Playoff-Halbfinal

17. März 2011 12:17; Akt: 17.03.2011 22:51 Print

HCD und Kloten schaffen Break - Ambri siegt

Davos und Kloten schaffen auswärts das Break und gehen in der Serie mit jeweils 2:0 in Führung. Einen weiteren Sieg heimste auch Ambri im Playoutfinal gegen die Lakers ein.

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In der 50. Minute gelang Gregory Sciaroni, der alleine auf EVZ-Goalie Jussi Markkanen hatte losziehen können, vor 7015 Zuschauern die erstmalige Führung für die Bündner. Danach liess der Rekordmeister nur noch wenig anbrennen, das 4:2 von Petr Taticek (58.) und das 5:2 von Robin Grossmann (60.) waren die logische Konsequenz aus dem stilsicheren Auftreten der Bündner, die den 13. Sieg in Serie feierten und den ersten in dieser Saison in der ausverkauften Zuger Bossard-Arena.

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Zuvor hatten die Gäste zweimal einen Rückstand aufgeholt: In der 10. Minute erzielte Reto von Arx, der sich zudem noch zwei Assists gutschreiben liess, nach herrlicher Vorarbeit von Taticek das 1:1. Für den Leitwolf der Bündner ging damit eine 13 Spiele dauernde Torflaute zu Ende; sein letzter Treffer datierte vom 15. Januar. Für das 2:2 zeichnete in der 22. Minute Beat Forster mit einem sicher nicht unhaltbaren Schuss verantwortlich.

Innerschweizer erwischten Blitzstart

Obwohl der Sieg der Davoser in Ordnung ging, war die Niederlage für Zug ärgerlich. Einerseits hätte das Spiel für die Zentralschweizer nicht besser beginnen können, denn Corsin Casutt traf nach nur 28 Sekunden aus kurzer Distanz zum 1:0 - den Pass spielte Glen Metropolit von hinter dem Tor. Casutt reüssierte bereits zum sechsten Mal in den laufenden Playoffs.

Andererseits konnten die Zuger kurz nach dem 2:1 von Sven Lindemann (16.), der nach einem Kraftakt von Björn Christen reüssierte, während vier Minuten in Überzahl agieren, weil Beat Forster den Zuger Stürmer Damien Brunner mit dem Stock im Gesicht traf, worauf dieser stark blutete und nicht mehr zurückkehrte. Doch brachten die Gastgeber bei dieser «goldenen» Chance nur wenig zu Stande. Auch das 2:2 (22.) war aus Sicht der Zuger ärgerlich, hatte doch Rafael Diaz in der Aktion zuvor das 3:1 auf dem Stock gehabt.

Die zweite Partie in dieser Halbfinal-Serie war lange Zeit hartumkämpft. Die Zuger hatten in den ersten 40 Minuten etwas mehr vom Spiel, die Davoser sorgten jedoch insbesondere mit Kontern immer wieder für Gefahr. Die grossen Emotionen fehlten allerdings mit wenigen Ausnahmen auch im zweiten Spiel in dieser Halbfinal-Serie.

Der SCB für verpasste Chancen bestraft

Der Meister befindet sich in Rücklage. Die Kloten Flyers siegten in der PostFinance-Arena 3:2 nach Verlängerung gegen Bern, das ein deutliches Chancenplus gehabt hatte und schafften damit das Break.

Kurz nachdem in der Verlängerung ein harter Schuss von Berns Topskorer Christian Dubé am rechten Pfosten des Gehäuses von Ronnie Rüeger vorbeigestrichen war, lancierten die Klotener einen ihrer charakteristischen Konter. Rasch, schnörkellos und präzis: Steve Kellenberger leitete ein Idealzuspiel aus der eigenen Zone direkt weiter und Center Michael Liniger zog vor Marco Bührer und vollendete im zweiten Anlauf (65.).

Rüeger als grosser Rückhalt

Zu Beginn des Schlussabschnitts war Bern dem 3:1 und damit der Vorentscheidung wiederholt sehr nahe gewesen, Ronnie Rüeger verhinderte aber mit geglückten Interventionen den Torjubel der SCB-Fanwand. Sein Gegenüber agierte dann weniger souverän: Marco Bührer liess einen mittelmässig gefährlichen Schuss von Klotens Topskorer Tommi Santala auf der Stockhandseite passieren (49.). Weil Bern danach auch bei zwei Powerplays mehrheitlich ideenlos anrannte und Schiedsrichter Kurmann einem vermeintlichen Treffer von Ivo Rüthemann zwei Minuten vor Schluss nach Videokonsultation die Anerkennung versagte, musste die Overtime die Entscheidung bringen.

Während die Klotener nach dem überzeugenden Auftaktsieg vom Dienstag (4:1) auf das Motto «never change a winning team» setzten, hatte Larry Huras seine Reihen durcheinandergewirbelt. Zudem musste Schillerfalter Simon Gamache auf die Tribüne und wurde durch Brett McLean ersetzt. Die Gastgeber waren vor der Kulisse von 16131 Fans auch sofort um Wiedergutmachung bemüht und übernahmen rasch die Initiative. Joel Kwiatkowski und zweimal Thomas Déruns kamen in den ersten zehn Minuten zu drei guten Torchancen, Ronnie Rüeger war aber stets auf der Höhe der Aufgabe.

Du Bois traf im Powerplay

Kloten setzte sehr stark auf eine kompakte Abwehr und erhielt dann Schützenhilfe durch Bern: Zuerst geriet der SCB wegen zu vielen Spielern auf dem Eis in nummerische Unterzahl, danach leistete sich Déruns ein Beinstellen in der neutralen Zone. Der ohnehin starke Félicien Du Bois liess sich nicht zweimal bitten und traf mit einem Distanzschuss zur Führung.

Gegen Ende des Mittelabschnitts und nach einigen animierten Intermezzi drehte Bern an der Temposchraube. Die Belohnung folgte alsbald: Kloten geriet mehr und mehr in Schieflage und bei einer Strafe gegen Benjamin Winkler dauerte es nur sechs Sekunden, ehe der enorm wertvolle Lee Goren einen Abpraller nach Distanzschuss von Travis Roche übernahm und einschoss. Nicht einmal drei Zeigerumdrehungen später führte der Meister erstmals in der Serie: Nach einem starken Einsatz von Tristan Scherwey, der innert weniger Sekunden zwei dezidierte Körperchargen anbrachte, traf Etienne Froidevaux: Der 21-Jährige aus Biel verzögerte geschickt den Abschluss, bis Rüeger am Boden war und schob dann geschickt ein.

Ambri führt wieder mit 2:0

Wie schon in der 1. Runde der Abstiegsplayoffs führt Ambri-Piotta nach zwei Spielen mit 2:0 Siegen. Die Leventiner besiegten in der Valascia die Rapperswil-Jona Lakers mit 2:1 nach Verlängerung.

Paolo Duca erzielte in der 72. Minute das Siegtor. Unmittelbar nach einem Bully angelte sich der Captain die Scheibe und bezwang Rapperswils Goalie Daniel Manzato aus spitzem Winkel. Ambris Sieg entsprach dem Spielverlauf: Die Leventiner betrieben in der Verlängerung den grösseren Aufwand - wie übrigens schon im dritten Abschnitt. Nach der zweiten Pause lautete das Schussverhältnis 20:7 für Ambri-Piotta.

Ladehemmungen bei den Tessinern

Gegen den EHC Biel verspielte Ambri in der ersten Runde der Playouts die 2:0-Führung mit vier Niederlagen hintereinander. Auch gegen Rapperswil-Jona sind die Leventiner noch weit vom Klassenerhalt entfernt. Ambris Offensivpower bleibt minimal: Seit dem 21. Januar (4:2-Auswärtssieg in Lugano) gelangen den Tessinern in 16 Partien nie mehr drei Tore.

Zug - Davos 2:5 (2:1, 0:1, 0:3)
Serie: 0:2
Bossard Arena. - 7015 Zuschauer (ausverkauft). - SR Reiber/Prugger, Kaderli/Abegglen.
Tore: 1. (0:28) Casutt (Metropolit, Patrick Fischer) 1:0. 10. Reto von Arx (Taticek, Grossmann) 1:1. 16. Sven Lindemann (Sutter, Björn Christen) 2:1. 22. Forster 2:2. 50. Sciaroni (Tallarini) 2:3. 58. Taticek (Reto von Arx, Ramholt) 2:4. 60. Grossmann (Ramholt, Reto von Arx) 2:5.
Strafen: je 4mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Metropolit; Sykora.
Zug: Markkanen; Wozniewski, Patrick Fischer; Diaz, Oppliger; Chiesa, Snell; Blaser; Björn Christen, Metropolit, Casutt; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Sven Lindemann, Sutter, Rüfenacht; Di Pietro, Duri Camichel, Fabian Lüthi; Rossi.
Davos: Genoni; Stoop, Forster; Ramholt, Grossmann; Jan von Arx, Back; Tallarini; Guggisberg, Reto von Arx, Taticek; Sykora, Marha, Sejna; Bürgler, Rizzi, Dino Wieser; Sciaroni, Steinmann, Joggi; Marc Wieser.
Bemerkungen: Zug ohne Corsin Camichel (krank). Davos ohne Samuel Guerra, Untersander, Bednar und Jinman (alle überzählig). - 4. Pfostenschuss Bürgler. - 17. Damien Brunner verletzt ausgeschieden.

Bern - Kloten 2:3 (0:1, 2:0, 0:1, 0:1) n.V.
Serie: 0:2
PostFinance-Arena. - 16131 Zuschauer. - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng.
Tore: 18. Du Bois (Santala/Ausschlüsse Gardner, Déruns) 0:1. 35. Goren (Roche/Ausschluss Winkler) 1:1. 38. Froidevaux (Reichert, Roche) 2:1. 49. Santala (Bieber) 2:2. 65. (64:39) Liniger (Kellenberger) 2:3.
Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Bern, 9mal 2 plus 10 Minuten (Bell) gegen Kloten.
PostFinance-Topskorer: Dubé; Santala.
Bern: Bührer; Roche, Furrer; Jobin, Kwiatkowski; Beat Gerber, Krueger; Stettler; Gardner, Plüss, Rüthemann; Goren, McLean, Reichert; Berger, Dubé, Déruns; Neuenschwander, Froidevaux, Scherwey.
Kloten: Rüeger; Du Bois, Blum; Winkler, Sidler; Welti, Von Gunten; Bieber, Santala, Luomala; Stancescu, Liniger, Bell; Bodenmann, Lemm, Rintanen; Jacquemet, Walser, Kellenberger.
Bemerkungen: Bern ohne Vigier (verletzt), Meier, Gamache, Hänni, Roland Gerber (alle überzählig); Kloten ohne Jenni, DuPont, Hamr, Hollenstein (alle verletzt).

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona 2:1 (1:1, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.
Serie 2:0
Valascia. - 2612 Zuschauer. - SR Rochette/Stricker, Fluri/Müller
Tore: 12. Suri (Roest, Nordgren/Ausschluss Veilleux) 0:1. 15. Walker (Hofmann/Ausschluss Grauwiler) 1:1. 72. (71:27) Duca (Pestoni) 2:1.
Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Ambri
Piotta, 7mal 2 plus 10 Minuten (Burkhalter) gegen Rapperswil-Jona.
PostFinance-Topskorer: Pestoni; Roest.
Ambri-Piotta: Bäumle; Casserini, Denissow; Gautschi, Uinter Guerra; Stirnimann, Schulthess; Marghitola; Veilleux, Walker, Hofmann; Duca, Martin Kariya, Pestoni; Raffainer, Mattia Bianchi, Elias Bianchi; Botta, Adrian Brunner, Murovic; Trevor Meier.
Rapperswil-Jona: Manzato; Pöck, Sven Berger; Geyer, Gmür; Andreas Furrer, Blatter; Ronny Keller; Nordgren, Roest, Suri; Riesen, Burkhalter, Samuel Friedli; Reid, Sirén, Rizzello; Thibaudeau, Grauwiler, Schwarzenbach; Nils Berger.
Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Kobach, Bundi, Kutlak, Landry und Westrum, Rapperswil-Jona ohne Gailland, Truttmann, Maurer (alle verletzt) und Ratchuk (überzähliger Ausländer). - Pfostenschüsse: Pestoni (36.); Nordgren (17.). - Timeout Ambri-Piotta (38.).

(sda)