Geldinfusion für Kloten

05. Juni 2012 17:43; Akt: 05.06.2012 18:09 Print

Gaydoul und Matter bringen sechs Millionen

von Klaus Zaugg - Nun ist klar, in welchem Umfang Verbandsboss Philippe Gaydoul und sein Freund Thomas Matter bei der EHC Kloten Sport AG einsteigen. Sie stecken vorerst sechs Millionen in den Club.

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Der SVP-Politiker und Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann (Bild) traf gemeinsam mit Klotens Geschäftsführer Matthias Berner die Mannschaft. Zurück zu den Wurzeln: Die Kloten Flyers richten sich neu aus und heissen fortan wieder EHC Kloten. Zwei Tage nach dem Ausstieg der kanadischen Investoren-Gruppe Avenir Sports Entertainment informiert CEO Matthias Berner über die Zukunft der Kloten Flyers. «Wir machen alles für eine NLA-Zukunft», so Berner. Viel zu jubeln hatte der Kloten-Flyers-Besitzer Bill Gallacher nicht. Nach nur knapp elf Monaten gibt die kanadische Investoren-Gruppe Avenir Sports Entertainment bekannt, sich so schnell wie möglich aus der NLA-Organisation zurückziehen zu wollen. Philippe Gaydoul verkauft seine Anteile an den Flyers an die kanadische Investorengruppe. Gaydoul wird an einer ausserordentlichen Generalversammlung offiziell zum Präsidenten der Kloten Flyers gewählt. Kloten-Präsident Rolf Mosimann hat genug und legt sein Amt nieder. Damit ist klar, dass Gaydoul zum Präsidenten gewählt wird. Im neuen, fünfköpfigen Verwaltungsrat, nehmen mit dem ehemaligen Handballer Pascal Jenny, Daniel Riediker und Michael Kloter drei neue Personen Einsitz. Dazu kommen Rolf A. Mosimann und Mirko Baldi, die nach den Turbulenzen im Winter ihren Rücktritt erklärt hatten, sich nun aber der Wiederwahl stellten. Philippe Gaydoul gibt seinen Rücktritt als Verbandspräsident per 18. September bekannt. Damit endet das umstrittene Doppelmandat in absehbarer Zeit. Die Rettung der Kloten Flyers ist nun definitiv. Der Konkursrichter hat das Verfahren gegen den Eishockeyclub aufgehoben. Die Sanierung sei überzeugend gelungen. Die Aufhebung des Konkursverfahrens gegen die Kloten Flyers muss vertagt werden. Noch fehlen die Bestätigungen, dass alle Bedingungen erfüllt sind. Die Task Force des NLA-Eishockey-Klubs gibt an einer Medienkonferenz bekannt, dass die Schulden um 8,1 Mio Franken reduziert werden konnten. Trotzdem: Felix Hollenstein muss gehen. Adrian Fetscherin scheint das Zünglein an der Waage zu spielen. Was macht er mit seinem Aktienanteil? An einer Pressekonferenz übergibt er seine Aktien. Damit sind die Flyers gerettet. Fetscherin kündigt zudem Strafanklage gegen Ex-Präsident Jürg Bircher an. Kloten bestätigt, dass Roman Wick eine Offerte über acht Jahre und eine «berufliche Perspektive für die Zeit nach seiner Karriere als Spieler» angeboten wurde. Zudem soll der Entscheid fallen, ob Hollenstein tatsächlich Cheftrainer wird. Philippe Gaydoul ernennt Wolfgang Schickli (48) zum neuen CEO. Der Quereinsteiger gilt als «Pitbull» und selbst Trainer Felix Hollenstein ist bei ihm nicht gesetzt. Der unfreiwillige Abgang von Trainer Anders Eldebrink aus finanziellen Gründen wird schriftlich besiegelt. Der Schwede erhält eine Abgangsentschädigung. Klotens Ex-Präsident Jürg Bircher gesteht im Interview mit 20 Minuten Fehler während seiner Amtszeit ein und befürchtet, dass man ihn in der nächsten Saison nicht mehr im Stadion sehen will. Flyers-Retter Peter Bossert ist einen Schritt weiter. Die Ligaversammlung hat den Klotenern die Lizenz für die Saison 2012/13 unter strengen Auflagen erteilt. Kurz vor der «Rettungs-PK» der Knall in Kloten: Nationalstürmer Roman Wick (26), der Schwede Niklas Nordgren (32) und Nationalverteidiger Patrik von Gunten (27) müssen die Kloten Flyers im Zuge der Sparmassnahmen verlassen. Auch Félicien Dubois (28) und Samuel Walser (20) dürften den Klub verlassen. Sie waren mit der 15-prozentigen Lohnkürzung nicht einverstanden. Milliardär und Swiss-Ice-Hockey-Verwaltungsratspräsident Philippe Gaydoul soll die Kloten Flyers retten. Er gehört zu einer Investorengruppe, welche demnächst einen Übernahme-Vertrag unterzeichnen soll. Jürg Bircher stellt sein Aktienpaket den Sanierern der Kloten Flyers zur Verfügung. Ausserdem wird der Konkursaufschub bis zum 2. Juli vom Bülacher Bezirksgerichts bewilligt. Die Sanierer Peter Bossert und Daniel Hunkeler beantragen einen Konkurs-Aufschub bis Ende Juni für den maroden Klub. In einer Woche muss die Task Force ausserdem einen genauen Sanierungsplan abliefern. Jürg Bircher (Bild) und Kurt Hildenbrand treten aus dem Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG zurück. Beide stellen ihre Aktienpakete «unverzüglich und entschädigungslos» zuhanden neuer Investoren zur Verfügung. Die Frist der Liga für die Offenlegung der Zahlen wird den Kloten Flyers bereits ein zweites Mal verlängert. Die neue Deadline ist der 6. Juni. Ein lokaler Unternehmer will mithelfen, die Kloten Flyers zu retten. Hans-Peter Domanig von der Priora Group stellt 500'000 Franken bereit, die in ein Rettungspaket fliessen sollen, wenn sich neun weitere Unternehmen finden lassen, welche dieselbe Summe zahlen. Kurz nach der Gründung einer Task Force durch Ex-Präsident Peter Bossert und der Stadt Kloten präsentiert der aktuelle Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG eine neue Investorengruppe «Kanada/Schweiz». Zusammen mit zwei ehemaligen NHL-Spielern soll die Überschuldung von 6,5 oder 9,2 Millionen Franken - je nach Bewertung - getilgt werden. Eine Task Force wird gegründet, um den Konkurs der Kloten Flyers abzuwenden. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident Peter Bossert übernimmt die Führung. Die Spieler gehen in die Offensive und gründen den Verein «Kloten Flyers Forever». Sie sind zu Eingeständnissen bereit, wollen aber Geld sammeln. Unter anderem mit einem Event am 26. Mai. Liga-Manager Ueli Schwarz sagt unmissverständlich: «Die Kloten Flyers müssen bis zur Ligaversammlung vom 7. Juni nicht nur den Nachweis erbringen, dass das Unternehmen nicht überschuldet ist. Wir verlangen darüber hinaus die Garantie für den Spielbetrieb der nächsten Saison. Sonst ist die Lizenz weg.» Die Spieler der Kloten Flyers fordern per Einschreiben ihre Löhne (April und Mai) sowie die fälligen Prämien ein. Bezahlt der Verein bis zum 31. Mai nicht, können die Profis fristlos kündigen. Der Jahresverlust dürfte sieben Millionen betragen, die Gesamtverschuldung deren 14. Lehmann will sich nicht detailliert äussern, spricht aber von einem «finsteren Loch» und glaubt an die baldige Eröffnung eines Konkursverfahrens. Präsident Jürg Bircher sagt: «Also meiner Meinung nach ist die Verschuldung nicht höher als sieben Millionen.» Und der Jahresverlust? «Hoch, sehr hoch.» Trotzdem hofft er noch auf einen neuen Investoren. Hans-Ulrich Lehmann (oben links) steigt nicht bei den Flyers ein, da die Schulden grösser als befürchtet sind. Bis am 10. Mai wollte Lehmann eigentlich entscheiden, ob er einsteigt oder nicht. Der Termin kann nicht eingehalten werden. Lehmann: «Eine Überprüfung der Zahlen ist bis zum 10. Mai einfach nicht möglich. Ich brauche also noch ein paar Tage mehr Zeit und werde am 15. Mai informieren.» Die Kloten-Fans machen ihrem Frust öffentlich Luft. Rund 200 Anhänger des kriselnden Eishockey-Klubs demonstrieren für ihren Verein - und nicht gegen Präsident Jürg Bircher. Obwohl sich Fetscherin bei Bircher für sein Vorgehen entschuldigt, wird er die Flyers nicht mehr übernehmen. Dafür kommt am 24. April der nächste Tiefschlag: Die April-Löhne sollen nicht mehr bezahlt werden können. Dafür keimt die Hoffnung auf einen anderen Investor: Hans-Ulrich Lehmann. Am 10. Mai soll informiert werden. Fetscherin selbst ist an der PK anwesend, erhält aber Redeverbot. Er weicht für seine eigene PK kurzerhand in ein Altersheim aus. Und glaubt weiter an die Übernahme. Bircher kontert die Vorwürfe (hier im Bild mit Vizepräsident Jan Schibli) an einer PK. «Wir gehen davon aus, dass die Kloten Flyers in der nächsten Saison in der National League A spielen werden. Seit Freitagmittag sei man wegen des Rückzugs von Fetscherin, der per 1. Mai die Geschäftsführung hätte übernehmen sollen, gezwungen, nach Alternativen zu suchen.» Es kommt zum Eklat: Der designierte Kloten-Präsident Adrian Fetscherin (r.) wirft den Bettel bereits wieder hin. Er fühlt sich vom Noch-Boss Jürg Bircher über den Tisch gezogen und fordert Geld zurück. Dieser weist die Vorwürfe - unter anderem sollen mehrere Lohnlisten im Umlauf sein - zurück. Ab dem 1. Mai 2012 wollte Fetscherin als Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrates für die Kloten Flyers arbeiten. In einer zweiten Phase soll der 37-jährige Zürcher, derzeit Leiter der Sportredaktion von Teleclub, vom aktuellen Präsidenten Jürg Bircher die Aktienmehrheit und das Präsidium übernehmen. Der neue starke Mann bei den Kloten Flyers heisst Adrian Fetscherin (l.). Präsident Jürg Bircher (r.) kann den krisengeschüttelten und von Finanzproblemen geplagten Klub doch noch in sichere Hände übergeben. Diverse Massnahmen sollen die Zukunft Klotens langfristig sichern.

Das Chaos bei den Kloten Flyers

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Die Kloten Flyers brauchen eine sofortige Geldinfusion von rund sieben Millionen, um den Konkurs abzuwenden. Philippe Gaydoul und Thomas Matter sichern sofort sechs Millionen zu, 80 Prozent davon übernimmt Gaydoul. Darüber hinaus werden sofort die ausstehenden April-Löhne in der Gesamthöhe von rund 700 000 Franken überwiesen.

Damit haben die rührigen Sanierer um Peter Bossert ein tragfähiges Sanierungskonzept, das sie an der Ligaversammlung am Freitag in Lugano präsentieren können. Wenn der höchste Hockey-Funktionär im Land sechs Millionen für die Sanierung eines NLA-Unternehmens organisiert, dann wird die Liga die Lizenz erteilen. Die Kloten Flyers sind gerettet.

Aufwand muss um drei bis vier Millionen reduziert werden

Gefordert wird aber von Philippe Gaydoul und Thomas Matter auch die Restrukturierung des Unternehmens. Es gibt also keine Luxuslösung für Spieler und Trainer. Der Aufwand muss um drei bis vier Millionen reduziert werden.

Wie letztlich die Struktur der neuen Kloten Flyers aussieht, wer die Geschäftsführung übernimmt und in den Verwaltungsrat einzieht, welche Ziele mittel- und langfristig angestrebt werden, wie der Aufwand reduziert werden kann (Löhne kürzen oder Spieler aus laufenden Verträgen wegtransferieren?) – das ist alles noch offen und hochkarätiger Stoff für die nächsten Akte im Klotener Sommertheater. Fest steht nur: Das Luxus-Spitzenteam der Kloten Flyers der letzten Jahre gibt es nicht mehr. Nun folgen Jahre der Bescheidenheit.

Die Statuten und Reglemente verbieten es Philippe Gaydoul nicht, Besitzer der neuen Kloten Flyers zu werden. Er darf lediglich kein Verwaltungsratsmandat übernehmen. Politisch ist sein Engagement trotzdem hochsensibel und wird bereits an der Liga-Versammlung für Gesprächsstoff sorgen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nadine am 05.06.2012 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    YEAH!

    wir sind ein Schritt weiter.! noch lange nicht am Ziel, aber wir kommen weiter! Ich bin riesig stolz auf uns! *froiiide herrscht! :)

  • Peter am 05.06.2012 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverschämt

    Einfach nur beschämend was mit den Flyers passiert. Ich fühle mich komplett hinters Licht geführt - zum Glück bin ich nicht ein sog. Fan dieses Vereins. Viel Glück in der Zukunft den EHC Kloten Denner Flyers.

  • Andy Lanz am 05.06.2012 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdiger Verband

    Sorry, das ist eine riesige Sauerei. Jeden andern Club würde man sausen lassen. Der verband macht sich so nur noch unglaubwürdig. Den Huttwilern wurde der Aufstieg verwehrt ins B weil sie die Unterlagen zu spät einreichten. Biel, Ambri, Langau oder Rappi wuerden Zwangsrelegiert. Einfach nur eine Schande.

Die neusten Leser-Kommentare

  • nadine am 05.06.2012 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    YEAH!

    wir sind ein Schritt weiter.! noch lange nicht am Ziel, aber wir kommen weiter! Ich bin riesig stolz auf uns! *froiiide herrscht! :)

  • Loic Müller am 05.06.2012 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entschuldigung?

    Was sind das für zustände! Parteidiktatur? Ligaboss wird besitzer von Kloten? Nur mit minimen rückgrad muss herr gaydoul sein ligamandat niederlegen!!!

  • Entler Harry am 05.06.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Rauch un nichts

    Ich weiss nicht warum sich alle so aufregen? Investiert Herr Gaydoul als Liga Pesident denn auch Liga Millionen? Glaube ich eher nicht. Er Investiert mit Herr Matter zusammen als Privat Person. Die spannendere Frage wäre, ob jetzt da die 10x 500.00 Sfr. Investiert werden, die ganzen Trittbrett-Fahrer Wort halten oder eher nicht. Noch etwas, auch wenn er als Liga President, Club Mitbesitzer ist, gibt es noch 11 andere NLA Vereine die Ihn überstimmen können bei jeder Liga Entscheidung. Jetzt etwas Speziel für Kloten, zieht auch warm an, denn Philippe Gaydoul schenkt nichts.

  • Andreas Kägi am 05.06.2012 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mehr!

    Hm, auch als überzeugter Kapitalist muss ich da sagen: Himmel, 6 Millionen. Der Typ könnte die kompletten Schulden bezahlen, würde Zehntausende von Menschen glücklich machen und würde es noch nicht einmal gross merken.

  • marco am 05.06.2012 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ob das gut ist?

    verbandsboss und klubbeteiligt?