Gleichgewichtsstörungen

21. Februar 2011 09:03; Akt: 21.02.2011 09:42 Print

Endlich eine Diagnose für Jonas Hiller

von Jürg Federer, USA - Nach zwei Wochen haben die Ärzte der Anaheim Ducks den Grund für Jonas Hillers Benommenheit gefunden. Seit Sonntag befindet er sich in Therapie.

storybild

Jonas Hiller: Gleichgewichtsstörungen sind die Ursache für seine Benommenheit. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 3. Februar hat sich Jonas Hiller nach dem Training mit den Anaheim Ducks benommen gefühlt (20 Minuten Online berichtete). Seither konnte der Nationaltorhüter nur noch ein NHL-Spiel bestreiten (4:0-Sieg gegen Edmonton). Über zwei Wochen haben die Klubärzte der Ducks nach den Ursachen für die Schwäche des Schweizers gesucht, mehrmals wurde sein Blut getestet. In der Zwischenzeit konnte Hiller an keinem Training der Ducks mehr teilnehmen, den letzten Auswärtstrip nach Minnesota und St. Louis trat er gar nicht erst an. Hiller steht bei den Anaheim Ducks auf der Langzeitverletztenliste und darf frühestens am kommenden Mittwoch wieder am NHL-Spielbetrieb teilnehmen.

Diagnose: Gleichgewichtsstörung

Am Sonntag nun haben die Ärzte der Ducks eine Diagnose gestellt, wie Anaheims Kommunikationschef Alex Gilchrist gegenüber 20 Minuten Online bestätigt: «Bei Hiller konnte eine Gleichgewichtsstörung diagnostiziert werden, er befindet sich seit heute in einer gezielten Behandlung.» Gleichgewichtsstörungen haben drei Ursachen: Entweder liegt dem Problem eine Sehstörung zugrunde, eine Verletzung des Gehörgangs oder ein neurologisches Problem im Bewegungsapparat. Ohne abschliessend urteilen zu können, welche Ursache beim Schweizer vorliegt, gehen die Ärzte der Anaheim Ducks davon aus, dass Hiller von einem Zusammenstoss im Spielbetrieb oder von einem Schuss des Gegners entweder eine neurologische Verletzung davongetragen hat oder dass sein Gehörgang verletzt wurde. Die Symptome der Benommenheit sind die Konsequenz daraus.

Therapie oder Operation

Gleich nachdem die Diagnose gestellt wurde, hat der Appenzeller ein entsprechendes Therapieprogramm in Angriff genommen, wie Gilchrist bestätigt: «Hiller verbrachte den Sonntag in der Körpertherapie und er wird am Montag weiter gezielt behandelt werden.» Ob der Schweizer bereits am Mittwoch, wenn die Anaheim Ducks zum ersten einer Serie von neun Heimspielen antreten werden, wieder am NHL-Spielbetrieb teilnehmen kann, hängt von seinem Heilungsverlauf ab. Spricht Hiller nicht auf die Therapie an, droht ein operativer Eingriff, der den Keeper weiterhin ausser Gefecht setzen würde. «Zurzeit gehen wir von einer Rückkehr von Hiller aus und wir werden die ersten Tage seiner Therapie abwarten, bevor wir über die weitere Zukunft auf der Torhüterposition der Anaheim Ducks entscheiden», so Gilchrist.

Die Ducks haben seit Hillers Abwesenheit vier von sechs Partien verloren und allein in den letzten zwei Spielen 14 Gegentore kassiert. Anaheims Neuverpflichtung Ray Emery hat sich zwischenzeitlich in der AHL mit einem Sieg und einer Niederlage bei den Syracuse Crunch warmgespielt und steht im Falle eines längeren Ausfalls des Schweizer Nati-Keepers bereit. Nach den letzten Niederlagen befinden sich die Anaheim Ducks im Westen auf dem zehnten Rang, zwei Verlustpunkte hinter dem achten und letzten Playoffplatz.