Schweizer Cup

27. November 2018 21:28; Akt: 28.11.2018 00:13 Print

Davos verliert erstes Spiel nach Del Curto

Die Bündner retten sich gegen die Lakers zwar in die Verlängerung, dort fällt das Rapperswiler Siegtor nach 90 Sekunden. Kloten unterliegt dem Favoriten aus Zug.

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Da sah es noch ganz gut aus für den einzigen Swiss-League-Vertreter im Viertelfinal. Klotens Adrian Welti trifft gegen Zug zum 1:1. Danach erarbeiten sich die Klotener (hier Edson Harlacher gegen den Zuger Dominic Lammer) sogar einen Zweitorevorsprung. Der Tabellenführer aus der National League kommt im letzten Drittel aber wieder ran. Schlussendlich reicht es Zug dennoch. Jesse Zgraggen erzielt kurz vor Schluss das 4:3-Siegtor. Mit dem SC Bern muss auch ein zweiter Favorit lange zittern. In einem torreichen Spiel kommt Underdog Ambri zurück und kann lange mithalten. Im Schlussdrittel steht es 4:4. Da half auch Boychucks Tor erstmal nicht viel. Er erzielt gegen den Tessiner Daniel Manzato das erste des Abends. Es ist das erste von zehn Toren, die an diesem Abend fallen. Drei davon in den letzten zwei Minuten. Zweimal Tristan Scherwey und einmal Andrew Ebbet erzielen die Tore vom 4:4 bis zum 6:4. Captain Andres Ambühl führt die Davoser aufs Eis. Zum ersten Mal seit 22 Jahren ohne Trainer Arno Del Curto. Er trat am Morgen zurück. Dafür steht Präsident Gaudenz Domenig an der Bande. Und was er sieht, dürfte ihm nicht nur gefallen haben. Auch bei Davos - Rapperswil steht es kurz vor Schluss noch Unentschieden. Die Teams (hier crasht Tino Kessler in Lakers-Goalie Nyffeler) müssen in die Verlängerung, nachdem Julian Payr elf Minuten vor Schluss das 3:3 erzielt. Durchschnaufen für Melvin Nyffeler. In der Verlängerung bekommt der Rappi-Goalie nämlich nicht mehr viel zu tun. Sie ist schon nach 90 Sekunden vorüber. Andri Spiller erzielt das letzte und entscheidende Tor des Spiels. Viele Tore gibt es auch im vierten Spiel des Abends. Und auch hier setzt sich – beachtet man die National-League-Tabelle – der Favorit durch. Servette unterliegt den SCL Tigers 5:4, nachdem es 4.2 in Führung lag.

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Davos verliert Spiel 1 nach dem Ende der Ära Arno Del Curto. Die Liga-Vorletzte unterliegt Cup-Titelverteidiger Rapperswil-Jona mit 3:4 nach Verlängerung. Bern gelingt eine dramatische Wende.

Andri Spiller erzielte nach 61:24 Minuten entgegen dem Spielverlauf den Siegtreffer für den National-League-Letzten Rapperswil-Jona. Davor hatten die mehrheitlich tonangebenden Bündner vorab im Finish der regulären Spielzeit dem Sieg deutlich näher gestanden.

Mit dem 18-jährigen HCD-Verteidiger Julian Payr erzielte überdies ein Österreicher mit Schweizer Lizenz sein erstes Pflichtspiel-Tor für das Fanionteam der Bündner. Payr traf zum 3:3. Davor hatte Dino Wieser bei einem Solo-Abschluss (3:3) an den Pfosten schon eine Top-Möglichkeit zum 3:3 vergeben.

Das von Remo Gross und Sandro Rizzi gecoachte Davos hatte im Startdrittel zudem auf einen frühen 0:2-Rückstand reagiert und noch bis Drittelsende ausgleichen können. Die Lakers gewannen damit auch die Revanche des Cupfinals der letzten Saison. Anfang Februar hatten sich die Lakers vor eigenem Publikum mit 7:2 durchgesetzt.

SC Bern im Schlussspurt

Der SCB wahrte eine Woche nach dem Aus in der Champions League wenigstens im zweiten K.o.-Wettbewerb seine Chancen auf einen Titel - und dies in extremis. In der 59. Minute erzielte Tristan Scherwey innerhalb von 45 Sekunden die Tore vom 3:4 zum 5:4, Andrew Ebbett machte mit dem 6:4 ins leere Tor alles klar. Unter anderem dank den ersten zwei Toren des NHL-Neuzuzugs Zach Boychuk und leichtfertigen Fehlern der Ambri-Hintermannschaft hatte der SCB nach 35 Minuten 3:1 geführt. Dann gaben die Berner aber die Geschenke zurück. Nick Plastino verkürzte im Powerplay, Dominik Kubalik glich 24 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels aus und Marco Müller, der auch in der Meisterschaft am Laufmeter trifft, brachte Ambri in der 44. Minute erstmals in Führung. Diese hielt aber nicht.

Kloten erst am Ende ausgebremst

In der letzten Saison gewann mit den Rapperswil-Jona Lakers ein Team aus der Swiss League den Schweizer Cup, Kloten wird einen ähnlichen Coup nicht schaffen. Das Team von Trainer André Rötheli verspielte im Schlussdrittel einen 3:1-Vorsprung. Santeri Alatalo traf zweimal zum Ausgleich, und 1:47 Minuten vor Schluss gelang Jesse Zgraggen mit einem wuchtigen Schuss von der blauen Linie der Siegtreffer.

Zuvor hatte Kloten in Überzahl den Siegtreffer selber verpasst. Matchwinner hätte mit zwei Toren im Mitteldrittel Romano Lemm werden können. Am Ende gelang der zweite Coup nach dem Achtelfinalsieg gegen Biel - damals wie aktuell Zug Leader der National League - nicht.

Die SCL Tigers agierten gegen das auswärtsschwache Servette 30 Minuten erstaunlich lethargisch. Dann drehten sie aber auf, machten zweimal einen Zweitore-Rückstand wett und kamen dank drei Powerplay-Toren ab der 37. Minute zum Sieg.

SCL Tigers mit grosser Steigerung

Die SCL Tigers agierten gegen das auswärtsschwache Servette 30 Minuten erstaunlich lethargisch. Dann drehten sie aber auf und machten zweimal einen Zweitore-Rückstand wett. Servette scheiterte letztlich an der mangelnden Disziplin. Vier der fünf Langnauer Tore fielen im Powerplay - darunter die drei vom 2:4 zum 5:4 ab der 37. Minute. Zweimal war es Daniel Rubin, der auf der Strafbank sass.

Nach dem 2:4 durch Eliot Antonietti in der 34. Minute deutete nur wenig auf einen Heimsieg hin, ehe sich die Emmentaler markant steigerten. Andrea Glauser noch vor der zweiten Pause, Mikael Johansson und Anthony Huguenin fünfeinhalb Minuten vor Schluss schossen die Tigers zur Wende.

Kein Berner Derby im Halbfinal

In den NL-Stadien erwies sich der Cup auch in diesem fortgeschrittenen Stadium nicht als Publikumsrenner. In Davos, Bern und Langnau fanden deutlich weniger Fans den Weg in die Stadien als zu Meisterschaftsspielen. Auch die Hoffnung auf ein Berner Derby im Halbfinal erfüllte sich nicht. Am Mittwoch, 19. Dezember, trifft der SCB auf Zug und Titelverteidiger Rapperswil-Jona auf die SCL Tigers.

Telegramme:

Davos - Rapperswil-Jona Lakers 3:4 (2:2, 0:1, 1:0, 0:1) n.V.

2689 Zuschauer. - SR Wiegand/Urban (AUT), Fuchs/Castelli. - Tore: 10. Wellman (Kristo, Gilroy/Ausschluss Frehner, Heldner) 0:1. 11. 11. Hüsler (Schmuckli, Iglesias/Ausschluss Heldner) 0:2. 15. Meyer (Aeschlimann, Ambühl/Ausschluss Berger) 1:2. 19. Marc Wieser (Lindgren) 2:2. 22. Kristo (Gilroy, Profico) 2:3. 50. Payr (Pestoni) 3:3. 50. Payr (Pestoni) 3:3. 62. (61:24) Spiller (Profico) 3:4. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers.

Bern - Ambri-Piotta 6:4 (2:1, 1:2, 3:1)

6312 Zuschauer. - SR Lemelin/Tscherrig, Wüst/Gnemmi. - Tore: 16. Boychuk (Scherwey, Moser/Ausschluss Kostner) 1:0. 18. Novotny (Hofer) 1:1. 20. (19:14) Boychuk (Arcobello) 2:1. 21. (20:25) Mursak (Ebbett) 3:1. 36. Plastino (Kostner/Ausschluss Mursak) 3:2. 40. (39:36) Kubalik (Zwerger) 3:3. 44. Müller (Dotti) 3:4. 59. (58:12) Scherwey 4:4. 59. (58:57) Scherewy (Andersson) 5:4. 60. (59:33) Ebbett 6:4 (ins leere Tor). - Strafen: je 3mal 2 Minuten.

SCL Tigers - Genève-Servette 5:4 (0:2, 3:2, 2:0)

5074 Zuschauer. - SR Massy/Eichmann, Kovacs/Wolf. - Tore: 7. Wingels (Richard, Bezina) 0:1. 12. Rubin (Douay/Teamstrafe Servette!) 0:2. 24. Pesonen (Pascal Berger, Johansson/Ausschluss Fritsche) 1:2. 29. Bozon (Skille) 1:3. 33. (32:13) Leeger (Diem, Glauser) 2:3. 34. (33:23) Antonietti (Richard) 2:4. 37. Glauser (Johansson, Elo/Ausschluss Rubin) 3:4. 49. Johansson (Glauser/Ausschluss Mercier) 4:4. 55. Huguenin (Neukom/Ausschluss Rubin) 5:4. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen SCL, 6mal 2 Minuten gegen Servette.

Kloten - Zug 3:4 (1:1, 2:0, 0:3)

5009 Zuschauer. - SR Salonen/Stricker, Altmann/Duarte. - Tore: 6. Klingberg (Roe) 0:1. 13. Wetli (Obrist, Back/Ausschluss McIntyre) 1:1. 26. Lemm (Marchon) 2:1. 31. Lemm (Jokinen, Sutter/Ausschluss Schnyder) 3:1. 41. (40:47) Alatalo (Roe) 3:2. 47. Alatalo (McIntyre) 3:3. 59. Zgraggen (McIntyre) 3:4. - Strafen: 0mal 2 plus 5 (Harlacher) plus 10 (Sutter) plus Spieldauer (Harlacher) Minuten gegen Kloten, 7mal 2 Minuten gegen Zug.

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