Finanzprobleme

17. April 2012 08:34; Akt: 17.04.2012 11:37 Print

Eklat bei den Kloten Flyers

Der designierte Kloten-Präsident Adrian Fetscherin wirft den Bettel bereits wieder hin. Er fühlt sich vom Noch-Boss Jürg Bircher über den Tisch gezogen und fordert Geld zurück. Dieser weist die Vorwürfe zurück.

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Anfang Februar war die Welt bei Adrian Fetscherin (l.) und Jürg Bircher noch in Ordnung. (Bild: Keystone)

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Knall in Kloten: Adrian Fetscherin steigt gemäss Medienberichten einen halben Monat vor Amtsantritt als Geschäftsführer der Flyers aus. Am 10. Februar war Fetscherin in Kloten als neuer Geschäftsführer und als Delegierter des Verwaltungsrates per 1. Mai präsentiert worden. In einer zweiten Phase – so das Vorhaben – sollte der 37-jährige Zürcher vom aktuellen Präsidenten Jürg Bircher per Mitte 2013 die Aktienmehrheit und das Präsidium übernehmen.

Daraus wird jedoch nichts. Fetscherin fühlt sich gemäss einem Bericht der «NZZ» von Bircher getäuscht und erhebt schwere Vorwürfe. Bircher habe ihm wichtige Informationen vorenthalten.

Mehrere Lohnlisten im Umlauf

Gemäss der Zeitung ist Fetscherin auf unterschiedliche Lohnlisten gestossen. Zudem sollen private Darlehen von zwei Verwaltungsratsmitgliedern in Höhe von mehreren Millionen Franken nicht einmal in den Büchern stehen. Gemäss der «NZZ» löste Fetscherin die Vereinbarung mit Bircher per eingeschriebenem Brief, datiert vom 13. April, auf und forderte den Präsidenten gleichzeitig auf, ihm bis am vergangenen Montagabend die getätigte Investition zurückzuzahlen.

Bei der Präsentation Fetscherins Anfang Februar hatte es den Anschein, die Zukunft in Kloten sei langfristig gesichert. Bircher erklärte damals, Fetscherin werde einen nahezu schuldenfreien Klub übernehmen können. Die Gegenwart sieht jedoch anders aus: Die Löhne für den Monat März wurden mit knapp zweiwöchiger Verspätung überwiesen. Anfang April wurde überdies bekannt, dass die EHC Kloten Sport AG die Spielberechtigung für die kommende Saison als einziger NLA-Klub nur mit Auflagen erhielt.

In einer persönlichen Stellungnahme signalisierte Fetscherin unter anderen Voraussetzungen weiterhin Interesse an einem Engagement in Kloten. «Ich und namhafte Geldgeber sind nach wie vor bereit, die Kloten Flyers im Falle eines Konkurses zu übernehmen und mit einer Politik der Vernunft, Demut und Bescheidenheit und der ehrlichen, transparenten Kommunikation wieder an sichere Ufer zu führen.»

Bircher rechtfertigt sich

Bircher wies die Vorwürfe zurück. Man habe Fetscherin die Zahlen offen gelegt. Es gebe weder eine doppelte Buchhaltung noch Spieler, die nicht auf der Lohnliste stehen, so der Kloten-Boss gegenüber Radio DRS. Er habe gewusst, auf was er sich einlasse: «Man kauft ja nicht einfach so einen Klub», sagte Bircher weiter. An einer Schlammschlacht habe er kein Interesse. Am Donnerstag will der amtierende Kloten-Präsident weiter informieren.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Wann entlich lernen die Klubbosse, dass man das Geld, das man ausgibt, zuerst verdient werden muss. Das ständige Finanztheater bei mindestens der Hälfte der NLA-Klubs soll endlich von der Liga unterbunden werden. Der eine oder andere Klub müsste dann wohl einen Neuanfang in der NLB oder gar 1.Liga starten, aber langfristig wäre es fürs CH-Hockey besser. – Sven Müller

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Conny Evensson am 17.04.2012 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Konzentration auf Nachwuchsarbeit

    Chloote soll sich wieder auf den Einsatz eigener Nachwuchskräfte konzentrieren, wie das bis vor ein paar Jahren der Fall war! Werden die Jungstars zu teuer, muss man sie wohl oder übel verkaufen bzw. gehen lassen (wie damals Plüss, Lemm, etc.). Es ist doch eine Illusion, dass wir mit den grossen aus Zürich, Bern oder Davos mithalten können! Reicht es trotzdem mal wieder für den Final ist dies um so schöner! Die letzten Jahre haben doch jetzt gezeigt, dass auch wir in Kloten den Titel NICHT kaufen können!

  • Santos am 17.04.2012 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ambri

    wir machen immer Play-outs... aber wenigstens leben wir mit unsere (wenige) Mittel...

    einklappen einklappen
  • Theo Froideveaux am 17.04.2012 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Krumme Geschäfte auf dem Rück der Flyers

    chade um diesen Verein. Eine tolle Mannschaft und grossartige Nachwuchsarbeit über Jahre und jetzt das. Seien wir ehrlich, bereits als bekannt wurde, dass Herr Fetscherin den Club übernehmen will fragte sich alles: und mit was will er das bezahlen? Nun wird über Mauscheleien geschrieben. Ich glaube ehr, dass Herr Fetscherin klamm ist und jetzt einen Rückzieher macht. Sport kommentieren oder einen Club führen sind halt schon zwei paar Schuhe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phillio am 17.04.2012 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Fetscherin nicht geeignet

    Sorry, aber das zeigt bereits das Format von Fetscherin. Einer, der so naiv ans Werk geht, sollte wohl besser die Finger von einem Spitzenklub lassen. Er soll doch erst mal in einem Dorfverein Präsident sein.

  • mia27 am 17.04.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    weg weg weg

    Herr Bircher bitte gehen sie endlich

  • Roger F. am 17.04.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Birchers dubiose Geschäfte

    Dass Herr Bircher sehr undurchsichtig geschäftet, war schon lange klar. Da er im Verwaltungsrat seine eigenen Leute um sich schart, dringt hier auch kaum etwas nach aussen. Allerdings waren die diversen Wechsel im Verwaltungsrat ein deutliches Zeichen, dass viele Mitglieder nicht (mehr) hinter der Politik Birchers stehen. Als bereits vor einem Monat die Rechnungen für die Saisonkarten 2012/2013 verschickt wurden, war mir klar, dass es nun ganz übel ausschaut. Herr Bircher möchte nun nur noch so viel Geld wie möglich einnehmen, um die Schulden seiner Holding zu bezahlen...

  • EHC 1934 am 17.04.2012 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biite gehen

    Herr Bircher Bitte gehen Sie.!

  • Patrick59 am 17.04.2012 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande....

    Auch als Anhänger des SCB muss ich sagen dass es eine Sauerei ist, was da in Kloten geschieht. da wird gelogen, versteckt und verschleiert und die Leidtragenden sind die Spieler und die Fans eines tollen Clubs. Schade...