Lugano-Goalie

13. März 2019 10:14; Akt: 13.03.2019 10:54 Print

Merzlikins patzt mehrfach und rastet aus

Der Lugano-Torhüter erlebt beim 1:5 im zweiten Viertelfinal-Spiel gegen Zug einen Abend zum Vergessen. Sein Frust darüber ist gewaltig.

Ein Aussetzer nach dem anderen: Lugano-Torhüter Elvis Merzlikins lässt einfach die Scheibe liegen und sich später zum 0:2 erwischen. (Video: SRF)
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Elvis Merzlikins ist mit ein Grund, weshalb der HC Lugano den Playoff-Einzug schaffte. Der Torhüter liess während der Qualifikation immer wieder seine Klasse aufblitzen, seine Leistungen schwankten allerdings. In den einen Partien war er ein verlässlicher Rückhalt, dann wiederum zog der Lette einen schwarzen Abend ein. Deshalb lag er mit 104 kassierten Toren in 43 Spielen (siebenmal lief Stefan Müller von Beginn weg auf) über dem Durchschnitt der National League (87 Gegentore) und einer Fangquote von 92,07 Prozent über dem Mittelwert (91,65).

Merzlikins träumt von einer Zukunft in der NHL. Doch im ersten Heimspiel der Luganesi in der Viertelfinal-Serie gegen den EV Zug lieferte der 24-Jährige alles andere als eine gute Visitenkarte für die beste Eishockeyliga der Welt ab. Im Gegenteil: Die eine oder andere Szene würde er wohl am liebsten aus dem Netz löschen.

Das Unheil beginnt im Startdrittel. Während eines Powerplays der Tessiner entwischt Reto Suri. Merzlikins kann zwar klären, lässt dann allerdings die Scheibe fallen. Offenbar ist er davon ausgegangen, dass der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat. Es läuft aber weiter und nur mit Glück können die Gastgeber das 0:1 verhindern. 46 Sekunden vor Ende des Drittels lässt sich der Keeper unglücklich zwischen den Beinen erwischen, wobei sein Teamkollege Taylor Chorney im Zweikampf mit Dario Simion die Scheibe mit dem Stock noch entscheidend ablenkt.

Ausraster nach Fehlgriffen

Das 0:2 muss Merzlikins auf seine Kappe nehmen. In der 25. Minute kommt Zugs Garrett Roe zum Abschluss. Der lettische Goalie mit Schweizer Lizenz fährt seine Fanghand aus, streift den Puck aber nur, sodass dieser im hohen Bogen im Tor landet. Wieder schaut Merzlikins grimmig aus seiner Maske und schüttelt ungläubig den Kopf.

Auch beim 0:3 (27.) hinterlässt der Torhüter keinen sicheren Eindruck. Ihm ist allerdings die Sicht leicht verdeckt, als Dominic Lammer ins obere Toreck zielt und trifft. Vier Minuten später muss Merzlikins bereits wieder hinter sich greifen. Bei Lino Martschinis Hammer hat er freie Sicht, aber kaum Abwehrchancen. Nach dem dritten Treffer innert fünf Minuten lässt Merzlikins den angestauten Frust an seinem Stock aus. Er macht Kleinholz aus ihm und kassiert dafür eine Strafe.

Alles kommt zusammen: HCL-Goalie Merzlikins sieht auch beim 1:5 nicht gut aus – seinen Stock zertrümmert er schon vorher. (Video: SRF)

Und als wäre das alles noch nicht genug, muss Merzlikins 36 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnitts gar das 1:5 hinnehmen – Grégory Hofmann hat zwischenzeitlich (34.) verkürzt. Ein weiteres Mal erwischt Martschini ihn, wobei der Puck knapp unter der Fanghand durchfliegt.

Eines ist klar: Merzlikins muss sich am Donnerstag in Zug massiv steigern, ansonsten droht dem HC Lugano schon früh das Playoff-Aus.

Megaflop schon im Dezember

Bereits während der Qualifikation war Merzlikins im Dezember ein grober Schnitzer unterlaufen. Ausgerechnet im Tessiner Derby sorgte er für ein kurioses Eigentor. Im dritten Duell der Saison mit Ambri-Piotta verliess der Goalie in der Startphase seinen Kasten, um das Spiel mit einem Querpass zu beschleunigen. Stattdessen lenkte der Lette den Puck ins eigene Gehäuse ab und ermöglichte den Leventinern dadurch nach 87 Sekunden die Führung. Sein Team konnte den Rückstand aber wettmachen und die Partie vor eigenem Anhang 5:3 gewinnen.


Ausflug endet mit Megaflop: HCL-Keeper Merzlikins startet im Dezember mit einem kuriosen Eigentor ins Tessiner Derby. (Video: SRF)

Eishockey

(ddu)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jorma Peltonen am 13.03.2019 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schnörkeloses Tempospiel

    Lugano kommt gar nie zu einem gepflegten Spielaufbau, immer ein Schritt zu spät. Der EVZ schnörkellos und genaues Passspiel, alle sind fokussiert. Auch mit Physis absolut kein Problem. Die kleinen Roe, Martschini, Lammer wirbel nur so rum und Simion gibt seinem youth Team noch den Rest. Eine Augenweide was Tangnes mit diesen Jungs auf das Eis zaubert. Kann und soll so weiter gehen.

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  • B'N'G am 13.03.2019 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfsache

    Elvis ist meiner Meinung nach mit Genoni der beste Keeper in der Schweiz... Das Problem ist einfach, dass er, anders als Genoni, mit dem Kopf bereits beim neuen Team (Columbus oder AHL?) ist... Und mit solchen Leistungen, wie er leider häufig in dieser Saison zeigt, wird er kaum in der NHL eine Chance kriegen. Jedoch frage ich mich seit wann es eine Strafe fürs Stockzerschlagen gibt? War nicht der erste diese Saison, jedoch das erste Mal, dass ich eine Strafe sah. Nun heisst für Elvis und ganz Lugano wiedermal: NON MOLLARE MAI!

  • Mr. Vollgas am 13.03.2019 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Merzlikins

    Das Problem alleine auf Merzlikins zu reduzieren ist nicht fair - es ist immer noch ein Mannschaftssport. Seine Kollegen haben so gut wie möglich gespielt. Aber mit einem EVZ der spielerisch so konsequent und effizient auftritt, hat der HCL seinen Meister gefunden. Auch wenn Merzlikins noch das eine oder andere Tor verhindert hätte, es hätte trotzdem nicht gereicht. Wenn der EVZ die weiteren Partien auf diesem Niveau spielen kann, ist er definitiv ein klarer Meisteranwärter. Ich habe selten so schönes Eishockey gesehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • evz am 13.03.2019 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ciao playoffs

    Das einzige was Lugano noch retten kann ist wenn Ireland gehen muss aber keine sorge das wird nicht passieren. Danke lieber lugano vorstand

  • Linus am 13.03.2019 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    habe aufgegeben

    Es war leider abzusehen, die ganze Saison sowas von schwach, kein System. ein Powerplay das man nicht mal in der Hobby Liga sieht, Fazzini der in etwa 7 Minuten Eiszeit erhält usw. krass wie Ireland diese Mannschaft vor den Augen des DS und Vorstandes kaputt machen kann. Zug ist nicht überstark aber das braucht es auch gar nicht die können im Schohngang durchmarschieren. Eigentlich sollte es gegen die Spielerisch starken Zuger rumpeln aber nicht mal das tut es. Zum glück müssen wir nicht den Playoutfinal gegen Rappi spielen den wir würden ihn zu 100% verlieren.

    • Stefano am 16.03.2019 02:43 Report Diesen Beitrag melden

      Ti amo Lugano

      Jetzt lass aber mal die Kirche im Dorf, Möchtegern-Klasen. Brutal schwach die ganze Saison! Man hat ja NUR die meisten Tore geschossen und ist immerhin in die Playoffs gekommen! Wie schändlich!! Ansprüche haben wie ZSC. Dann geh doch zu denen. Ich liebe Lugano und ich bin stolz darauf wie wir spielen und wenn Lugano nun wirklich gegen Zug untergeht, dann hat man wenigstens etwas gewonnen: Ruhe von den MODEFANS.

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  • Mr. Vollgas am 13.03.2019 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Merzlikins

    Das Problem alleine auf Merzlikins zu reduzieren ist nicht fair - es ist immer noch ein Mannschaftssport. Seine Kollegen haben so gut wie möglich gespielt. Aber mit einem EVZ der spielerisch so konsequent und effizient auftritt, hat der HCL seinen Meister gefunden. Auch wenn Merzlikins noch das eine oder andere Tor verhindert hätte, es hätte trotzdem nicht gereicht. Wenn der EVZ die weiteren Partien auf diesem Niveau spielen kann, ist er definitiv ein klarer Meisteranwärter. Ich habe selten so schönes Eishockey gesehen.

    • sandro am 14.03.2019 07:49 Report Diesen Beitrag melden

      nönö...

      Ich gebe dir in vielen Punkten recht. Merzlikins ist nicht alleine schuld, Zug spielt gut, ok, aber dass Lugano so gut wie möglich gespielt hat? wirklich nicht! Lugano spielt derzeit lausig, gewinnt keine Zweikämpfe, ungenaue Pässe und vieles weitere. Wenn Lugano sein Potential ausschöpfen würde, gäbe es eine sehr spannende Serie, bei der sich erst noch zeigen müsste, ob sie in Zug ihren Meister gefunden hätten... Aber die Zuger müssen aufpassen, sobald sie auf einen Gegener stossen, der nicht schläft, wird es, auch wenn sie so gut spielen wie derzeit, nicht mehr so einfach...

    • Hockeygott am 14.03.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      EVZ um Klassen besser

      Schon mal gehört, mann ist nur so gut wie es der Gegner zu lässst!

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  • Perry am 13.03.2019 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Forza Lugano

    Also gestern konnte ich ja kaum hinsehen. Was da die Luganesi leisteten, war ja grauenhaft. Ich hoffe schwer sie nehmen den Finger raus und zeigen was sie wirklich können. Noch eine Niederlage, dann wirds sehr schwierig.

  • HCL FAN am 13.03.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Bin ein grosser Elvis Fan,aber soo hat er in der NHL null Chancen.Bin aber von allen Spielern enttäuscht kein Kampfgeist keine Leidenschaft,geht bald in die Ferien :-(

    • Tessiner Katze am 14.03.2019 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      Warum schon jetzt aufgeben??

      Ich finde genau JETZT müssen wir unsern Spielern den Rücken stärken! Echte Fans sind da bis zum Ende! Come on! Lugano ist mehr als einmal aus einer schwierigen Situation wieder aufgestanden! Darum gilt für mich weiter dran glauben FORZA LUGANO e NON MOLLARE ADESSO!

    • FORZALUGANOOGGIVINCEREMO am 16.03.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Tessiner Katze

      Ach hätten nur alle Bianconeri so eine Einstellung wie du. Leider sieht es in der Realität so aus, dass, wenn das Team gewinnt, das ja wohl das mindeste ist, geradezu selbstverständlich, man sich das ja verdient hat (also der Fan) und wenn das Team verliert, dann darf man sie niedermachen, schliesslich gilt das dann als Weckruf. In der Schweiz ist diese Grundarroganz noch stärker als in Ö oder D. Leider. Aber zum Glück gibt es dich und mich. Ich weiss nicht, wie die Spieler so Motivation finden, für solche Fans würde ich nicht spielen wollen, Autogramme geben etc.

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