Eishockey

31. Mai 2018 11:54; Akt: 31.05.2018 14:54 Print

Florence Schelling tritt zurück

Mit 29 Jahren beendet die langjährige Stammkeeperin des Nationalteams ihre Karriere. Die Zürcherin hat das Frauen-Eishockey in der Schweiz stark mitgeprägt.

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Beendet ihre erfolgreiche Karriere: Eishockey-Torhüterin Florence Schelling tritt vom Spitzensport zurück. Ein Bild vom Spiel Schweiz - Lettland an der Frauen-Eishockey-WM (Division 1) 2005 in Romanshorn, als das Team den Aufstieg schaffte. Bereits im Herbst 2003 hatte Schelling als 13-Jährige ihr erstes Länderspiel absolviert. 2008 wagte die Zürcherin den Sprung nach Nordamerika und gab zu jenem Zeitpunkt (im Juli) Interviews in Langnau im Emmental. Bereits vor den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver gehörte Schelling (2.v.l.) zu den Aushängeschildern des Schweizer Frauen-Eishockeys. Damals konnte das Schweizer Team in Kanada unter anderem einen 2:1-Erfolg im Spiel um Rang 5 gegen Russland feiern. An den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi stand die Keeperin erneut medial im Fokus. In Russland war Schelling ein starker Rückhalt... ...und führte die Schweizerinnen zur Bronzemedaille. Der 3. Rang in Sotschi bildete den Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn. Zudem wurde sie zum MVP gewählt. Im selben Jahr (2014) wurde die Torhüterin an den Swiss Ice Hockey Awards als «Women of the Year» ausgezeichnet. Auch als Botschafterin war sie geeignet; hier posiert Schelling im Jahr 2015 neben Snowboarder David Hablützel und der Freeskierin Virginie Faivre (l.) für die Kandidatur von Lausanne für die Olympischen Winterspiele 2020. Im Februar 2017 feierte die Schweizer Equipe mit Schelling (M.) die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea. Nach dem Sieg gegen die Tschechinnen gratulierte auch Patrick Fischer, Nationalcoach der Männer, den Frauen – und insbesondere Schelling – zum Erfolg. Vor der Eröffnung der Winterspiele in Pyeongchang wollten wiederum viele Medienvertreter mit der Torhüterin sprechen. In Südkorea stellte die 29-Jährige mit ihrem fünften Shutout an Winterspielen einen neuen Rekord auf. Im Verlauf des olympischen Turniers egalisierte sie auch den Rekord an Siegen (10).

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«Nach 25 Jahren Eishockeyspielen ist es nun an der Zeit, mich von diesem unglaublichen Sport zurückzuziehen und zu einem neuen Kapitel in meinem Leben überzugehen», lässt Florence Schelling auf ihrer Homepage verlauten. Das Eishockey habe ihr so viel gegeben, sie zu dieser Person gemacht, die sie heute ist, und ihr so viele Türen geöffnet. Wie es mit ihr weitergeht, liess sie offen.

Als Schelling ihre internationale Karriere begann, steckte das Frauen-Eishockey in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. Im Herbst 2003 absolvierte die damals 13-Jährige ihr erstes Länderspiel – auf Clubebene spielte sie zu dieser Zeit noch mit den Junioren der ZSC Lions.

Den Schritt nach Nordamerika gewagt

2008 wagte Schelling den Schritt ins Ausland, spielte und studierte fünf Jahre in Nordamerika. Nach dem Abschluss ihres Wirtschaftsstudiums an der Northeastern University in Boston kehrte die Schwester von Lausanne-Verteidiger Philippe Schelling vor fünf Jahren in die Schweiz zurück.

Fortan stellte sie sich während zwei Saisons beim Erstligisten Bülach in der höchsten Amateurliga den Sturmläufen der Männer. Dazu gelangte sie in einem Testspiel mit den GCK Lions als erste Frau bei einem NLB-Club zum Einsatz.

Die Krönung in Sotschi

Mit Schelling im Tor entwickelte sich auch das Frauen-Nationalteam stetig weiter und etablierte sich an der Weltspitze. Nach dem Gewinn von WM-Bronze 2012 folgte zwei Jahre später an den Olympischen Spielen in Sotschi die Krönung. Schelling führte die Schweizerinnen als starker Rückhalt sensationell zur Bronzemedaille. Sie galt als wichtiger Baustein dieses historischen Erfolgs und wurde als beste Torhüterin und sogar als wertvollste Spielerin (MVP) des Turniers ausgezeichnet.

Während ihrer Karriere heimste die elffache WM-Teilnehmerin zahlreiche Auszeichnungen ein und brach immer wieder Rekorde. So auch bei ihren vierten Olympischen Spielen im letzten Februar in Südkorea, wo sie mit ihrem fünften Shutout an Winterspielen eine Bestmarke setzte. Im Verlauf des Turniers riss sie auch den Rekord an Siegen (10) bei Olympischen Spielen an sich.

Die letzten drei Saisons spielte Schelling in Schweden und hängte dort ein Masterstudium in Business Administration an. Im letzten März verpasste sie mit Linköping den Meistertitel in der «Finalissima» nur knapp. Mit einer Fangquote von fast 95 Prozent wurde Schelling in ihrer letzten Saison nochmals zur besten Torhüterin der schwedischen Liga gewählt.

(ddu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo Fröhlich am 31.05.2018 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sie waren eine sportliche Grösse !

    Frau Schelling. Vielen Dank für alles was sie im Hockey erreicht und erlebt haben. Sie waren auf jeden Fall Sonderklasse und konnten so viele sportliche Erfolge feiern. Vielen, vielen Dank, alles Gute im neuen (privaten) Leben und bleiben sie gesund .

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  • Julia. am 31.05.2018 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr sehr schade!

    Schade. Eine grossartige Keeperin und Persönlichkeit. Ich wünsch ihr alles gute für ihre Zeit nach dieser Wahnsinns Karriere. Hoffe sie bleibt dem Eishockey auf irgendeine Art erhalten. Könnte sie mir als Trainerin gut vorstellen. Merci Florence für alles wo du für diesen Sport getan hast.

  • Roli am 31.05.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade, aber irgendwann kommt der Tag. Ich wünsche dir alles gute in deiner neuer Kariere und hoffe man sieht dich dafür öfters im Davoser Hockeystadion.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike Müller am 04.06.2018 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schade und Danke

    Schade hört sie auf! Damit wars das auch mit unserer Frauennationalmanschaft.. die nachkommenden Goalies sind leider bei weitem nicht mehr so stark....

  • Bacherlor am 01.06.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schön hört sie auf

    Dann hat sie mehr Zeit für mich.

  • Peter Pan am 01.06.2018 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverliebt

    Leider leider..... hmmmm Florence hat sicher einen grossen Anteil daran das etwas mehr über Frauenhockey berichtet wird. Aber wie immer hat die Medaille 2 Seiten. Sie hat durch ihre Art sich zu präsentieren, zu manipulieren auch verhindert das andere Spielerinnen sich entfalten konnten. Oder diese sogar aus dem Team gemobt. Warum Zb hat sie in der Schweiz NIE etwas gerissen? mit ihren spezialeinsätzen in Reinach wenn es gegen Lugano ging? Leider bekam sie pro spiel 8-11 Tore! Es gibt im Wallis eine Torhüterin die seit Jahren Nr 1 im 1.Liga Team der Männer ist.... das nenne ich frauenpower!

  • housi am 31.05.2018 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Schade, schade sie wird dem Frauen Eishockey fehlen. Danke für alles und viel Erfolg und Befriedigung für die Zukunft.

  • Toni Lötscher am 31.05.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Aussergewöhnliche Persönlichkeit

    Frau Schelling ist grossartige Sportlerin mit einer aussergewöhlichen Ausstrahlung.

    • Thomas Locher am 01.06.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Toni Lötscher

      So so Toni wie meinst du das, was für eine Persönlichkeit ist sie denn?

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