Keine Fans im Herbst?

25. März 2020 08:54; Akt: 25.03.2020 08:54 Print

Hockeyvereine befassen sich mit Horrorszenarien

von Marcel Allemann - Ein Virologe schliesst aus, dass dieses Jahr wieder Sportveranstaltungen mit Zuschauermassen stattfinden können. Das könnte Hockeyclubs zerstören.

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Die Aussage des deutschen Virologen Jonas Schmidt-Chanasit, dass erst im nächsten Jahr Zuschauer in Massen wieder in die Stadien strömen können, schreckte in den letzten Tagen die ohnehin schon arg gebeutelte Sportwelt zusätzlich auf. Bei uns in der Schweiz würde das mitunter nicht nur die noch ausstehende aktuelle und die nächste Fussball-Saison in Frage stellen. Sondern auch die nächste Eishockey-Spielzeit erneut heftig durcheinander wirbeln.

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Diese wenig aufbauenden Meldungen bekommen natürlich auch die Entscheidungsträger der Vereine mit. Wie beispielsweise Peter Zahner, CEO der ZSC Lions. «Die Situation ist schon jetzt extrem schwierig für alle. Wenn dann Experten, die sich teilweise gegenseitig widersprechen, solche Aussagen machen, von denen ich auch nicht weiss, ob sie wissenschaftlich belegt sind, habe ich Mühe. So werden Ängste und Unsicherheiten noch zusätzlich geschürt», sagt er dazu.

«Sich nicht damit zu befassen, wäre töricht»

Natürlich wäre Zahner nicht Zahner, wenn er sich nicht trotzdem mit allen möglichen Szenarien befassen würde. Und dazu gehört auch ein solches. «Es wäre töricht, das nicht zu tun. Aber man muss gleichzeitig auch aufpassen, dass man sich nicht verrückt machen lässt. Jetzt ist März, der Meisterschaftsstart ist im September geplant, wir im Eishockey können es uns leisten, nun mal abzuwarten, wie sich die Situation in den nächsten vier Wochen entwickelt», so Zahner. Und danach gelte es jene Szenarien intensiver zu verfolgen, deren Eintreten am wahrscheinlichsten sei.

Eine Meisterschaft im Herbst, die im besten Fall nur mit Geisterspielen bestritten werden könnte, wäre natürlich verheerend für die wegen des ausgefallenen Playoff ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Clubs. «Das hätte massivste Auswirkungen im wirtschaftlichen Bereich und auch auf die ganze Gesellschaft», sagt Zahner. Eine logische Folge wäre, dass die Existenz zahlreicher Vereine auf dem Spiel stehen würde.

Auswirkungen bis zum Spengler-Cup?

In einer zumindest etwas komfortableren Lage befindet sich der HC Davos. Aufgrund der zweiten Etappe des Hallen-Umbaus können im Bündner Wintersportort bis Oktober ohnehin keine Meisterschaftsspiele stattfinden, was zumindest etwas zusätzliche Zeit schafft. Allerdings stellt sich in Davos dadurch ein anderes Problem. Können die Bauarbeiten zeitlich überhaupt wie geplant zu Ende gebracht werden?

Dies ist jedoch noch nicht einmal die Hauptsorge in Davos. Wenn 2020 in der Schweiz tatsächlich keine Sportveranstaltungen in vollen Stadien stattfinden könnten, dann würde dies auch den Spengler-Cup betreffen. Und dieser ist der Lebensnerv des HCD.

«Wir haben jetzt März, der Spengler-Cup ist im Dezember. Es bliebe noch genügend Zeit, um sich für den schlimmsten Fall ein Worst-Case-Szenario zu erarbeiten», sagt Marc Gianola, CEO des HC Davos und OK-Präsident des Spengler-Cups. Wie Zahner findet auch er, dass nun einmal gelte, die kommenden Wochen abzuwarten. Das Traditionsturnier mit Geisterspielen abzuhalten, scheint undenkbar. «Wir sind darauf angewiesen, dass wir insgesamt 70'000 Zuschauer im Stadion haben», so Gianola.

Normalerweise können die Hockeyclubs nach dem Saisonende für einige Monate einige Gänge zurückfahren. Doch die Coronavirus-Pandemie wird sie in diesem Jahr auch während dieser Zeit permanent beschäftigen. Sie müssen sich mit diversen Szenarien befassen: Im Idealfall mit einem Saisonstart mit Zuschauern im September, aber auch mit einer Saison 2020/21 mit kleinen oder sogar grossen Einschränkungen.

Eishockey

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel am 25.03.2020 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Prognosen

    Ich finde solche Prognosen sehr überflüssig. Wenn der Virologo das Ende voraussehen kann wieso hat er uns dann nicht fürher gewarnt? All diese Aussagen sind etwa gleichviel Wert wie die Wetterprognose für den Montag in 3 Wochen.

  • noldi am 25.03.2020 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Denk daran

    Ein horrorszenario ist wenn du corona hast und nicht beatmet werden kannst. Alles andere kann mann spaeter wieder aufbauen.

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  • Daniel Meier am 25.03.2020 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entweder/oder

    Wir müssen irgendwann eine Kosten/Nutzen Rechnung machen, ob wir uns einen so langen Lockdown überhaupt leisten können, und so hart es klingt: Nein, das können wir nicht! Die Risikogruppen werden weiterhin Sorge geben müssen, für uns 'Gesunde' wird es dagegen witergehen müssen mit 'normalem' Alltag. Keine Firma kann für mehrere Monate Liquidität halten, bei den jetzigen Negativzinsen war es auch nicht ratsam, und zudem wäre es jetzt auch zu spät dafür, noch welche zu bilden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kohler peter am 27.03.2020 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Cool

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  • nino bosch am 26.03.2020 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird nicht mehr so sein wie vorher...

    Wie plane ich? Worst- oder Best Case Szenario? Es müssen beide geplant werden, wenn schon beim Best Case Szenario der Ofen aus ist, dann muss man jetzt handeln! Clubs sitzt zusammen, gemeinsam alles auf den Tisch bringen! Es wird kaum so weitergehen wie vorher!

  • Erich schmalz am 26.03.2020 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Corona

    Immer so Aussagen wo die Menschen noch mehr Angst bekommen besser mal was positives !!!! Leben geht weiter so oder so ! Enrico

  • greenfields am 26.03.2020 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Expertinnen und Experten - stumm schalte

    Unglaublich, wie viele Experten/innen, Psychologen/innen, Cervelat-Promis etc. glauben, auch sie müssten zur Coronakrise nun unbedingt noch ihren Senf dazugeben. A sagt das, B das, C nochmals was anderes, D das totale Gegenteil, schlicht Profilierungsneurosen pur. Und da ist TV und Radio SRF "Spitze". Die laufen mit ihren viel zu vielen völlig überflüssigen Spezialsendungen je länger, je mehr nur noch Amok, das Fuder total überladen. Mit der Folge, dass nicht nur wir, auch Kollegen/innen nicht mehr Radio hören, schon gar keine Sondersendungen und nur noch die informative Tagesschau schauen.

  • Nurso am 25.03.2020 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es..

    wenn da der grosskotzige Verband mal mithelfen würde? Und nicht nur immer kassieren! Mir ein Rätsel was die vielen Vollzeit angestellten Trainer beim Verband die ganze Saison machen.