Spengler Cup 2012

31. Dezember 2011 16:56; Akt: 31.12.2011 16:58 Print

Mit Fribourg und zwei KHL-Teams?

von Klaus Zaugg - Der Spengler Cup 2011 ist Geschichte. Im Hintergrund laufen nur wenige Stunden nach dem Final-Triumph des HC Davos aber schon längst die Vorbereitungen für die nächste Austragung in einem Jahr.

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Der HC Davos gewinnt zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte den Spengler Cup. Das Team von Arno Del Curto besiegt im Final den KHL-Vertreter Dinamo Riga knapp mit 3:2. Dinamo-Trainer Pekka Rautakallio konnte die Final-Pleite trotz grossem Einsatz an der Bande nicht verhindern. Seine Mannschaft konnte nur zeitweise ihre Leistung abrufen. Dinamo Riga qualifiziert sich nach dem HCD als zweite Mannschaft für den Final. GA Wolfsburg konnte lange Zeit mithalten. Nicht nur das: Über weite Strecken waren sie sogar die bessere Mannschaft. Am Schluss schaute dennoch ein 4:1-Sieg für die Letten heraus. Finale O-ho! Dank einem 4:2-Sieg gegen die Widersacher aus Vitkovice steht der HCD am Spengler Cup im Finale. Allerdings lieferten die Tschechen dem Gastgeber einen harten Fight. Und überdies zeigte sich HCD-Coach Arno Del Curto oft unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Wolfsburg schafft die Überraschung und wirft das Team Canada aus dem Turnier. Mit 3:2 nach Penaltys müssen sich die Favoriten gegen den Underdog aus Deutschlang geschlagen geben. Domenico Pittis kann es kaum fassen. Am Freitag spielt Wolfsburg gegen Dinamo Riga um den Finaleinzug am Spengler Cup. Den anderen Halbfinal bestreiten der HC Davos und Vitkovice. Anders Eldebrink muss zusehen, wie seine Spieler während 60 Minuten nicht auf Touren kommen. Für Torhüter Ronnie Rüeger war es ein Turnier zum Vergessen. Die Tschechen vom HC Vitkovice stehen dagegen als dritter Halbfinalist fest. Wer hätte das gedacht? Gleich mit 8:1 fertigt Gastgeber Davos das Team Canada ab. Massgeblich mitverantwortlich für das Davoser Torfestival: Petr Sykora mit drei Toren. Nach dem zweiten Drittel stand es 2:1 für Davos - hernach brachen die Kanadier ein. Gruppensieg! Dinamo Riga bleibt auch gegen die Grizzly Adams Wolfsburg ungeschlagen. Mangelnden Kampfgeist oder Siegeswillen müssen sich die Wolfsburger aber gewiss nicht vorwerfen lassen. Endstation Maris Jucers: Lange bissen sich die Deutschen die Zähne an Rigas Hintermann aus. Leonardo Genoni (m.) sichert seiner Mannschaft mit einer grandiosen Parade kurz vor Schluss den Sieg. Seine Teamkollegen bedanken sich bei ihrem Schlussmann. Die HCD-Fans haben Grund zu feiern. Nach dem 2:1 über Vitkovice kann der HCD morgen um den Gruppensieg spielen. Reto von Arx (r.) und seine Mannschaft hat die Aufgabe gegen die punktelosen Tschechen souverän gemeistert. Nun geht es morgen gegen das Team Kanada. Die Flyers können wieder lachen! Das überzeugende 6:0 gegen Wolfsburg ist gleichzeitig der erste Sieg am Spengler Cup. Wolfburgs Keeper Daniar Dshunussow kann die Scheibe im letzten Moment sichern. Matchwinner ist Roman Wick (m.). Der Stürmer trifft doppelt, sein zweites Tor zum 6:0 ist besonders sehenswert. Das Team Canada feiert gegen Vitkovice einen klaren 7:1-Sieg. Die Kanadier haben gut lachen. Die Tschechen wussten oft nicht, was sie machen sollen. Die Kloten Flyers kassieren beim 2:9 gegen Dinamo Riga fast ein «Stängeli». Riga-Trainer Pekka Rautakallio scheint trotz des klaren Resultats nicht alles zu passen. Die Klotener kamen gegen die Letten meistens einen Schritt zu spät.

Die besten Bilder des Spengler Cup.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Fredy Pargätzi ist zwar mit dem Turnier 2011 zufrieden. Aber wie «sein» Trainer Arno Del Curto versucht auch er, immer besser zu werden und den Spengler Cup weiterzuentwickeln.

2011 ist das zweite Turnier nach dem neuen Modus und der Aufstockung von fünf auf sechs Teams. Die Sorge war recht gross, dass es beim neuen Modus zu einem Zuschauerrückgang kommen könnte. Weil ja nicht mehr für jeden Tag klar ist, wer gegen wen spielt.

Aber jetzt zeigt sich beim zweiten Turnier nach dem von NLA-Spielplanleiter Willy Vögtlin entwickelten Modus, dass diese Sorge unbegründet war. «Wer werden den neuen Modus und die Anzahl Teams für mehrere Jahre beibehalten», sagt Pargätzi gegenüber 20 Minuten Online.

Ein KHL-Spiel vor dem Spengler Cup?

Offen ist noch, wer nächstes Jahr neben dem HC Davos und dem Team Canada das Turnier bestreitet. «Wir überlegen uns, ob wir wie 2010 zwei KHL-Teams einladen wollen. Diese Mannschaften könnten dann auch wie 2010 vor dem Turnier ein KHL-Meisterschaftspiel austragen.»

Noch ist nicht definitiv entschieden, wer der zweite Schweizer Teilnehmer sein wird. Aber Fribourg-Gottéron ist mehr oder weniger gesetzt (20 Minuten Online berichtete). Pargätzi sagt es so: «Es spricht eigentlich alles für und nichts gegen eine Teilnahme von Gottéron.» Er führt weiter aus, das Turnier habe auch keinen Grund geliefert, nächstes Jahr auf einen Teilnehmer aus der DEL zu verzichten. Wolfsburg habe ihn auf der ganzen Linie positiv überrascht und er sagt: «Eigentlich gehören die Deutschen doch heute zu unserem Turnier.» Damit ist noch offen, ob 2012 ein Team aus Skandinavien, Tschechien oder dann halt zwei Mannschaften aus der KHL kommen werden.

Spengler Cup: Business und Sport

Die Frage, warum es dieses Jahr zu teilweisen extremen Resultaten gekommen ist, hat auch Pargätzi beschäftigt. «Ich glaube nicht, dass es sich um einen Trend handelt. Viel eher dürfte es eine Folge von Zufälligkeiten sein, die bei einigen Spielen zu so klaren Resultaten geführt haben.»

Fredy Pargätzi, ein ehemaliger NLA-Spieler, ist der ruhende Pol des Turniers. Von allen Sportgenerälen in unserem Land ist er einer der erfolgreichsten, weil er beides versteht: Das Business und den Sport. Und die Sache und nicht das Ego in den Vordergrund stellt. Die Nordamerikaner haben für Männer wie Pargätzi einen Ausdruck kreiert: «A true hockey man». Am wohlsten ist es ihm nicht im VIP-Bereich, sondern beim Match auf der Südwesttribune, von wo er auch den Final-Triumph seines HCD beobachtet hatte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andi Herzog am 02.01.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Jackpot

    Ich hatte als Flyers Fan grosse Mphe damit, dass man sich nicht mit 4-5 Dpielern verstärkt hat. Wenn ich jedoch lese (NZZ), dass die Flyers lediglich Fr. 80 000.00 bekommen haben, sieht das natürlich anders aus! Entwicklungshilfe inkl. Millionen Jackpot für den HCD. LIeber Durchspielen als Pause zwischen Weihnachten / Neujahr.

  • Toni am 31.12.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    ..inkl. FIN,SWE oder NOR..

    Danke Davos für den Anlass. War super. Evtl. haben einige Teams am Anfang einfach nur Mühe mit der Höhenluft gehabt. Hoffe es klapp nächstes Jahr auch mit einem Skandinavischen Team.

  • paedu am 31.12.2011 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schön wars

    freue mich schon auf nächstes Jahr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Herzog am 02.01.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Jackpot

    Ich hatte als Flyers Fan grosse Mphe damit, dass man sich nicht mit 4-5 Dpielern verstärkt hat. Wenn ich jedoch lese (NZZ), dass die Flyers lediglich Fr. 80 000.00 bekommen haben, sieht das natürlich anders aus! Entwicklungshilfe inkl. Millionen Jackpot für den HCD. LIeber Durchspielen als Pause zwischen Weihnachten / Neujahr.

  • Saliven am 31.12.2011 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super modus

    Gratuliere zu diesem guten modus. Der hat sich was ausgedacht. Man hat chancen bis zum schluss. Besser gesagt, man kann ein schlechtes spiel wieder korrigieren. Hat spass gemacht mal wieder.

  • Toni am 31.12.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    ..inkl. FIN,SWE oder NOR..

    Danke Davos für den Anlass. War super. Evtl. haben einige Teams am Anfang einfach nur Mühe mit der Höhenluft gehabt. Hoffe es klapp nächstes Jahr auch mit einem Skandinavischen Team.

  • paedu am 31.12.2011 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schön wars

    freue mich schon auf nächstes Jahr.