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12. September 2019 10:04; Akt: 12.09.2019 16:20 Print

Diese neuen Gesichter können die Liga prägen

Von Figuren wie Dominik Kubalik (NHL), Kevin Klein (Rücktritt) oder Maxim Lapierre (DEL) musste sich die National League verabschieden. Dafür gibt es neue spannende Söldner.

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Der Mann, der den Erfolg magisch anzieht

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«Er ist ein Leader, der dies auch vorlebt.» Das sagt Rikard Grönborg über Marcus Krüger. Der neue ZSC-Trainer hat den neuen ZSC-Stürmer in Schwedens Nationalteam erlebt und ihn deshalb auch nach Zürich gelotst. Das bringt im ansonsten neuen Umfeld auch Vorteile für Krüger mit sich: «Ich kenne Grönborgs System schon.»

Für seine 29 Jahre ist Krüger bereits reich dekoriert. Zwei Mal gewann er mit den Chicago Blackhawks den Stanley Cup (2013, 2015), weiter wurde er gemeinsam mit Grönborg Weltmeister (2017) und Olympia-Zweiter (2014). Der schwedische Center ist ein Spieler, der den Erfolg magisch anzuziehen scheint. Und ein solcher Akteur kann für die ZSC Lions nach der desaströsen letzten Saison von enormem Nutzen sein. «Die Karriere eines Hockeyprofis dauert nicht ewig, daher geht es darum, in dieser begrenzten Zeit so viele Erfolge wie möglich zu feiern», sagt Krüger.

Padel-Tennis und Arsenal als Leidenschaft

Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass der Mann mit insgesamt 607 NHL-Spielen (44 Tore, 95 Assists) die grossen Offensivfeuerwerke zünden und Ligatopskorer wird. In der NHL wurde er zumeist als Defensivcenter eingesetzt. Zu seiner persönlichen Erwartungshaltung sagt er: «Schwer zu sagen, ich habe ja noch nie in dieser Liga gespielt. Aber ich bin hungrig darauf, zu zeigen, was ich kann und der Mannschaft zu helfen, Spiele zu gewinnen.» So wie sich das Trainer Grönborg eben vorstellt. Deshalb wollte er Krüger unbedingt in seinem Team haben.

Die Transfers der National League

Dass ein Spieler mit diesem Renommee, der zugleich noch der U-30-Fraktion angehört, in der Schweiz landet, gibt es selten. Krüger sagt dazu, dass es verschiedene Optionen gegeben habe, aber jene bei den ZSC Lions für ihn «die beste» gewesen sei. Gänzlich abgeschlossen hat er das Kapitel NHL trotzdem noch nicht: «Es wird zwar schwer, wenn man mal weg war, aber sag niemals nie.»

Auch neben dem Eis ist der Nordländer aus Stockholm ein Sportfreak. Er spielt das vor allem in Südamerika und Spanien sehr populäre Padel-Tennis, eine Mischung aus Tennis und Squash. Und er ist von Kindesbeinen an ein grosser Fan des FC Arsenal. «Die Gunners haben damals den schönsten Fussball von allen gespielt», hält Krüger fest und freut sich darauf, dass es für ihn nun ohne die Zeitverschiebung einfacher wird, seinen Lieblingsverein zu verfolgen. Er wird aber aber trotzdem inständig hoffen, dass die Aussichten der ZSC Lions auf einen baldigen Meistertitel besser sind als jene aktuell von Arsenal.

Vorkämpfer, Vorbild – und auch Skorer

Jan Kovar lacht. Der Tscheche war gerade bei einer Laufübung Teil des siegreichen Teams. Der Rest der Mannschaft macht Liegestütze auf dem Eis, die Sieger können sich kurz erholen. «Die Trainings sind hart, aber es macht Spass, und alle sind zufrieden», sagt er wenig später. Kovar ist aus Pilsen nach Zug gekommen, bei seinem Stammclub hatte er die letzte Saison nach einem kurzen Abenteuer in der American ­Hockey League beendet.

Vorher sorgte er in fünf Jahren in der KHL bei Magnitogorsk für Aufsehen: Er war bester Skorer im Playoff, schaffte es ins All-Star-Team, hatte ligaweit die beste Plus/Minus-Bilanz und holte sich den Iron Man Award für den Spieler, der in den letzten drei Jahren am meisten Spiele bestritten hatte. Zwischen 65 und 81 Partien machte er pro Jahr für Magnitka, im Durchschnitt realisierte er einen Punkt pro Spiel. Individuelle Meriten will er aber nicht überbewerten: «Wichtiger war, dass wir Meister wurden.» Das gelang zweimal.

In Zug hat der 29-Jährige vor allem ein Ziel: «Ich will dem Team helfen, den Titel zu gewinnen.» Über seine Stärken redet Trainer Dan Tangnes: «Er arbeitet sehr hart und hat Leaderqualitäten. Am meisten beeindruckt mich aber seine Intelligenz auf dem Eis, die ist absolute Weltklasse.» Kovar hat für ein Jahr unterschrieben, kann sich aber gut vorstellen, länger zu bleiben. Er geht nicht davon aus, mit fast 30 dereinst noch in der NHL zu landen.

Ein weltmeisterlicher Wandervogel für den Meister

Luftveränderungen ist Miika Koivisto gewohnt, hat er doch im fünften Sommer hintereinander einen Clubwechsel vollzogen. In der Heimat kam der Finne überall zurecht, bei Dynamo Moskau hingegen gefiel es ihm nicht. Die KHL sei eine andere Welt, sagt der 29-Jährige und erzählt von Verständigungsschwierigkeiten, Informationsstau und Turbulenzen im Verein. Bei Meister SC Bern wird sich der Verteidiger wohler fühlen, besteht doch der von Kari Jalonen angeführte Trainerstab fast nur aus Landsleuten.

Vor der Saison 2018/19 hatte der SCB den kanadischen Spektakelmacher Maxim Noreau durch den zuverlässigen, passsicheren Schweden Adam Almquist ersetzt. Weltmeister Koivisto soll deren positive Eigenschaften vereinen, also in der Abwehr seinen Mann stehen und im Angriff für Gefahr sorgen. «Meine Stärken liegen eher in der Offensive, aber du kannst mich in jeder Situation aufs Eis schicken», sagt er. Mal schauen, ob Koivisto mehr als ein Jahr in Bern bleibt.

Rückkehr nach Stippvisite beim Lockout

Es lohnt sich, Freundschaften zu pflegen. Der Beweis dafür ist Fribourgs Transfercoup mit David Desharnais. Der kanadische Stürmer trug während der Lockout-Saison 2012/13 schon einmal während 16 Spielen (4 Tore, 12 Assists) das Gottéron-Dress.

Damals nahm sich Stürmer Christian Dubé seiner an, lud ihn auch immer wieder zu sich und seiner Familie zum Essen ein. Der Kontakt blieb erhalten. Und nun gelang es dem inzwischen als Sportchef amtenden Dubé, den langjährigen NHL-Center (575 Spiele, 91 Tore, 208 Assists), der zuletzt für Awangard Omsk spielte, ein zweites Mal an die Saane zu locken. Dieses Mal ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag.

Der 32-Jährige ist ein kreativer ­Center mit ausgeprägten Spielmacherqualitäten und feinen Händen. Er soll mithelfen, ­Fribourg ins Playoff zurückzuführen, und dabei viel Ver­antwortung übernehmen. Gegenüber den «Freiburger Nachrichten» sagte der mit der ehemaligen TV-Moderatorin und Sängerin Isabelle Desjardins verheiratete Desharnais: «Ich will auf dem Eis sein, wenn wir unbedingt ein Tor schiessen oder wenn wir un­bedingt eines verhindern müssen.»

722 NHL-Spiele und Autor eines Kinderbuches

Ein Tanzbär wird er nicht sein. Ein Hochgeschwindigkeitsläufer ebenfalls nicht. Aber Servettes neueste Errungenschaft Eric Fehr (34) bringt die immense Erfahrung von 722 NHL-Spielen (für Washington, Wnnipeg, Pittsburgh, Toronto, San Jose, Minnesota) und eines Stanley-Cup-Triumphes (2016 mit Pittsburgh) mit an den Genfersee.

Und überall, wo der robuste kanadische Stürmer, der sowohl als Center wie auch als Flügel eingesetzt werden kann, aufgetreten ist, haben ihn die Gegenspieler zu spüren bekommen. «Ich bin gern ein Spieler, dem die anderen nicht gern begegnen», sagt er über sich.

Doch dies ist nur eine Seite des Eric Fehr, es gibt noch eine ganz andere, soziale und sensible. 2013 hat der dreifache Familienvater zusammen mit der bekannten Autorin Pamela Duncan Edwards das Kinderbuch «The Bulliest Dozer» (kleines Bild) veröffentlicht, das sich mit Mobbing in der Schule befasst. «Mobbing ist heutzutage ein echtes Problem. Mit den Verkäufen wurden Organisationen unterstützt, die dagegen ankämpfen», so Fehr über seine Beweggründe. Der neue Servette-Star hat mehr als nur Tore, Skorerpunkte und Checks zu bieten.


Eishockey

(mal/mke/ädu/gsz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • #46 Duke am 12.09.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schauts aus

    Ist und bleibt immer noch ein Mannschaftssport! Sind schon viele 'Stars' in der CH gestrandet und konnten ihre Leistung nicht abrufen. Bin mal gespannt auf die neue Saison!

  • Zürileu am 12.09.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann nur besser werden

    Hoffe wirklich, dass Krüger gut ist. Abgsehen vom Ausländerklau bei anderen CH Clubs hat der ZSC ein mieserables Händchen, wenn es um die Verpflichtung von Ausländern geht.

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  • Felsen am 12.09.2019 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muskeln

    Der Fehr ist ja riesen Ding. Ein Felsen aus Muskeln O.O

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian Fehr am 13.09.2019 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Fehr??

    Ist Fehr Schweizer oder hat er Schweizer Wurzeln? - Einfach aus Gwunder

  • Heinz Nütteler am 13.09.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Promifan

    Ist der kultige Rocco eigentlich noch Lugael Fan?

  • Walter Portmann am 13.09.2019 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Realistisch gesehen

    Wieso der ZSC so oft die falschen und vor allem schlechte Ausländer hat, muss der jeweilige Sportchef verantworten. Verstehe auch nicht, dass die anderen Clubs fast immer ein besseres Scouting haben ! Mit 4 Top-Ausländern wäre der ZSC mit Zug und Bern in etwa gleich auf, aber so wie jetzt bestückt, wohl nur für Platz 4/5 gut.

  • Frank am 12.09.2019 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    GO ZSC! GO HAWKS!

    Lebe in Chicago und habe Krüger über die Jahre spelen gesehen. Solider Spieler, kämpferisch stark, kann den Gegner zur Weissglut bringen, da er nie locker lässt, aber definitiv kein Spielmacher. wichtige Stütze in der Offensive, aber braucht einen Scorer neben sich, den er bedienen kann.

  • Berner Bär am 12.09.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Es dreht sich alles um den SCB

    Wie hier wieder der Zürcher SC gross geschrieben wird. Es dreht sich alles nur um den SCB. Alle anderen müssen hinten anstehen. In der Schweiz gibt es nur der SCB! Im Fussball YB!