Kampf gegen Konkurs

04. Juni 2012 22:24; Akt: 04.06.2012 23:41 Print

Flyers geben Vollgas zum Nulltarif

von Marcel Allemann - Es ist für sie die Woche der Wahrheit. Die Kloten-Spieler geben im Training trotzdem Vollgas. Ein Augenschein.

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Montagmorgen, 9 Uhr. Der Himmel ist grau, es regnet vor der Kolping-Arena. Das triste Bild passt zur Situation der Kloten Flyers. Der Traditionsverein braucht 10 Mio. Franken, kämpft gegen das Aus. In dieser Woche sollen die Würfel fallen – morgen will die Task-Force informieren, am Freitag befinden die Nationalliga-Klubs über das Schicksal von Kloten. Wie geht das Team mit dieser Situation um? 20 Minuten wollte es genau wissen, sah gestern beim Krafttraining zu.

Eine Depro-Stimmung ist trotz allem nicht auszumachen. Es wird konzentriert gearbeitet, die Spieler leiden und beissen – zwischendurch wird auch gelacht. «Es ist jeder über jeden Tag froh, an dem wir normal trainieren können», sagt Nationalspieler Roman Wick, «und wenn wir im Kraftraum sind, wird auch nicht über die schwierige Situation geredet.»

Seit zwei Monaten keine Lohnzahlung

Geleitet werden die Einheiten von Sommertrainer Frédéric Rothen. Das Ganze sei schon sehr herausfordernd für die Motivation: «Es gab gute Tage, da waren alle voller Hoffnung und Elan. Und es gab weniger gute Tage, wenn schlechte Neuigkeiten bekannt wurden. Da fragen sich die Spieler jeweils schon: Geht es hier weiter? Muss ich mir einen Klub suchen? Werde ich arbeitslos?»

Daher ist es bemerkenswert, wie in Kloten zum Nulltarif (alle sind seit zwei Monaten ohne Lohn) weiter gearbeitet wird. «Jeder tut das, obwohl er gar nicht muss», sagt Victor Stancescu, «ich bin stolz, Captain dieses Teams zu sein. Es gibt wohl nicht viele Mannschaften auf der Welt, die bereit wären, diesen Preis zu bezahlen.»

«Es kommt schon gut»

Was alle verbindet, ist die Hoffnung, dass es in Kloten weitergeht. «Es kommt schon gut», sagt Stürmer Denis Hollenstein und lächelt, bevor er unter die Dusche verschwindet. Es wäre ihm und all den anderen zu gönnen, wenn er Recht behält.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein SCB-Fan am 05.06.2012 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Was sollen die negativen Kommentar zu den Spielern? Für die Liga wäre es ein Verlust, wenn Kloten nicht mehr da wäre! Es wäre schade, wenn die Mannschaft für das Versagen des Managements bestraft würde. Hoffentlich klappts mit der Rettung

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  • oliver Lukacs am 04.06.2012 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was heisst das zum Nulltarif???

    Ich finde toll wie die Spieler sich eingesetzt haben. Aber was heisst das ,sie trainiren zum Nulltarif? Ob sie in Kloten oder sonst Irgendwo spielen werden, Kondition wo sie im Sommer antrainieren brauchen sie so oder so. Also sie trainieren eigentlich für sich!!!!

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  • David Hallenbarter am 05.06.2012 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Clewer gemacht

    Ich glaube das die Rettung intern schon lange Tatsache ist. Gegen aussen will man die Sympatie und Solidaritätswelle aufrechterhalten. Ich weis auch warum. Sie erhoffen sich so mehr Abo und Ticketverkaufe/Einnahmen. Clewer die Bürschchen. hehe Trotzdem finde ich, das dem Schweizer Eishockey Kloten gefählt hätte. Gruss vom Goms

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SCHEISSHCD am 05.06.2012 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Denner

    Also für mich als ZSC-Fan gilt: ab sofort kaufe ich nichts mehr im Denner !

  • Stefan am 05.06.2012 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    UBS/EHC

    Kloten (anders als Langnau, Ambri oder sonstiges) ist Systemrelevant, checkts endlich :-)

  • Oswald Ramseier am 05.06.2012 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mafia im CH Hockey

    Falls die Geschichte mir Gaydoul stimmt, das dieser den Verein übernehmen will. Kann ich das Schweizer Hockey nun einfach nicht mehr ernst nehmen. der Präsi des Swiss Ice HOckey zugleich besitzer eines Liga Clubs. Grösserer Witzt gibt es ja nicht. Stellen Sie sich vor die UBS und CS hätten den gleichen BOSS! Langsam reichts dieser Dorflclub hat den Platz in der NLA Verdient aber nicht durch sochle Märchen

    • Mike Milner am 05.06.2012 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Vorbild NHL

      Nur so am Rande...die Phoenix Coyotes werden in der NHL auch von der Liga geführt. Vllt. sollte man es so machen, anstatt das Herr Gaydoul denn Verein alleine übernimmt. Wäre doch sicher machbar.

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  • Lecavalier am 05.06.2012 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Training muss so oder so sein, ob nun

    bei Kloten oder einem neuen Klub. Auf die ausstehenden Löhne zu pochen bzw. Kloten zu betreiben hätte einfach den sofortigen Konkurs als Folge. Die Fristerstreckung für die Löhne ist höchstens dahingehend erwähnenswert, weil sich die Spieler offiziell dazu verpflichtet haben, solange nicht bei einem neuen Klub zu unterschreiben. Mindestens die vielen grossen Namen bei Kloten können sich die Klubs aber aussuchen, mit etwas zuwarten vergibt man sich da überhaupt nichts . Die tatsächliche "Opferbereitschaft" wird dann ans Licht treten, wenn's darum geht, künftige Salärreduktionen auszuhandeln.

  • toni am 05.06.2012 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    ach was...

    JEDE Mannschaft der Welt würde sich genau gleich verhalten!! Wollen sie bei einem allfälligen Konkurs den absolut untrainiert einen neuen Verein suchen? Dies würde ihre Verhandlungsposition natürlich extrem stärken...

    • Janine Rinderer am 05.06.2012 10:59 Report Diesen Beitrag melden

      Auf keinen Fall...

      Nein es würde sich nicht JEDE Mannschaft so verhalten, diese Jungs kämpfen für Kloten, haben nicht die Absicht sich einen neuen Verein zu suchen, was auf keinen Fall selbstverständlich ist!!! Bei spätestens einem Monat Lohnausfall wäre bei vielen fertig lustig....

    • ohnt am 05.06.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

      maerchen

      att: Janine Rinderer glaubt ihr eigentlich noch an maerchen, es geht bei den spielern nur ums geld und nicht um kloten.. bitte augen auf.

    • Tom am 05.06.2012 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jaja...

      Träum weiter

    • Simon Gerber am 05.06.2012 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      ganz andere Gründe

      da kann ich dir toni nur recht geben. Ganz egal ob es den Klub weiter gibt und wenn ja welche Spieler dann auch wirklich bleiben. Jeder Spieler der Flyers muss doch das Sommertraining absolvieren, will er fit und bereit sein für die nächste Saison ganz egal ob sie in Kloten oder anders wo spielen werden. Denn ohne dieses Sommertraining würden Sie schlicht keine konstant gute Leistung in der Saison zustande bringen.

    • Hockeybeobachter am 06.06.2012 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      Motivation - und am Schluss noch Helden

      Die meisten Spieler haben ja schon mit anderen Klubs verhandelt und sind im Besitz von Vorverträgen... die Saison 2012/13 wird für die Spieler mit oder ohne Flyers in der höchsten Liga weitergehen.

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