Neue Pläne

27. Januar 2011 12:15; Akt: 12.08.2011 11:10 Print

Winterthur wird unsere Hockey-Hauptstadt

von Klaus Zaugg - Swiss Ice Hockey und die National League ziehen nach Winterthur um und errichten dort ein nationales Leistungszentrum mit einer Eishockey-Akademie.

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Im Deutweg fanden bisher vereinzelte Länderspiele statt (hier gegen Schweden) - nun wird Winterthur zur Schweizer Eishockey-Hauptstadt. (Bild: Keystone)

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Winterthur ist bisher auf der Eishockey-Landkarte ein weisser Fleck. Das lokale Hockeyteam (EHC Winterthur) gewinn zwar hin und wieder die Amateur-Meisterschaft - aber im Spitzeneishockey (Nationalliga) spielt es keine Rolle und es plant auch keinen Aufstieg. Doch nun wird Winterthur sportpolitisch zur Hockey-Hauptstadt. Im Zuge der Reorganisation unseres Eishockeys kommt es zu einem spektakulären Wechsel: Die Büros des Verbandes (an der Hagenholzstrasse 81 in Zürich) und der Liga (im Talgutzentrum 27 im bernischen Ittigen) werden geräumt und alle zügeln 2013 ins neue Internationale Zentrum für Leistungs- Breitensport (IZLB) am Deutweg in Winterthur. Swiss Ice Hockey wird zudem dort die Eishockey-Akademie einrichten: Ein Leistungszentrum, in welchem die talentiertesten Junioren (16- und 17-jährig) für ein Jahr zusammengefasst, gefördert und weitergebildet werden. Ueli Schwarz ist der designierte Direktor für diese Akademie.

In Winterthur werden voraussichtlich drei Eishallen (eine davon in NHL-Dimensionen) zur Verfügung stehen. Der neue Verbandspräsident Philippe Gaydoul hat den Nationalliga-Klubs an der Informationsversammlung zugesichert, dass diese Akademie die Klubs nichts kostet. Damit hat er sich die Zustimmung der Nationalliga zu diesem Projekt wohl «erkauft».

«Superdirektor» geplant - ist es Vaucher?

Die Reorganisation, die von der Liga an einer Vollversammlung noch bewilligt werden muss (was mit ziemlicher Sicherheit nur noch Formsache ist) bringt auch einen Zusammenschluss der Administration von Liga und Verband. Die Liga behält zwar ihre Entscheidungs-Autonomie (für Fragen wie Anzahl Ausländer, Modus usw.) mit je drei Stimmen für die NLA- und zwei Stimmen für die NLB-Klubs. Aber Liga und Verband, die heute ihre eigene Geschäftsleitung haben (Werner Augsburger ist Ligadirektor, Peter Lüthi ist Verbandsdirektor), bekommen eine zentrale Administration mit einem «Superdirektor», der aus seinem nagelneuen Büro in Winterthur Liga und Verband führt.

Wer dieser «Mister Eishockey» wird, zeichnet sich bereits ab: Der Berner Fürsprecher Denis L. Vaucher. Vaucher hat sich bereits als Geschäftsführer der Nationalliga bewährt, wechselte dann zum Skiverband (Swiss Ski) und ist dort nach einem Konflikt mit Präsident Urs Lehmann mit Donnerhall wieder rausgeflogen. Mit dem SC Bern und dem HC Davos hat Vaucher mächtige Fürsprecher. Die ZSC Lions gelten ligaintern als Gegner von Vaucher. Kommt Vaucher tatsächlich, werden Augsburger und Lüthi, so sie bleiben, in der neuen Struktur zu Abteilungsleitern zurückgestuft.