Konferenz-Ticker

15. Oktober 2019 18:56; Akt: 17.10.2019 09:08 Print

ZSC und Lugano drehen Partie, Fribourg siegt

Die Lions bezwingen die SCL Tigers 5:4 nach Verlängerung. Lugano dreht die Partie in Rapperswil zum 2:1 und Fribourg siegt im Kellerduell gegen Davos.

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Gegen lange Zeit mehr als nur ebenbürtige SCL Tigers haben die ZSC Lions zwei verschiedene Gesichter gezeigt. Nach 0:2- respektive 2:3-Rückstand sowie 4:3-Führung resultierte am Ende ein 5:4-Overtime-Sieg. In Erinnerung bleiben wird vor allem das Schlussdrittel. Was waren das für 20 verrückte Minuten: Die ZSC Lions, die zunächst zwei Mal einen Rückstand ausgleichen, dann erstmals in diesem Spiel in Führung gehen (4:3) konnten, dann drei Minuten vor Schluss Goalie Flüeler benötigen, der einen Penalty des Langnauer Topskorers Pesonen hielt. Und die Lions, die dennoch in die Overtime mussten, weil Schmutz 75 Sekunden vor Schluss doch noch zum 4:4 ausglich. Eine Verlängerung, in der die Zürcher zunächst ein Powerplay ungenützt verstreichen liessen, um dann sechs Sekunden später dank Marcus Krügers Tor dennoch 5:4 zu gewinnen.

Tigers dominieren schwache Lions

Doch zuvor herrschte verkehrte Welt im Hallenstadion. Es war nicht das heimstärkste Team der Liga, die ZSC Lions, die in Zürich dem Spiel den Stempel aufdrückten. Nein, es waren die Gäste, die phasenweise gar dominierten. Erstaunlich gut war er, der Auftritt der SCL Tigers, die in den letzten neun Spielen nur zwei Mal siegreich gewesen waren. Nur eine Emmentaler Wahrheit bewahrheitete sich einmal mehr. Die Mannschaft benötigt einen immensen Aufwand, um zu Torerfolgen zu kommen. Die Tigers mussten sich bis ins zweite Drittel gedulden, dann trafen Ben Maxwell und Andrea Glauser (1. Saisontor) nach jeweils schöner Vorarbeit Chris DiDomenicos im Powerplay. Es brauchte offenbar den 0:2-Rückstand, um die vorher sehr passiven ZSC Lions zu wecken. Es kamen Emotionen ins Spiel, die Aufholjagd und Teil 2 einer irren Partie konnte beginnen.

Lugano bezwingt Rapperswil nach Verlängerung

Bei den Lakers ist derzeit das Spieler-Leasing äusserst populär. Letzte Woche haben sie bei Servette Verteidiger Eliot Antonietti für zumindest einen Monat erstanden. Gestern bedienten sich die St. Galler erneut bei Genf und borgten sich Stürmer Juraj Simek. Vorerst bis zur Nati-Pause im November. Die Verträge von Antonietti und Simek laufen bei Servette Ende Saison aus und beide haben keine guten Aussichten auf eine Vertragsverlängerung. Da kann man bei den Lakers ja das Nötige mit dem Nützlichen verbinden und mal unverbindlich schauen, ob das für die Zukunft passen würde. Ein bisschen wie bei Zalando - wenn es nicht gefällt, schickt man den Inhalt eben wieder zurück.

Bully-Strafe kostet Lakers den Sieg

Simek gehörte bei seinem gestrigen Debüt durchaus zu den Aktivposten bei den Lakers. Seine Erfahrung von 444 Spielen in der National League kann Rappi durchaus helfen. Zum Sieg gegen Lugano reichte es trotz einer weitgehend starken Leistung des Teams trotzdem nicht. Die Lakers führten bis zur bis 57. Minute durch das fünfte Saisontor von Casey Wellman mit 1:0, doch dann kassierte Martin Ness eine unnötige Bully-Strafe und diesen Ausschluss nutzte Luganos Jani Lajunen zum späten 1:1. Und in der Verlängerung schlug auch noch Sandro Zangger zu. Den Lakers und seinen Genfer Leihspielern blieb am Ende nur der grosse Frust.

HCD verliert bei Ambühl-Jubiläum

Andres Ambühl hat in seiner Karriere schon wichtigere Partien bestritten als die gestern in Freiburg. Aber es passt zum Davoser, auf dem Eis auch mit 36 Jahren noch das zu machen, was er am besten kann: Unermüdlich kämpfen immer Vollgas geben – und das zum 1000. Mal in der National League. Diese Marke erreichten vor ihm erst zwölf Spieler, es sind grosse Namen wie Mathias Seger oder Reto von Arx. Zusammen mit diesem feierte er 2002 mit dem HCD seinen ersten Meistertitel, vier weitere folgten mit den Bündnern, einer mit dem ZSC.

Fribourg entscheidet Spiel im Powerplay

Gegen Gottéron hat der Jubilar viele Offensivszenen, einmal scheitert er am Pfosten. Sein HCD ist aber zu ineffizient, im 8. Spiel gibt es die 4. Niederlage. Fribourg dagegen trifft zweimal im Powerplay und macht so den Unterschied. Gottéron bleibt trotz des 4:2-Sieges Tabellenletzter und hat Verletzungssorgen: Stürmer Andrej Bykow muss bis zu sechs Wochen pausieren.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

ZSC Lions - SCL Tigers 5:4 (0:0, 1:2, 3:2, 1:0) n.V.

8055 Zuschauer. - SR Urban/Vikman, Dreyfus/Kaderli.

- Tore: 24. Maxwell (DiDomenico, Pesonen/Ausschluss Dominik Diem) 0:1. 35. Glauser (DiDomenico/Ausschluss Hollenstein) 0:2. 38. Pettersson (Roe/Ausschlüsse Pesonen, Maxwell) 1:2. 43. Bodenmann (Krüger, Hollenstein/Ausschluss Berger) 2:2. 46. Leeger (Pesonen/Ausschlüsse Chris Baltisberger; Schmutz) 2:3. 55. Suter 3:3. 57. Bodenmann (Hollenstein, Krüger) 4:3. 59. Schmutz (Pesonen, Earl) 4:4. 63. (62:03) Krüger (Hollenstein, Geering) 5:4. - Strafen: je 6mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Roe; Pesonen.

ZSC Lions: Flüeler; Marti, Noreau; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher, Suter, Roe, Wick; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Pettersson, Prassl, Diem; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti; Simic.

SCL Tigers: Punnenovs; Erni, Lardi; Glauser, Leeger; Cadonau, Schilt; Huguenin; Kuonen, Maxwell, Dostoinow; DiDomenico, Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Neukom; Andersons, Melnalksnis, Rüegsegger.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Ortio (überzähliger Ausländer), SCL Tigers ohne Blaser, Nolan Diem, Gagnon und In-Albon (alle verletzt). - Pfostenschuss Pettersson (29.). - Pesonen scheitert mit Penalty an Flüeler (58.).

Rapperswil-Jona Lakers - Lugano 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:1) n.V.

3750 Zuschauer. - SR Müller/Nikolic, Progin/Huguet.

- Tore: 29. Wellman (Hächler, Kristo) 1:0. 57. Lajunen (Fazzini/Ausschluss Ness) 1:1. 62. Zangger (Chorney) 1:2. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, keine gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Egli; Klasen.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Dufner; Maier, Hächler; Egli, Randegger; Antonietti, Gähler; Wellman, Rowe, Forrer; Clark, Schlagenhauf, Simek; Mosimann, Dünner, Kristo; Spiller, Ness, Casutt.

Lugano: Zurkirchen; Ohtamaa, Chorney; Chiesa, Jecker; Loeffel, Vauclair; Wellinger; Zangger, Lajunen, Klasen; Bürgler, Sannitz, Bertaggia; Fazzini, Romanenghi, Suri; Jörg, Haussener, Lammer; Vedova.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Rehak (gesperrt), Cervenka, Profico, Hüsler und Schweri, Lugano ohne Morini, Walker (alle verletzt) und Spooner (überzähliger Ausländer).

Fribourg-Gottéron - Davos 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)

5538 Zuschauer. - SR Lemelin/Mollard; Obwegeser/Wolf.

- Tore: 6. Mottet (Brodin, Schmutz) 1:0. 37. Tedenby 1:1. 39. Desharnais (Gunderson/Ausschluss Lindgren) 2:1. 42. Palushaj (Paschoud) 2:2. 45. Mottet (Gunderson/Ausschluss Stoop) 3:2. 60. (60:00) Stalberg 4:2. - Strafen: je 5mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Brodin; Lindgren.

Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Kamerzin, Furrer; Schneeberger, Stalder; Forrer, Marti; Rossi, Desharnais, Stalberg; Brodin, Walser, Mottet; Marchon, Schmutz, Lhotak; Lauper, Schmid, Vauclair.

Davos: Van Pottelberghe; Du Bois, Jung; Stoop, Guerra; Rantakari, Paschoud; Kienzle; Herzog, Ambühl, Eggenberger; Frehner, Marc Aeschlimann, Bader; Marc Wieser, Lindgren, Baumgartner; Palushaj, Corvi, Tedenby; Meyer.

Bemerkungen: Fribourg ohne Sprunger und Bykow, Davos ohne Nygren, Dino Wieser, Hischier und Buchli (alle verletzt). 1000. NLA-Spiel von Ambühl. Pfostenschuss Herzog (9.). Timeouts: Fribourg (60.); Davos (53.). Davos ab 58:05 ohne Torhüter.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bündner am 15.10.2019 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HCD

    Gratulation an Ambühl zum 1000 NL Spiel, was für eine Zahl.. Und dann noch so auf dem Boden geblieben und immer 100% geben ob es läuft oder nicht...

    einklappen einklappen
  • Oberaargauerin am 15.10.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Tigers

    Hopp Tigers auf in den Kampf! Viel Glück und Erfolg..

  • Diana HCLugano-Fan am 16.10.2019 01:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere Ambühl zum 1000 Spiel

    Ein Sport's-Mann, ein Chrampfer ond trotzdem bescheiden geblieben. Chapeau

Die neusten Leser-Kommentare

  • EHC Kloten am 16.10.2019 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aufstieg

    Kloten wird Aufsteigen, zu stark für di NLB.

  • Papa Tiger am 16.10.2019 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Über weite Strecken

    Über weite Strecken das Spiel dominiert, solide Leistung der SCL - Tigers gegen das "Starensemble ZSC". Trotzdem 5:4 Niederlage nach Verlängerung. 1 Punkt geht ins "Tal der heulenden Winde" nach Langnau. Weiter so, dann kommt es gut!!!

    • Bianconeri am 16.10.2019 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Knapp verloren ist auch verloren

      Ja sicher! Ich möchte aber 3 Punkte für die Tigers.

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  • Tigerli am 16.10.2019 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Eine grossartige Leistung

    Eine grossartige Leistung der SCL-Tigers über das ganze Spiel gesehen wurde schlecht belohnt. 5:4 Niederlage nach Verlängerung gegen den ZSC, "hochdotierte, überbezahlte Stars"??!! ist grundsätzlich keine Schande. Übrigens: Wo wäre der ZSC ohne ihren "Mäzen Frey"??.........in den Niederungen der Nat. B.

  • Rappi Fan am 16.10.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Super Rappi! Schlechte Schiris!

    Rappi hat super gespielt gestern! Die Strafen gegen Rappi waren sicher ok auch wenn ab und zu etwas hart gepfiffen wurde. Aber warum wurde über 62min nie eine Strafe gegen Lugano gepfiffen? Ein Luganesi hält einen Rapperswiler fest und schleift ihn über das halbe Feld... warum keine Strafe? Und 4min vor Schluss wird Mosimann brutal von den Beinen geholt als er alleine auf das Lugano-Tor zulief... warum kein Penalty oder zumindest eine Strafe? Wie kann man als Schiri bei so offensichtlichen Fouls einfach so tun als wäre nichts gewesen?

    • Lugano Fan am 16.10.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      sind wir mal ehrlich

      Die Ref's haben keine Fouls gepfiffen, nur offensichtliche Dummheiten wie Wechselfehler, Spielverzögerung oder 1x Schaufel im Gesicht. Aber ansonsten wurde auf beiden Seite nichts gepfiffen, ein anderer Ref hätte je Seite 10 Strafen ausgesprochen, es gab Fouls hüben wie drüben, nun ob dies Rappi bei einem schlechten Boxplay genutzt hätte?

    • Rappi Fan am 16.10.2019 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Lugano Fan

      Schlechtes Boxplay??? Rappi hat eines der besten Boxplays der Liga! Und hätte der Schiri das klare Foul an Mosimann gepfiffen hätte Rappi 4min vor Schluss beim Stand 1:0 noch 2 Minuten Powerplay spielen können. Ob noch ein Tor gefallen wäre weiss ich nicht aber die Chance für Lugano noch den Ausgleich zu erziehlen währen damit erheblich kleiner gewesen und die Chancen auf einen Sieg für Rappi wesentlich höher.

    • Lugano Fan am 16.10.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      wäre wäre

      wäre wäre Fahrradekette... Der Schiri hatte eine klare Linie, das war gut. Kein Team wurde benachteiligt oder sagen wir es so, keines bevorzugt sondern beide mit gleichem Masse nicht bestraft. Und sind wir ehrlich, solange die Teams sich im Griff haben, kann man das auch so machen, besser für das Spiel.

    • 1930 Mir sind Züri am 16.10.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lugano Fan

      Es heisst: Hätte hätte... ;D

    einklappen einklappen
  • Brian Propp am 16.10.2019 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    unverständlich weshalb dieser Chorney unter Denkmalschutz bei Sami steht! Lugano braucht dringend jemand, der endlich wieder Tore schiesst. 3 Spiele und nur 5 Tore... Und hinten in der Defensive ohne den überragenden Zurki wäre Lugano erneut untergegangen. Aber nein, all das reicht Sami noch nicht, Spooner endlich von der Leine zu lassen und mit Klasen die Gegner schwindlig zu spielen! Ein Bürgler oder Sannitz nicht zu gebrauchen, aber eben