National League

15. November 2019 20:40; Akt: 15.11.2019 23:08 Print

SCL Tigers stürzen den SCB tiefer in die Krise

Die Emmentaler feiern einen 3:1-Derbysieg gegen die Hauptstädter. Davos und Biel siegen auswärts, Fribourg gewinnt zu Hause gegen Ambri.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nein, ein Spektakel war es nicht. Es war auch nichts fürs Auge. Das Berner Derby war Krampf statt Kunst. Nun, den Langnauern wird es total egal sein. Sie siegten in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Ilfishalle verdient 3:1, stürzten damit den SCB noch tiefer in die Krise. Fünf Punkte liegen die Tigers mittlerweile vor dem Meister, der zudem zwei Spiele mehr ausgetragen hat und zum vierten Mal in Serie verlor. Den entscheidenden Treffer zum 2:1 erzielte Robbie Earl in der 54. Minute. Ausgerechnet Earl, dem es in dieser Saison bis anhin mehr schlecht als recht gelaufen ist. Und das Tor fiel ausgerechnet in Überzahl – die Emmentaler haben das schlechteste Powerplay der ganzen Liga.

Der Langnauer Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil sie nur mit drei Ausländern antraten, zudem Nationalspieler Andrea Glauser wegen einer Hirnerschütterung fehlte. Die Tigers brillierten nicht, aber sie arbeiteten hart. Dem SCB wiederum war die Verunsicherung anzusehen, es fehlte an Intensität, an Ideen – an und für sich fehlte von allem etwas. Erfolgreich war einzig Ramon Untersander im Powerplay. Das frühe Führungstor des Heimteams hatte Ben Maxwell schon in der dritten Minute erzielt.

Der siebte Streich des HCD, Zug weiter auf Formsuche

Der HC Davos bleibt das Team in der Stunde in der National League. Die Bündner gewinnen beim EV Zug 5:4 und feiern damit den siebten Sieg in Serie. Auf Zuger Seite reichten drei Tore und ein Assist von Topskorer Gregory Hofmann nicht einmal zu einem Teilerfolg. Dies, weil sich die Zentralschweizer einmal mehr extreme Defensivaussetzer leisteten, die vom gefestigten Team von Christian Wohlwend eiskalt bestraft wurden. Der Sieg war verdient, die Zuger waren nie in Führung.

Die beiden ersten Drittel verliefen praktisch deckungsgleich: Davos ging jeweils in der 2. Minute und nach Zuger Abwehrschwächen durch Lukas Stoop, respektive Luca Hischer in Führung, dem EVZ gelang in der Schlussminute der Ausgleich, durch zwei Mitglieder der Paradelinie, Jan Kovar und Gregory Hofmann, der acht Zehntelsekunde vor Drittelsende zum 2:2 traf. Schon nach 34 Sekunden im dritten Drittel waren die Zuger Vorsätze auf eine Defensivsteigerung Makulatur, nach einem nachlässigen Einsatz des Paradeblocks konnte Marc Wieser zum 2:3 einschiessen. Dieselbe Zuger Formation lud Davos später auch noch zum 3:4 ein. Der EVZ hat nun die letzten drei Heimspiele verloren, der letzte Sieg in der Bossard-Arena datiert vom 11. Oktober.

Künzles Schuss ins Glück

Biel siegt im Duell der beiden Champions-League-Achtelfinalisten bei Lausanne 3:2 und zementiert damit den zweiten Tabellenplatz hinter den ZSC Lions. Den Siegestreffer erzielte Mike Künzle 73 Sekunden vor Schluss. Die Seeländer hatten schon den besseren Start erwischt. Dank einem sehenswerten Treffer von Künstler Luca Cunti und dem Nachdoppler von Marc-Antoine Pouliot führte das Team von Antti Törmänen mit einem Zweitore-Vorsprung. Doch noch vor der ersten Pause konnte mit Ville Peltonen der andere finnische Trainer jubeln: Cory Emmerton verkürzte und mit Joel Vermin gelang ein Nationalspieler der Ausgleich für die Waadtländer, welche schon die letzten beiden Partien verloren hatten. Bei Biel sind die Spiele derzeit besonders spannend: Es war die sechste Partie in Serie, die mit einem Tor Unterschied endete.

Gottéron zehrt vom Startpolster

Fribourg-Gottéron bestätigt seinen Aufwärtstrend und gewinnt das Duell im Tabellenkeller gegen Ambri-Piotta 4:2. Der Sieg war hoch verdient, das Schussverhhältnis betrug 46:27, die Erlösung kam aber erst in der Schlussminute mit einem «empty netter». Nach elf Punkten aus den letzten vier Partien startete Gottéron erneut stark. Matthias Rossi, Daniel Brodin und David Desharnais brachten die Einheimischen bis zur 12. Spielminute komfortabel in Führung, die Leventiner schienen auf direktem Weg auf die vierte Auswärts-Niederlage in Serie zuzusteuern, Goalie Benjamin Conz ass bei seinem Comeback anfänglich hartes Brot. Doch Matt D'Agostini brachte mit seinen Saisontoren 8 und 9 bis nach zwei Dritteln die Spannung zurück. Dass es noch einmal eng wurde, kann dem Triumvirat mit Christian Dubé, Pavel Rosa und Sean Simpson egal sein: Noch vor kurzem waren die Freiburger klarer Letzter, nun beträgt der Vorsprung auf Ambri schon fünf Punkte, bei zwei gespielten Partien weniger.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Kurztelegramme

SCL Tigers - Bern 3:1 (1:0, 0:0, 2:1)
6000 Zuschauer (ausverkauft).
SR Lemelin/Mollard; Kovacs/Cattaneo.
Tor:3. Maxwell (Kuonen, Lardi) 1:0. 52. Untersander (Ebbett/Ausschluss Rüegsegger) 1:1. 54. Earl (Pesonen, Blaser/Ausschluss Andersson) 2:1. 60. (59:31) Pesonen 3:1 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, 3mal 2 Minuten gegen Bern.
PostFinance-Topskorer: Pesonen; Arcobello.
SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Blaser; Lardi, Leeger; Cadonau, Huguenin; Kuonen, Maxwell, Dostoinow; Pascal Berger, Diem, Pesonen; Schmutz, Earl, Neukom; Andersons, In-Albon, Rüegsegger.
Bern: Caminada; Untersander, Colin Gerber; Andersson, MacDonald; Krueger, Burren; Praplan, Arcobello, Moser; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Sciaroni, Mursak, Kämpf; Alain Berger, Bieber, Jeremi Gerber; Spiller.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne DiDomenico, Erni, Gagnon, Glauser und Melnalksnis, Bern ohne Beat Gerber, Blum, Grassi, Heim und Pestoni (alle verletzt). Pfostenschüsse Earl (34.) und Colin Gerber (54.). Bern von 58:38 bis 59:31 ohne Torhüter. Timeout SCL Tigers (59:31).

Zug - Davos 4:5 (1:1, 1:1, 2:3)
7200 Zuschauer (ausverkauft).
SR Salonen/Hungerbühler, Fuchs/Altmann.
Tore:2. Stoop (Herzog, Baumgartner) 0:1. 20. (19:30) Kovar (Zgraggen) 1:1. 22. Hischier (Corvi) 1:2. 40. (39:59) Hofmann (Martschini/Ausschluss Ambühl) 2:2. 41. (40:41) Marc Wieser (Lindgren, Palushaj) 2:3. 43. Hoffmann (Martschini, Diaz/Ausschluss Guerra) 3:3. 44. Palushaj (Lindgren, Marc Wieser) 3:4. 52. Palushaj (Corvi, Lindgren/Ausschluss Alatalo) 3:5. 53. Hofmann (Kovar/Ausschlüsse Lindberg; Du Bois) 4:5.
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Hofmann; Lindgren.
Zug:Genoni; Diaz, Stadler; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Stoffel; Langenegger, Albrecht, Zehnder.
Davos: Aeschlimann; Du Bois, Jung; Rantakari, Paschoud; Stoop, Guerra; Kienzle; Marc Wieser, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Herzog, Baumgartner, Ambühl; Frehner, Aeschlimann, Dino Wieser; Eggenberger.
Bemerkungen: Zug ohne Bachofner, Schnyder, Morant, Thorell und Senteler, Davos ohne Buchli und Nygren (alle verletzt) und Barandun, Bader und Meyer (überzählig). National-League-Debüt von Zug-Stürmer Yves Stoffel (18). Pfostenschuss McIntyre (27.). Timeouts Davos (52.) und Zug (59.). Zug ab 58:17 ohne Torhüter.

Lausanne - Biel 2:3 (1:2, 1:0, 0:1)
8888 Zuschauer.
SR Wiegand/Vikman, Obwegeser/Schlegel.
Tore: 9. Cunti (Tschantré, Kessler) 1:0. 18. Pouliot (Ullström, Rajala/Ausschluss Traber) 0:2. 20. (19:13) Emmerton (Junland) 1:2. 27. Vermin (Jeffrey, Almond) 2:2. 59. Künzle (Kessler) 2:3.
Strafen: je 4mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Rajala.
Lausanne: Boltshauser; Lindbohm, Frick; Heldner, Junland; Nodari, Genazzi; Grossmann; Bertschy, Emmerton, Kenins; Vermin, Jeffrey, Herren; Moy, Jooris, Almond; Traber, Froidevaux, Antonietti.
Biel:Hiller; Fey, Salmela; Rathgeb, Forster; Moser, Kreis; Sataric; Ullström, Pouliot, Rajala; Kessler, Fuchs, Künzle; Ulmer, Cunti, Tschantré; Schläpfer, Neuenschwander, Karaffa.
Bemerkungen: Lausanne ohne Leone (verletzt), Biel ohne Lüthi, Riat, Kohler, Gustafsson, Hügli und Brunner (alle verletzt) sowie Schneider (überzähliger Ausländer). - Verletzt ausgeschieden: 16. Jooris. - National-League-Debüt von Biel-Stürmer Elvis Schläpfer (18/Sohn von Kevin Schläpfer). - 59. Timeout Lausanne, ab 58:55 ohne Torhüter.

Fribourg-Gottéron - Ambri-Piotta 4:2 (3:1 , 0:1, 1:0)
6260 Zuschauer.
SR Stricker/Dipietro, Kehrli/Gnemmi.
Tore: 3. Rossi (Lhotak, Mottet/Ausschluss Dotti) 1:0. 7. Brodin (Furrer) 2:0. 12. Desharnais (Stalder, Gunderson) 3:0. 15. D'Agostini (Upshall) 3:1. 27. D'Agostini (Müller) 3:2. 60. (59:21) Rossi 4:2 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 plus 10 Minuten (Brodin) gegen Fribourg-Gottéron, 6mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Dotti) gegen Ambri-Piotta.
PostFinance-Topskorer:Gunderson; D'Agostini.
Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Stalder; Kamerzin, Furrer; Chavaillaz, Abplanalp; Marti; Stalberg, Bykow, Sprunger; Brodin, Desharnais, Mottet; Rossi, Walser, Lhotak; Vauclair, Schmutz, Lauper; Schmid.
Ambri-Piotta: Conz; Plastino, Fischer; Ngoy, Jelovac; Fohrler, Dotti; Payr; Trisconi, Flynn, Egli; D'Agostini, Müller, Hofer; Upshall, Dal Pian, Zwerger; Rohrbach, Goi, Bianchi; Neuenschwander.
Bemerkungen: Gottéron ohne Forrer und Marchon (verletzt), Ambri-Piotta ohne Kneubühler, Kostner, Fora, Pinana, Sabolic und Incir (alle verletzt). - Pfosten: 34. Jelovac. - 37. Müller verletzt ausgeschieden. - 59. Timeout, von 58:22 bis 59:21 ohne Torhüter.

Eishockey

(mke/phr)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TELL.CH am 15.11.2019 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nr 3 im Kanton Bern..

    Der SC Bern hat seinen Platz als Nr.3 im Kanton Bern erfolgreich "verteidigt".

    einklappen einklappen
  • Connie am 15.11.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Tigerli

    Herzlichen Glückwunsch an die SCL Tigers

    einklappen einklappen
  • Bernerin am 15.11.2019 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Anderson

    Ich hoffe sehr das es nur ein Gerücht ist das Anderson 800'000 verlangt. Er besticht diese Saison vor allem mit seinen unglaublichen Aussetzer in der Defensive und dummen Strafen. Es wäre wirklich ein schlechtes Zeichen wenn einer mit so einer Leistung noch so ein hohes Gehalt bezahlt bekommt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Perer am 16.11.2019 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakt

    Mal eben Papa Bär komplett die Ehre genommen.

  • C. Berner99 am 16.11.2019 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Nr 1 waren wir.....

    Was Lästern alle über den SCB ab! Sorry aber ich bin Bern Fan und ja wir spielen im Moment ein grotten schlechtes Eishockey. Aber jammern bringt nichts. Und zur Information, wer wurde die letzten 4 Jahre 3. Meister......!!! Ja genau. Danke und aus. Ps. Wir kommen als 8. in die Playoffs (mit einem neuen Trainer) und werden Meister ;-)

    • Korr Upt am 17.11.2019 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Modefan denke ich eher

      und da hält man die Zürcher für Arrogant! Wenn der Schiri Klub durch die ganzen Playoffs gepfiffen wird kein Wunder aber wie hier schon öfters geschrieben wurde nur die Gummibärlis können Stolz auf sowas sein. Schau dir doch nochmals die Playoffs an speziell Spiel 7 im Viertel und Halbfinale und wenn das noch nicht gereicht hat Spiel 4 im Finale.

    • Viamala am 17.11.2019 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @C. Berner99

      Hochmut kommt vor dem Fall !

    einklappen einklappen
  • Puck am 16.11.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der tiefe Fall des SCB

    Auch der SCB muss endlich eisehen, dass auch andere Klubs Eishockey spielen können. Oder anders herum kommt bekanntlich Hochmut vor dem Fall.

  • Langnauer Fan der alten Garde am 16.11.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Tollhausstimmung im Ilfisstadion

    Tollhausstimmung im "Ilfisstadion" zu Langnau, "im Tal der heulenden Winde"! Die SCL - Tigers haben die hochdotierten Stars des SCB mit 3:1 weggeputzt und in der "Ilfis" versenkt. "Alle für Einen, Einer für Alle", unter diesem Motto erkämpften die "Tigers" die 3 Punkte gegen die "angeschlagenen Bären" und zwar verdient, "Ohne Wenn und Aber"!Weiter so............Alles ist möglich, nichts ist unmöglich!!

    • SCB Fan der alten Schule am 16.11.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Langnauer Fan der alten Garde

      Das SCB in Langnau verliert ist gar nicht so selten. Es wird halt immer nur sehr gerne erwähnt das Bern verloren hat. Aber ehrlich, so wie SCB momentan spielt respektive Arbeitsverweigerung betreibt musste Langnau gewinnen. Alles andere wäre peinlich.

    einklappen einklappen
  • Stöffel der Echte am 16.11.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Swiss League

    Der Wegweiser zeigt für den SCB ganz klar in Richtung Swiss League. Hauptsache Jalonen, Chatelain, Rüfenacht, Scherwey, usw. usw. sitzen fest im Sattel und haben Ihre Verträge über Jahre hinweg gesichert. So ist jedenfalls Garantiert, dass die (negative) Stabilität vorhanden bleibt. Der SCB mein Lieblingsclub; das waren noch Zeiten.

    • Udo am 16.11.2019 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stöffel der Echte

      Mich hat er weg gewiesen, der Wegweiser. Drum spiel ich nur noch Fussball.

    • drama lama am 16.11.2019 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stöffel der Echte

      Immer schön geschmeidig bleiben...

    einklappen einklappen