National League

02. November 2018 21:11; Akt: 02.11.2018 23:29 Print

Heim-Misere des HCD wird immer extremer

Gleich mit 8:1 schickt der EV Zug den HC Davos vom eigenen Eis. Die Tigers gewinnen in Ambri und sind weiter Zweiter.

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Die unglaubliche Heim-Misere des HC Davos setzte sich gegen den EV Zug fort. Das 1:8 war die sechste Niederlage in Serie der Bündner vor heimischem Publikum, und dies bei einem Torverhältnis von 9:36.

0:7, 2:5, 3:7, 2:3, 1:6 und nun 1:8, das sind die Resultate der Davoser in den letzten sechs Heimspielen. Dabei hätte die Partie für den Rekordmeister nicht besser beginnen können, brachte doch Dino Wieser den HCD nach 16 Sekunden mit seinem ersten Saisontreffer in Führung. Dem schnellsten ersten Tor in der laufenden Meisterschaft ging ein ungenügender Befreiungsschlag des Zuger Keepers Sandro Aeschlimann voraus.

Nur 97 Sekunden später war der Vorsprung bereits dahin. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass die Bündner ein Goalie-Problem haben. Anders Lindbäck liess einen harmlosen Schuss von Pontus Widerström zwischen den Schonern passieren, worauf Fabian Schnyder den Puck über die Linie drückte. Auch das 1:4 (25.) ging auf das Konto des 30-jährigen Schweden, der sich von Doppel-Torschütze Sven Senteler aus spitzem Winkel erwischen liess.

Der vierte Zuger Treffer fiel nach einer guten Phase der Davoser - Thierry Bader scheiterte in der 23. Minute am Pfosten. Nach dem erneuten Nackenschlag war der Widerstand des Heimteams gebrochen. Beim EVZ, der wettbewerbsübergreifend den siebten Sieg in den letzten acht Partien feierte, trugen sich sieben verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein.

Berns Söldner versenken die Lakers

Kein Wunder möchte der SC Bern das Ausländer-Kontingent in der National League erhöhen. Dank Goals der Söldner Andrew Ebbett, Jan Mursak und Mark Arcobello bezwang Bern die Rapperswil-Jona Lakers 3:1. Bern erknorzte sich nach zuletzt Niederlagen in Freiburg (0:3) und Lugano (2:4) den Heimsieg gegen die Lakers. Die Mutzen führten schon nach 16 Minuten 2:0; die frühe Führung beruhigte die Berner aber nicht. Rapperswil-Jona erspielte sich Möglichkeiten.

Der Anschlusstreffer gelang Martin Ness jedoch erst 10,8 Sekunden vor der zweiten Pause. Zu Beginn des Schlussabschnitts bot sich den Lakers eine Powerplay-Chance. In der 46. Minute stellte Mark Arcobello mit dem 3:1 aber den 7. SCB-Sieg im 8. Heimspiel sicher.

Bei den 7 Heimsiegen kassierte Bern viermal kein Gegentor, zweimal deren zwei und jetzt erstmals eines. Die Rapperswil-Jona Lakers warten auswärts nach 8 Spielen weiter auf den ersten Punkt. Die Lakers erzielten auf fremdem Eis noch nie drei Tore.

Formstarke SCL Tigers vom 1:2 zum 4:2

Die SCL Tigers setzten ihre Erfolgsserie mit einem 4:2-Erfolg in Ambri fort. Die Emmentaler erkämpften sich nach einem 1:2-Rückstand den vierten Sieg in Serie, während die Tessiner die vierte Niederlage in Folge kassierten. Den Siegtreffer der Gäste zum 3:2 erzielte Benjamin Neukom (49.). Der Stürmer der Emmentaler profitierte bei seinem vierten Tor in der laufenden Meisterschaft von einem missratenen Spielaufbau-Pass von Ambris bis dahin tadellosem Keeper Benjamin Conz. Acht Sekunden vor Spielende beseitigte Harri Pesonen mit dem 4:2 ins leere Tor die letzten Zweifel am Sieg der Emmentaler.

Dabei hatte Ambri mit einem starken Mitteldrittel aus einem 0:1-Rückstand noch eine 2:1-Führung gemacht. PostFinance-Topskorer Dominik Kubalik glänzte mit seinen Saisontoren 8 und 9. Er realisierte sein sechstes «Doppelpack» in der Schweiz innerhalb von 113 Sekunden. Beide Treffer des Tschechen resultierten aus Überzahl-Situationen. Ambri-Piotta bestätigte sich dadurch als effizientestes Powerplay-Team auch gegen das beste Unterzahl-Team der National League.

Die SCL Tigers realisierten am Ende aber den sechsten Sieg aus den letzten sieben Auswärtsspielen und verteidigten den bemerkenswerten 2. Rang. Letztmals Leader in der höchsten Spielklasse waren die Emmentaler am 1. Oktober 2000.

Ambri spielte gegen Langnau erstmals in dieser Saison mit dem amerikanischen Center Bryan Lerg, der sich in der Saisonvorbereitung eine Knöchelverletzung zugezogen hatte. Ebenfalls sein erstes Spiel in der höchsten Schweizer Spielklasse für Ambri bestritt der 20-jährige Stürmer Dario Rohrbach, der ansonsten in Farmteam Biasca Ticino Rockets spielt.

Vierter Sieg in Serie für Lausanne

Lausanne gewann das Duell zweier formstarker Teams gegen Lugano 2:1. Es war der vierte Sieg in Serie für die Waadtländer. Nach einem starken ersten Drittel hätte Lausanne höher als 2:1 führen müssen. Torrey Mitchell (13.) und Joël Genazzi nach genau 19 Minuten mit seinem ersten Saisontreffer brachten das Heimteam 2:0 in Führung. Allerdings gelang Gregory Hofmann 21 Sekunden vor der ersten Pause der Anschlusstreffer für die Luganesi.

Danach kamen die Gäste auf. Am Ende lautete das Schussverhältnis 32:21 zu Gunsten der Bianconeri, sie brachten den Puck aber nicht mehr am starken Lausanner Keeper Luca Boltshauser vorbei. Ausserdem kassierte Lugano 70 Sekunden vor dem Ende eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, was selbstredend mehr als unglücklich war. 53 Sekunden später musste auch Hofmann in die Kühlbox.

Somit kam Lausanne zum neunten Sieg im 44. Duell gegen Lugano seit der Saison 1985/86. Für die auswärtsschwachen Tessiner, die nur eines von sieben Spielen auf fremdem Eis in dieser Saison gewonnen haben, ging eine drei Partien dauernde Siegesserie zu Ende.

Davos - Zug 1:8 (1:3, 0:3, 0:2)
3847 Zuschauer. - SR Lemelin/Schukies, Duarte/Fuchs. -Tore: 1. (0:16) Dino Wieser (Marc Wieser) 1:0. 2. (1:53) Schnyder (Widerström, Stadler) 1:1. 17. Simion (Albrecht, Alatalo) 1:2. 18. Senteler (Klingberg, Stalberg) 1:3. 25. Senteler (Stalberg, Klingberg) 1:4. 28. Martschini (Suri) 1:5. 31. Diaz (Martschini, Stalberg/Ausschluss Dino Wieser) 1:6. 51. (50:11) Suri 1:7. 52. (51:05) Alatalo (Schnyder, Haberstich) 1:8. -Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 plus 10 Minuten (Thiry) gegen Zug.–PostFinance-Topskorer:Pestoni; Martschini.–Davos: Lindbäck; Nygren, Du Bois; Paschoud, Stoop; Heldner, Jung; Barandun; Marc Wieser, Ambühl, Dino Wieser; Rödin, Corvi, Hischier; Pestoni, Bader, Prince; Kessler, Marc Aeschlimann, Meyer; Egli.–Zug: Sandro Aeschlimann; Schlumpf, Zgraggen; Diaz, Stadler; Thiry, Alatalo; Lammer, Albrecht, Simion; Klingberg, Senteler, Stalberg; Martschini, Zehnder, Suri; Schnyder, Leuenberger, Widerström; Haberstich.–Bemerkungen: Davos ohne Lindgren (überzähliger Ausländer) und Sandell. Zug ohne McIntyre, Roe, Zryd und Morant (alle verletzt). - Pfostenschüsse: 2. Zgraggen, 23. Bader, 58. Martschini. - Stoop (14.), Widerström im zweiten und Thiry im letzten Drittel verletzt ausgeschieden. - Timeouts: Zug (24.); Davos (28.).

Bern - Rapperswil-Jona Lakers 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)
15'524 Zuschauer (Saisonminusrekord). - SR Eichmann/Wiegand, Catelli/Kovacs.–Tore: 3. Ebbett (Scherwey, Colin Gerber) 1:0. 17. Mursak (Arcobello) 2:0. 40. (39:49) Ness (Iglesias, Brem/Ausschluss Arcobello) 2:1. 46. Arcobello (Moser) 3:1.–Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers.–PostFinance-Topskorer: Ebbett; Mason.–Bern: Genoni; Kamerzin, Krueger; Andersson, Beat Gerber; Burren, Almquist; Colin Gerber; Ruefenacht, Ebbett, Scherwey; Bieber, Arcobello, Moser; Mursak, Haas, Heim; Sciaroni, Berger, Grassi. Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Profico, Berger; Hächler, Maier; Gähler, Schmuckli; Iglesias; Wellman, Ness, Aulin; Kristo, Knelsen, Hüsler; Fuhrer, Schlagenhauf, Rizzello; Mosimann, Mason, Brem; Lindemann.–Bemerkungen: Bern ohne Marti, Blum, Untersander (alle verletzt) und Kämpf (gesperrt), Rapperswil-Jona Lakers ohne Casutt, Helbling, Schweri, Spiller, Gilroy (alle verletzt) und Smolenak (überzähliger Ausländer/Teilzeitvertrag wird nicht verlängert). - Pfostenschuss Moser (54.).

Ambri-Piotta - SCL Tigers 2:4 (0:0, 2:1, 0:3)
5494 Zuschauer. - SR Hebeisen/Urban, Gurtner/Wüst.–Tore: 23. Gagnon (Lardi) 0:1. 29. Kubalik (Fora/Ausschluss Glauser) 1:1. 31. Kubalik (Zwerger/Ausschluss DiDomenico) 2:1. 46. Blaser (DiDomenico, Pesonen) 2:2. 49. Neukom (Gustafsson) 2:3. 60. (59:52) Pesonen (DiDomenico) 2:4 (ins leere Tor).–Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 6mal 2 plus 10 Minuten (Blaser) gegen SCL Tigers.–PostFinance-Topskorer: Kubalik; Pesonen.–Ambri-Piotta: Conz; Guerra, Fischer; Fora, Dotti; Ngoy, Jelovac; Kienzle; D'Agostini, Müller, Kubalik; Trisconi, Kostner, Incir; Rohrbach, Lerg, Lauper; Hofer, Novotny, Zwerger; Kneubuehler.–SCL Tigers:Ciaccio; Blaser, Glauser; Lardi, Erni; Huguenin, Cadonau; Leeger; Elo, Gagnon, Neukom; DiDomenico, Gustafsson, Pesonen; Kuonen, Diem, Nils Berger; Rüegsegger, Pascal Berger, Randegger.–Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Bianchi, Goi, Pinana (alle verletzt) und Plastino, SCL Tigers ohne Johansson (beide überzählige Ausländer) und Dostoinow (verletzt). - Timeout Ambri-Piotta (57.).

Lausanne - Lugano (2:1, 0:0, 0:0)
6446 Zuschauer. - SR Oggier/Kaukokari, Altmann/Gnemmi.–Tore: 13. Mitchell (Kenins) 1:0. 19. (19:00) Genazzi (Jeffrey, Vermin) 2:0. 20. (19:39) Hofmann (Chiesa, Sannitz) 2:1.–Strafen: je 2mal 2 Minuten.–PostFinance-Topskorer: Junland; Hofmann.–Lausanne: Boltshauser; Junland, Grossmann; Nodari, Genazzi; Frick, Lindbohm; Vermin, Jeffrey, Leone; Bertschy, Mitchell, Kenins; Antonietti, In-Albon, Herren; Traber, Schelling, Roberts.–Lugano: Merzlikins; Chiesa, Chorney; Ulmer, Wellinger; Loeffel, Vauclair; Riva, Jecker; Walker, Lapierre, Jörg; Haapala, Sannitz, Hofmann; Bürgler, Morini, Klasen; Fazzini, Romanenghi, Bertaggia.–Bemerkungen: Lausanne ohne Emmerton (überzähliger Ausländer), Simic, Froidevaux und Zangger. Lugano ohne Cunti, Reuille, Sartori (alle verletzt) und Lajunen (krank). - 38. Pfostenschuss Loeffel. - Timeout Lausanne (57.). - Lugano von 59:10 bis 59:43 ohne Goalie.

Eishockey

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Taffasser am 02.11.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arno?

    Wir steigen ab. Wir gehen den Weg des EHC Kloten. Das heutige Spiel hat mir definitiv die letzte Hoffnung genommen. Ich habe seit 20 Jahren eine Saisonkarte aber so lust- und kampflos, wie dieses Jahr, habe ich mein Verein noch nie gesehen.

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  • EGAL am 02.11.2018 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schon deftig

    Etwas stimmt mit dem HCD sicher nicht , und was will man da noch schön reden ? was einmal war die goldenen Zeiten das ist Vergangenheit und ist vorbei, mit dem gewinnt man kein Rosenkranz ! Die Lage ist prekär und sehr ungemütlich, Arno die Zeit wird eng.....

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  • roli am 02.11.2018 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsverweigerung

    Das ist die totale Arbeitsverweigerung. Möchte die Mannschaft so AdC stürtzen? Ich denke die Spieler wollen überhaupt nicht mehr nach System Curto spielen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rembär am 03.11.2018 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten und Tee trinken

    Ein guter Fan weiss das man ohne Gegner nicht spielen kann. Da sind all die (Schaden)freudigen Komentare überflüssig und ob AdC Trainer bleibt oder nicht muss doch ein nicht HCD Fan gar nicht Interessieren nehmt die Punkte freut euch über den Sieg es kommen wieder andere Zeiten.

  • Berner Bär am 03.11.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die Aera AdC geht zu Ende...

    Die Aera des Bandenwüterichs Del Curto ("Prättigauer Hassprediger") ist wohl spätestens Ende Saison zu Ende...

    • socom am 03.11.2018 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner Bär

      dachte nicht, dass ich mit ihnen mal einer meinung bin:-) ich denke aber, dass schon die natipause zu einem wechsel benutzt wird....

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  • Lächer.li.ch am 03.11.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    irgendwie alles etwas komisch

    Vor dem Anpfiff, sah man viele grinsende Gesichter bei den blaugelben. Nach 16 Sekunden Abklatschen, selbst mit HCD-Staff, als wäre der Mist geführt, dann lange Gesichter, welche immer länger wurden. Das Ende kennt man ja.

  • lightsout am 03.11.2018 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auswärts

    goalie wechseln, wenn das nicht hilft heimspiele auswärts (Chur) austragen, denn dort punkten sie ja

  • Lecavalier am 03.11.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    HCD - EVZ

    Krass. Der EVZ spielt ja bei weitem nicht in Bestbesetzung und muss daher gezwungenermassen junge Spieler einbauen. Tortzdem nach wie vor konkurenzfähig, echt stark. So ein 1:8 und dann noch gegen den Ersatzgoalie der eher selten spielt... sollte dem HCD schon Sorgen machen.