Eishockey-WM

18. Mai 2019 19:25; Akt: 24.05.2019 14:05 Print

Revanche verpasst – Nati verliert gegen Schweden

Die Schweiz verliert die Wiederauflage des WM-Finals von 2018 3:4. Eine ausgeglichene und intensiven Partie wurde am Ende durch die schwedische Effektivität entschieden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schweden bleibt für das Eishockey-Nationalteam das Rote Tuch. Die Schweizer gewinnen auch an der WM in Bratislava gegen die Schweden nicht. Nach einer frühen Führung resultierte eine 3:4-Niederlage. Die Partie hätte anders laufen können. Nach der frühen Führung durch Sven Andrighetto schon nach vier Minuten boten sich in Überzahl zwei Chancen zum 2:0. Gregory Hofmann und Lino Martschini besassen in dieser Phase die besten Chancen. Im zweiten Abschnitt kamen wieder Hofmann, Andrighetto, Roman Josi und Noah Rod zu Grosschancen. Und Philipp Kuraschew traf in der 33. Minute den Pfosten.

Die wichtigsten Goals in dieser Phase erzielten indessen die Schweden: Alexander Wennberg glich nach 19 Minuten im Powerplay zum 1:1 aus. Und im zweiten Abschnitt gingen die Schweden durch William Nylander und Erik Gustafsson innerhalb von drei Minuten 2:1 und 3:2 in Führung. Die Schweizer Freude über den 2:2-Ausgleich von Joel Genazzi währte bloss 30 Sekunden lang.

Euphorie tat den Schweizern am Samstag alles andere als gut. Die Schweizer fighteten im Schlussabschnitt. Sie demonstrierten Stärke. Sie verdienten sich den 3:3-Ausgleich durch Gaetan Haas in der 51. Minute. Aber 80 Sekunden später führte Schweden schon wieder.


Der Ausgleich durch Haas (Quelle: SRF)

Trotzdem: Das Schweizer Spiel macht Mut. Vor einem Jahr in Kopenhagen verlor die Schweiz gegen Schweden in der Vorrunde 3:5 und sah damals nicht einmal annähernd so gut aus wie am Samstagabend beim .:. von Bratislava. Nur im ersten Abschnitt agierte Schweden klar überlegen. Ab dem zweiten Drittel erspielten sich die Schweizer die besseren Torchancen. Die Effizienz im Abschluss muss besser werden. Und das Powerplay - vor einem Jahr in Kopenhagen der Grund der Schweizer Silbermedaille in Kopenhagen - produzierte diesmal aus sechs Chancen kein Tor, auch wenn der 3:3-Ausgleich unmittelbar nach einer schwedischen Strafe fiel.

Viertelfinals erreicht

Trotz der Niederlage müssen die Schweizer nicht mehr länger um die Viertelfinals bangen. Die Schweiz kann in der Gruppe B nicht mehr aus den Top 4 fallen. In den letzten beiden Gruppenspielen bietet sich gegen Russland (am Sonntag) und gegen Tschechien (am Dienstag) die Chance, um die Plätze 1 bis 4 zu spielen.

Zur sicheren Viertelfinalqualifikation reichte der Schweiz eine Niederlage mit einem Goal Unterschied. Bei einem 3:5 hätte die Schweiz weiter bangen müssen. Dennoch nahm Nationalcoach Patrick Fischer schon über 100 Sekunden vor Schluss Goalie Reto Berra für einen zusätzlichen Stürmer vom Eis. Den Schweden bot sich eine Chance für einen Schuss ins leere Tor; die Skandinavier suchten aber nicht entschlossen ein weiteres Goal. Fischers Mut, den Goalie vom Eis zu nehmen und doch noch den Punktgewinn zu suchen, zeigt besser als alles andere auf, dass die Schweizer in der Slowakei gross denken.

Den Unterschied im Spiel gegen Schweden machte der schwedische Jung-Stürmer William Nylander aus. Der 23-Jährige der Toronto Maple Leafs stieg als WM-Topskorer in die Partie und steuerte erneut ein Tor und zwei Assists bei. In den ersten fünf WM-Partien gelangen Nylander fünf Tore und 9 Assists. Das ist ein feiner Trost für eine enttäuschende NHL-Saison, in der sein Punktetotal von 61 (Saison 17/18) auf 27 schrumpfte.

Telegramm:

Schweden - Schweiz 4:3 (1:1, 2:1, 1:1)

Bratislava. - 9085 Zuschauer. - SR Gouin/Nikolic (CAN/AUT), Jensen/Ondracek (DEN/CZE).
Tore: 5. Andrighetto (Haas) 0:1. 19. Wennberg (Klingberg/Ausschluss Simon Moser) 1:1. 26. Nylander (Hörnqvist, Larsson) 2:1. 28. (27:58) Genazzi (Josi/Ausschlüsse Larsson; Praplan) 2:2. 29. (28:28) Gustafsson (Nylander/Ausschlüsse Larsson; Praplan) 3:2. 51. (50:27) Haas (Scherwey, Bertschy) 3:3. 52. (51:47) Ekman-Larsson (Nylander, Wennberg) 4:3.
Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Schweden, 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz.
Schweden: Lundqvist; Larsson, Ekman-Larsson; Klingberg, Ekholm; Gustafsson, Marcus Pettersson; Elias Pettersson, Lindholm, Landeskog; Hörnqvist, Wennberg, Nylander; Kempe, Lander, Eriksson; Lindblom, Krüger, Rasmussen; Bratt.
Schweiz: Berra; Fora, Frick; Weber, Josi; Diaz, Genazzi; Loeffel; Ambühl, Bertschy, Simon Moser; Fiala, Hischier, Praplan; Andrighetto, Haas, Scherwey; Martschini, Kuraschew, Hofmann; Rod.
Bemerkungen: Schweiz ohne Janis Moser (verletzt), Genoni (Ersatztorhüter) und Mayer (überzähliger Goalie).
Pfostenschüsse: 3. Ekman-Larsson, 33. Kuraschew. - Schweiz ab 57:56 ohne Goalie.
Schüsse: Schweden 29 (12-10-7); Schweiz 24 (6-11-7).
Powerplay-Ausbeute: Schweden 1/3; Schweiz 0/6.

Resultate: Lettland - Russland 1:3 (1:0, 0:3, 0:0). Italien - Norwegen 1:7 (0:1, 0:0, 1:6). Schweden - Schweiz 4:3 (1:1, 2:1, 1:1).

Rangliste: 1. Russland 5/15. 2. Tschechien 5/12. 3. Schweden 5/12. 4. Schweiz 5/12. 5. Lettland 5/6. 6. Norwegen 6/6. 7. Österreich 5/0. 8. Italien 6/0. - Russland, Tschechien und Schweiz in den Viertelfinals.

Eishockey

(tbe/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • egne am 18.05.2019 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber im Finale

    besser jetzt verlieren und im Final dann bezwingen. War letztes mal genau umgekehrt..

    einklappen einklappen
  • Qwertz am 18.05.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Italien

    Übrigens Italien hat tatsächlich 1 Tor geschossen.

    einklappen einklappen
  • Eishockey-Fan am 18.05.2019 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die Spannung steigt...

    Gleich gehts los, Daumen drücken und allen Eishockey-Fans viel Spass! Hopp schwiiz

Die neusten Leser-Kommentare

  • Blasius am 19.05.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Schaden

    Macht nichts die Schweiz wird anyway Weltmeister!

  • Taktikfuchs am 19.05.2019 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Malwand

    Da sieht man wieder mal gut, dass Fischer kein guter Taktiker ist. Wie kann es sein, dass die Schweizer kopflos nach vorne stürmen nach einem Tor und im Gegenzug gleich wieder eins erhalten und dies gleich zweimal ?

  • baba am 19.05.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Überzahlblockade muss gelöst werden

    Die Schweizer haben super gespielt. Es war eine Freude zuzusehen und mit zu fiebern. Wieso es mit dem Überzahlspiel nicht klappt bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht sollten sie es mal mit dem Mentaltraining versuchen, was die Englischen Fussballer vor der letzten WM gemacht haben, die hatten ja viele Jahre lang eine 11 Meter Blockade und plötzlich haben sie es in den Griff gekriegt.

  • AppleBee am 19.05.2019 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sensationssport Hockey

    Was bedeutet da Revache ? Es geht doch nicht um eine Kampf. Hockey ist etwas das man geniessen muss. Wären Spieler so derart unfair wie Fussballer würde der Sport nicht funktionieren. Schweiz - Schweden war beste Werbung für den Sport. Hockey auf höchstem Niveau und das auch mit einheimischen Spieler die nicht in den grössten Ligen der Welt spielen. Ich ziehe meinen Hut vor dem Team und der Leistung. Hockey macht Freude und die Fans machen Stimmung. Auch ohne Gewalt und Feuerwerk vor Ort!! 1:0 für den Sport!

  • jänu am 19.05.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finale

    die revanche kommt erst im finale ;).