Unterschiedliche Befunde

14. Dezember 2009 08:42; Akt: 14.12.2009 14:25 Print

Wirrwarr um Martin Gerbers Verletzung

Martin Gerber (35) bangt um die Olympia-Teilnahme und die Fortsetzung seiner Saison. Der Nationalgoalie verletzte sich im KHL-Spiel mit Atlant Mytischtschi gegen Witjas Tschechow (4:5 n.V.) bei einem Zusammenprall mit einem gegnerischen Stürmer erheblich.

Martin Gerber verletzt sich bei einer Parade. (Quelle: YouTube)
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Noch nicht bestätigt wurden indessen Medienberichte, wonach sich Gerber einen Halswirbel gebrochen haben soll. Die erste Diagnose im Spital von Tschechow (Kompressionsfraktur am vierten Halswirbel) hätte das Saisonende für den Emmentaler bedeutet. Martin Gerber wurde jedoch noch am Sonntag in eine Spezialklinik nach Podolsk verlegt, wo nach einer zweiten Untersuchung eine völlig andere Diagnose herauskam. Plötzlich war bloss noch von einer Prellung und nicht mehr von einem Bruch des Halswirbels die Rede. Klarheit wird wohl erst die MRI-Untersuchung von Anfang Woche ergeben.

Derzeit geht Martin Gerber aber nicht davon aus, dass die Saison für ihn vorzeitig zu Ende geht. Auch die Teilnahme an den Winterspielen in Vancouver schreibt er noch nicht ab. «Martin Gerber war am Sonntagabend gut aufgelegt. Er geht im Moment eher von einer kurzen als vor einer langen Pause aus», sagte Nationalcoach Ralph Krueger, der über Gerbers Ehefrau Kontakt zum Goalie hielt. Krueger: «Gerber war nach dem Zusammenprall ständig bei Bewusstsein und erlitt auch keine Gehirnerschütterung.» Die Ärzte des Schweizer Nationalteams, das diese Woche drei Länderspiele bestreitet, stehen in ständigem Kontakt mit den verantwortlichen Ärzten in Russland.

Gerber verletzte sich bei einer Kopf-gegen-Kopf-Kollision mit Stürmer Romanow (Tschechow), der wegen Mytischtschi-Back Leonid Kanarejkin das Gleichgewicht verloren hatte. Kanarejkin wurde für die Behinderung von Romanow mit einer Zweiminutenstrafe belegt. Gerber wurde mit einer Bahre abgeführt.

Die Karriere-Fortsetzung scheint aber nicht in Gefahr zu sein. Kurz nach dem Spiel wurde Igor Suworow, einer der Ärzte des erstbehandelnden Spitals, auf «russianhockeyfans.com» zitiert: «Es handelt sich um eine sehr ernsthafte Verletzung. Martin kann das Eishockeyspielen für die nächsten sechs Monate vergessen. Es besteht keine Lebensgefahr.»

(fox/sda)