Aufstiegsambitionen fehlen

29. März 2019 10:01; Akt: 29.03.2019 10:01 Print

Wird die Ligaqualifikation zur Farce?

von Marcel Allemann und Dominic Duss - Es sieht schlecht aus für die Rapperswil-Jona Lakers im Playout gegen Davos. Vor dem Abstieg fürchten müssen sie sich trotzdem nicht.

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3:2 hat der HCD das erste Spiel gewonnen, 5:3 das zweite, es steht 2:0 für den Rekordmeister in der Serie. Das bislang Gebotene ist für eine Playout-Serie im Vergleich zu anderen Jahren erstaunlich unterhaltsam. Spielerisch bemerkenswert kultiviert, keineswegs hypernervös und verkrampft. Es scheint daher eine gewisse entkrampfende Wirkung auf die beiden Teams zu haben, dass die Abstiegsangst auch schon grösser war.

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Gibt es dieses Jahr einen Absteiger in die Swiss League?

Kloten und Olten wollen, aber sind schon out

Zum Beispiel letztes Jahr in Kloten, als mit Swiss-League-Champion Rapperswil-Jona Lakers ein zähnefletschender Herausforderer wartete, der die Zürcher Unterländer dann auch prompt eine Liga tiefer schickte. Dieses Mal wird entweder La Chaux-de-Fonds oder Langenthal Swiss-League-Meister. Die Oberaargauer führen in der Serie 1:0. Das sind zwei Clubs, die im Gegensatz zu Rappi im letzten Jahr – oder den nun im Playoff der Swiss League vorzeitig gescheiterten Kloten und Olten – keine Aufstiegsambitionen hegen.

Sie sind nur schon rein sportlich nicht auf dem Qualitätslevel, wie es die Lakers vor einem Jahr waren, als diese nach dreijähriger Aufbauarbeit die zweitoberste Liga auf überzeugende Weise dominierten. Auch finanziell und aufgrund ihrer bestehenden Infrastruktur können sich La Chaux-de-Fonds und Langenthal eine Promotion im Prinzip gar nicht leisten.

Stadionprobleme, Finanzen, Umbruch

«Ein Aufstieg ist in diesem Jahr nicht in unserem Plan», gibt Alain Dubois, Präsident des HC La Chaux-de-Fonds, unumwunden zu. Aber er könne ja dem Team nicht sagen, dass «wir nicht aufsteigen wollen». Er glaubt, dass der Verein die Auflagen der Liga im Fall der Fälle erfüllen könnte, «auch wenn wir nicht das beste Stadion haben». Eine Renovation ist erst in zwei Jahren vorgesehen. Das noch grössere Problem dürfte sein, dass die Neuenburger ihr bisheriges Budget von knapp 5 Millionen Franken in der National League mehr als verdoppeln müssten, und dies in einer Region, die als wirtschaftlich schwierig gilt.

Beim SC Langenthal möchte sich Geschäftsführer Gian Kämpf zum Thema Aufstieg zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht erst äussern. Die Schoren-Halle wäre indes noch weniger tauglich für die National League als die Patinoire de Mélèzes in La Chaux-de-Fonds. Eine grosse Herausforderung ist für die Oberaargauer auch, dass ihnen im Team ein altersbedingter Umbruch bevorsteht. Um diesen in die Wege zu leiten und ein Fundament für die Zukunft aufzubauen, wurde als Sportchef Kevin Schläpfer mit einem Vierjahresvertrag an Bord geholt. In sechs bis acht Jahren soll dann auch ein neues Stadion stehen – bis dann will man für höhere Aufgaben bereit sein.

Der Playout-Verlierer hat nicht viel zu befürchten

Ein Aufstieg zum jetzigen Zeitpunkt könnte somit sowohl den HC La Chaux-de-Fonds wie auch den SC Langenthal in den Grundfesten erschüttern und zu einem Risikoakt werden, den die beiden Vereine später einmal bitter bereuen könnten.

Die Ligaqualifikation werden beide sicher bestreiten. Diese könnte aber zur Farce werden, der Existenzkampf dürfte in diesem Frühjahr ausfallen. Der Sport hat zwar immer eine gewisse Unberechenbarkeit, aber wenn sich alle ans Drehbuch halten, dann hat der Playout-Verlierer nicht viel zu befürchten. Ausser eben, dass er eine Zusatzschlaufe drehen muss und dem Swiss-League-Meister zu ein paar zusätzlichen Einnahmen verhilft.

Nach dem 0:2-Rückstand in der Playout-Serie deutet derzeit vieles darauf hin, dass es die Rapperswil-Jona Lakers treffen wird. Die dortigen Protagonisten sind natürlich Profis durch und durch und wollen nichts davon wissen, dass die nicht vorhandenen Aufstiegsambitionen von La Chaux-de-Fonds und Langenthal in ihrer Situation für eine gewisse Beruhigung sorgt.

Helbling: «Das ist kein Thema für uns»

«Darauf schauen wir nicht. Selbst wenn die nicht aufsteigen möchten, wir wollen die Saison nicht als Letzter abschliessen», sagt etwa Stürmer Jan Mosimann. Ähnlich äussert sich Verteidiger Timo Helbling: «Das ist kein Thema für uns. Wir konzentrieren uns auf die Serie gegen Davos und nichts anderes. Wir liegen da jetzt zwar 0:2 zurück, aber wir haben noch etwas zu beweisen, nur schon gegenüber uns selber.» Auch Trainer Jeff Tomlinson hält fest: «Das interessiert uns im Moment nicht, das ist eine Parallelwelt. Ich möchte, dass die Saison nach der Serie gegen Davos zu Ende ist und dass wir uns nur darauf konzentrieren.»

Auch bei Gegner Davos beschäftigen die Befindlichkeiten von La Chaux-de-Fonds und Langenthal nicht wirklich. «Diese kenne ich nicht. Wir wollen nun diese Serie gegen die Lakers gewinnen, dann erübrigen sich alle anderen Gedanken ohnehin», sagt Captain Andres Ambühl.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom am 29.03.2019 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Dann sollen nur die Mannschaften um Aufstieg spielen, die aufsteigen wollen.

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  • päsc am 29.03.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Aufstieg"nicht geplant"

    Lustige Aussage von HC La Cahux-de-Fonds Präsident. "Ein Aufstieg ist in diesem Jahr nicht in unserem Plan», Aber er könne ja dem Team nicht sagen, dass «wir nicht aufsteigen wollen»." Das Team kann aber Zeitung lesen :) Mal schauen wie die Serie nun ausgeht.

  • Menogo am 29.03.2019 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    System ändern!!

    Schon ein Witz! Dann soll einfach der bestplatzierte Klub nachrücken, der aufsteigen will.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hockeyfan am 29.03.2019 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld verdirbt den Sport

    Das grosse Problem im Spitzensport ist das Geld und die riesigen Unterschiede mit denen Proficlubs ihre Saisons bestreiten.

    • PhilK am 29.03.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hockeyfan

      Genau, Finanzausgleich im Eishockey wäre die Lösung : die 4 reichsten Klubs geben Geld an die 4 ärmsten Klubs, die 2 in der Mitte erhalten/Geben nichts... und die oberste Liga wird mit 10 Klubs wieder attraktiv...

    • Peter7 am 30.03.2019 04:45 Report Diesen Beitrag melden

      ohne Lohndeckel sinnlos

      Ein Finanzausgleich ist gar nicht nötig, wenn die maximale Lohnsumme einer Mannschaft beschränkt werden würde. Ohne Maximierung würde es so laufen wie der Finanzausgleich zwischen den Kantonen....die Ausgaben würden überborden, weil andere Clubs diese Ausgaben übernehmen würden.

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  • simon gerber am 29.03.2019 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Aufstieg - Chance neue Infrastruktur

    Langenthal und La Chaux de Fonds sollten dies von einer anderen Seite her sehen. Der Druck mit dem Aufstieg kann gesteigert werden, dass in Sache Infrastruktur etwas getan werden muss. Kann schon einen Unterschied machen für ein Bauprojekt, ob man 1. oder 2t klassig ist.

  • insider am 29.03.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage

    Naja, es ist ja keiner gewungen an die Spiele zu gehen. Ich würde sicher nicht gehen, umdenken findet spätestens statt, wenn die Partien vor leeren Rängen stattfinden ...

  • walter schöni am 29.03.2019 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimmer modus

    die ganze liga ist eine katastrophe! olten spielt in dieser saison 1011 gegen langenthal das ist doch nicht normal ,der modus sollte sofort geändert werden ! ich als ehemaliger spieler in olten ,da kann ich nur den kopf schütteln !

  • Zak McKracken am 29.03.2019 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ligaquali

    Nicht nur die Ligaquali ist eine Farce. Der gesamte Abstiegsrunde ist eine Farce. Zuerst wird eine Platzierungsrunde gespielt, wo es von allem Anfang an um nichts mehr geht und dann wird eine Ligaquali gespielt gegen einen Gegner, der gar nicht aufsteigen will. Sollte mal überdenkt werden.

    • simon gerber am 29.03.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      Platzierungsrunde ist schon gut so.

      @Zak MacKracken: Kann man so nicht sagen. Die Platzierungsrunde ja das stimmt, hatte diese Saison keinen Einfluss mehr, wer 9und10 und wer 11und12 wird. Aber das lag vorallem daran, dass Rappi und Dafos sackschwach waren. Es gab auch schon Jahre, da waren die Plätze noch nicht fixiert. Der Modus "belohnt" zurecht jene Mannschaften die bis zum Schluss im Playoffkampf dabei sind, die dann mit dem verpassen der Playoffs schon genug bestraft sind.

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