Entlassungen

02. Februar 2011 16:50; Akt: 02.02.2011 17:05 Print

Vier Trainer gefeuert: Gut für die Liga

von Klaus Zaugg - Vier Klubs haben ihre Trainer bereits während der Qualifikation gefeuert. So viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dies schadet der Liga nicht.

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Nach der verpatzten Qualifikation zieht der EV Zug am 5. März 2014 die Reissleine: Doug Shedden muss die Innerschweizer verlassen. Die Berner entlassen nach einem miserablen Start in die Saison , der den SCB in der Saison 2012/13 noch zum Meistertitel geführt hat. Der Verwaltungsrat des HC Lugano entscheidet am 2. April 2013 unmittelbar nach Saisonende überraschend, den noch ein Jahr laufenden Vertrag mit aufzulösen. Der erst vor Kurzem als Co-Trainer engagierte Anders Eldebrink wird am 14. März 2013 zum Headcoach befördert. Der bisherige Trainer wird nur noch als Sportchef tätig sein. Was schon lange vermutet und auch öffentlich diskutiert wurde, traf am 20. Februar 2013 ein: Der erst im vergangenen Sommer entlassene Felix Hollenstein löst seinen Nachfolger als Cheftrainer der Kloten Flyers wieder ab. Die Langnauer stellen Trainer am 9. Dezember 2012 frei. Der bisherige Assistent Alex Reinhard (als Headcoach) und der Ausbildungschef Konstantin Kuraschew übernehmen die Mannschaft. HC Ambri-Piotta: Kevin Constantine ist der erste Trainer der Saison 2012/13, der seinen Platz räumen muss (22. Oktober). Ersetzt wird der Kanadier durch seinen Landsmann Serge Pelletier. Saison 2011/2012 HC Lugano: wirft am 22. Oktober 2011 das Handtuch. Das 0:9-Debakel gegen Kloten war zuviel. Interimistisch übernimmt Assistenztrainer Patrick Fischer. den Hut nehmen. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernehmen Assistenztrainer Antti Tormänen und Nachwuchscoach Lars Leuenberger. Saison 2010/2011 HC Lugano: Drei Tage vor den Playouts verpflichteten die Tessiner als «Feuerwehr-Kommandanten», der gemeinsam mit den Interimstrainern Mike McNamara und Patrick Fischer den Ligaerhalt so schnell wie möglich sichern sollte. Mit einem 4:0 gegen die Lakers gelang dies problemlos. Dennoch erhielt Ireland für die neue Saison keinen Vertrag. Stattdessen wurde Barry Smith für zwei Jahre verpflichtet. Die Westschweizer trennen sich am 8. Februar 2011 trotz Playoff-Qualifikation von Trainer und Sportchef . Für ihn übernimmt Assistent René Matte ad Interim bis zum Saisonende. Am 1. Februar 2011 wird durch Igor Pawlow ersetzt. Am 28. November 2010 wird entlassen. Mike McNamara übernimmt. Am 20. Oktober 2010 wird entlassen und durch Bengt-Ake Gustafsson ersetzt. HC Ambri-Piotta: Benoit Laporte muss am 18. Oktober 2010 Kevin Constantine weichen. Saison 2009/2010 EHC Biel:. Er wird am 3. April 2010 entlassen und durch Kevin Schläpfer ersetzt. seinen Platz Philippe Bozon überlassen. ab. Konstantin Kuraschew nimmt Platz an der Bande. muss am 1. Dezember 2009 John Slettvoll Platz machen. Am 15. Februar 2010 übernimmt Christian Weber. Saison 2008/2009 wird nach der Qualifikation am 2. April 2009 durch Kevin Schläpfer ersetzt. gefeuert. Hannu Virta übernimmt. wird am 15. Dezember 2008 durch Rostislav Cada ersetzt. entlassen. Dave Chambers übernimmt und am 3. Februar 2009 muss dieser seinen Posten für Raimo Summanen räumen. Saison 2007/2008 EHC Basel: am 13. März 2008 entlassen und durch Benoit Laporte ersetzt. Kent Ruhnke Platz machen. Einen Monat später übernimmt John Slettvoll. durch Morgan Samuelsson ersetzt. Saison 2006/2007 EHC Basel: gefeuert. Mike McParland übernimmt. durch Larry Huras ersetzt. Saison 2005/2006 HC Lugano: am 10. März 2006 seinen Posten Harold Kreis überlassen. gehen und Christian Weber Platz machen. wird am 14. November 2005 durch Henryk Gruth ersetzt. Einen knappen Monat später kommt Juhani Tamminen und im März 2006 Beat Lautenschlager. Saison 2005/2006 HC Ambri-Piotta: Pekka Rautakallio Platz machen. wird am 8. Dezember 2004 durch Mike McParland ersetzt. Saison 2004/2005 SCL Tigers: aus gesundheitlichen Gründen seinen Platz Dave Chambers überlassen. Zwei Wochen später übernimmt Bruno Aegerter das Zepter. trifft es am 6. November 2004. Er wird durch Alpo Suhonen ersetzt. entlassen und durch Bill Stewart ersetzt. muss am 7. Oktober 2004 Felix Hollenstein und Mirek Hybler Platz machen.

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Ambri, die ZSC Lions, Lugano und die Lakers haben ihre Trainer im Laufe dieser Saison ausgetauscht. Letztmals haben in der Saison 2004/05 mehr Klubs, nämlich fünf, schon während der Qualifikation ihren wichtigsten Angestellten ausgewechselt: Kloten, Lausanne, der SC Bern, die SCL Tigers und Fribourg.

Die Lakers und Lugano haben nun zum dritten Mal hintereinander schon während der Qualifikation den Trainer gewechselt. Dieser kann tiefer sitzende Probleme in einem Sportunternehmen auch nicht lösen. Die Liga ist so ausgeglichen, dass Fehlentwicklungen auch dann rasch sportlichen Misserfolg nach sich ziehen, wenn eine Mannschaft viel Talent und ein Sportunternehmen genug Geld hat. Die NLA verzeiht keine Fehler. Aber es ist auch eine Liga, die jene belohnt, die alles richtig machen: Die SCL Tigers stehen mit dem kleinsten Budget (8,3 Millionen) auf dem 5. Platz. Lugano (rund 12 Millionen) und die Lakers (9,5 Millionen) werden mit teureren Mannschaften die Playouts bestreiten. Das nahezu perfekte Layout mit zwölf Teams macht die NLA zu einer der ausgeglichensten und dynamischsten Ligen der Welt. Trainerwechsel sind also kein schlechtes, sondern ein gutes Zeichen.

Wo landen Weber und Co.?

Was wird aus den Trainern, die in dieser Saison den Job verloren haben? Benoit Laporte (Ambri) hat bei Hamburg in der DEL bereits wieder Arbeit gefunden. Philippe Bozon (Lugano) dürfte vorerst in der NLA keinen Job mehr finden. Seine berufliche Zukunft liegt in Frankreich oder in der NLB. Colin Muller hat nach wie vor kein eigenes Profil. Bevor er in Zürich zum Cheftrainer befördert worden ist, war er sieben Jahre lang Assistent von Sean Simpson: Trotz früherer Trainertätigkeit bei Fribourg und den Lakers bleibt er der «Schattenmann» des aktuellen Nationaltrainers. Im Maximum gibt es für ihn einen Job als Nothelfer in der NLA und er muss sein eigenes Profil in der NLB oder im Ausland finden.

Christian Webers Hockeykompetenz ist unbestritten. Bei den Lakers war er der falsche Trainer zum falschen Zeitpunkt. Seine Trainerkarriere in der NLA ist allerdings vorerst vorüber. Aber er hat alles, um ein guter Sportchef oder Chef einer Nachwuchsabteilung zu sein und seine Fähigkeiten als Ausbildner sind unbestritten. Weber wird ein Kandidat für eine Kaderposition in der neuen Hockeyakademie in Winterthur (ab 2013) werden. Unser Eishockey kann es sich nicht leisten, auf einen so hoch qualifizierten Hockeyfachmann wie Weber zu verzichten.