Playoffs

24. März 2011 14:40; Akt: 24.03.2011 23:42 Print

SC Bern schlägt Kloten Flyers, Ambri im Elend

Die Kloten Flyers machen den Sack nicht zu: Der SC Bern gewinnt auswärts verdient mit 4:1 und verkürzt damit in der Serie. Ambri-Piotta verliert das dritte Spiel in Serie gegen Rapperswil-Jona.

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Der SC Bern meldet sich im Meisterrennen zurück. Die Berner verkürzten mit einem 4:1-Auswärtssieg in der Serie gegen die Kloten Flyers auf 2:3. Nur ein Heimsieg trennt Bern noch von einer «Belle». Bern verdiente sich den Auswärtssieg. Das Team von Larry Huras nahm das Selbstvertrauen, das sie am Dienstag mit dem ersten Sieg in der Serie getankt hatten, mit in die fünfte Partie. Die Berner spielten aggressiver und vor allem viel cleverer als Kloten. Ganz anders das Heimteam: die Flyers begannen nervös und leisteten sich Fehler, die ihnen in den ersten drei Partien nicht unterlaufen waren.

Zu viele Strafen

Vor allem spielten die Klotener nicht diszipliniert. Goalie Ronnie Rüeger stellte in der 4. Minute dem Berner Captain Jean-Pierre Vigier das Bein. Weniger als eine Minute später foulte Mark Bell vor den Augen des Schiedsrichters und ohne Not wieder Vigier. Aus diesen Fouls resultierte eine 66-sekündige doppelte Überzahl für den SC Bern. Aber nach lediglich 20 Sekunden erzielte Ivo Rüthemann mit einem Slapshot von der blauen Linie das Führungstor.

Im ähnlichen Stil ging es weiter: Kimmo Rintanen leistete sich in der 16. Minute die nächste (unnötige) Strafe; weniger als eine Minute später gelang Simon Gamache das 2:0. Die Flyers hatten zuvor dreimal (!) den Puck nicht aus der Abwehrzone befreien können. Und in der 24. Minute nützte Bern durch Brett McLean die dritte Powerplaychance zum dritten Tor. Auf der anderen Seite brachte Kloten aus sieben Überzahlchancen keinen Treffer zu Stande.

Keine Effizienz im Powerplay

Zu denken muss Kloten aber geben, dass sie nicht nur im Powerplay versagten, sondern generell kaum zu Torchancen kamen. Die ersten ansprechenden Möglichkeiten besassen Simon Bodenmann (32.) und Denis Hollenstein (33.), als es bereits 0:3 stand. Hollenstein spielte erstmals in den Playoffs mit; seine Läufe verpufften wirkungslos. Überhaupt schafften es die flinken Klotener Stürmer zwar immer wieder mit Tempo in die gegnerische Zone, verliefen sich dann aber in die Ecken oder wurden von den Bernern dorthin abgedrängt.

Erst zehn Minuten vor Schluss gelang den Kloten Flyers durch Marko Luomala das 1:3. In der 53. Minute bot sich Simon Bodenmann eine Grosschance zum Anschlusstreffer, was auf Berner Seite Larry Huras zu einem Timeout nötigte. 28 Sekunden nach dem Timeout stellte Christian Dubé mit dem 4:1 den Berner Sieg endgültig sicher.

Momentum nun beim SC Bern

Nach zwei Siegen hintereinander darf Bern hoffen, als viertes Team in den letzten fünf Jahren (nach Lugano gegen Ambri, Zug gegen Rapperswil und Davos gegen Zug) nach einem 0:3-Rückstand noch weiterzukommen. In Spiel 6 am Samstagabend in Bern startet der SCB als Favorit. Ein allfälliges siebentes Spiel würde am Dienstag wieder im Stadion am Schluefweg stattfinden. «Wenn wir das fünfte Spiel gewinnen, dann gewinnen wir auch die Serie», hatte Berns Trainer Larry Huras schon vor der Partie grossspurig verkündet.

Dass sich Kloten und Bern weiter bekämpfen, dürfte vor allem auch den HC Davos freuen. Der Qualifikationssieger wird ab nächstem Donnerstag völlig ausgeruht in den Final steigen - im Gegensatz zum Finalgegner. Mit jedem zusätzlichen Halbfinalspiel zwischen Kloten und Bern vergrössert sich die Favoritenrolle des HC Davos, der seine letzten 14 und 18 der letzten 19 Spiele alle gewonnen hat.

Riesens Overtime-Tor zum dritten Lakers-Sieg in Serie

Auch im fünften Spiel der zweiten Runde der Abstiegsplayoffs machte ein einziges Tor den Unterschied aus. Dank einem Tor von Michel Riesen 16 Sekunden vor Ablauf der Overtime zum 5:4 führen die Rapperswil-Jona Lakers gegen Ambri nun mit 3:2 Siegen.

Riesen gelang in der 80. Minute im Fallen das entscheidende Tor zum dritten Sieg der Lakers in Folge. Die Rapperswiler hatten den Erfolg in der regulären Spielzeit auf fahrlässige Weise verspielt. Sie brachten während einer fünfminütigen Überzahl (Stéphane Veilleux hatte Samuel Friedli mit einem hässlichen Check gegen den Kopf niedergestreckt) nur gerade zwei Torschüsse zustande. In der Verlängerung stand das Heimteam dem Sieg näher. Brandon Reid (64.), PostFinance-Topskorer Stacy Roest (65.) oder Claudio Neff (79.) scheiterten aber am starken Goalie Thomas Bäumle.

Tessiner dominierten zu Beginn

Ambri-Piotta erwischte in Rapperswil-Jona den besseren Start und ging in der fünften Minute nach einem Rebound durch Trevor Meier in Führung. Die Tessiner fanden nach dem Ausgleich in doppelter Unterzahl den Tritt eher als die zu Beginn des zweiten Drittels völlig verunsicherten Rapperswiler. Deren Trainer Igor Pawlow wäre gut bedient gewesen, in der selten schwachen Phase der Lakers das Timeout einzuziehen. Denn ein Doppelschlag durch Marc Schulthess' «Buebetrickli» (22.) und Meiers zweiten Treffer (24.) innerhalb von 173 Sekunden trug den Lakers einen 1:3-Rückstand ein.

Zwei arge Fehler in der gegnerischen Verteidigung nützten Niklas Nordgren und Antonio Rizzello noch vor Ablauf des zweiten Drittels innert 80 Sekunden zum etwas überraschenden Ausgleich aus. Rizzello war es auch, der mit einem Kraftakt in der 50. Minute das Skore erneut egalisierte - und seinem Team nach dreimaligem Rückstand überhaupt die Overtime ermöglichte.

Kloten - Bern 1:4 (0:2, 0:1, 1:1)
Serie 3:2
Kolping. - 6857 Zuschauer. - SR Rochette/Stricker, Fluri/Müller.
Tore: 5. Rüthemann (Kwiatkowski, Martin Plüss/Ausschlüsse Rüeger, Mark Bell) 0:1. 17. Gamache (Rüthemann, Gardner/Ausschluss Rintanen) 0:2. 24. McLean (Gardner/Ausschluss Mark Bell) 0:3. 50. Luomala (Romano Lemm, von Gunten) 1:3. 54. (53:43) Dubé (Déruns) 1:4.
Strafen: je 7mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Santala; Dubé.
Kloten: Rüeger; Du Bois, Blum; Winkler, Sidler; von Gunten, Welti; Nicolas Steiner; Bieber, Santala, Luomala; Mark Bell, Liniger, Stancescu; Rintanen, Romano Lemm, Bodenmann; Hollenstein, Kellenberger, Jacquemet; Walser.
Bern: Bührer; Beat Gerber, Philippe Furrer; Jobin, Hänni; Krueger, Kwiatkowski; Stettler; Vigier, McLean, Reichert; Vermin, Martin Plüss, Rüthemann; Déruns, Dubé, Gamache; Pascal Berger, Gardner, Froidevaux; Neuenschwander.
Bemerkungen: Kloten ohne Jenni, Hamr und DuPont, Bern ohne Roche (alle verletzt), Goren und Mondou (überzählige Ausländer). Timeout Bern (53:15).


Rapperswil-Jona - Ambri-Piotta 5:4 (1:1, 2:3, 1:0, 1:0) n.V.
Serie 3:2
Diners Club Arena. - 4610 Zuschauer. - SR Mandioni/Popovic, Kehrli/Küng.
Tore: 5. Meier (Botta, Denissow) 0:1. 16. Reid (Roest, Pöck/Ausschlüsse Walker, Meier) 1:1. 22. Schulthess (Kariya) 1:2. 24. Meier 1:3. 36. Nordgren (Sven Berger, Roest) 2:3. 38. Rizzello (Richard, Sirén) 3:3. 40. Kariya (Pestoni, Denissow/Ausschluss Pöck) 3:4. 50. Rizzello 4:4. 80. (79:44) Riesen (Gmür) 5:4.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 5mal 2 plus 5 (Veilleux) plus 10 Minuten (Walker) plus Spieldauer (Veilleux) gegen Ambri-Piotta.
PostFinance-Topskorer: Roest; Pestoni.
Rapperswil-Jona: Manzato; Pöck, Sven Berger; Geyer, Gmür; Furrer, Blatter; Ronny Keller; Nordgren, Roest, Suri; Reid, Burkhalter, Friedli; Riesen, Grauwiler, Neff; Richard, Sirén, Rizzello.
Ambri-Piotta: Bäumle; Casserini, Denissow; Gautschi, Uinter Guerra; Bundi, Schulthess; Stirnimann, Marghitola; Duca, Kariya, Pestoni; Veilleux, Walker, Hofmann; Raffainer, Mattia Bianchi, Elias Bianchi; Botta, Brunner, Meier.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Bucher, Gailland, Maurer, Truttmann (alle verletzt) und Ratchuk (überzähliger Ausländer), Ambri-Piotta ohne Demuth, Kobach, Kutlak, Landry, Murovic und Westrum (alle verletzt). - 50. Pfostenschuss Sven Berger. - Timeouts: 59. Ambri-Piotta.

(sda)