Playoff-Final

31. März 2011 22:45; Akt: 31.03.2011 22:45 Print

HCD siegt dank Powerplay-Doublette

So spielt man Powerplay! Dank drei Treffern in Überzahl holt sich Davos den ersten Sieg (5:2) gegen die Kloten Flyers.

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Die besten Bilder des Playofffinals (Davos - Kloten) sowie der Ligaqualifikation (Ambri - Visp).

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Die Entscheidung fiel spät - genau genommen in der 52. Minute. Zuerst erzielte Petr Taticek bei fünf gegen vier Feldspielern das 3:2. 15 Sekunden später leistete sich Klotens Goalie Ronnie Rüeger mit dem Torhüterstock ein (Frust-)Foul, und die daraus resultierende Strafe nützte Davos weitere 15 Sekunden später zum 4:2 durch Dario Bürgler aus. Rüeger, der Held vom Dienstag, sah bei dieser matchentscheidenden Szene gleich doppelt nicht gut aus: zuerst wegen der Strafe, zweitens wegen des Weitschusses, den er nicht parieren konnte.

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So endete der erste Final wie alle bisherigen Playoffspiele des Qualifikationssiegers: mit einem Sieg für den HC Davos. Parallelen zu den ersten Partien gegen Fribourg (Viertelfinal) und Zug (Halbfinal) waren durchaus vorhanden. Die Kloten Flyers hätten wie Gottéron oder der EV Zug das erste Spiel auch gewinnen können. Aber Fehler mag es momentan gegen das Team von Arno del Curto, das seit dem 22. Januar nie mehr verloren hat, überhaupt keine leiden.

Drei Davoser Powerplay-Tore

Und Strafen zu kassieren ist der grösste Fehler, den man im Moment gegen Davos machen kann. Im ersten Finalspiel nützten die Bündner drei von fünf Überzahlchancen. Neben dem 3:2 und dem 4:2 erzielten die Davoser auch das frühe 1:0 (nach bloss 212 Sekunden) in Überzahl. Petr Taticek erzielte beide Führungstore, zuerst das 1:0, später das 3:2. Seit Beginn der Playoffs nützte der HCD von 42 Powerplaychancen 16 aus. Das entspricht einer Erfolgsquote von 38,1 Prozent (!). Ab 20 Prozent spricht man von einem extrem gut und äusserst effizienten Powerplay.

Trotz der Davoser Effizienz in Überzahl befanden sich die Kloten Flyers bis zur 52. Minuten ausgesprochen gut im Rennen. Die Zürcher steckten den frühen 0:2-Rückstand (nach 13 Minuten) weg und nützten ihrerseits im zweiten Abschnitt erste Davoser Schwächezeichen. Captain Victor Stancescu erzielte nach einem Fehler des Davoser Torhüters Leonardo Genoni (Fehlpass hinter dem eigenen Tor) das Anschlusstor. Und in der 34. Minute gelang Mark Bell zum 2:2-Ausgleich ebenfalls ein Powerplaytor. Arno del Curto zog nach diesem Ausgleichstreffer sein Timeout ein; dem Davoser Erfolgscoach gefiel zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, was er sah. Die besten Möglichkeiten, die Kloten Flyers sogar in Führung zu schiessen, besassen Topskorer Tommi Santala (43.) und Samuel Walser (45.).

«Im zweiten Drittel war alles schlecht»

Entsprechend froh war Arno del Curto, dass sein Team im Finish den Tritt wieder fand. «Im zweiten Drittel war alles schlecht, einfach alles. Wenn ich aufzählen sollte, was mir alles nicht mehr passte, könnte ich gar nicht mehr aufhören. Aber im dritten Abschnitt gelang es uns, das Spiel wieder in die Hand zu nehmen.»

Die Kloten Flyers verpassten in Spiel 1 eine kleine Chance und verloren nach drei Siegen hintereinander (in der Qualifikation) erstmals wieder gegen Davos. «Die Ereignisse des ersten Spiels entmutigen uns sicher nicht. Sie machen uns vielmehr Mut. Denn wir haben gesehen, dass wir gut mit Davos mithalten können», so Verteidiger Patrick von Gunten.

Davos - Kloten 5:2 (2:0, 0:2, 3:0)
Vaillant. - 5542 Zuschauer. - SR Prugger/Reiber, Abegglen/Kaderli.
Tore: 4. Taticek (Guggisberg, Tim Ramholt) 1:0. 14. Steinmann (Marha, Bednar/Ausschluss Stancescu) 2:0. 22. Stancescu (Romano Lemm) 2:1. 34. Mark Bell (Liniger/Ausschluss Steinmann) 2:2. 52. (51:22) Taticek (Bednar, Sykora/Ausschluss Winkler) 3:2. 52. (51:53) Bürgler (Ausschluss Rüeger) 4:2. 60. (59:42) Bednar (Tim Ramholt, Grossmann) 5:2 (ins leere Tor).
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Davos, 6mal 2 plus 10 Minuten (Stancescu) gegen Kloten.
PostFinance-Topskorer: Sykora; Santala.
Davos: Genoni; Stoop, Forster; Tim Ramholt, Grossmann; Jan von Arx, Back; Untersander; Guggisberg, Reto von Arx, Taticek; Sykora, Marha, Bednar; Bürgler, Rizzi, Dino Wieser; Sciaroni, Steinmann, Joggi; Marc Wieser.
Kloten: Rüeger; Blum, Du Bois; Sidler, Winkler; Welti, von Gunten; Nicolas Steiner; Rintanen, Santala, Bieber; Luomala, Liniger, Mark Bell; Bodenmann, Romano Lemm, Stancescu; Jacquemet, Kellenberger, Walser; Mettler.
Bemerkungen: Davos ohne Sejna und Jinman (beide überzählige Ausländer), Kloten ohne Jenni, DuPont, Hamr und Hollenstein (alle verletzt).
Timeouts: Davos (34.); Kloten (59.).

(sda)