12. Februar 2011 18:46; Akt: 12.02.2011 19:10 Print

Mark Streit

von Jürg Federer, New York - Mark Streit steht kurz davor, in den Trainingsalltag seiner Mannschaft zurückkehren. Gegenüber 20 Minuten Online verrät er seine Ziele für die Zukunft

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(*1982), Torhüter, Anaheim Ducks. Mit 59 Spielen in der Regular Season letzte Saison die absolute Nr. 1 der «Enten». Dies ist auch 2010/2011 so. Derzeit laboriert der Schweizer Nati-Goalie allerdings an Gleichgewichtsstörungen herum. Er fällt auf unbestimmte Zeit aus. (*1990), Verteidiger, Anaheim Ducks. Wurde vergangene Saison nach 8 Spielen zu den Junioren zurückgeschickt. Auch dieses Jahr begann er bei den «Grossen», wurde aber schnell in die AHL abgeschoben. Bereits im November wurde der Verteidiger wieder ins NHL-Team zurückgerufen. Am 23.11. erhielt er die Bewilligung, vom Hotel in eine eigene Wohnung zu ziehen. Das ist in der NHL gleichbedeutend mit einem Stammplatz. (*1988), Verteidiger, Montreal Canadiens. 11 NHL-Spiele (8 Regular Season/3 Playoffs) hat der Neuenburger bis Ende Saison 2009/2010 bestritten. Weber erhielt in den Testspielen der «Habs» zur aktuellen Spielzeit viel Vertrauen, trotzdem wurde er in die AHL abgeschoben. Im November erhielt er aber eine zweite Chance. Diese hat Weber gepackt. (*1974), Torhüter, Edmonton Oilers. Der Emmentaler wurde ins AHL-Team Oklahoma City Barons abgeschoben, wurde Mitte November von den Oilers aber wieder ins NHL-Team zurückgeholt. Am 25.11. kam er gegen Colorado zu seinem NHL-Comeback, nach nur zwei Spielen musste er am 1.12. aber wieder zurück ins Farmteam. Am 26.2. erhält er erneut den Marschbefehl fürs NHL-Team, da sich Oilers-Goalie Nikolai Khabibulin im Training am Auge verletzt hatte. Allerdings nimmt Gerber nur vorübergehend die Rolle des Ersatztorhüters ein. (*1977), Verteidiger, New York Islanders. Der Berner ist ein gestandener Mann in der NHL. Mit 49 Punkten war er vergangene Saison sogar drittbester Skorer seines Teams - und das als Verteidiger. Nun hat sich Streit aber im Trainingscamp an der Schulter verletzt und fällt deshalb wohl ein halbes Jahr aus. (*1985), rechter Flügel, Ottawa Senators. Der Klotener wurde nach seiner tollen Leistung an den Olympischen Spielen in Vancouver (5 Tore in 5 Spielen) unter Vertrag genommen. Er ist allerdings eher als Investition für die Zukunft zu betrachten. Wick wird eher im Farmteam wertvolle Erfahrungen sammeln. Vorerst wurde er in die AHL zu den Binghamton Senators geschickt. Am 24. Februar 2011 wird er erstmals in die NHL beordert. Am 25. kommt er zu seiner ersten NHL-Partie gegen die Buffalo Sabres. Nach zwei Spielen musste er wieder in die AHL, kam aber ab dem 17. März zu einer zweiten Chance. Nach vier weiteren NHL-Spielen musste der Schweizer am 25. März erneut zurück ins Farmteam. (*1992), Stürmer, New York Islanders. Der Erstrunden-Draft hat während dem Trainingscamp einen Dreijahresvertrag erhalten und konnte die Saison in der NHL beginnen. Nach guten Leistungen in den ersten Spielen hat «El Niño» seine Ansprüche auf einen NHL-Stammplatz unterstrichen. Nach neun Spielen wurde er jedoch zu den Junioren nach Portland abgeschoben. (*1983), Verteidiger, Dallas Stars. Für Blindenbacher gilt Ähnliches wie für Roman Wick. Der Zürcher hat sich zuletzt in Schweden einen Namen gemacht und versucht nun die NHL zu erobern. Doch auch er musste die Saison in der AHL beginnen. Am 23.11. erhielt er den «Marschbefehl» für die NHL. Ohne eine Minute Eiszeit wurde er am 1. Dezember zurück ins Farmteam geschickt. Am 14. Februar 2011 bricht er das Abenteuer Nordamerika ab. (*1990), Verteidiger, Nashville Predators. Der Berner hat auf eigenen Wunsch eine zusätzliche Saison in der Schweiz verbracht und sich in dieser Zeit in der NLA zu einem sicheren Wert etabliert. Wegen einer Handgelenk-Verletzung beginnt er aber die Saison beim Farmteam Milwaukee Admirals. Trotz solider Leistungen in der AHL wartet Josi noch auf sein NHL-Debüt. (*1990), rechter Flügel, Florida Panthers. Die Einladung ins Trainingscamp war für ihn schon ein Erfolgserlebnis. Für die NHL reichts dieses Jahr aber noch nicht. Er wird die Saison bei den OHL-Junioren der Oshawa Generals bestreiten. (*1989), Torhüter, Montreal Canadiens. Die NHL ist für den jungen Schweizer Keeper noch zu weit entfernt. Mayer will sich deshalb als Nummer 1 im Tor des AHL-Farmteams Hamilton Bulldogs etablieren. Immerhin hat er in einem Testspiel gegen Ottawa sein NHL-Debüt erlebt. (*1991), Verteidiger, Edmonton Oilers. Die Einladung ins Trainingscamp der Oilers war eine Überraschung und eine Belohnung für die guten Leistungen im «Rookie Camp». Schlumpf wurde am 20.9.2010 nach wenigen Tagen im Camp zu seinem Junioren-Team Shawinigan geschickt, mit dem er die Saison in der Juniorenliga QMJHL bestreiten wird. (*1987), rechter Flügel, Boston Bruins. Der schweizerisch-slowakische Doppelbürger hat auch im vierten Versuch den Sprung ins NHL-Stammkader bei Tampa Bay nicht geschafft und wartet weiterhin auf seinen ersten Einsatz in der härtesten Liga der Welt. Er spielte in der AHL für die Norfolk Admirals, bevor er am 10. Dezember zu den Boston Bruins getradet wurde und anschliessend in der AHL für Prividence spielte. Im Januar 2011 entschloss sich Simek für eine Rückkehr in die Schweiz und unterzeichnete einen Vertrag bei Servette.

Die Schweizer in der NHL.

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«Das Jahr, das ich verpasst habe, hänge ich am Ende meiner Karriere wieder an», sagt er. Der Nationalverteidiger will schliesslich noch den Stanley Cup gewinnen. 20 Minuten Online traf sich mit dem Starverteidiger in New York.

20 Minuten Online: Mark Streit, Wann können Sie wieder NHL-Eishockey spielen?
Mark Streit:
Persönlich fühle ich mich sehr gut, der letzte Kontrollbesuch beim Arzt war vielversprechend. Seit fünf Wochen trainiere ich wieder auf dem Eis und ich glaube deshalb, dass ein Comeback im Monat März möglich wäre. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Mein Arbeitgeber, die New York Islanders, haben bei meinem Comeback ein Wort mitzureden und wir werden einen Kompromiss finden müssen.

Der beste Spieler der New York Islanders sollte doch so schnell wie möglich in den Kader zurückkehren.
Wären wir mit den New York Islanders im Playoffrennen, würde das sicher zutreffen. Wir müssen aber davon ausgehen, dass wir die Playoffs im März nicht mehr erreichen können. Damit beginnt die sportliche Planung der nächsten Saison und da wird es für mich und die New York Islanders noch viel wichtiger sein, dass ich 100 Prozent fit bin.

Bei diesem vorsichtigen Zeitplan müssen wir aus Schweizer Sicht wohl auch eine WM-Absage von Mark Streit erwarten.
Die WM hat in Nordamerika keinen hohen Stellenwert. Mir persönlich bedeutet sie aber sehr viel. Das habe ich dem General Manager auch mitgeteilt und er ist ein kommunikativer Mensch, er hört auf mich. Es wäre weder für mich noch für die Nationalmannschaft gut, wenn ich ohne Wettkampfpraxis zur WM fahren würde. Wenn ich aber noch zehn bis zwölf NHL-Spiele spielen kann, will ich unbedingt zur WM reisen.

Also doch ein Comeback im März?
Es war immer mein Ziel, diese Saison noch Eishockey zu spielen. Ich versuche, den General Manager davon zu überzeugen, dass das für mich ein versöhnlicher Abschluss einer schlimmen Saison wäre. Ich glaube, dass ein Comeback noch in dieser Saison auch Vorteile für die New York Islanders mit sich bringt, denn ich bin der Überzeugung, dass ich besser in die nächste Saison starten werde, wenn ich diese Saison noch Eishockey spiele.

Was fehlt noch für ein Comeback?
Der Körperkontakt und die Slapshots. Ich kann seit fünf Wochen wieder Schlittschuhlaufen, ich kann mit dem Stock arbeiten, ich kann den Puck aus dem Handgelenk schiessen aber mit dem Körperkontakt, der Intensität des Spiels und den Slapshots von der blauen Linie fehlen mir noch die wichtigsten Elemente.

Was war das Schlimmste an der abgelaufenen Saison?
Dieser Winter war der längste Sommer, den ich jemals erlebt habe. Seit fünf Monaten absolviere ich ein Mammutprogramm, das von Morgens um 7 Uhr bis Nachmittags um 14 Uhr dauert und sehr ermüdend ist. Zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt muss ich am Nachmittag schlafen, um fit zu bleiben. Ich habe aber auch gemerkt, wie sehr ich Eishockey noch liebe. Mir fehlt der Nervenkitzel, die Herausforderung und der Wettkampf.

Beschreiben Sie das Mammutprogramm, das Sie seit fünf Monaten beschäftigt.
Morgens stehe ich vor 7 Uhr auf, um um 7.30 Uhr im Stadion bei der Physio Therapie zu sein. Um 9 Uhr gehe ich für eine Stunde mit dem Powerskatingcoach Bernie Cassell aufs Eis, danach absolviere ich eine Stunde Krafttraining, da ich nach meiner Verletzungspause praktisch die gesamte Muskulatur der Schulter neu aufbauen muss. Zum Abschluss mache ich konventionelles Krafttraining und so gegen 14 Uhr bin ich dann zuhause zum Essen.

Reisen Sie mit der Mannschaft an alle Spiele?
Nein, es macht einfach keinen Sinn, mit dem Flugzeug durch die Weltgeschichte zu fliegen, wenn das Ziel ist, möglichst schnell wieder fit zu sein.

Also können Sie uns nicht sagen, welche Stimmung im Team der New York Islanders herrscht?
Mittlerweile bin ich wieder näher am Geschehen, weil ich vier Mal pro Woche aufs Eis gehe. Aber wie Sie gesehen haben, bin ich alleine im Training. Das ist etwas trostlos.

Wann können Sie wieder mit der Mannschaft trainieren?
In einer Woche wird mein Arzt einen Krafttest mit mir durchführen, wenn ich bestehe, kann ich vielleicht schon bald mit meinem Team aufs Eis.

Was wollen Sie in Ihrer Karriere bei den New York Islanders noch erreichen?
Die Playoffs, ganz klar. Ich habe sie mit den Montreal Candiens erlebt. Als Eishockeyspieler arbeitet man ein Jahr lang hart, um im April fit und gerüstet für die Playoffs zu sein. Und dann will ich natürlich gewinnen, ich will den Stanley Cup in die Höhe stemmen.

Dafür sind auch Investitionen in Ihre Mannschaft notwendig.
Sehen Sie, ich glaube nicht, dass unser Team so schlecht ist, wie es die Tabelle wiedergibt. Wir hatten die ganze Saison Verletzungspech und einige unserer Spieler stecken noch mitten in der Entwicklung. Wir sind ein junges Team mit einer guten Verteidigung, im Sturm brauchen wir noch den einen oder anderen erfahrenen Spieler, da gebe ich Ihnen Recht.

Wie lange geben Sie sich Zeit, Ihr Ziel Stanley Cup zu erreichen?
Ein Jahr mehr als vor einem Jahr (schmunzelt). Die Saison, die ich in diesem Jahr verpasst habe, hänge ich am Ende meine Karriere an. Ich werde im Alter von 33 Jahren von der schlimmsten Verletzung meiner Karriere zurückkehren und ich denke, ich werde noch besser sein als zuvor. Schliesslich habe ich ein Jahr weniger auf meinem Kilometerzähler. Und wenn ich bedenke, dass ich erst seit sechs Jahren in der NHL spiele, mute ich mir schon noch sieben weitere Saisons in dieser physisch harten Liga zu. Detroit-Verteidiger Niklas Lidström spielt auch im Alter von 40 Jahren immer noch auf höchstem Niveau.