Kein Geld

19. Februar 2011 20:46; Akt: 19.02.2011 21:03 Print

Keine Champions League mehr

von Klaus Zaugg - Jetzt ist es definitiv: Nächste Saison wird im Eishockey keine Champions League gespielt.

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Die ZSC Lions dürften die einzigen Champions-League-Sieger bleiben.

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Die acht wichtigsten europäischen Ligen mussten bis zum 17. Februar dem Internationalen Eishockey Verband (IIHF) «Ja» oder «Nein» zu einer neuen Champions League geben (20 Minuten Online berichtete).

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Schweden und Tschechien haben «Nein» gesagt. Deshalb wird es auch nächste Saison keine Champions League geben. Dies bestätigt IIHF-Präsident Dr. René Fasel gegenüber 20 Minuten Online: «Die Zeit reicht nicht mehr, um ein neues Konzept zu erarbeiten. Ich habe immer gesagt, dass es keine Champions League gibt, wenn zwei Ligen absagen.» Gemäss Fasel wird die Champions League nächste Woche im Council noch einmal thematisiert. «Vielleicht gibt es langfristig eine Möglichkeit. Aber nicht mehr für nächste Saison.»

Nicht einmal Reisespesen wären bezahlt worden

Das «Nein» aus Schweden und Tschechien hat primär wirtschaftliche Gründe: Die Klubs hätten bei der von der IIHF neu lancierten Champions League durchwegs Geld verloren. Nicht einmal die Reisespesen wären bezahlt worden. Vermarktungs und TV-Verträge existieren ebenfalls keine.

Fasel wird dem Council nächste Woche ein definitives Ende aller Champions League-Pläne vorschlagen. Er hat bereits mehrmals im kleinen Kreis klar gemacht, es sei nicht Aufgabe der IIHF, diese Champions League zu organisieren. Und wenn es der IIHF in Zusammenarbeit mit einem so starken Partner wie der Vermarktungsagentur Infront nicht gelingt, eine Champions League zu finanzieren, dann wird es auch den Ligen oder irgendwelchen Privaten Investoren nicht gelingen. Die Befürchtungen, die IIHF könnte durch eine privat organisierte Champions League konkurrenziert werden, sind unbegründet.

Verband droht 15 Millionen Franken Entschädigung

Die ZSC Lions haben die bis heute einzige Champions League in der Saison 2008/09 gewonnen. Sie werden wohl als ewige Champions League-Sieger in die Geschichte eingehen. Der Spengler Cup bleibt damit das einzige bedeutende Klub-Turnier der Welt.

Ganz ist die Champions League allerdings noch nicht in der Geschichte verschwunden. Sie wird zurzeit noch von den Juristen gespielt: Der SC Bern hat ja die IIHF für die abgesagte Champions League der Saison 2009/10 beim internationalen Sportgericht in Lausanne eingeklagt. Verliert die IIHF, drohen im schlimmsten Falle Entschädigungen in der Höhe von bis zu 15 Millionen Franken. Der SCB hat zwar nur auf etwa mehr als eine Million geklagt - aber wenn der SCB mit der Klage durchkommt, dann wird die IIHF möglicherweise auch die anderen für diese abgesagte Champions League qualifizierten Teams entschädigen müssen.

Wenigstens bei dieser juristischen Champions League wird ordentlich Geld verdient. Von den Anwälten.