommentar über YB? Was ist mit den drei Kübeln?

    • Papa Bär am 03.09.2018 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Unglaublich

      Wieso sollte ich denn?

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