Eishockey-WM

21. Mai 2019 11:32; Akt: 24.05.2019 14:02 Print

Die Schweiz verliert auch gegen Tschechien

Der dritte grosse Gegner bringt die dritte Niederlage: Die Schweizer verlieren in einer ereignisreichen Partie 4:5 gegen Tschechien.

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Die Schweiz erlitt an der WM die dritte Niederlage in Serie und beendete die Gruppe B im 4. Rang. Der Viertelfinalgegner am Donnerstag ist noch offen. Die Schweizer holten im letzten Drittel dank Doppel-Torschütze Tristan Scherwey (42.) und dem erstmals an dieser WM zur Verfügung stehenden Nino Niederreiter (57.) ein 2:4 auf. Da sie aber einen Sieg nach 60 Minuten benötigten, um die Vorrunde nicht als Gruppenvierter zu beenden, ersetzte Nationaltrainer Patrick Fischer schon in der 58. Minute Torhüter Robert Mayer durch einen sechsten Feldspieler. Das Risiko lohnte sich nicht, Jan Rutta traf 87 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Gehäuse zum 5:4.

«Wir wollen um jeden Preis in Bratislava bleiben», hatte Fischer vor dem letzten Gruppenspiel gesagt. Um die Chance auf Platz 2 in der Gruppe B aufrecht zu erhalten, hätten die Schweizer einen Sieg mit zwei Toren Unterschied gebraucht. Dementsprechend entschlossen starteten sie in die Partie, und das zahlte sich früh aus. Der im Slot vergessene Verteidiger Lukas Frick brachte den letztjährigen Silbermedaillengewinner bereits nach 133 Sekunden mit seinem ersten Tor an einer WM und dem zweiten im Nationaldress in Führung. In der 7. Minute vergab Nico Hischier im Powerplay aus kurzer Distanz das 2:0.

Die Schweizer Führung durch Frick. (Quelle: SRF)

Mangelhafte Defensive

So offensiv die Schweizer agierten, so anfällig waren sie auf Konter. In einen solchen liefen sie gar in Unterzahl, was Jakub Voracek zum 1:1 (13.) nutzte. Zuvor waren drei der vier Schweizer nach vorne gestürmt. Überhaupt funktionierte die Defensive vorab in den ersten 40 Minuten nicht so, wie sie gegen einen Gegner des Kalibers Tschechien funktionieren müsste. Nach nur 38 Sekunden im Mitteldrittel gerieten die Schweizer in Rückstand. Zunächst entschieden die Schiedsrichter auf Goalie-Behinderung, nach einer Coaches Challenge der Tschechen wurde der Treffer von Dominik Simon aber gegeben. In der 27. Minute erhöhte Michael Frolik alleine vor Reto Berra auf 3:1. Patrick Fischer setzte ein Zeichen und ersetzte Berra durch Robert Mayer.

Zwar gelang den Schweizern nur 29 Sekunden danach durch Scherwey das 2:3. 99 Sekunden später führten die Tschechen nach einem Fehler von Frick jedoch wieder mit zwei Toren. Dafür verantwortlich zeichnete der in den letzten beiden Saisons bei Ambri-Piotta tätige Dominik Kubalik. Diese Hypothek wog letztlich zu schwer, obwohl die Schweizer ein überragendes letztes Drittel (15:4 Torschüsse) zeigten. Der sehr auffällige Lino Martschini verzeichnete drei Assists.

Der am Montag zum Team gestossene Nino Niederreiter war nicht nur wegen des Tores die gewünschte Verstärkung. Der Churer Stürmer spielte zunächst mit Gaëtan Haas und Sven Andrighetto, ehe ihn Fischer an die Seite von Hischier und Kevin Fiala stellte und somit eine reine NHL-Linie bildete.

Die Schweizer treffen am Donnerstag auf den Sieger der Gruppe A. Die andere Poule können noch drei Teams gewinnen: Kanada mit einem Sieg gegen die USA, Finnland, wenn die USA gegen Kanada in der Verlängerung oder im Penaltyschiessen gewinnen, und die USA mit einem Sieg in der regulären Spielzeit gegen Kanada.

Telegramm:

Tschechien - Schweiz 5:4 (1:1, 3:1, 1:2)

Bratislava. - 9085 Zuschauer. - SR Björk/Romasko (SWE/RUS), Goljak/Oliver (BLR/USA).
Tore: 3. Frick (Martschini, Scherwey) 0:1. 13. Voracek (Kovar, Frolik/Ausschluss Scherwey) 1:1. 21. (20:38) Simon (Voracek, Frolik/Ausschluss Scherwey) 2:1. 27. (26:20) Frolik (Voracek, Simon) 3:1. 27. (26:41) Scherwey (Martschini, Kuraschew) 3:2 (Eigentor Jaskin). 29. Kubalik (Simon) 4:2. 42. Scherwey (Weber, Martschini) 4:3. 57. Niederreiter (Josi, Hischier) 4:4. 59. Rutta 5:4 (ins leere Tor).
Strafen: je 7mal 2 Minuten.

Tschechien: Bartosak; Hronek, Musil; Rutta, Moravcik; Kolar, Gudas; Sklenicka; Voracek, Frolik, Simon; Faksa, Jaskin, Vrana; Kubalik, Gulas, Kovar; Repik, Hynek Zohorna, Palat; Tomas Zohorna.

Schweiz: Berra/Mayer; Weber, Josi; Loeffel, Genazzi; Diaz; Frick, Fora; Andrighetto, Haas, Niederreiter; Hofmann, Hischier, Fiala; Scherwey, Kuraschew, Martschini; Ambühl, Bertschy, Simon Moser; Rod.

Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (geschont), Janis Moser (verletzt), Praplan (überzählig) und Bertaggia (nicht gemeldet). - Timeout Tschechien (59:53).
Schüsse: Tschechien 26 (12-10-4); Schweiz 40 (11-14-15).
Powerplay-Ausbeute: Tschechien 1/4; Schweiz 0/4.

Eishockey

(tbe/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blitz am 21.05.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Hopp Schwiiz genießen und feiern wir sind Stolz auf euch

  • Tobi71 am 21.05.2019 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist noch nichts verloren...

    Solange die Schweiz noch im Turnier mit dabei ist..kann noch so einiges passieren..Ich drücke bis zum bitteren Ende die Daumen und rufe"HOPP SCHWIIZ!!.."

  • Dumby am 21.05.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Guter Anfang. Weiter so!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michl am 22.05.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eiche

    Sag ich doch. Im Viertelfinale ist Schluss.

  • Müsli am 22.05.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich peinlich

    PEINLICH! Selber schuld. Typischer fall von Selbstüberschätzung, Arroganz und Hochmut. Grosse reden schwingen nützt halt nichts, wenn die Leistung nicht da ist. Gratuliere Tschechien, und drücke Canada die Daumen.

  • Freude Herrscht am 21.05.2019 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    beste Unterhaltung

    Hand aufs Herz, wir können mit den Leistungen zufrieden sein. Ich vermisse das frühere Defensivhockey keine Sekunde! Zudem konnten wir mit den Tschechen und Schweden problemlos mithalten. Das Russland von einem anderen Stern ist zeigt sich gerade daran wie sie die Schweden an die Wand spielen. Schon mal überlegt das mind. zwei andere Top Nationen mit Weltmeisterlichen Ansprüchen auch im Viertelfinal scheitern? Also alles halb so wild!

  • D. T. am 21.05.2019 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nivea tief

    Die Schweizer sind ein masslos überschätztes Verliererteam. Unglaublich tiefes Niveau.

  • felix am 21.05.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    schon 3 Spiele verloren abstieg droht