Sprengstoff-Delikt

28. Oktober 2012 13:52; Akt: 28.10.2012 16:14 Print

ZSC-Star wegen Pyro-Vergehen verurteilt

von Attila Szenogrady - Die Zürcher Justiz hat den Eishockey-Star Jeff Tambellini wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Der Sportler hat an der letzten Meisterfeier eine verbotene Handfackel angezündet.

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ZSC-Lions Star Jeff Tambellini feiert den Meistertitel. (Bild: Keystone)

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Bei Pyros kennt die Zürcher Staatsanwaltschaft kein Pardon. Neu sind nicht nur kriminelle Fans, sondern auch Spitzensportler im Visier der Untersuchungsbehörden. Dies zeigte ein aktuell veröffentlichter Strafbefehl gegen den ZSC-Lions Star Jeff Tambellini.

Der heute 28-jährige Kanadier wurde wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt. Zudem muss er die Verfahrenskosten von 1000 Franken tragen.

Zu «heisse» Meisterfeier

Da sich der prominente Eishockey-Spieler für geständig und schuldig erklärt hat, ist das Urteil rechtskräftig. Damit gilt Tambellini als vorbestraft, was sich theoretisch auf seinen Status als Kurzaufenthalter auswirken könnte.

Der Vorwurf der Anklage ging auf die Nacht auf den 18. April 2012 zurück. Damals trafen die frischgebackenen ZSC-Meister in den frühen Morgenstunden in der Messehalle 9 an der Thurgauerstrasse ein. Dabei kam es angesichts des herzlichen Empfangs durch die Fans zu einer offenbar zu «heissen» Meisterfeier. Tambellini streckte eine brennende Handfackel (ausserhalb der Halle) in die Höhe und feierte damit gröhlend den frisch eroberten Titel.

Ein Sprengstoffdelikt

Was für Tambellini wohl als heitere Aktion im Rahmen der so genannten «Fankultur» galt, stufte die Staatsanwaltschaft als ernst zu nehmendes Delikt ein. So sei die Fackel in der Schweiz legal nicht erwerbbar und sei aufgrund der hohen Temperaturentwicklung und der praktischen Unlöschbarkeit dem Sprengstoffgesetz unterstellt, ist dem Strafbefehl vom letzten September zu entnehmen. Damit hat die Zürcher Justiz zum ersten Mal einen Spitzensportler wegen eines Pyro-Delikts ins Recht gefasst.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pro pyro am 30.10.2012 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Woher...

    wusste man was für eine Fackel es war? Es gibt durchaus auch Fackeln welche in der Schweiz ganz legal gekauft und auch gezündet werden dürfen?!

  • Zueri am 28.10.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Pyros

    eure kommentare hier ist es ein Witz und bei uns Fans wäre es ganz toll wenn einer verurteilt wird der eine Fackel in der Hand hat. Lernt es endlich! Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren

  • Erleichterter Sportfan am 29.10.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Leider nur "Bedingt"

    Bravo, endlich ein wegweisendes Urteil. Der einzige Wermutstropfen ist, dass nur bedingt gegeben wurde. Ein Sportler ist ein Vorbild und muss sich auch entsprechend verhalten. Deshalb ist auch eine schärfere Strafe als bei Normalbürgern angebracht

Die neusten Leser-Kommentare

  • pro pyro am 30.10.2012 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Woher...

    wusste man was für eine Fackel es war? Es gibt durchaus auch Fackeln welche in der Schweiz ganz legal gekauft und auch gezündet werden dürfen?!

  • Balz Meierhans am 29.10.2012 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Differenziertes Denken?

    Man würde sich Staatsanwälte wünschen, die differenziert denken können und nicht alle in einen Topf werfen. Ein Spieler bei der Meisterfeier mit einer Geldstrafe zu belegen, wenn das Gesetz auch die Möglichkeit einer Busse vorsieht (siehe Shaqiri), ist einfach nur lächerlich und ein Armutszeugnis für den Zustand der Zürcher Staatsanwaltschaft.

  • pyro ueli am 29.10.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    habe fertig!

    wirklich nett wie promis behandelt werden... ich habe für das gleiche vergehen in bern (bundesgericht) antraben müssen und 3 jahre auf bewährung sowie 6500.- busse und gerichtskosten in höhe von 2000.- übernehmen müssen.... das ist die justiz in der schweiz. gleiche vergehen aber das strafmass ist je nach tageslaune anders...

    • marco am 30.10.2012 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      @pyro ueli

      Ist wirklich nicht nett. Gratuliere dir dennoch zum Eishockey-Schweizermeistertitel....

    einklappen einklappen
  • Erleichterter Sportfan am 29.10.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Leider nur "Bedingt"

    Bravo, endlich ein wegweisendes Urteil. Der einzige Wermutstropfen ist, dass nur bedingt gegeben wurde. Ein Sportler ist ein Vorbild und muss sich auch entsprechend verhalten. Deshalb ist auch eine schärfere Strafe als bei Normalbürgern angebracht

  • Simon Kaiser am 28.10.2012 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnis?

    Für einen Bankraub kamen in der Schweiz auch schon Räuber mit einer Entschuldigung davon. Und fürs abbrennen einer Pyrofackel (erst noch draussen) gibt 7000 Franken Busse? Wo bleibt da noch die Verhältnismässigkeit? Lächerlich. "Richtige" Verbrecher werden mit Samthanschuhen angefasst und solche Bagatellen bestraft man brutal...