Studie belegt

16. Dezember 2010 23:57; Akt: 16.12.2010 23:57 Print

Jeder zweite Hockeyspieler «snust»

von Yves Duc, SDA - Rund die Hälfte aller Profi-Eishockeyspieler raucht oder konsumiert andere Tabakprodukte. Das zeigt eine an der Eishockey-WM 2009 in der Schweiz durchgeführte Studie.

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Eine Studie an der Eishockey-WM 2009 in der Schweiz (hier: Schweiz - Schweden) belegt: «Snus» ist weit verbreitet. (Bilder: Web/Keystone)

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Forscher des Schweizer Labors für Dopinganalysen, das zum Universitätsspital Lausanne gehört, analysierten nach jedem Match Urinproben von zwei Spielern jedes Teams. Insgesamt kamen so 72 Proben zusammen. In allen fanden sich Spuren von Nikotin oder seiner Abbauprodukte.

In 82 Prozent der Fälle legten die Resultate nahe, dass der Spieler in den drei Tagen vor dem Match Nikotin ausgesetzt war. Die Werte in 53 Prozent der Urinproben weisen laut den Forschern gar darauf hin, dass der Spieler unmittelbar vor, oder sogar während dem Spiel aktiv Nikotinprodukte konsumierte.

Schwedischer «Snus»

Wie die Forscher im Fachmagazin «Journal of Chromatography A» berichten, enthielten zwei Proben extrem hohe Nikotinwerte. In diesen Fällen halten es die Autoren, François Marclay und Martial Saugy, für wahrscheinlich, dass die Spieler sich mit Nikotin aufputschten.

Weil Rauchen mit Profisport nicht kompatibel ist, kommen dafür am ehesten Kau- oder Schnupftabake wie «Snus» in Frage, eine Art Kautabak, die laut Experten bei Eishockeyspielern verbreitet ist. «Snus» stammt aus Schweden und wird meist in Form von kleinen Säckchen verkauft, die zwischen das Zahnfleisch und die Oberlippe geklemmt werden.

Das Nikotin hat einen stimulierenden Effekt. Es erhöht den Puls und den Blutdruck und steigert den Adrenalinpegel. Daneben entspannt es aber auch, indem es Stress abbaut. So werden die Aufmerksamkeit und kognitive Funktionen verbessert. Nikotin könne «die Leistung von Athleten auf verschiedene Weise klar verbessern», schreiben die Forscher.

Abhängigkeit und Krebs

«Snus» berge aber auch diverse gesundheitliche Risiken, sagte François Marclay auf Anfrage. Es könne in eine Nikotinabhängigkeit führen und auf lange Sicht das Risiko für Bauchspeicheldrüsen- und Mundhöhlenkrebs stark erhöhen. Das Verbot von Substanzen habe immer auch ein präventives Ziel, gab der Forscher zu bedenken.

Laut dem Labor für Dopinganalysen ist der Gebrauch von rauchfreien Tabakprodukten unter Wintersportlern verbreitet - nicht nur im Eishockey, sondern auch im Skisport. Auch bei Fussball, Basketball, Fechten oder Schiessen werden die Tabake laut den Forschern konsumiert. Zahlen gibt es allerdings nur ungenaue.

Mehr Daten und bessere Techniken

Die Welt-Anti-Doping-Agentur habe Nikotin momentan nicht auf die Liste der verbotenen oder überwachten Substanzen gesetzt, sagte Marclay. Der Fall werde momentan in dem Gremium diskutiert. Aber weil Nikotin in erster Linie als soziale Droge gelte, sei man sich nicht einig.

Bevor die Welt-Anti-Doping-Agentur über eine allfällige Aufnahme der Substanz auf eine Dopingliste entscheidet, verlangt sie laut dem Forscher gross angelegte Studien. Zudem müssten zuerst Techniken entwickelt werden, mit denen zwischen Freizeitkonsum und Doping unterschieden werden könne.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 17.12.2010 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    jammer

    Immer die selbe leier. "Erhöhtdas Risiko für Krebs". Das Leben ist nun mal kein Märchen und nicht gesund. Es gibt nichts auf der Welt was NUR gesund ist!

  • Jasper am 17.12.2010 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Besinnt konsumieren und legalisieren!

    Snuse auch selber. Wenn man es nicht übertreibt und nicht gleich eine ganze Dose braucht am Tag sehe ich kein problem. Seit 2 Jahren snuse ich und hatte bis anhin noch keine beschwerden im Mund und/oder Magenbereich. Ein Vorschlag zur Güte. Wenn man das rauchen immer mehr eindämmen will sollte man den Swedishen Snus entlich einmal legalisieren! Der ist sowieso "gesünder" als Makla, was bei uns erlaubt ist.

  • Olli am 17.12.2010 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der gute alte Snus

    Ich habe selber jahrelang gesnust. Ein Vorteil ist halt schon, dass man die Lunge nicht mit Teer zupflastert aber trotzdem das Nikotin bekommt. Der Nachteil ist halt, dass Snus die Schleimhäute verätzt. Durch übermässigen Konsum bekam ich auch ein zittern in den Händ, sodass filigrane Tätigkeiten erschwert wurden. Die weitverbreitete Tatsache, das Snus aggressiv mache ist demnach total falsch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jasper am 17.12.2010 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Besinnt konsumieren und legalisieren!

    Snuse auch selber. Wenn man es nicht übertreibt und nicht gleich eine ganze Dose braucht am Tag sehe ich kein problem. Seit 2 Jahren snuse ich und hatte bis anhin noch keine beschwerden im Mund und/oder Magenbereich. Ein Vorschlag zur Güte. Wenn man das rauchen immer mehr eindämmen will sollte man den Swedishen Snus entlich einmal legalisieren! Der ist sowieso "gesünder" als Makla, was bei uns erlaubt ist.

  • Goose am 17.12.2010 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Snus im Sport

    Na und? Ich konsumiere selber Snus, aber die oben genannten Auswirkungen merkt man selten... Also ich hoffe nicht, dass wieder der Vergleich mit Doping aufkommt. Ausserdem, viele Profisportler rauchen, nur weiss das eben niemand ;-)

  • Frog am 17.12.2010 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Auch am Arbaitsplatz

    Bei wird in der Firma fleissig gesnoozt. "Häsch mer es Teebüteli" hört man täglich. Viele gehen mit einer dicken Lippe umher und im Abfalleimer kleben die "Lippenbröötli" wie Kaugumis. Ich find's eklig

  • Hans am 17.12.2010 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Geld für wichtigere Sachen investieren...

    Im Hockey wird seit Jahrzenten gesnust...immerhin ist es jemandem mal aufgefallen.....einfach nur Schwachsinn....

  • adali am 17.12.2010 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    snus die umweltfreundliche art zu rauchen

    "snus" ist eine wahre alternative zum rauchen. es schadet nur den benützer und nicht die umgebung.. die schwede sind im allem vor uns... adali