Hockey-Reform gestoppt

16. Februar 2011 07:33; Akt: 16.02.2011 10:14 Print

Vorerst kein Schweizer «Superdirektor»

von Klaus Zaugg - Das grösste Projekt von Hockey-Verbandsboss Philippe Gaydoul ist vorerst gescheitert: Die Liga stimmt heute Mittwoch nicht über seine Reform ab.

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Eigentlich hätten die Klubs der NLA und NLB an ihrer Vollversammlung in Ittigen (BE) der Verbandsreform zustimmen sollen: Verbandspräsident Philippe Gaydoul will den Verband (mit Nationalmannschaften, Schiedsrichtern) und die Liga (mit dem Spielbetrieb) einem «Superdirektor» unterstellen. Auf Antrag von Lugano verschiebt die Liga nun diese Abstimmung bis nach der Saison. Die Kritik am «Projekt Gaydoul» wird immer stärker und emotionaler.

Umfrage
Was halten Sie von einem «Superdirektor» im Schweizer Eishockey, der sowohl Liga als auch Verband führt?
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Insgesamt 620 Teilnehmer

Vier Kontra-Argumente

Erstens gibt es kein Hockeyland der Welt, das Liga und Verband unter das gleiche Management stellt. Die Trennung von Verband und Liga gilt nachgerade als wichtigste Voraussetzung für das Funktionieren eines Sportes.

Zweitens ist das Misstrauen der Klubvertreter gegen diese «Revolution von oben» durch eine ungeschickte Informationspolitik gross geworden: Die Klage geht, es werde mit beissender Arroganz von oben nach unten quasi befohlen. Aus diesem Grund ist auch die Zustimmung zu dieser Reform von den Regionalverbänden (Amateurhockey) nach wie vor fraglich.

Drittens misstrauen die Klubs einem neuen «Superdirektor», der Verband und Liga führen soll - weil nicht bekannt ist, wer denn dieser Mann sein soll, der inzwischen per Headhunter gesucht wird, weil Kronfavorit Denis L. Vaucher (der gefeuerte Skiverbands-Manager) vielen nicht genehm ist.

Viertens sind viele Klubs misstrauisch, weil ausgerechnet SCB-General Marc Lüthi, die Personifizierung von Macht, Geld und Arroganz im Klubhockey, diese Reform befürwortet. Dadurch entsteht das Unbehagen, die Reform diene den Grossen. Die Meinung der Gegner lässt sich in einem Satz so zusammenfassen: Die ganze Reform sei eigentlich unnötig und diene nur der Machtvergrösserung des Verbandspräsidenten.

Scheitern nicht zwingend

Das muss nicht heissen, dass die Reform schliesslich scheitert. Die meisten Argumente gegen die Reform sind eher emotionaler und politischer als sachlicher Natur. Aber es braucht viel, viel Überzeugungsarbeit und weniger Arroganz.

Nicht betroffen von dieser Opposition gegen die Reform ist der Umzug der Verbandsbüros nach Winterthur und das an und für sich unbestrittene Projekt einer Hockey-Akademie in Winterthur (20 Minuten Online berichtete). Diese Hockeyakademie soll am Mittwoch von den NLA- und NLB-Klubs bewilligt werden.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berna am 16.02.2011 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, aber

    Für so ein Projekt ist es unerlässlich dass das ganze sehr bneutral behandelt wird und nicht gewisse Vereine bevorzugt werden

  • Christian Matthys, Zürich am 16.02.2011 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Trugschluss

    Das Gaydoul-Projekt basiert auf einem Trugschluss, genauso wie das nationale Ausbildungszentrum und das Academy-Team. Gute Spieler und hohes Niveau entspingen nicht irgendwelchen Kunst-Gebilden sondern einer starken funktionierenden Meisterschaft (auf allen Stufen) und selbständigen innovativen Clubs.

  • Jan am 16.02.2011 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hockey-Akademie ???

    UBS soll doch ihre Milliarden in den Eishockey stecken - weg ist weg - so oder so !!! Philippe Gaydouls ist ein verzogener Erbschen, stinkt mit voller Hose, dank Onkel Leichtsinn.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan am 16.02.2011 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hockey-Akademie ???

    UBS soll doch ihre Milliarden in den Eishockey stecken - weg ist weg - so oder so !!! Philippe Gaydouls ist ein verzogener Erbschen, stinkt mit voller Hose, dank Onkel Leichtsinn.

  • Berna am 16.02.2011 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, aber

    Für so ein Projekt ist es unerlässlich dass das ganze sehr bneutral behandelt wird und nicht gewisse Vereine bevorzugt werden

  • Christian Matthys, Zürich am 16.02.2011 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Trugschluss

    Das Gaydoul-Projekt basiert auf einem Trugschluss, genauso wie das nationale Ausbildungszentrum und das Academy-Team. Gute Spieler und hohes Niveau entspingen nicht irgendwelchen Kunst-Gebilden sondern einer starken funktionierenden Meisterschaft (auf allen Stufen) und selbständigen innovativen Clubs.