Roman Josi

08. Dezember 2011 11:32; Akt: 08.12.2011 14:01 Print

In Bern ist alles lauter

von Jürg Federer, USA - Roman Josi vergleicht die ersten Gehversuche in der NHL mit seinem Debüt beim SC Bern. Nun soll er in Nashville dieselben Fortschritte machen wie damals beim SCB.

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(*1977), Verteidiger, New York Islanders. Der Berner verpasste die ganze letzte Saison wegen einer Schulterverletzung. Der drittbeste Skorer der Islanders der Saison 2009/2010 (als Verteidiger notabene) will nun neu durchstarten. Als erster Schweizer überhaupt ist er Captain eines NHL-Teams. (*1982), Torhüter, Anaheim Ducks. War letzte Saison eigentlich die unbestrittene Nummer 1 der «Enten», doch dann liessen ihn plötzlich seltsame Gleichgewichtsstörungen ausfallen. Diese scheinen überwunden zu sein. (*1990), Verteidiger, Anaheim Ducks. Erhielt im März 2011 einen Millionenvertrag, der ihn für weitere vier Jahre an die «Ducks» bindet. Der Zuger hat sich in der NHL durchgesetzt. (l., *1988), Verteidiger, Montreal Canadiens. seit 2008 bei den «Habs». In den ersten beiden Jahren jeweils für rund eine Handvoll Partien in der NHL im Einsatz, sonst im Farmteam. 2010/2011 kam Weber dann auf 41 Einsätze (plus 3 Playoff-Partien), was ihm einen neuen Zweijahresvertrag einbrachte. (*1992), Stürmer, New York Islanders. Der Erstrunden-Draft erhielt während dem Trainingscamp 2010 einen Dreijahresvertrag und begann die Saison in der NHL. Doch nach nur 9 Spielen musste «El Niño» zurück zu den Junioren. Die Chancen standen gut, die Saison 2011/2012 als Stammspieler der Islanders in Angriff zu nehmen. Doch Niederreiter verletzte sich und wurde deshalb vorerst im AHL-Farmteam aufgebaut. Nach sechs Spielen kehrte er am 14. November zu den Islanders zurück. (l., *1986), Verteidiger, Montreal Canadiens. Mit seinen guten Leistungen an der WM in der Slowakei erspielte sich der Zuger einen Einjahres-Zweiweg-Vertrag bei den «Habs». Der 25-Jährige war auch von Chicago umworben worden. Am 6. Oktober kam Diaz zum Saisonauftakt gegen Toronto (0:2) zu seinem NHL-Debüt und steht seither regelmässig im Kader der Kanadier. (l., *1990), Verteidiger, Nashville Predators. Die erste Saison in Übersee verlief für den Berner nicht nach Wunsch. Er brach sich in der Vorbereitung das Handgelenk und verbrachte daraufhin die gesamte Spielzeit in der AHL bei den Milwaukee Admirals. Auch die zweite Übersee-Saison begann für Josi nicht optimal. Erneut hat er sich im Trainingscamp verletzt. Offiziell war von einer Oberkörperverletzung die Rede, doch eigentlich ist es eine Hirnerschütterung. Die dritte in Josis noch junger Karriere. Am 2. Oktober wurde der Berner deshalb erneut ins Farmteam geschickt. Er darf aber trotzdem auf NHL-Einsätze hoffen. Am 26. November 2011 kam Josi gegen Detroit zu seinem Debüt für die Nashville Predators. (*1992), linker Flügel, Calgary Flames. Der Erstrunden-Draft konnte sich im diesjährigen Trainingscamp knapp nicht durchsetzen. Er wurde zurück zu den Junioren nach Portland geschickt. Bärtschi war der letzte Kreativspieler, der den Kaderschnitt nicht überstand. Nach einer starken Saison mit den Junioren wurde der Langenthaler am 8. März doch noch in die NHL berufen, wo er tags darauf gegen die Winnipeg Jets zum Debüt kam. (*1990), rechter Flügel, Montreal Canadiens. Wurde 2010 doch etwas überraschend ins Trainingscamp der Florida Panthers eingeladen, verbrachte die Saison aber bei den OHL-Junioren der Oshawa Generals. Dort hinterliess der Berner eine derart gute Visitenkarte, dass er von den Montreal Canadiens einen Dreijahresvertrag erhielt. Der 20-Jährige, der nicht gedraftet wurde, konnte sich den Verein gar aus mehreren Offerten aussuchen. Dennoch ist Berger noch nicht für einen Platz in der NHL reif. Die «Habs» haben ihn aus dem Trainingscamp ins Farmteam zu den Hamilton Bulldogs abgeschoben. , (*1978), Torhüter, St. John's IceCaps (AHL). Nach vier Saisons Abstinenz wollte es der Freiburger noch einmal in der NHL versuchen und unterschrieb einen Probevertrag bei den Winnipeg Jets. Der Stanley-Cup-Sieger von 2001 mit Colorado schaffte es nicht ins Team des NHL-Neulings - am 4. Oktober einigte er sich mit dem AHL-Farmteam St. John's IceCaps auf einen Vertrag. Damit wahrt sich Aebischer die Chance auf ein NHL-Comeback auf Umwegen. (*1989), Torhüter, Montreal Canadiens. Die NHL ist für den jungen Schweizer Keeper nach wie vor zu weit entfernt. Mayer wird die Saison erneut im Farmteam bei den Hamilton Bulldogs bestreiten. Immerhin kam er wie im Vorjahr bei einem Testspiel der «Habs» zum Einsatz.

Schweizer in der NHL 2011/2012.

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Als Roman Josi in Bern aufwuchs, war sein grosses Ziel, einmal für den SC Bern zu spielen. Als er dann für Juniorennationalteams aufgeboten wurde, hat er seine Ziele neu definiert. «Da wurde die NHL auf einmal zum Thema für mich», sagt Josi im Gespräch mit 20 Minuten. Mit dem SC Bern wurde Josi 2010 Schweizer Eishockeymeister, gleich nach dem Meisterschaftserfolg verliess er die Schweiz, die NHL vor Augen. Nach über einem Jahr in der AHL ist Josi am Ziel seiner Reise angekommen. Seit zwei Wochen spielt er für Nashville in der härtesten Liga der Welt.

Seine ersten Schritte auf der grossen Eishockeybühne seien mit den ersten Gehversuchen beim SC Bern vergleichbar, sagt Josi. «Auch da war ich der Jüngste im Team.» Kurz bevor er erstmals in der NHL eingesetzt wurde, wurde er über die Taktik der Predators informiert. Seither hat Josi nichts mehr vom Coachingstaff gehört. Seine Leistung in der NHL analysiert er deshalb selber. «Ich denke, ich habe bis auf die Partie vom letzten Samstag gegen Buffalo gut gespielt. Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden mit mir.»

Ein Abendessen mit Hiller und Sbisa

Am letzten Freitag sind die Predators von einem Roadtrip aus Calgary zurückgekehrt, seither lebt Josi im Hotel in Nashville. Zum Training und zu den Heimspielen fährt er mit Mannschaftskollegen, die er aus der AHL kennt. «Ein Auto habe ich keines, deshalb bin ich selten in der Stadt anzutreffen. Eigentlich bin ich immer entweder im Hotel, in der Eishalle oder im Restaurant.» Für die WG, die Josi in Milwaukee bezogen hat, zahlt er nach wie vor Miete, «das kann ich meinen Kollegen ja nicht antun, einfach auszuziehen», sagt er. Und schliesslich wisse er nie, wie lange sein Aufenthalt in der NHL dauern werde. Am Samstag werden die Anaheim Ducks mit Luca Sbisa und Jonas Hiller in Nashville zu Gast sein, Josi hofft, dass er dann noch für die Predators spielt. «Dann könnten wir zu dritt auswärts essen gehen, sonst höre ich von Sbisa und Hiller nur ab und zu am Telefon.»

Zaungast in der NHL

Das Heimpublikum, das Hiller und Sbisa am Samstag erwarten wird, sei unglaublich laut, «auf dem Roadtrip dröhnte es in keiner Arena so wie hier in Nashville», sagt Josi. So frenetisch wie damals beim SC Bern sei das Publikum zwar nicht, niemand singe während dem Spiel aber laut sei es schon. Auch der Coach sei in Nashville etwas ruhiger als er sich das aus der Schweiz gewohnt war. «Gerade John Van Boxmeer hat schon immer wieder mal geschrien, als Coach war er sehr laut.» Barry Trotz, der Headcoach der Nashville Predators, sei im Vergleich dazu sehr ruhig. Beim SC Bern wollte Josi einst spielen, in Nashville ist er an seinem Ziel angekommen. «Es ist grossartig Mannschaftskollegen wie Shea Weber und Ryan Suter zuzuschauen.» Spielen die Predators gegen Topteams, ist Josi oft noch Zaungast. «Dann schickt der Coach regelmässig die Starverteidiger aufs Eis.» Josis Job ist es, gegen die dritte und vierte Linie des Gegners zu verteidigen. Das war vor fünf Jahren, als Josi zum ersten Mal im Kader des SC Bern stand, auch so. Doch nur wenig später war er bereits eine tragende Figur beim Titelgewinn des SC Bern. Der selbe Aufstieg liegt nun in der NHL vor ihm.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tajno Schönenberger am 08.12.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Go Josi

    Aber nicht mit Auftritten wie gegen Buffalo ^^.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tajno Schönenberger am 08.12.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Go Josi

    Aber nicht mit Auftritten wie gegen Buffalo ^^.