Strichkampf

12. Februar 2019 18:45; Akt: 13.02.2019 00:16 Print

Lions verlieren deutlich – Zug gewinnt ohne Mühe

Die Zürcher unterliegen Genf-Servette im Duell am Tabellenstrich 1:4. Zug gewinnt auswärts in Davos 5:1.

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Die ZSC Lions rutschen immer tiefer in die Krise. Der Schweizer Meister erleidet mit dem 1:4 im Strichduell gegen Genève-Servette die vierte Niederlage in Serie. Als Arno Del Curto am 14. Januar als neuer Trainer der Lions vorgestellt wurde, sahen viele in ihm den Heilsbringer. Vorerst aber ist beim ZSC die grosse Ernüchterung eingekehrt. Denn nach einem ordentlichen Start - von den ersten fünf Partien unter del Curto gewannen die Stadtzürcher deren drei - zeigt die Formkurve bedenklich nach unten. Die letzten drei Spiele gingen mit einem Torverhältnis von 2:11 verloren.

Gegen Servette lagen die Lions nach 90 Sekunden und Treffern von Guillaume Maillard (nach genau einer Minute) und Daniel Winnik 0:2 hinten. Kein Team der National League hatte zuvor in dieser Saison schneller zwei Gegentreffer kassiert. In der 22. Minute führten die Gäste bereits 4:0. Das 3:0 erzielte Cody Almond vier Sekunden vor der ersten Pause nach einem haarsträubenden Puckverlust von ZSC-Verteidiger Christian Marti.

Bedenklich schwache Lions

Überhaupt funktionierte bei den Lions vieles nicht. Sie erspielten sich zwar einige gute Chancen, die Effizienz liess aber einmal mehr zu wünschen übrig - nur die beiden in der Tabelle abgeschlagenen Davos und Rapperswil-Jona Lakers haben in der laufenden Meisterschaft weniger Tore erzielt. Symptomatisch schoss mit Kevin Klein ein Verteidiger den Ehrentreffer zum 1:4 (37.). Allerdings zeigte Servettes Goalie Robert Mayer eine starke Leistung.

Der ZSC verlor nicht nur die Partie, sondern auch Roman Wick, der in der 30. Minute mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausschied. Wick hatte erst am vergangenen Samstag in Zug (0:3) nach langer Verletzungspause sein Comeback gegeben. Die nun neuntklassierten Genfer schlossen dank dem dritten Sieg im dritten Saisonduell gegen die Lions punktemässig zum Titelverteidiger auf, haben jedoch ein Spiel mehr ausgetragen. So oder so muss sich der ZSC etwas einfallen lassen.

Im Schongang ins Playoff

Der EV Zug übernahm mit einem 5:1-Sieg in Davos im Schongang erstmals seit zweieinhalb Wochen vor Bern wieder die Tabellenführung. Zug und der am Dienstag spielfreie SC Bern stehen als erste Playoff-Teilnehmer fest.

Nach 29 Minuten spielten sich in Davos die vorentscheidenden Szenen ab. Verteidiger Tomas Kundratek - übers Wochenende mit Tschechien noch im Länderspiel-Einsatz - traf für Davos den Pfosten. Mit dem Gegenangriff gelang Sven Senteler das 2:0 für die Zuger. Es war ein Tor, welches erst nachträglich bejubelt werden konnte: Die Partie lief noch fast eine halbe Minute weiter, ehe die Referees das Video konsultierten und nach intensivem Studium feststellten, dass Gilles Senn den Schuss von Senteler erst hinter der Linie pariert hatte.

Die endgültige Siegsicherung gelang Dario Simion nach 37 Minuten mit dem Shorthander zum 3:0. Zug traf schon zum 7. Mal diese Saison in Unterzahl - so oft wie kein anderes Team in der Liga. Im Schlussabschnitt gelang Andres Ambühl das Ehrentor zum 1:3. Aber auch diesen Abschnitt verlor Davos noch mit 1:2 Toren.

Das Davoser Elend geht weiter. Die Bündner verloren bereits wieder zum fünften Mal in Folge. Emotionen, Härte und Intensität fehlten im Davoser Spiel. In den letzten drei Heimpartien gegen Lausanne (1:3), Fribourg (1:2) und Zug erzielte der HCD bloss drei Tore. Unter Arno Del Curto gewann Davos bis zum Abgang des Kulttrainers 6 von 20 Spiele(n). Seither feierte Davos noch 5 Siege bei 17 Niederlagen. Bereits zum fünften Mal diese Saison verlor der HCD ein Heimspiel mit vier oder mehr Toren Unterschied.

Telegramme und Rangliste:

ZSC Lions - Genève-Servette 1:4 (0:3, 1:1, 0:0)
8636 Zuschauer. – SR Lemelin/Fonselius, Kaderli/Wüst.
Tore: 1. (1:00) Maillard (Almond) 0:1. 2. (1:30) Winnik (Richard, Wingels) 0:2. 20. (19:56) Almond (Mercier, Wick) 0:3. 22. Wingels (Richard, Tömmernes/Ausschluss Hollenstein) 0:4. 37. Klein (Cervenka, Pettersson) 1:4.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 2mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.
PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Richard.
ZSC Lions: Flüeler/Schlegel (ab 22.); Klein, Phil Baltisberger; Berni, Geering; Karrer, Marti; Sutter; Pettersson, Cervenka, Wick; Bodenmann, Suter, Hollenstein; Herzog, Schäppi, Chris Baltisberger; Miranda, Moore, Prassl; Bachofner.
Genève-Servette: Mayer; Martinsson, Tömmernes; Völlmin, Bezina; Mercier, Dufner; Antonietti; Fritsche, Berthon, Simek; Wick, Almond, Maillard; Winnik, Richard, Wingels; Riat, Kast, Rubin.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Noreau (überzähliger Ausländer), Blindenbacher und Nilsson. Genève-Servette ohne Bouma, Skille, Jacquemet, Vukovic, Douay, Romy, Rod (alle verletzt) und Bozon (gesperrt). – Timeout ZSC Lions (1:30). - 30. Wick verletzt ausgeschieden.

Davos - Zug 1:5 (0:1, 0:2, 1:2)
4103 Zuschauer. – SR DiPietro/Stricker, Cattaneo/Progin.
Tore: 14. Everberg (Zgraggen, Roe) 0:1. 29. Senteler (Zehnder) 0:2. 37. Simion (Senteler, Zgraggen/Ausschluss McIntyre!) 0:3. 47. Ambühl 1:3. 51. Martschini 1:4. 60. (59:21) Suri 1:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Pestoni; Martschini.
Davos:Senn; Du Bois, Kundratek; Heinen, Nygren; Heldner, Jung; Buchli, Barandun; Rödin, Lindgren, Ambühl; Marc Wieser, Corvi, Meyer; Hischier, Aeschlimann, Pestoni; Frehner, Bader, Egli.
Zug: Aeschlimann; Stadler, Diaz; Thiry, Alatalo; Zgraggen, Schlumpf; Wüthrich; Everberg, Roe, Flynn; Martschini, McIntyre, Simion; Leuenberger, Albrecht, Suri; Schnyder, Senteler, Zehnder.
Bemerkungen:Davos ohne Paschoud, Sandell, Stoop, Dino Wieser (alle verletzt) und Lindbäck (überzähliger Ausländer), Zug ohne Klingberg, Lammer, Morant, Stephan und Zryd (alle verletzt). – Pfostenschüsse: Kundratek (28.), Nygren (40.); Schlumpf (10.). – Timeout Davos (51./Coach's Challenge).

Rangliste: 1. Zug 42/87. 2. Bern 41/86. 3. SCL Tigers 42/70. 4. Lausanne 42/68. 5. Biel 42/68. 6. Ambri-Piotta 41/64. 7. ZSC Lions 42/62. 8. Fribourg-Gottéron 42/62. 9. Genève-Servette 43/62. 10. Lugano 41/61. 11. Davos 42/34. 12. Rapperswil-Jona Lakers 42/29.

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(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim Keller am 12.02.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Klasse PR Gag vom ZSC. ADC und Segi zu verpflichten hat ganz viel Werbung in den Medien gebracht. Sportlich eine Katastrophe.

  • Roger Geiger am 12.02.2019 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte helft

    Furchtbar....einfach nur Furchtbar was die ZSC Divas wieder zeigen.....oder auch nicht.....so schlimm......

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  • Grappa am 12.02.2019 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auweia!

    Was für eine traurige und grottenschlechte Darbietung! Dass Klein noch das einzige Tor für den Z erzielt sagt alles.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ms am 13.02.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstieg

    De Zsc wet nächscht saison halt wieder e rächts Derby spiele.,gege chlote .

  • athc am 13.02.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja Del Curto

    Der erste Trainer, der es fertig bringt, in einer Saison gleich zwei Spitzenteams in die Playouts zu führen. Das muss man Ihm auch erst mal nachmachen...

  • Arno del Furto am 13.02.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Total überschätzt

    Herrlich, wenn der Arno-Bonus bei den Schiris, wie in den ersten Spielen, nicht mehr zieht. Ich habe immer gesagt, dass dieser Zappelphilipp als Trainer total überschätzt ist. In Daffos hatte er Erfolg, weil er von den Medien, dem Verband und vor allem den Schiris gehätschelt und bevorteilt wurde. Aber er kann ja jetzt einen Jan-von-Arx-Gedächtnis-Joint rauchen. Vielleicht hilft es ja.

  • Seppetoni vom Arnisee am 13.02.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hochgejubelt von den Medien......

    Hochgejubelt von den Medien und den Fans??!! Arno del Curto als Cheftrainer bei den ZSC-Lions, sowie seine beiden Assistenten Michael Liniger und Mathias Seger stehen nun endgültig mit der Mannschaft in der Pflicht. Eine "Herkules" Aufgabe lösbar aber mit "Schaulaufen" wird es sehr schwierig die Playoffs zu erreichen. Eine hochdotierte "Truppe in der Wohlfühloase" ??? hat gegen kämpferisches Genf Servette 4:1 verloren!!

  • Pragmatiker am 13.02.2019 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die Spieler sind das Problem, nicht AdC

    Beim ZSC machen die gut bezahlten Spieler auf dem Feld ihren Job nicht, das ist eine Haltungsfrage. Wenn diese Arbeitsverweigerung am Trainer liegt, kann ein Wechsel etwas bewirken. Aber beim Zett scheint es an etwas anderem zu liegen, deshalb ist der AdC-Effekt schon wieder verpufft. Mit dem Trainerwechsel hat man die Spieler aus der Pflicht genommen, das ist das Risiko. In Lugano wird trotz unbefriedigenden Ergebnissen an Ireland festgehalten, weil man mit der Leistung der Spieler unzufrieden ist, nicht mit dem Trainer. Die Spieler beim ZSC müssen den Finger raus nehmen, nicht AdC!

    • Brian Propp am 13.02.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz Pragmatiker

      Pragmatiker, deine Aussage bezüglich Lugano ist falsch: Es ist zwar richtig, die Mannschaft spielt nicht gegen den Trainer. Aber, Lugano hat diese Saison noch kein schlechtes Spiel abgeliefert. Das unterstreicht die Plus/Minusbilanz der Spieler. (Chiesa zB +18). Lugano hatte zu viele verletzte Spieler, manchmal Pech oder ab und an einfach 5Minuten zusätzlich Pause, in denen man den Sieg verschenkte. Ich habe aber noch nie ein so schlechtes Spiel des HCL gesehen wie jenes des ZSC gestern. Lugano ist intakt und bereit

    • Pragmatiker am 13.02.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Brian Propp

      Stimme Dir zu. Lugano war eher ein Beispiel, weil es auch dort aufgrund der Tabellensituation zu Trainerdiskussionen kommt. Bei einem Trainerwechsel werden einfach automatisch die Spieler aus der Pflicht genommen, und das ist meiner Meinung nach die falsche Botschaft. Die Leistung der Spieler in Lugano stimmt meistens. Es darf aber deshalb bei den Spielern nicht der Eindruck entstehen, die fehlenden Ergebnisse liegen deshalb am Trainer. Und genau deshalb finde ich es richtig, dass man an Ireland festhält, weil die unbefriedigenden Resultate andere Gründe haben, wie von Dir genannt!

    • Luganesi am 13.02.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Brian Propp

      Bin nur teilweise einverstanden. Das Kader hat sich gegenüber letzter Saison kaum verändert, der Trainer ist der selbe - und trotzdem zittern wir um die Playoffs. Du sagst selber, oftmals haben wir den Sieg verschenkt. Das haben aber unsere Spieler verbockt, nicht der Trainer! Soll er jetzt deshalb entlassen werden? Ich denke darauf will Pragmatiker hinaus, und da bin ich bei ihm. Beim ZSC wie bei Lugano müssen die Spieler liefern, die Trainer tun dies bereits!

    • Brian Propp am 13.02.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Luganesi

      Nein, ich bin nicht ganz bei dir. Der Z hatte schon vor 2 Jahren etwas probiert und musste mit Kossmann gerettet werden. Jetzt mit Aubin und wieder hat man den Stecker gezogen- vielleicht auch aus Angst, AdC an Lugano zu verlieren. Viele Stimmen im Tessin bestätigen, dass die Finalniederlage letztes Jahr sehr tiefe Wunden in der Seele des HCL hinterlassen hat und darum irgendwie der Wurm drin ist. Daher die Spieler beim HCL liefern sie agieren einfach unglücklich aber man kann niemandem einen Vorwurf machen

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