Chaos bei den Flyers

04. Juni 2012 17:12; Akt: 04.06.2012 21:03 Print

Konkursaufschub bewilligt - Bircher lenkt ein

Zwei Fünkchen Hoffnung bei den Kloten Flyers: Dem Konkursaufschub (bis 2. Juli) des maroden Klubs wird stattgegeben und Ex-Präsident Jürg Bircher stellt sein Aktienpaket zur Verfügung.

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Der SVP-Politiker und Unternehmer Hans-Ulrich Lehmann (Bild) traf gemeinsam mit Klotens Geschäftsführer Matthias Berner die Mannschaft. Zurück zu den Wurzeln: Die Kloten Flyers richten sich neu aus und heissen fortan wieder EHC Kloten. Zwei Tage nach dem Ausstieg der kanadischen Investoren-Gruppe Avenir Sports Entertainment informiert CEO Matthias Berner über die Zukunft der Kloten Flyers. «Wir machen alles für eine NLA-Zukunft», so Berner. Viel zu jubeln hatte der Kloten-Flyers-Besitzer Bill Gallacher nicht. Nach nur knapp elf Monaten gibt die kanadische Investoren-Gruppe Avenir Sports Entertainment bekannt, sich so schnell wie möglich aus der NLA-Organisation zurückziehen zu wollen. Philippe Gaydoul verkauft seine Anteile an den Flyers an die kanadische Investorengruppe. Gaydoul wird an einer ausserordentlichen Generalversammlung offiziell zum Präsidenten der Kloten Flyers gewählt. Kloten-Präsident Rolf Mosimann hat genug und legt sein Amt nieder. Damit ist klar, dass Gaydoul zum Präsidenten gewählt wird. Im neuen, fünfköpfigen Verwaltungsrat, nehmen mit dem ehemaligen Handballer Pascal Jenny, Daniel Riediker und Michael Kloter drei neue Personen Einsitz. Dazu kommen Rolf A. Mosimann und Mirko Baldi, die nach den Turbulenzen im Winter ihren Rücktritt erklärt hatten, sich nun aber der Wiederwahl stellten. Philippe Gaydoul gibt seinen Rücktritt als Verbandspräsident per 18. September bekannt. Damit endet das umstrittene Doppelmandat in absehbarer Zeit. Die Rettung der Kloten Flyers ist nun definitiv. Der Konkursrichter hat das Verfahren gegen den Eishockeyclub aufgehoben. Die Sanierung sei überzeugend gelungen. Die Aufhebung des Konkursverfahrens gegen die Kloten Flyers muss vertagt werden. Noch fehlen die Bestätigungen, dass alle Bedingungen erfüllt sind. Die Task Force des NLA-Eishockey-Klubs gibt an einer Medienkonferenz bekannt, dass die Schulden um 8,1 Mio Franken reduziert werden konnten. Trotzdem: Felix Hollenstein muss gehen. Adrian Fetscherin scheint das Zünglein an der Waage zu spielen. Was macht er mit seinem Aktienanteil? An einer Pressekonferenz übergibt er seine Aktien. Damit sind die Flyers gerettet. Fetscherin kündigt zudem Strafanklage gegen Ex-Präsident Jürg Bircher an. Kloten bestätigt, dass Roman Wick eine Offerte über acht Jahre und eine «berufliche Perspektive für die Zeit nach seiner Karriere als Spieler» angeboten wurde. Zudem soll der Entscheid fallen, ob Hollenstein tatsächlich Cheftrainer wird. Philippe Gaydoul ernennt Wolfgang Schickli (48) zum neuen CEO. Der Quereinsteiger gilt als «Pitbull» und selbst Trainer Felix Hollenstein ist bei ihm nicht gesetzt. Der unfreiwillige Abgang von Trainer Anders Eldebrink aus finanziellen Gründen wird schriftlich besiegelt. Der Schwede erhält eine Abgangsentschädigung. Klotens Ex-Präsident Jürg Bircher gesteht im Interview mit 20 Minuten Fehler während seiner Amtszeit ein und befürchtet, dass man ihn in der nächsten Saison nicht mehr im Stadion sehen will. Flyers-Retter Peter Bossert ist einen Schritt weiter. Die Ligaversammlung hat den Klotenern die Lizenz für die Saison 2012/13 unter strengen Auflagen erteilt. Kurz vor der «Rettungs-PK» der Knall in Kloten: Nationalstürmer Roman Wick (26), der Schwede Niklas Nordgren (32) und Nationalverteidiger Patrik von Gunten (27) müssen die Kloten Flyers im Zuge der Sparmassnahmen verlassen. Auch Félicien Dubois (28) und Samuel Walser (20) dürften den Klub verlassen. Sie waren mit der 15-prozentigen Lohnkürzung nicht einverstanden. Milliardär und Swiss-Ice-Hockey-Verwaltungsratspräsident Philippe Gaydoul soll die Kloten Flyers retten. Er gehört zu einer Investorengruppe, welche demnächst einen Übernahme-Vertrag unterzeichnen soll. Jürg Bircher stellt sein Aktienpaket den Sanierern der Kloten Flyers zur Verfügung. Ausserdem wird der Konkursaufschub bis zum 2. Juli vom Bülacher Bezirksgerichts bewilligt. Die Sanierer Peter Bossert und Daniel Hunkeler beantragen einen Konkurs-Aufschub bis Ende Juni für den maroden Klub. In einer Woche muss die Task Force ausserdem einen genauen Sanierungsplan abliefern. Jürg Bircher (Bild) und Kurt Hildenbrand treten aus dem Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG zurück. Beide stellen ihre Aktienpakete «unverzüglich und entschädigungslos» zuhanden neuer Investoren zur Verfügung. Die Frist der Liga für die Offenlegung der Zahlen wird den Kloten Flyers bereits ein zweites Mal verlängert. Die neue Deadline ist der 6. Juni. Ein lokaler Unternehmer will mithelfen, die Kloten Flyers zu retten. Hans-Peter Domanig von der Priora Group stellt 500'000 Franken bereit, die in ein Rettungspaket fliessen sollen, wenn sich neun weitere Unternehmen finden lassen, welche dieselbe Summe zahlen. Kurz nach der Gründung einer Task Force durch Ex-Präsident Peter Bossert und der Stadt Kloten präsentiert der aktuelle Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG eine neue Investorengruppe «Kanada/Schweiz». Zusammen mit zwei ehemaligen NHL-Spielern soll die Überschuldung von 6,5 oder 9,2 Millionen Franken - je nach Bewertung - getilgt werden. Eine Task Force wird gegründet, um den Konkurs der Kloten Flyers abzuwenden. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident Peter Bossert übernimmt die Führung. Die Spieler gehen in die Offensive und gründen den Verein «Kloten Flyers Forever». Sie sind zu Eingeständnissen bereit, wollen aber Geld sammeln. Unter anderem mit einem Event am 26. Mai. Liga-Manager Ueli Schwarz sagt unmissverständlich: «Die Kloten Flyers müssen bis zur Ligaversammlung vom 7. Juni nicht nur den Nachweis erbringen, dass das Unternehmen nicht überschuldet ist. Wir verlangen darüber hinaus die Garantie für den Spielbetrieb der nächsten Saison. Sonst ist die Lizenz weg.» Die Spieler der Kloten Flyers fordern per Einschreiben ihre Löhne (April und Mai) sowie die fälligen Prämien ein. Bezahlt der Verein bis zum 31. Mai nicht, können die Profis fristlos kündigen. Der Jahresverlust dürfte sieben Millionen betragen, die Gesamtverschuldung deren 14. Lehmann will sich nicht detailliert äussern, spricht aber von einem «finsteren Loch» und glaubt an die baldige Eröffnung eines Konkursverfahrens. Präsident Jürg Bircher sagt: «Also meiner Meinung nach ist die Verschuldung nicht höher als sieben Millionen.» Und der Jahresverlust? «Hoch, sehr hoch.» Trotzdem hofft er noch auf einen neuen Investoren. Hans-Ulrich Lehmann (oben links) steigt nicht bei den Flyers ein, da die Schulden grösser als befürchtet sind. Bis am 10. Mai wollte Lehmann eigentlich entscheiden, ob er einsteigt oder nicht. Der Termin kann nicht eingehalten werden. Lehmann: «Eine Überprüfung der Zahlen ist bis zum 10. Mai einfach nicht möglich. Ich brauche also noch ein paar Tage mehr Zeit und werde am 15. Mai informieren.» Die Kloten-Fans machen ihrem Frust öffentlich Luft. Rund 200 Anhänger des kriselnden Eishockey-Klubs demonstrieren für ihren Verein - und nicht gegen Präsident Jürg Bircher. Obwohl sich Fetscherin bei Bircher für sein Vorgehen entschuldigt, wird er die Flyers nicht mehr übernehmen. Dafür kommt am 24. April der nächste Tiefschlag: Die April-Löhne sollen nicht mehr bezahlt werden können. Dafür keimt die Hoffnung auf einen anderen Investor: Hans-Ulrich Lehmann. Am 10. Mai soll informiert werden. Fetscherin selbst ist an der PK anwesend, erhält aber Redeverbot. Er weicht für seine eigene PK kurzerhand in ein Altersheim aus. Und glaubt weiter an die Übernahme. Bircher kontert die Vorwürfe (hier im Bild mit Vizepräsident Jan Schibli) an einer PK. «Wir gehen davon aus, dass die Kloten Flyers in der nächsten Saison in der National League A spielen werden. Seit Freitagmittag sei man wegen des Rückzugs von Fetscherin, der per 1. Mai die Geschäftsführung hätte übernehmen sollen, gezwungen, nach Alternativen zu suchen.» Es kommt zum Eklat: Der designierte Kloten-Präsident Adrian Fetscherin (r.) wirft den Bettel bereits wieder hin. Er fühlt sich vom Noch-Boss Jürg Bircher über den Tisch gezogen und fordert Geld zurück. Dieser weist die Vorwürfe - unter anderem sollen mehrere Lohnlisten im Umlauf sein - zurück. Ab dem 1. Mai 2012 wollte Fetscherin als Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrates für die Kloten Flyers arbeiten. In einer zweiten Phase soll der 37-jährige Zürcher, derzeit Leiter der Sportredaktion von Teleclub, vom aktuellen Präsidenten Jürg Bircher die Aktienmehrheit und das Präsidium übernehmen. Der neue starke Mann bei den Kloten Flyers heisst Adrian Fetscherin (l.). Präsident Jürg Bircher (r.) kann den krisengeschüttelten und von Finanzproblemen geplagten Klub doch noch in sichere Hände übergeben. Diverse Massnahmen sollen die Zukunft Klotens langfristig sichern.

Zum Thema
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Der Konkursrichter des Bezirksgerichts Bülach hat der EHC Kloten Sport AG am Montagnachmittag den Konkursaufschub bis zum 2. Juli 2012 bewilligt. Dies teilten der von der Gesellschaft beigezogene Sanierungsexperte Daniel Hunkeler und die TaskForce um Peter Bossert und Anwalt Michael Kloter gemeinsam mit. Die Kloten Flyers haben konkursrechtlich somit einstweilen nichts zu befürchten und sind insbeson-dere vor Konkursandrohungen seitens der Gläubiger geschützt.

Allerdings besteht der immense Zeitdruck im Sanierungsprozess weiter: Bereits am Mittwoch um 18 Uhr läuft die Frist ab, innert welcher der Liga ein detailliertes Sanierungskonzept vorgelegt werden muss. An der Delegiertenversammlung der National League am kommenden Donnerstag bzw. Freitag in Lugano entscheidet sich, ob die Flyers in die Planung der kommenden Spielsaison 2012/2013 und insbesondere bei der Erstellung des Spielplans der NLA mit einbezogen werden.

Bicher gibt Aktien ab

Weiter wurde bekannt, dass der zurückgetretene Verwaltungsrat Jürg Bircher am Montag seine Aktien unentgeltlich und bedingungslos Daniel Hunkeler übergeben hat. Somit hat Bircher seinen letzten Beitrag zur Unterstützung der Kloten Flyers geleistet. Bereits letzte Woche hatte auch Peter Bossert, Leiter der Task Force, seine Aktien in dieser Weise hinterlegt. Somit fehlen nur noch diejenigen des dritten Grossaktionärs Adrian Fetscherin, damit die erforderlichen Stimmenmehrheiten einem Investor zur Verfügung gestellt werden können. Die Gespräche mit Fetscherin und dessen Rechtsvertreter laufen mit Hochdruck.

(pre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt am 04.06.2012 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei...

    ....jede andere firma würde geschlossen werden!

  • E. Orso am 04.06.2012 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ein wertloses Aktienpaket

    Das Aktienpaket allein genügt nicht. Da muss noch eine Strafanzeige folgen. Auch zivilrechtliche Schritte sollten überprüft werden.

  • A. H. am 04.06.2012 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei von Bircher

    Es ist schlicht eine riesen Sauerei,was der Hr. Bircher angerichtet hat! Jetzt wird nochmals klar offensichtlich, dass der Hr. Bircher auch noch den Hr. Fetscherin über den Tisch gezogen hat und diesem absolut wertlose Aktien verkauft hatte.Hoffentlich muss sich der Hr. Bircher vor Gericht verantworten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eishockeyfan am 05.06.2012 01:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kloten Flyers

    Das wars dann wohl.

  • Markus Kohler, Dübi am 04.06.2012 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf Wiedersehen

    Kloten Adé, warum nicht. Wer nicht zahlen kann hat nichts verloren.

  • Louis am 04.06.2012 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entgültige frist! Sonst abstieg

    Dies ganze hin und her ist lächerlich! Es muss eine entgültige frist erlassen werden! So nimmt nationalleague bald niemend mehr ernst!

  • Anti Kloten am 04.06.2012 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweinerei

    was soll das ?? die haben sich die probleme selbst zuzuschreiben warum wird der konkursaufschub immer wider bewilligt so eine mannschaft kann gleich absteigen.

  • Giuli am 04.06.2012 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kloten in die KHL

    Neue Idee! Niemand will in Investieren, denn niemand will Schulden ausgleichen! Wenn Sie keine Schulden hätten würden Investoren kommen! Deshalb meine Idee: KHL will weiter in den Westen Europas vordringen, man sollte in Russland nach investoren suchen! Man würde jemanden finden, wenn man vertraglich regelt dass man für eine Weile in der KHL bleibt. Die Russen würden es begrüssen! Vorteil der Nachwuchs bleibt bestehend. Nachteil wieder hohe Kosten für Spieler und und Transport. Ist nur so ein Vorschlag