Anaheim Ducks

14. Dezember 2011 09:13; Akt: 14.12.2011 10:09 Print

Mit einer wilden Party zur Wende?

von Klaus Zaugg, Anaheim - Nur Jonas Hiller blieb nüchtern und Luca Sbisa weiss nicht mehr, wie er ins Bett gekommen ist. Aber vielleicht finden die Anaheim Ducks dank der «Rookies Night» aus der Krise.

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(*1977), Verteidiger, New York Islanders. Der Berner verpasste die ganze letzte Saison wegen einer Schulterverletzung. Der drittbeste Skorer der Islanders der Saison 2009/2010 (als Verteidiger notabene) will nun neu durchstarten. Als erster Schweizer überhaupt ist er Captain eines NHL-Teams. (*1982), Torhüter, Anaheim Ducks. War letzte Saison eigentlich die unbestrittene Nummer 1 der «Enten», doch dann liessen ihn plötzlich seltsame Gleichgewichtsstörungen ausfallen. Diese scheinen überwunden zu sein. (*1990), Verteidiger, Anaheim Ducks. Erhielt im März 2011 einen Millionenvertrag, der ihn für weitere vier Jahre an die «Ducks» bindet. Der Zuger hat sich in der NHL durchgesetzt. (l., *1988), Verteidiger, Montreal Canadiens. seit 2008 bei den «Habs». In den ersten beiden Jahren jeweils für rund eine Handvoll Partien in der NHL im Einsatz, sonst im Farmteam. 2010/2011 kam Weber dann auf 41 Einsätze (plus 3 Playoff-Partien), was ihm einen neuen Zweijahresvertrag einbrachte. (*1992), Stürmer, New York Islanders. Der Erstrunden-Draft erhielt während dem Trainingscamp 2010 einen Dreijahresvertrag und begann die Saison in der NHL. Doch nach nur 9 Spielen musste «El Niño» zurück zu den Junioren. Die Chancen standen gut, die Saison 2011/2012 als Stammspieler der Islanders in Angriff zu nehmen. Doch Niederreiter verletzte sich und wurde deshalb vorerst im AHL-Farmteam aufgebaut. Nach sechs Spielen kehrte er am 14. November zu den Islanders zurück. (l., *1986), Verteidiger, Montreal Canadiens. Mit seinen guten Leistungen an der WM in der Slowakei erspielte sich der Zuger einen Einjahres-Zweiweg-Vertrag bei den «Habs». Der 25-Jährige war auch von Chicago umworben worden. Am 6. Oktober kam Diaz zum Saisonauftakt gegen Toronto (0:2) zu seinem NHL-Debüt und steht seither regelmässig im Kader der Kanadier. (l., *1990), Verteidiger, Nashville Predators. Die erste Saison in Übersee verlief für den Berner nicht nach Wunsch. Er brach sich in der Vorbereitung das Handgelenk und verbrachte daraufhin die gesamte Spielzeit in der AHL bei den Milwaukee Admirals. Auch die zweite Übersee-Saison begann für Josi nicht optimal. Erneut hat er sich im Trainingscamp verletzt. Offiziell war von einer Oberkörperverletzung die Rede, doch eigentlich ist es eine Hirnerschütterung. Die dritte in Josis noch junger Karriere. Am 2. Oktober wurde der Berner deshalb erneut ins Farmteam geschickt. Er darf aber trotzdem auf NHL-Einsätze hoffen. Am 26. November 2011 kam Josi gegen Detroit zu seinem Debüt für die Nashville Predators. (*1992), linker Flügel, Calgary Flames. Der Erstrunden-Draft konnte sich im diesjährigen Trainingscamp knapp nicht durchsetzen. Er wurde zurück zu den Junioren nach Portland geschickt. Bärtschi war der letzte Kreativspieler, der den Kaderschnitt nicht überstand. Nach einer starken Saison mit den Junioren wurde der Langenthaler am 8. März doch noch in die NHL berufen, wo er tags darauf gegen die Winnipeg Jets zum Debüt kam. (*1990), rechter Flügel, Montreal Canadiens. Wurde 2010 doch etwas überraschend ins Trainingscamp der Florida Panthers eingeladen, verbrachte die Saison aber bei den OHL-Junioren der Oshawa Generals. Dort hinterliess der Berner eine derart gute Visitenkarte, dass er von den Montreal Canadiens einen Dreijahresvertrag erhielt. Der 20-Jährige, der nicht gedraftet wurde, konnte sich den Verein gar aus mehreren Offerten aussuchen. Dennoch ist Berger noch nicht für einen Platz in der NHL reif. Die «Habs» haben ihn aus dem Trainingscamp ins Farmteam zu den Hamilton Bulldogs abgeschoben. , (*1978), Torhüter, St. John's IceCaps (AHL). Nach vier Saisons Abstinenz wollte es der Freiburger noch einmal in der NHL versuchen und unterschrieb einen Probevertrag bei den Winnipeg Jets. Der Stanley-Cup-Sieger von 2001 mit Colorado schaffte es nicht ins Team des NHL-Neulings - am 4. Oktober einigte er sich mit dem AHL-Farmteam St. John's IceCaps auf einen Vertrag. Damit wahrt sich Aebischer die Chance auf ein NHL-Comeback auf Umwegen. (*1989), Torhüter, Montreal Canadiens. Die NHL ist für den jungen Schweizer Keeper nach wie vor zu weit entfernt. Mayer wird die Saison erneut im Farmteam bei den Hamilton Bulldogs bestreiten. Immerhin kam er wie im Vorjahr bei einem Testspiel der «Habs» zum Einsatz.

Die Schweizer in der NHL-Saison 2011/2012.

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Der letzte Montag war im wahrsten Sinne des Wortes ein «Mad Monday» für die Spieler der Anaheim Ducks: Am Samstag erlitten sie in Nashville bereits die dritte Niederlage im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Bruce Boudreau. Und am Sonntag folgte gleich das grosse Besäufnis. In der NHL ist es nämlich Brauch, dass die ganze Mannschaft einmal während der Saison gemeinsam zum Essen und Feiern auf Kosten der Neulinge ausrückt. «Rookies Night» heisst dieses Ritual. «In Philadelphia war ich einer von drei Rookies und die Fete hat jeden von uns 8780 Dollar gekostet. Daran erinnere ich mich noch ganz genau», erzählt Luca Sbisa.

Party schützt vor Training nicht

Der Zuger wird am 30. Januar zwar erst 22. Aber mit 151 NHL-Spielen (2 Tore/23 Assists) ist er längst kein Rookie mehr. Also musste er das Portemonnaie in der Nacht auf den letzten Montag nicht hervorkramen. Die Mannschaft reiste mit dem Bus von Anaheim nach San Diego, besuchte ein Football-Spiel und anschliessend folgten Essen und Party und Übernachtung im Hotel. Am Montag gings im Bus wieder heim nach Anaheim und um 14.00 Uhr standen beim Training alle wieder auf dem Eis. Torhüter Jonas Hiller ist der Einzige im Team und einer der wenigen NHL-Profis, der konsequent keinen Alkohol konsumiert. Auch nicht Bier. «Wahrscheinlich fühlte ich mich deshalb am Montag im Training ein wenig besser als die meisten Teamkollegen.» Beim Training am Dienstagnachmittag waren dann alle wieder ausgenüchtert.

Wende aus Tradition?

Es sei wild zu und her gegangen, sagt Sbisa. Er wisse nicht mehr genau, wie er eigentlich ins Bett gekommen sei. «Aber ich bin im Bett aufgewacht.» Die Ducks dürften gut und gerne 25 000 Dollar verzecht haben. Möglicherweise gut investiertes Geld. «Letzte Saison haben wir nach der Rookies Night die Krise überwunden. Vielleicht ist es ja auch diesmal so.» Heute Abend spielt Sbisa mit den Ducks zu Hause gegen Phoenix.

Die Gründe, warum Teams funktionieren oder eben nicht, sind in der NHL die gleichen wie in der NLA oder in der NLB oder in der 1. Liga. In Krisenzeiten hauen auch bei uns die Spieler mal gemeinsam auf den Putz oder treffen sich zum Fondue. In Anaheim ist nun eben die «Rookies Night» gerade zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

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