Diebe und Rockstars

09. Januar 2019 20:55; Akt: 09.01.2019 20:55 Print

Lugano-Trainer Ireland legt sich mit den Stars an

von Marcel Allemann - Der HC Lugano ist schwer angezählt. Nach der 4:7-Pleite gegen die ZSC Lions wird Klartext gesprochen.

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Zuletzt setzte es drei Niederlagen am Stück ab, und der Rückstand auf den Strich ist auf 5 Punkte angewachsen. Der stolze HC Lugano, im vergangenen Frühling noch im Final, droht erstmals seit 2011 wieder das Playoff zu verpassen. Die Lage ist ernst. Sehr ernst. Das sind sich auch die Direktbeteiligten bewusst.

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Schafft es der HC Lugano noch ins Playoff?

So erklärte Captain Maxim Lapierre nach der Pleite gegen die ZSC Lions mit ernster Miene: «Ab jetzt geht es in jedem Spiel um unser Überleben. Wir werden bis zur letzten Sekunde um das Playoff kämpfen.»

«Jeder weiss haargenau, was es geschlagen hat»

Auf die Frage, ob er sich den Anblick der Tabelle derzeit überhaupt noch antue, sagte derweil Luganos Goalgetter Gregory Hofmann: «Klar, ich schaue sie mir jeden Tag an. Jeder bei uns weiss haargenau, was es geschlagen hat.» Seine Forderung: «Wir müssen sofort einen Weg finden, wie wir auf dem Eis besser zusammenarbeiten können. Wenn man 7 Gegentore erhält, ist es unmöglich zu gewinnen.»

Richtiggehend in Rage redete sich Trainer Greg Ireland. Es seien nicht alle mit derselben Leidenschaft zu Werke gegangen; ein solches Verhalten sei ein absolutes No-go: «Das ist Diebstahl gegenüber dem Verein, der den Lohn bezahlt.» Und so stellte der Kanadier klar: «Wir brauchen nun Leute, die Schüsse blocken, und keine Rockstars.»

Wütender Ireland ist das schwächste Glied in der Kette

Er werde mit Sportchef Roland Habisreutinger sprechen, kündigte Ireland weiter an: «Vielleicht müssen wir nur mit jenen Spielern antreten, die bereit sind, alles für den Club zu geben.» Namen nannte er keine, aber es liegt auf der Hand, dass sich sein Ärger primär gegen Linus Klasen und Luca Fazzini, zwei der letzten Künstler in seiner auf Handwerker umgepolten Equipe, gerichtet haben dürfte.

Vielleicht war es einfach auch Irelands letztes Halali im Kampf um seinen ordentlich ins Wanken geratenen Job. Denn letztlich ist er als Trainer das schwächste Glied in der Kette.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Twiga am 09.01.2019 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich verstehe es nicht wirklich, bin zwar Z Fan, aber die Niederlage im Final war auch einfach Pech. Es hätte im siebten Spiel auch auf die andere Seite kippen können und Ireand wäre der gefeierte Held gewesen. Nun hat es nicht geklappt und anstatt mit einer "jetzt erst recht" Einstellung die neue Saison in Angriff zu nehmen, überwiegt offenbar die Enttäuschung und man ist nicht mehr bereit alles zu geben solang er Trainer ist. Find ich schade für Lugano, denn Ireland war näher dran als jeder andere seit 2006 und ich bin mir sicher, dass sie mit der richtigen Einstellungen gute Karten hätten...

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  • Xiong Da am 09.01.2019 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dienstahl an den Fans

    Es ist nicht nur ein Diebstahl am Club, besonders auch an den treuen Fans die viel Geld und Zeit aufwenden um ihren Club im Stadion zu unterstützen. Nicht nur bei Lugano, sondern auch bei anderen Mannschaften sind gewisse Leistungen einfach nur die reinste Frechheit.

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  • Linus am 09.01.2019 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ratlos

    Ireland ist der schuldige, zuerst Brunner jetzt Hofmann und Cunti und am liebsten noch Fazzini und Klasen loswerden. Dafür Holzfäller wie Sannitz pausenlos aufs Eis schicken. Löffel hatte am anfang nicht mal Powerplay gespielt und Cunti verschenkt man seit 1.5 Jahre in Linie 4 das erklärt ja so einiges. Ich frage mich ernsthaft ob wir in Lugano wierklich niemanden haben der weiss das man heute mit solchen Hockey nichts mehe gewinnt. Schade konnte Roland im gegensatz zu den Spieler nie ein Top Trainer verpflichten

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Perry am 10.01.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gogo

    Alles mit der Ruhe, es gibt noch ein Paar Punkte zu Holen. Und auch beim letzten Rang ist ja viel zu holen wie letztes Jahr bewiesen wurde. Forza Lugano

  • Duke#45 am 10.01.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Il Ticino Biancoblu

    Macht nur lämpen, das kommt AMBRI zugute!

  • hockeynut am 10.01.2019 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Identität

    Lugano hat seit Jahren dasselbe Problem: Spieler werden wegen ihres Namens geholt (siehe Brunner, Cunti, Klasen) und der gute Habisreutinger scheint nicht zu begreifen das man "Team Chemistry" nicht kaufen kann. Ein Rätsel das so jemand seit über 10 Jahren Sportchef sein darf. Nördlich von Lugano gibt's den HCAP-Dorfklub der mit bescheidenen, finanziellen Mitteln, gutem Scouting und vor allem viel Leidenschaft Hockey spielt. Man hat dort seine Identität wiedergefunden. Dasselbe sollte der HCL auch tun um zurück auf die Erfolgsspur zu kommen. Nur mit teuren Spielereinkäufen ist es nicht getan..

  • Papa Bär am 10.01.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Titel geht nach Bern

    Das interessiert doch niemanden! :D DerKübel geht eh nach Bern, merkt euch meine Worte! In der ganzen Schweiz ist wegen der Übermacht vom mächtigen Bär Panik ausgebrochen und es wird GEWEINT! Eishockey wird nur in Bern gespielt! #Sporthauptstadt

    • Mary am 10.01.2019 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Papa Bär

      Jöööööööö-Effekt: Dein Grössenwahn ist noch nicht verheilt. Die einen amüsieren sich ab Dir, die anderen ärgern sich. Ja ja schon schlimm wenn auf dem Hals ein Hohlkörper sitzt.

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  • ernestino am 10.01.2019 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Captain Chiesa

    Kleines Korrektur für die Redaktion: Maxim Lapierre ist nicht Captain vom HC Lugano sondern Alessandro Chiesa. Dies zur Info die den Bericht lesen..