Solidarität für verunfallte Junioren

09. April 2018 10:41; Akt: 09.04.2018 14:55 Print

Statt 5000 Dollar kamen über 4,5 Mio zusammen

Grosses Mitgefühl nach dem tragischen Busunglück der kanadischen Eishockeyjunioren: 60'000 Personen aus über 60 Ländern haben gespendet.

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Die Trauer der Hinterbliebenen ist gross: Andacht im Stadion der Broncos. (8. April 2018) Fast 3000 Trauernde versammelten sich am Sonntagabend im Eisstadion der Mannschaft Humboldt Broncos zu einer Andacht. (8. April 2018) Auch Justin Trudeau nahm an der Andacht in der Elgar Petersen Arena teil. Kevin Garinger, Präsident der Humboldt Broncos, spricht zu den Trauernden. Polizisten legen Blumen an der Unfallstelle nieder. Das kanadisches Eishockeyteam war in der westlichen Provinz Saskatchewan auf dem Weg zu einem Spiel: Die Unfallstelle. (7. April 2018) Der Teambus stiess auf einem Highway in einer ländlichen Region mit einem Lastwagen zusammen: Die Unfallstelle. (7. April 2018) 15 Tote nach Busunfall mit Mitgliedern des Juniorenteams der Humboldt Broncos. (Bild: Humboldt Broncos/Twitter) Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach via Twitter den Angehörigen sein Beileid aus. (Archiv) Überlebende des Unfalls spenden sich in einem Spital Trost. (Bild: Twitter/R J patter) Unter den Todesopfern: Coach Darcy Haugan. (Bild: humboldtjournal.ca) Journalist Chris Vandenbreekel veröffentlichte auf Twitter ein Bild des Unfallortes, das ihm ein Augenzeuge hat zukommen lassen. (Bild: Twitter:Chris Vandenbreekel) Rettungskräfte im Einsatz: Ein Bild der Unfallstelle. (Bild: Twitter/650 CKOM) Der verheerende Unfall ereignete sich in der Provinz Saskatchewan. Sie grenzt im Süden an die Bundesstaaten der Vereinigten Staaten Montana und North Dakota. (Google Map) Der Teambus wurde nahe der Ortschaft Tisdale von einem Sattelschlepper gerammt. (Bild: Twitter/CBS News)

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Eigentlich hatte sich Sylvie Kellington erhofft, mit einem Spendenaufruf 5000 Dollar für die Familien der Opfer des Busunglücks in Kanada sammeln zu können. Doch nach nur zwei Tagen sind bei GoFundMesind bereits über 4,5 Millionen Dollar zusammengekommen.

Wie «Forbes» berichtet, spendete alleine der Sportartikelhersteller für Eishockey-Equipment Bauer 15'000 Dollar. NHL-Teams wie die Calgary Flames und die Toronto Maple Leafs gaben je 10'000 Dollar. Die meisten Spenden sind jedoch kleinere Beträge. Laut der Gründerin des Aufrufs, Sylvie Kellington, spendeten über 60'000 Personen aus über 60 Ländern. «Es gibt keine Worte für diese unglaubliche Unterstützung.»

Sie lebt selber in Humboldt. Ihr Sohn spielte letzte Saison für das Team der 13- und 14-Jährigen der Broncos. Gemäss GoFundMe ist sie in ständigem Kontakt mit dem Managament des Teams, um sicherzustellen, dass die Gelder direkt den Familien zukommen. Es soll laut dem Aufruf helfen, «die anfallenden Kosten zu decken».

3000 gedenken der Opfer

Die grosse Solidarität zeigte sich auch am Sonntagabend in der Stadt Humboldt: Fast 3000 Trauernde versammelten sich im Eisstadion der Humboldt Broncos zu einer bewegenden Andacht. Unter den Gästen waren auch Premierminister Justin Trudeau und der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale.

Das kanadisches Eishockeyteam war am Freitagnachmittag in der westlichen Provinz Saskatchewan auf dem Weg zu einem Spiel, als der Teambus auf einem Highway in einer ländlichen Region mit einem Lastwagen zusammenstiess. Dabei wurden nach Polizeiangaben 14 Menschen getötet. 15 Insassen des Mannschaftsbusses wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen erlag später seinen Verletzungen. An Bord des Busses sassen 29 Menschen, unter ihnen 24 Spieler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren.

Eishockey in Kanada fast Nationalsport

Der Unfall löste Trauer und Entsetzen aus. Bürgermeister Rob Muench sprach am Sonntag davon, dass der Stadt nie zuvor Derartiges widerfahren sei. «Dies ist heute Abend einer der Schritte, den wir gehen müssen, um Heilung zu erlangen.» Die Andacht begann mit der kanadischen Hymne, in die die Menschen einstimmten. Lieder, Gebete und eine Schweigeminute folgten.

Eishockey ist in Kanada gewissermassen Nationalsport und ähnlich beliebt und verbreitet wie Fussball in Deutschland. Die Junioren-Eishockeyliga ist ein Sprungbrett für Nachwuchsspieler, um später für eine College-Mannschaft in den USA oder Kanada zu spielen. Einige Spieler schaffen sogar den direkten Sprung in die NHL.

(sep/sda)