EVZ im Final

05. April 2019 10:30; Akt: 05.04.2019 10:31 Print

Gegen euphorisierte Aussenseiter oder Bären?

von Marcel Allemann - Wie 2017 steht der EVZ im Playoff-Final. In diesen zwei Jahren hat sich bei den Zentralschweizern viel verändert. Sie scheinen reif zu sein für den zweiten Meistertitel nach 1998.

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Nach 1995, 1997, 1998 und 2017 hat es der Eissportverein Zug zum fünften Mal in seiner Vereinsgeschichte in den Playoff-Final geschafft. Mit 8:1-Siegen sind die Zentralschweizer auf beeindruckende Art und Weise in die Endausmarchung um den Schweizer Meistertitel gestürmt. Der HC Lugano im Viertelfinal und der Lausanne HC im Halbfinal waren mehr Opfer denn Gegner.

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Wer bestreitet den Playoff-Final?

Die neue EVZ-Generation ist nun wieder dort, wo sie 2017 schon war. In einem Playoff-Final. Damals wandelte sie in der Serie gegen den SC Bern zwar einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 um, blieb aber mit zwei klaren Niederlagen zum Schluss im Kampf um den Meisterpokal trotzdem chancenlos.

«Wir sind als Mannschaft gewachsen»

Seither hat der EV Zug in seiner Entwicklung nochmals einige grosse Schritte gemacht. Nicht zuletzt auch dank dem auf diese Saison verpflichteten Trainer Dan Tangnes. «Wir sind als Mannschaft in dieser Zeit nochmals gewachsen und haben mehr Potenzial als vor zwei Jahren. Wir sind konstanter und solider geworden», sagt Goalie Tobias Stephan dazu.

Und wohl auch noch hungriger. Dies strahlen zumindest die Gesichter der Spieler aus. Als diese am späten Donnerstagabend nach getaner Halbfinal-Arbeit gegen Lausanne vom Eis kamen und in Richtung Garderobe schritten, sah man keinen ausgelassenen Jubel wie noch nach dem Finaleinzug 2017. Sondern eine fast schon neutrale Mimik. Es ist ein Zwischenziel erreicht. Mehr nicht. «Wir wollen mehr», stellt Stephan klar.

Der Wunsch nach einer Belle im anderen Halbfinal

Dass sie mit lediglich neun Playoff-Partien in den Final einziehen konnten, ist ein riesiger Vorteil für den EVZ. Denn ihr aktives, aggressives und lauffreudiges Powerhockey ist ein Energiefresser. Dass sie sich nun erneut eine Woche der Regeneration widmen können, während der Finalgegner mindestens noch bis am Samstag spielt und zwangsläufig weitere Kraft verbrauchen wird – für die Zentralschweizer sind das fast schon paradiesische Zustände.

Natürlich sagt keiner, ob er im Final nun lieber gegen Biel oder Bern spielen möchte. Da bekommt man als Antwort Standardfloskeln wie «beides sind sehr starke Mannschaften». Aber die Zuger hätten nichts dagegen, wenn der zweite Halbfinal auch am Samstag noch nicht vorbei wäre und erst am Dienstag in einer Belle enden würde. Zwei Tage vor dem ersten Finalspiel. «Sie dürfen auch gern noch den bisherigen Verlängerungsrekord brechen», sagt der Zuger Erfolgstrainer Tangnes mit einem Schmunzeln.

Ein völlig euphorisierter Aussenseiter

Der Norweger hat gute Erfahrungen mit gegnerischen Mannschaften gemacht, denen alles abverlangt wird: «Dass Lausanne in seiner Viertelfinal-Serie über sieben Spiele gehen musste, war natürlich ein Vorteil für uns. Sie wurden zwangsläufig müder und wir versuchten, permanent aufs Tempo zu drücken.»

Doch welcher Gegner wäre nun besser für den EVZ im Final? Man könnte meinen der EHC Biel. Doch das könnte ein Trugschluss sein. Die Seeländer haben auf dem Papier vielleicht nicht ganz die Klasse und die Breite des SC Bern, aber sie wären ein völlig euphorisierter Aussenseiter. Und der ganze Druck würde auf den Schultern der Zuger lasten. Nach dem Motto: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Das wäre gegen den SCB anders. Einen eigentlichen Favoriten gäbe es bei dieser Finalserie, die zugleich die Revanche für 2017 wäre, nicht. Für Zug würden die bisherigen Playoff-Performances und die Energiereserven sprechen, für die meistererprobten Berner die Erfahrung.

Eishockey

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimmy am 05.04.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Zug - Biel

    Egal wer gewinnt, es wäre der erste Titel seit 1998 der nicht nach Bern, Davos, Lugano oder an den Z geht. Mal was anderes. Mich würde es freuen.

  • Pauli vom Zugersee am 05.04.2019 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp EVZ

    Mir währe am liebsten Biel.Die spielen auch ein gutes Eishockey.

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  • Lozärner am 05.04.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    macht wirklich Spass

    Wirklich toll wie es aktuell läuft, danke an das Team und den Trainer-Staff, macht wirklich Spass euch bei der Arbeit zuzusehen und bin jetzt schon gespannt auf den Finalgegner. Letztendlich ist egal ob es Biel oder Bern wird, es wird auf jedenfall ein heisser/hitziger Final Fight geben und im Final beginnt alles wieder bei 0!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzli am 06.04.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    die sollen mal zuerst locker durch die Hosen atmen, bevor sie Bären werden noch

  • Walter Portmann am 06.04.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne viel Geld nicht möglich

    Der EVZ hat sich dieses Team auch zusammengekauft, wie es Bern und Lugano, der HCD und zum Teil der ZSC auch machten. Ist also kein Wunder, sondern die Logik des Geldes !!

    • Palter Wortmann am 06.04.2019 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      Böse Welt

      Die Logik des Geldes!! Wow, Sie sollten ein Buch schreiben! Dann hoffen wir also alle auf Biel, denn dort spielen Eishockey-Profis im Jahr 2019 noch für wenig Geld.

    • rbuechlo19 am 08.04.2019 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo Wortmann

      Klar Logik des Geldes, wer kommt nächstes Jahr als Goali zum EVZ? Und wie immer gehen die wichtigsten Spieler wieder weg von Zug. Und dann ist nächste Saison Zug schon wieder mittelständisch. Wie 1997/98

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  • Der Kroate am 05.04.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Ich wünsche Zug den Titel. Aber abwarten. Erinnere mich gut an das eine Jahr als Zug als klarer Favorit im Final gegen Kloten spielte. Die waren damals nach der Quali nur Platz 7 und gewannen das Finale problemlos...

    • Jorma Peltonen am 05.04.2019 21:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Der Kroate

      Ja, da erinnere ich mich noch genau. Zug als Qualisieger und v.a. Roman Wäger bekam der EVZ nie in den Griff. Wir haben sehr viel Nachholbedürfnis in Zug. Wir explodieren demnächst -D.

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  • Anna Lytika am 05.04.2019 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Halleluja

    Bern ist nicht mehr das Bern der vergangenen 10, 20 Jahre. Und auch die Zukunft sieht nicht besser aus, mit Zuzügen wie Pestoni etc... Bern und der Z stecken in einer gröberen Kriese, Lugano hat sich neu erfunden und Davos wird so schnell nicht mehr Meister. Gut möglich, dass neue Meister erkoren werden, aber so stark wie alle hier schreiben ist Zug nicht. Offenbar haben die sich bereits übertan und müssen einen Roe nach Zürich abgeben... tja, geniesst die Party falls es denn soweit ist...

    • Jorma Peltonen am 05.04.2019 21:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Annalytika

      Erstaunlich. Roe zum Zett und der Zett ohne Trainer, was will er dort? Dieser Aprilenscherz war erstmals am 31.3. im Zuger Forum präsent und schon fallen einige Journalisten auf diese Ente rein. Nein Roe ist fokussiert, auf dem Weg zum Schotter und will nur eins, den Pot. Von all diesen Gerüchten weiss er am allerwenigstens Bescheid.

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  • Lozärner am 05.04.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    macht wirklich Spass

    Wirklich toll wie es aktuell läuft, danke an das Team und den Trainer-Staff, macht wirklich Spass euch bei der Arbeit zuzusehen und bin jetzt schon gespannt auf den Finalgegner. Letztendlich ist egal ob es Biel oder Bern wird, es wird auf jedenfall ein heisser/hitziger Final Fight geben und im Final beginnt alles wieder bei 0!

    • Edi.Son am 05.04.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lozärner

      Aha bei "0" ? Ich dachte mit 2:0 für Zug weil sie doch so gut sind.

    • Dani am 05.04.2019 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Edi.Son

      Da hast du etwas falsch verstanden.

    • Edi.Son am 06.04.2019 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani

      ach so. ich meinte das ironisch, da mit "0" mit der Inteligenz der Leser gerechnet wird ...

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