Taticek bleibt, Bednar geht

20. Februar 2011 19:11; Akt: 21.02.2011 10:50 Print

Was lief beim HC Davos falsch?

von Klaus Zaugg - Der HC Davos hat den Vertrag mit Petr Taticek (27) um zwei Jahre verlängert. Aber Topskorer Jaroslaw Bednar (34) wechselt auf nächste Saison mit einem Zweijahresvertrag nach Lugano.

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Jaroslav Bednar wechselt zu Lugano.

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Am Samstag reiste der finnische Spieleragent Juho Sintonen mit der Eisenbahn nach Davos. Um die Verträge mit Petr Taticek und Jaroslaw Bednar zu verlängern und so die seit gut drei Monaten laufenden Gespräche zu einem guten Ende zu bringen. Alles schien geregelt. HCD-Verwaltungsrat Gaudenz F. Domenig - für die 1. Mannschaft zuständig - hatte vor seinem Abflug in die USA am Freitagabend die Finanzierung der Vertragsverlängerungen orchestriert und der HCD-Verwaltungsrat grünes Licht für die Verpflichtung von fünf Ausländern gegeben: Weil ein Sponsor Bednar neben dem Betriebs-Budget finanziert hätte, wäre es möglich gewesen, im nächsten Herbst erstmals die Saison mit einem zusätzlichen Ausländer zu beginnen. Alle fünf aktuellen Ausländer (Petr Sykora, Petr Taticek, Jaroslav Bednar, Peter Sejna, Joe Marha) wären geblieben - so wie von Trainer Arno Del Curto gewünscht.

Aber eben: Das Leben ist auch im Hockey-Business nicht immer eine Pony-Ranch. Am Sonntagabend ist Juho Sintonen mit der Eisenbahn wieder aus Davos abgereist. Den Vertrag mit Taticek hat er tatsächlich um zwei Jahre mit dem HCD verlängert. Aber Bednar wechselt überraschend für zwei Jahre nach Lugano.

Ausschlaggebend war die Vertragsdauer

Was ist schiefgelaufen? HCD-Sportchef René Müller erklärt die gescheiterten Verhandlungen mit Bednar gegenüber 20 Minuten Online so: «Es war kein Pokerspiel und es ging nicht ums Geld. In diesem Punkt waren wir uns einig. Aber wir konnten über die Vertragsdauer keine Einigung erzielen.» Hätte es sich denn nicht gelohnt, Bednar - wie Lugano - einen Zweijahresvertrag zu geben? Müller: «Es ist wie es ist, und wir möchten die ganze Sache nicht mehr weiter kommentieren.» Müller betont auch, die Verhandlungen seien trotz des Scheiterns fair verlaufen. Diese Darstellung bestätigt Juho Sintonen, der Agent von Taticek und Bednar: «Es ist tatsächlich nur um die Vertragsdauer gegangen ist. Finanziell waren wir uns schon seit längerer Zeit einig. Es stimmt, dass es keine Missstimmung gegeben hat. Alle Seiten haben akzeptiert, dass es im Hockeygeschäft halt so gehen kann und Bednar wird alles tun, damit er als Meister nach Lugano wechseln kann. Wir haben in Davos, als alles entschieden war, alle zusammen noch eine Flasche guten Tessinerwein getrunken. Obwohl Bednar in Lugano unterschrieben hat ...»

Lugano sucht noch zwei Ausländer

Luganos Sportchef Roland Habisreutinger zeigte sich gegenüber 20 Minuten Online erfreut über den Ausgang der schon seit Wochen laufenden Verhandlungen. «In der Nacht auf den Sonntag hat uns Bednar schliesslich zugesagt.» Damit hat er für nächste Saison drei Ausländerjobs besetzt: Kimmon Rintanten (38, kommt von Kloten), Petteri Nummelin (38, hat weiterlaufenden Vertrag) und nun neu Bednar. Habisreutinger müsste nun noch einen Ausländer suchen (vier können eingesetzt werden), sagt jedoch gegenüber 20 Minuten Online, er werde noch zwei weitere ausländische Spieler unter Vertrag nehmen. «Weil wir die nächste Saison mit fünf Ausländern beginnen werden.»