Montreal Canadiens

17. Dezember 2011 17:03; Akt: 17.12.2011 17:11 Print

Neuer Trainer für Diaz und Weber

Die Schweizer Yannick Weber und Rafael Diaz werden bei den Montreal Canadiens ab sofort von einem neuen Teamverantwortlichen gecoacht. Der Traditionsklub entliess Trainer Jacques Martin.

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Am 17. November 2011 standen mit Mark Streit, Nino Niederreiter, Yannick Weber und Rafael Diaz zum ersten Mal vier Schweizer auf einem NHL-Matchblatt. In den 35 Jahren seit mit Jacques Soguel der erste Schweizer in die NHL gedraftet wurde haben 19 Schweizer in der nordamerikanischen Profiliga gespielt. Die meisten von ihnen haben in der NHL keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Heute stellt die Schweiz in nur einem Spiel einen NHL-Captain (Streit), einen NHL-Topdraft (Niederreiter), einen Powerplay-Spezialisten (Weber) und einen ungedrafteten Newcomer (Diaz). Am 21. September 2011 haben die New York Islanders Mark Streit zum ersten Schweizer Captain einer NHL-Mannschaft ernannt. Streit ist in 16 Jahren vom verstossenen NLA-Spieler (vom SC Bern für 40 000 Franken zu Fribourg transferiert) zum NHL-Leader aufgestiegen. Auf diesem Weg hat er schon die Mannschaft der ZSC Lions und die Schweizer Nationalmannschaft als Captain angeführt. Am 7. Juni 2011 hat Roman Wick als erster Schweizer die AHL-Meisterschaft gewonnen. Wick erzielte im entscheidenden Spiel das erste Tor. Nach dem Gewinn des Calder Cup entschied sich Wick, der im Verlauf seines Einjahresvertrages mit den Ottawa Senators sieben Mal in der NHL eingesetzt wurde, zu einer Rückkehr zu seinem Stammklub Kloten Flyers in der Schweiz. Am 30. Januar 2010 unterzeichnete Jonas Hiller mit den Anaheim Ducks einen Vertrag über vier Jahre für 18 Millionen US-Dollar. Hiller ist damit der am besten verdienende Schweizer NHL-Spieler aller Zeiten. Speziell an seiner Laufbahn ist, dass er - wie Patrik Fischer (Phoenix), Andres Ambühl (New York), Alain Berger, Robert Mayer und Rafael Diaz (alle Montreal) nie in die NHL gedraftet wurde. Am 25. Juni 2010 wurde Nino Niederreiter im Staples Center in Los Angeles als erster Schweizer Top-Ten Draft der Geschichte ausgewählt. Die New York Islanders sicherten sich die Rechte des Schweizer Nachwuchstalents an fünfter Stelle weltweit und stellten ihm kurz darauf einen Dreijahresvertrag für eine Lohnsumme von 8,385 Millionen US-Dollar aus. Am 25. Januar 2009 nahm Mark Streit als erster Schweizer an einem NHL-All Star Game teil. Ausgerechnet im Centre Bell in Montreal, wo Streit zuvor drei Jahre lang gespielt hatte, lief er als Vertreter der New York Islanders für das Team der Eastern Conference auf. Streits Team gewann mit 12:11, dem Schweizer gelangen zwei Assistpunkte. Am 1. Juli 2006 unterzeichnete Martin Gerber als erster Schweizer einen NHL-Vertrag in zweistelliger Millionenhöhe. Die Ottawa Senators verpflichteten den frisch gebackenen Stanley Cup-Sieger (mit Carolina) für drei Jahre für die Lohnsumme von 11,25 Millionen US-Dollar. Gleich im ersten Anlauf erreichte Gerber mit den Senators nach 2003 (Anaheim) und 2006 (Carolina) zum dritten Mal das Stanley Cup-Finale. Am 9. Juni 2001 gewann mit David Aebischer erstmals ein Schweizer den Stanley Cup. Als Backup-Torhüter der Legende Patrick Roy wurde Aebischer in den Stanley Cup-Playoffs während genau 32 Sekunden eingesetzt. Am Ende gewann die Avalanche im siebten Spiel vor Heimpublikum mit 3:1. Heute spielt Aebischer im Auftrag der Winnipeg Jets in der AHL für die St. John's Ice Caps in der kanadischen Provinz Neufundland. Am 2. November 2000 erzielte Reto von Arx in Boston mit den Chicago Blackhawks das erste Schweizer NHL-Tor der Geschichte. Am Ende unterlagen die Blackhawks mit 4:5. Nach 19 Partien wurde von Arx zurück in die AHL zu den Norfolk Admirals geschickt. Als er von den Chicago Blackhawks auch in der darauf folgenden Saison nicht in die NHL geholt wurde, kündigte er am 14. Oktober 2001 seinen NHL-Vertrag und kehrte zum HC Davos zurück, wo von Arx noch heute spielt. Am 21. Juni 1997 haben die Edmonton Oilers am NHL-Draft in Pittsburgh Michel Riesen an 14. Stelle weltweit ausgewählt. Riesen ist damit der erste Schweizer NHL-Erstrundendraft der Geschichte. Von 1998 bis 2001 absolvierte Riesen 202 AHL-Partien für die Hamilton Bulldogs (137 Skorerpunkte) und zwölf NHL-Partien (1 Assist). Am Ende der Saison wurde Riesen zusammen mit Doug Weight zu den St. Louis Blues transferiert und kehrte darauf in die Schweiz zurück. Am 29. Januar 1995 wurde mit Eishockeytorhüter Pauli Jaks erstmals in der Eishockeygeschichte ein in der Schweiz ausgebildeter Spieler von einem NHL-Team eingesetzt. Jaks spielte 40 Minuten im Tor der Los Angeles Kings gegen die Chicago Blackhawks und liess bei 27 Schüssen zwei Gegentore zu. Am Ende verloren die Kings mit 6:3. Es blieb bei diesem einen Einsatz, Jaks kehrte am Ende der Saison zu seinem Stammklub HC Ambri-Piotta zurück. Am 1. Juni 1976 wurde Jacques Soguel am NHL-Draft in Montreal als erster Schweizer der Geschichte in die NHL gedraftet. Soguel wurde in der achten Runde (121. Stelle) von den St. Louis Blues ausgewählt und danach nie vom Klub kontaktiert. Soguel spielte seine ganze Karriere (1974 - 1991) für den HC Davos.

Schwizer Meilensteine in der NHL.

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Nachfolger wird der bisherige Assistent Randey Cunneyworth, der zwischen 1981 und 2000 für diverse Organisationen insgesamt 911 NHL-Spiele bestritt (196 Tore) und als furchtloser Spieler mit Nehmer-Qualitäten imponierte (1341 Strafminuten). Larry Carrière (bisher Assistent des General Managers) amtet neu als Assistenzcoach.

Der NHL-Rekordchampion Montreal belegt in der Eastern Conference nur Rang 11, der Rückstand auf den letzten Playoff-Rang (8.) betrug zum Zeitpunkt der Entlassung von Martin aber nur zwei Punkte.

Es ist bereits der sechste Trainerwechsel in dieser NHL-Saison. Davor hatten schon Davis Payne (St. Louis Blues), Bruce Boudreau (Washington Capitals/jetzt bei Anaheim), Paul Maurice (Carolina Hurricanes), Randy Carlyle (Anaheim Ducks) und Terry Murray (Los Angeles Kings) ihren Posten räumen müssen.

(sda)

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