Bis am 6. Juni

31. Mai 2012 15:40; Akt: 31.05.2012 15:57 Print

Flyers-Spieler verlängern Zahlungsfrist

Die Spieler der Kloten Flyers haben die Frist, in der keiner die Mannschaft verlassen wird, wie erwartet verlängert. Damit sprechen sie der Task Force ihr Vertrauen aus.

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Der SVP-Politiker und Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann (Bild) traf gemeinsam mit Klotens Geschäftsführer Matthias Berner die Mannschaft. Zurück zu den Wurzeln: Die Kloten Flyers richten sich neu aus und heissen fortan wieder EHC Kloten. Zwei Tage nach dem Ausstieg der kanadischen Investoren-Gruppe Avenir Sports Entertainment informiert CEO Matthias Berner über die Zukunft der Kloten Flyers. «Wir machen alles für eine NLA-Zukunft», so Berner. Viel zu jubeln hatte der Kloten-Flyers-Besitzer Bill Gallacher nicht. Nach nur knapp elf Monaten gibt die kanadische Investoren-Gruppe Avenir Sports Entertainment bekannt, sich so schnell wie möglich aus der NLA-Organisation zurückziehen zu wollen. Philippe Gaydoul verkauft seine Anteile an den Flyers an die kanadische Investorengruppe. Gaydoul wird an einer ausserordentlichen Generalversammlung offiziell zum Präsidenten der Kloten Flyers gewählt. Kloten-Präsident Rolf Mosimann hat genug und legt sein Amt nieder. Damit ist klar, dass Gaydoul zum Präsidenten gewählt wird. Im neuen, fünfköpfigen Verwaltungsrat, nehmen mit dem ehemaligen Handballer Pascal Jenny, Daniel Riediker und Michael Kloter drei neue Personen Einsitz. Dazu kommen Rolf A. Mosimann und Mirko Baldi, die nach den Turbulenzen im Winter ihren Rücktritt erklärt hatten, sich nun aber der Wiederwahl stellten. Philippe Gaydoul gibt seinen Rücktritt als Verbandspräsident per 18. September bekannt. Damit endet das umstrittene Doppelmandat in absehbarer Zeit. Die Rettung der Kloten Flyers ist nun definitiv. Der Konkursrichter hat das Verfahren gegen den Eishockeyclub aufgehoben. Die Sanierung sei überzeugend gelungen. Die Aufhebung des Konkursverfahrens gegen die Kloten Flyers muss vertagt werden. Noch fehlen die Bestätigungen, dass alle Bedingungen erfüllt sind. Die Task Force des NLA-Eishockey-Klubs gibt an einer Medienkonferenz bekannt, dass die Schulden um 8,1 Mio Franken reduziert werden konnten. Trotzdem: Felix Hollenstein muss gehen. Adrian Fetscherin scheint das Zünglein an der Waage zu spielen. Was macht er mit seinem Aktienanteil? An einer Pressekonferenz übergibt er seine Aktien. Damit sind die Flyers gerettet. Fetscherin kündigt zudem Strafanklage gegen Ex-Präsident Jürg Bircher an. Kloten bestätigt, dass Roman Wick eine Offerte über acht Jahre und eine «berufliche Perspektive für die Zeit nach seiner Karriere als Spieler» angeboten wurde. Zudem soll der Entscheid fallen, ob Hollenstein tatsächlich Cheftrainer wird. Philippe Gaydoul ernennt Wolfgang Schickli (48) zum neuen CEO. Der Quereinsteiger gilt als «Pitbull» und selbst Trainer Felix Hollenstein ist bei ihm nicht gesetzt. Der unfreiwillige Abgang von Trainer Anders Eldebrink aus finanziellen Gründen wird schriftlich besiegelt. Der Schwede erhält eine Abgangsentschädigung. Klotens Ex-Präsident Jürg Bircher gesteht im Interview mit 20 Minuten Fehler während seiner Amtszeit ein und befürchtet, dass man ihn in der nächsten Saison nicht mehr im Stadion sehen will. Flyers-Retter Peter Bossert ist einen Schritt weiter. Die Ligaversammlung hat den Klotenern die Lizenz für die Saison 2012/13 unter strengen Auflagen erteilt. Kurz vor der «Rettungs-PK» der Knall in Kloten: Nationalstürmer Roman Wick (26), der Schwede Niklas Nordgren (32) und Nationalverteidiger Patrik von Gunten (27) müssen die Kloten Flyers im Zuge der Sparmassnahmen verlassen. Auch Félicien Dubois (28) und Samuel Walser (20) dürften den Klub verlassen. Sie waren mit der 15-prozentigen Lohnkürzung nicht einverstanden. Milliardär und Swiss-Ice-Hockey-Verwaltungsratspräsident Philippe Gaydoul soll die Kloten Flyers retten. Er gehört zu einer Investorengruppe, welche demnächst einen Übernahme-Vertrag unterzeichnen soll. Jürg Bircher stellt sein Aktienpaket den Sanierern der Kloten Flyers zur Verfügung. Ausserdem wird der Konkursaufschub bis zum 2. Juli vom Bülacher Bezirksgerichts bewilligt. Die Sanierer Peter Bossert und Daniel Hunkeler beantragen einen Konkurs-Aufschub bis Ende Juni für den maroden Klub. In einer Woche muss die Task Force ausserdem einen genauen Sanierungsplan abliefern. Jürg Bircher (Bild) und Kurt Hildenbrand treten aus dem Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG zurück. Beide stellen ihre Aktienpakete «unverzüglich und entschädigungslos» zuhanden neuer Investoren zur Verfügung. Die Frist der Liga für die Offenlegung der Zahlen wird den Kloten Flyers bereits ein zweites Mal verlängert. Die neue Deadline ist der 6. Juni. Ein lokaler Unternehmer will mithelfen, die Kloten Flyers zu retten. Hans-Peter Domanig von der Priora Group stellt 500'000 Franken bereit, die in ein Rettungspaket fliessen sollen, wenn sich neun weitere Unternehmen finden lassen, welche dieselbe Summe zahlen. Kurz nach der Gründung einer Task Force durch Ex-Präsident Peter Bossert und der Stadt Kloten präsentiert der aktuelle Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG eine neue Investorengruppe «Kanada/Schweiz». Zusammen mit zwei ehemaligen NHL-Spielern soll die Überschuldung von 6,5 oder 9,2 Millionen Franken - je nach Bewertung - getilgt werden. Eine Task Force wird gegründet, um den Konkurs der Kloten Flyers abzuwenden. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident Peter Bossert übernimmt die Führung. Die Spieler gehen in die Offensive und gründen den Verein «Kloten Flyers Forever». Sie sind zu Eingeständnissen bereit, wollen aber Geld sammeln. Unter anderem mit einem Event am 26. Mai. Liga-Manager Ueli Schwarz sagt unmissverständlich: «Die Kloten Flyers müssen bis zur Ligaversammlung vom 7. Juni nicht nur den Nachweis erbringen, dass das Unternehmen nicht überschuldet ist. Wir verlangen darüber hinaus die Garantie für den Spielbetrieb der nächsten Saison. Sonst ist die Lizenz weg.» Die Spieler der Kloten Flyers fordern per Einschreiben ihre Löhne (April und Mai) sowie die fälligen Prämien ein. Bezahlt der Verein bis zum 31. Mai nicht, können die Profis fristlos kündigen. Der Jahresverlust dürfte sieben Millionen betragen, die Gesamtverschuldung deren 14. Lehmann will sich nicht detailliert äussern, spricht aber von einem «finsteren Loch» und glaubt an die baldige Eröffnung eines Konkursverfahrens. Präsident Jürg Bircher sagt: «Also meiner Meinung nach ist die Verschuldung nicht höher als sieben Millionen.» Und der Jahresverlust? «Hoch, sehr hoch.» Trotzdem hofft er noch auf einen neuen Investoren. Hans-Ulrich Lehmann (oben links) steigt nicht bei den Flyers ein, da die Schulden grösser als befürchtet sind. Bis am 10. Mai wollte Lehmann eigentlich entscheiden, ob er einsteigt oder nicht. Der Termin kann nicht eingehalten werden. Lehmann: «Eine Überprüfung der Zahlen ist bis zum 10. Mai einfach nicht möglich. Ich brauche also noch ein paar Tage mehr Zeit und werde am 15. Mai informieren.» Die Kloten-Fans machen ihrem Frust öffentlich Luft. Rund 200 Anhänger des kriselnden Eishockey-Klubs demonstrieren für ihren Verein - und nicht gegen Präsident Jürg Bircher. Obwohl sich Fetscherin bei Bircher für sein Vorgehen entschuldigt, wird er die Flyers nicht mehr übernehmen. Dafür kommt am 24. April der nächste Tiefschlag: Die April-Löhne sollen nicht mehr bezahlt werden können. Dafür keimt die Hoffnung auf einen anderen Investor: Hans-Ulrich Lehmann. Am 10. Mai soll informiert werden. Fetscherin selbst ist an der PK anwesend, erhält aber Redeverbot. Er weicht für seine eigene PK kurzerhand in ein Altersheim aus. Und glaubt weiter an die Übernahme. Bircher kontert die Vorwürfe (hier im Bild mit Vizepräsident Jan Schibli) an einer PK. «Wir gehen davon aus, dass die Kloten Flyers in der nächsten Saison in der National League A spielen werden. Seit Freitagmittag sei man wegen des Rückzugs von Fetscherin, der per 1. Mai die Geschäftsführung hätte übernehmen sollen, gezwungen, nach Alternativen zu suchen.» Es kommt zum Eklat: Der designierte Kloten-Präsident Adrian Fetscherin (r.) wirft den Bettel bereits wieder hin. Er fühlt sich vom Noch-Boss Jürg Bircher über den Tisch gezogen und fordert Geld zurück. Dieser weist die Vorwürfe - unter anderem sollen mehrere Lohnlisten im Umlauf sein - zurück. Ab dem 1. Mai 2012 wollte Fetscherin als Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrates für die Kloten Flyers arbeiten. In einer zweiten Phase soll der 37-jährige Zürcher, derzeit Leiter der Sportredaktion von Teleclub, vom aktuellen Präsidenten Jürg Bircher die Aktienmehrheit und das Präsidium übernehmen. Der neue starke Mann bei den Kloten Flyers heisst Adrian Fetscherin (l.). Präsident Jürg Bircher (r.) kann den krisengeschüttelten und von Finanzproblemen geplagten Klub doch noch in sichere Hände übergeben. Diverse Massnahmen sollen die Zukunft Klotens langfristig sichern.

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Die Spieler besprachen das weitere Vorgehen am Donnerstag in der Garderobe und entschlossen sich dann zu diesem Schritt. Dieser sei von allen unterstützt worden, um den Verantwortlichen die Möglichkeit zu geben, etwas auf die Beine zu stellen, sagte der seit 2005 für die Flyers spielende Marcel Jenni. «Wir sind alle an einer Lösung interessiert und haben daher die Frist verlängert.»

Dies ist ein weiteres wichtiges Signal an mögliche Investoren. «Ich hätte vollstes Verständnis, wenn einer Nein gesagt hätte», so Jenni. Es sei ganz klar gesagt worden, dass jeder in seinem Entscheid frei sei. Doch hätten alle aufgestreckt.

Spieler glauben an Rettung

Der 6. Juni wurde gewählt, weil der Liga bis dann ein Sanierungskonzept vorgelegt werden muss. Am 7. und 8. Juni findet in Lugano die Delegiertenversammlung der National League statt. «Dann weiss man mehr. Im jetzigen Moment ist noch zu wenig konkret», sagte Jenni.

Der 38-jährige Routinier glaubt zwar nach wie vor an eine Rettung, wenn alle zusammen stehen würden, die Situation sei allerdings nach wie vor «hochdramatisch». Als er von den genauen Zahlen erfuhr, war es für ihn ein «riesiger Schock. Es ist ein finanzielles Desaster.»

«Alle sind gefordert»

In der Tat: Die Rechnung für das Geschäftsjahr 2011/2012 weist ein Minus von beinahe 7,9 Millionen Franken auf. Insgesamt beträgt die Verschuldung fast 10,9 Millionen Franken. Die Flyers benötigen sofort 7 Millionen Franken zur Sanierung. Dazu kommen weitere 3 bis 4 Millionen für die Sicherung des Spielbetriebes.

«Es sind nun alle gefordert. Zum Glück haben wir mit dem Event am letzten Samstag ein positives Signal ausgesendet. Nun hoffen wir, dass es etwas bringt», so Jenni. Auch die Spieler kommen bei den Löhnen nicht um Konzessionen herum. «Das ist uns allen klar.» Konkret hätten sie jedoch noch nicht darüber gesprochen. «Man wird dann sehen, wie viel bei uns eingespart werden muss. Natürlich hoffen wir, dass die Mannschaft so gut wie möglich zusammengehalten werden kann. Die Lohneinbussen müssten allerdings schon in einem vernünftigen Rahmen sein», erklärte Jenni.

Kritik an Bircher

Kein Verständnis hat der frühere Schweizer Internationale für den abgetretenen Präsidenten Jürg Bircher, der seinen Aktienanteil von 30 Prozent entgegen einer ersten Ankündigung nur dann entschädigungslos zur Verfügung stellen will, wenn dies der TV-Mann Adrian Fetscherin (hält ebenfalls 30 Prozent) auch tut. «Er muss keine Bedingungen mehr stellen, da sind wir uns - glaube ich - alle einig. Er ist zurückgetreten und dort soll er auch bleiben», sagte Jenni.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • wisel am 31.05.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    kloten

    selber schuld

  • BrunoSteinmann am 31.05.2012 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Frey

    Lieber Herr Frey, machen Sie doch die Portokasse auf und helfen den armen Fliegern. Ein Absturz tut doch immer weh. Als Dank nehmen sie 1-2 Spieler zum Z, damit wir wie der FCB, auf Jahre hinweg Meister werden :-)

  • Wisi Müller am 31.05.2012 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    2. Farmteam vom ZSC

    Schlage vor die Flyers werden das 2. Farm Team vom ZSC. Dort gibt es einen Umsichtigen Präsidenten der auch Geld hat. So könnte Kloten in der 1. Liga gesunden und wäre noch da aber nur noch die NR.3 im Kanton (;.)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wisi Müller am 31.05.2012 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    2. Farmteam vom ZSC

    Schlage vor die Flyers werden das 2. Farm Team vom ZSC. Dort gibt es einen Umsichtigen Präsidenten der auch Geld hat. So könnte Kloten in der 1. Liga gesunden und wäre noch da aber nur noch die NR.3 im Kanton (;.)

  • Kari am 31.05.2012 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Chapeau! Und jetzt volle Kraft voraus!

    Alle ziehen am selben Strick! Fans, Spieler, Task Force. Was jetzt fehlt, das grosse Geld - viel Geld. Alle müssen jetzt Farbe bekennen und auch auf ihre Forderungen verzichten, nur so klappts. Meine grösste Leidenschaft Kloten darf nicht verschwinden!! Kloten Flyers forever!!

  • wisel am 31.05.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    kloten

    selber schuld

  • BrunoSteinmann am 31.05.2012 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Frey

    Lieber Herr Frey, machen Sie doch die Portokasse auf und helfen den armen Fliegern. Ein Absturz tut doch immer weh. Als Dank nehmen sie 1-2 Spieler zum Z, damit wir wie der FCB, auf Jahre hinweg Meister werden :-)