Tristan Scherwey

07. Februar 2019 15:44; Akt: 07.02.2019 15:44 Print

Ist dieser Rekordvertrag gefährlich für den SCB?

Noch nie wurde im Schweizer Eishockey ein längerer Vertrag abgeschlossen. Drei Fragen und Antworten zum Siebenjahreskontrakt von Tristan Scherwey beim SCB.

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Rentenvertrag für den 27-jährigen Tristan Scherwey: Der SCB hat sein Arbeitspapier vorzeitig um sieben Jahre verlängert – bis zum Ende der Saison 2026/27. Teamkollege André Heim hat vorzeitig bis 2021 verlängert. Heim stammt aus dem eigenen Nachwuchs der Berner. Der SCB stattet seinen Junior Mika Henauer, aktuell beim SC Langenthal, mit einem Profivertrag bis zum Ende der Saison 2020/21 aus. Gaëtan Haas (l.) hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2021 verlängert. Der Center könnte aber bald in Nordamerika zu sehen sein und vielleicht wie hier gegen Nico Hischier (New Jersey) spielen. Verteidiger Jérémie Kamerzin kehrt nach der Saison zu Fribourg-Gottéron zurück, von wo er im Sommer 2016 nach Bern gewechselt hatte. Verlässt den HC Davos im Sommer Richtung Bern: Inti Pestoni. Der Flügelstürmer erhält beim SCB einen Zweijahresvertrag. Am 3. Januar, dem Tag nach seinem 36. Geburtstag, hat Andrew Ebbett seinen auslaufenden Vertrag bis 2021 verlängert. Niklas Schlegel, aktuell die Nummer 2 beim ZSC, tritt im Sommer die Nachfolge von Leonardo Genoni im Tor der Berner an. Der Zürcher hat im Dezember für zwei Saisons unterschrieben. Der SC Bern hat den Ende Saison auslaufenden Vertrag mit Calle Andersson um ein Jahr bis zum Ende der Saison 2019/20 verlängert. Der 21-jährige Verteidiger Yanik Burren aus dem eigenen Nachwuchs bekam einen Kontrakt bis Ende 2020/21. SCB-Junior Jeremi Gerber (18) hat schon im Oktober einen ab der kommenden Saison und bis 2022 gültigen Profivertrag erhalten. Der SCB verliert kommenden Frühling seinen Goalie Leonardo Genoni. «Es ist der richtige Zeitpunkt», sagt Genoni zu seinem Wechsel nach Zug, der noch vor der Saison bekannt wurde.

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Ist es sinnvoll für den SCB, mit Tristan Scherwey bis 2027 zu verlängern?

Die meisten Verträge mit guten Spielern werden jeweils über zwei oder drei Jahre abgeschlossen. Es werden aber auch regelmässig nur Einjahresverträge eingegangen. Primär mit jungen Akteuren oder Ergänzungsspielern, bei denen unklar erscheint, ob sie den Durchbruch schaffen werden, und daher die Lage nach einem Jahr neu beurteilt wird. Gleiches gilt für ältere Spieler, bei denen die Gefahr eines plötzlichen Leistungsabfalls besteht (die berüchtigte Saison zu viel), weshalb Clubs sie oft nur für eine Saison an sich binden.

Aber es gibt auch Ausreisser nach oben. So unterzeichnete beispielsweise der aktuelle SCB-Goalie Leonardo Genoni beim EV Zug einen ab Sommer 2019 gültigen Fünfjahresvertrag.

Weshalb gab der SC Bern Scherwey einen Siebenjahresvertrag?

Einerseits ist das mit einer gewissen Panik zu erklären. Verschiedene Transferaktivitäten verliefen zuletzt nicht nach dem Gusto des SC Bern. So verlieren die Mutzen wie erwähnt Genoni an den EVZ, und sie bekamen ihren Wunschspieler Enzo Corvi nicht, der es vorzog, in Davos zu bleiben. Der SCB wollte es nicht riskieren, nochmals gegen die teilweise sehr aggressiv forecheckende Konkurrenz den Kürzeren zu ziehen.

Andererseits hat sich Scherwey bei Bern zu einem Leitwolf und einem Liebling der Fans entwickelt, der mit Ehrgeiz und Leistung vorangeht und eine solche Wertschätzung in Form eines Mehrjahresvertrages verdient hat. Scherwey gehört zum SCB, ihn bei den ZSC Lions, Lausanne oder in Lugano zu sehen, wäre irgendwie schwer verdaulich.

Ist dieser Siebenjahresvertrag nicht gefährlich für den SCB, da er die Leistungskultur gefährden könnte?

Jein. Scherwey ist ein Musterprofi, dessen Antrieb ist, jeden Tag noch besser zu werden. Er wird wegen dieses Rentenvertrags kaum genügsam werden und seinen Biss verlieren, das würde nicht zu seinem Naturell passen. Der SCB wird von Scherwey als Gegenwert 100 Prozent Arbeitseinsatz erhalten.

Ob er sein Leistungslevel bis zum Ende der Vertragsdauer so hoch wie zurzeit halten kann, ist hingegen fraglich. Scherwey wird dann 35-jährig sein, er gilt als Energiespieler und Aggressivleader. Deren Ablaufdatum ist in der Regel ein paar Jährchen früher als bei Spielern, die von ihrer Eleganz und Spielübersicht leben wie früher etwa Marcel Jenni, Reto von Arx und Martin Plüss oder aktuell auch Julien Sprunger und Damien Brunner. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Andres Ambühl ist ein ähnlicher Energiespieler wie Scherwey und für den HC Davos mit 35 noch immer der wichtigste Einzelspieler.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex Keller am 07.02.2019 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht?! Unbezahlbar

    Er spielt seit 2007 ununterbrochen beim SCB und hat ein Teil seiner Jugendkarriere beim SCB verbracht. Dann ist er ein Aggressiv-Leader, kämpfer und Publikumsliebling, so einer ist fast unbezahlbar!

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  • hockeynut am 07.02.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    SCB hat andere Probleme

    Ja, so lange Verträge sind in der Schweiz eher ungewöhnlich. Aber Scherwey wurde von Jahr zu Jahr besser, hat sich zum Publikumsliebling gemausert, und ist beim SCB kaum mehr wegzudenken. Der SCB hat ein anderes Problem: Unter Jalonen werden die Nachwuchsspieler viel zuwenig gefördert, da nur die Leistung zählt. Und auf dem Transfermarkt holt man sich einen Pestoni der schon beim ZSC scheiterte. Wenn der Junge nicht genügend Eiszeit bekommt, wird er in Bern zusammen mit Grassi/Sciaroni im 3./4. Block versauern. Wer nicht auf Nachwuchs setzt, der wird irgendwann bestraft.

  • Engadiner am 07.02.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Von Klaus Zaugg abgeschrieben...

    Komische Begründung von wegen "Panik" - wegen der Befürchtung Scherwey könnte aktuell zu einem anderen Klub wechseln, hätte auch ein 4-Jahresvertrag gereicht. Aber da hat man wohl bei Klaus Zaugg abgeschrieben, und dessen "Paniktheorie" unbesehen übernommen. Wichtig wäre bei solchen Befürchtungen bloss die vorzeitige Verlängerung um ein paar Jahre. Gemäss den Interviews mit dem Spieler waren die 7 Jahre sein Wunsch, und nicht der des SCB. Gibt übrigens noch andere Fälle von Verträgen über 3 Jahre, in Bern wäre dies z.B. Beat Gerber. Damals gab es deswegen keine weit hergeholten Begründungen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • #45 Duke am 08.02.2019 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blutiges Visier

    Der Paulo Duca würde denn Trischu gerne auch unter Vertrag nehmen!

    • Johny Fritsche am 08.02.2019 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @#45 Duke

      Diesen Schäärwäy braucht Ambri nicht! Die haben den Müller vom SCBeee, der skort virl mehr pünktli!

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  • Papa Bär am 07.02.2019 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tristan Hockeygott!

    Er will halt weiterhin für den geilsten Klub Europas mit den besten Fans und der Gänsehautstimmung spielen! #Hexenkessel Er wird noch diverse Kübel in die Höhe stemmen! Der mächtige Bär lässt in diesen Playoffs seine Muskeln spielen und ZERREISST alles in der Luft! Weitere Titel werden folgen. Eishockey wird nur in Bern gespielt! #Serienmeister

    • marko 34 am 08.02.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      Super

    • Kolin Bär am 08.02.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      Ich dachte genau das Gegenteil: Der trisu kann nie mehr einen Chübel stemmen.... aber zum Glück habt ihr ihn in der Baracke ansonsten würden ja 16k Zuschauer einpennen bei dem gekraue seiner Mitspieler.

    • ussocom am 08.02.2019 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      wie zerreisst bern alles in der luft? etwa wie letztes jaht gegen den Z?

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  • EGAL am 07.02.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    Seine Entscheidung immer für den gleichen Arbeitgeber zu spielen, für die NHL reicht es definitiv nicht auch wenn er ein so grandioser Kämpfer sein mag !! ist ja gut versorgt....

    • marko 34 am 08.02.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @EGAL

      Super

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  • Walter Portmann am 07.02.2019 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bern macht es total falsch

    Es ist absolut fahrlässig und falsch. Wenn er nächstes Jahr ein Angebot der NHL hat, wäre er sofort weg ! Der Vertrag hält also nicht stand. Zudem macht es Davos ja vor, 5-Jahres-Verträge oder Top-Löhne bezahlt, aber jetzt nicht mehr. Bern hat mehr Geld, also klotzen und kleckern sie, was ich aber eine schlechte Klubpolitik finde.

    • marko 34 am 08.02.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter Portmann

      Super

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  • Jerry Mors am 07.02.2019 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bern

    Totaler Nonsens der Chefetage.Scherwey ist international Dirchschnitt und wird nie in der NHL spielen.Unglaublich ein solcher Rentenvertrag zeugt nicht von grosser Intelligenz.

    • marko 34 am 08.02.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jerry Mors

      Krass

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