Eishockey

26. November 2019 20:24; Akt: 26.11.2019 23:50 Print

ZSC Lions blamieren sich im Cup gegen Ajoie

Die Zürcher gehen im Viertelfinal gegen den Swiss-League-Club gleich mit 3:6 unter. Die Lakers schlagen Zug, Davos bezwingt Bern 4:3 in Overtime.

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Der Cup ist nicht der wichtigste Wettbewerb für die ZSC Lions. Doch wie sie sich in Pruntrut blamierten, muss doch zu denken geben. Sie starteten gegen Ajoie unkonzentriert und unpräzise und fielen im Schlussabschnitt sogar auseinander. 3:6 verloren sie letztlich gegen den Swiss-League-Club in der mit 2000 Zuschauern voll gefüllten Festhütte Patinoire du Voyeboeuf. So scheiterten sie wie schon 2017 an den Jurassiern – damals waren sie im Achtelfinal mit 4:5 im Penaltyschiessen unterlegen gewesen.

Natürlich war es Ajoies Topduo Devos/Hazen, das die Jurassier auf die Siegerstrasse brachte: Devos erzielte in der 5. Minute im ersten Powerplay mit einem platzierten Hocheckschuss das 1:0 und zu Beginn des Schlussabschnitts das 3:0, dem wenig später das vierte und fünfte Tor folgten. Natürlich assistierte bei Hazen beide Male sein kongenialer Partner Hazen. Die beiden Kanadier träumen ja von der National League. Gegen den ZSC machten sie beste Werbung für sich.

Die Zürcher waren fast in Bestbesetzung angetreten: Es fehlten nur der angeschlagene Wick und der kranke Flüeler, womit erneut Ortio das Tor hütete und Pettersson überzählig war. Weil die Lions die Champions League ja verpassten hatten, war dem Cup in dieser Saison eine etwas grössere Bedeutung eingeräumt worden. Doch das war den ZSC-Spielern nicht anzusehen.

Die Favoriten handelten sich schon früh viele Strafen ein, wirkten nicht richtig bei der Sache gegen einen kämpferischen Gegner mit einem starken Goalie: dem früheren Zürcher Junior Tim Wolf. Erst, nachdem sie bereits hoffnungslos 0:5 in Rückstand lagen, strebten die Lions mit etwas mehr Vehemenz aufs Tor und verkürzten auf 2:5. Bereits vier Minuten vor Schluss ersetzte Rikard Grönborg den Goalie durch einen sechsten Feldspieler, doch das sechste Ajoie-Tor durch Ryser ins verlassene Gehäuse war die Entscheidung.

Lakers-Sieg bei Tomlinsons Rückkehr

Die SCRJ Lakers sorgten für das Aus des Titelverteidigers: Sie arbeiteten sich im Viertelfinal, der eine Neuauflage des letzten Finals war, vor 4044 Zuschauern gegen den EV Zug zu einem 4:0 (1:0, 2:0, 1:0). Das war der perfekte Rahmen für eine schöne Rückkehr. Denn Lakers-Coach Jeff Tomlinson, der sich am 24. Oktober einer Nierentransplantation unterzogen hatte, stand zum ersten Mal wieder an der Bande. Der 49-jährige Kanadier hatte sich am 22. Oktober mit einem Sieg gegen Biel verabschiedet, Nierenspender bei der Operation in Deutschland war sein Bruder Darryl.

In der Zwischenzeit hatte Niklas Gällstedt das Team geführt. Tomlinsons Comeback war ursprünglich auf den 16. November geplant gewesen, dieser Termin aber hatte sich als zu optimistisch erwiesen. Zwei Meisterschaftsspiele hatte der Coach quasi als Angewöhnung in der Trainerkabine am TV mitverfolgt, gestern übte er auf der Bank seinen Job aus, als wäre er nie weg gewesen. Und das 3:0 Rowes zauberte sogar ein Lächeln auf sein Gesicht.

Bern verspielt Führung im Schlussdrittel

Der SC Bern fand einmal mehr einen Weg in eine Niederlage, die nicht zwingend war. Die Startphase gehörte zwar klar dem HC Davos, doch der SCB überstand die ersten Angriffswellen der Bündner unbeschadet. Doch je länger, je mehr fanden die zuletzt arg gebeutelten Berner (mittlerweile neun Niederlagen in zehn Spielen) ins Spiel und liessen sich auch durch das frühe 0:1 im Mitteldrittel nicht beirren. Nach zwei Dritteln führte der SCB dank eines Doppelpacks von Mark Arcobello gar 2:1, stand zu Beginn des Schlussdrittels dem 3:1 nahe, als Gregory Sciaroni den Pfosten traf.

Aber eben: Der SCB findet zuletzt immer wieder Wege zu Negativerlebnisse. Pascal Caminada befeuerte die zuletzt intensiv debattierte Goaliediskussion in Bern, als er sich von Benjamin Baumgartner aus spitzem Winkel erwischen liess. Mit dem 2:2 begann das Spiel von vorne, das Momentum lag nun klar beim HCD. Auf das 3:2 von Samuel Guerra, als der ganze SCB-Block defensiv schlecht aussah, hatte Bern noch eine Antwort, konnte sich dank Arcobellos Hattrick in die Overtime retten. Diese gehörte dem HC Davos, und ausgerechnet Magnus Nygren entschied das Spiel mit seinem 4:3-Treffer. Der schwedische Verteidiger bestritt nach langer Verletzung sein erstes Saisonspiel.

Kurioserweise sind die Halbfinalisten die gleichen wie 2018, allerdings sind die Duelle andere: Ajoie empfängt Biel, Davos die Lakers.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Ajoie - ZSC Lions 6:3 (1:0, 1:0, 4:3)

Pruntrut. - 2002 Zuschauer. - SR Lemelin/Stricker, Altmann/Schlegel.–Tore: 5. Devos (Hauert, Hazen/Ausschluss Geering) 1:0. 34. Ryser (Hauert/Ausschlüsse Blindenbacher, Bodenmann) 2:0. 43. Devos (Hazen) 3:0. 48. (47:28) Joggi (Privet, Devos/Ausschluss Brüschweiler) 4:0. 48. (47:58) Joggi (Huber) 5:0. 54. Roe (Suter, Blindenbacher/Ausschlüsse Dotti, Devos) 5:1. 55. Chris Baltisberger (Noreau) 5:2. 57. Ryser 6:2 (ins leere Tor). 58. Prassl 6:3. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ajoie, 5mal 2 plus 10 Minuten (Bodenmann) gegen ZSC Lions.

Ajoie: Wolf; Ryser, Pouilly; Prysi, Dotti; Birbaum, Hauert; Macquat, Gfeller; Hazen, Devos, Schmutz; Huber, Privet, Joggi; Staiger, Frossard, Muller; Thibaudeau, Mäder, Arnold.

ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Suter, Roe, Pedretti; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Chris Baltisberger, Prassl, Diem; Brüschweiler, Schäppi, Simic; Sigrist.

Bemerkungen: Ajoie ohne Pilet (verletzt) und Casserini (krank), ZSC Lions ohne Wick (verletzt), Flüeler (krank) und Pettersson (überzähliger Ausländer). - Lattenschuss Bodenmann (40.).

Rapperswil-Jona Lakers - Zug 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)

4044 Zuschauer. - SR Mollard/Tscherrig, Dreyfus/Obwegeser.–Tore: 16. Simek (Kristo) 1:0. 31. Simek (Kristo) 2:0. 39. Rowe (Clark, Cervenka/Ausschluss Klingberg) 3:0. 56. Kristo 4:0 (Eigentor Diaz). - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 4mal 2 Minuten gegen Zug.

Rapperswil-Jona Lakers:Nyffeler; Egli, Randegger; Vukovic, Schmuckli; Hächler, Maier; Schneeberger, Gurtner; Clark, Cervenka, Forrer; Simek, Rowe, Kristo; Mosimann, Schlagenhauf, Wetter; Dünner, Ness, Rehak.

Zug: Hollenstein; Stadler, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Meyer; Langenegger, Albrecht, Zehnder.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Casutt, Hüsler, Loosli, Profico, Schweri (alle verletzt), Dufner und Wellman (beide krank), Zug ohne Bachofner, Bougro, Genoni, Kristensen, Morant, Schnyder, Senteler und Thorell (alle verletzt). - Pfostenschüsse Clark (7.); Hofmann (43.), Martschini (44.), Klingberg (45.).

Davos - Bern 4:3 (0:0, 1:2, 2:1, 1:0) n.V.

2416 Zuschauer. - SR Salonen/Wiegand, Cattaneo/Kovacs.– Tore: 21. (20:30) Hischier (Tedenby) 1:0. 28. Arcobello (Ebbett, Untersander/Ausschluss Tedenby) 1:1. 39. Arcobello (Untersander, Spiller) 1:2. 47. Baumgartner (Hischier/Ausschluss Arcobello) 2:2. 55. Guerra (Ambühl, Herzog) 3:2. 58. Arcobello (Ruefenacht, Moser) 3:3. 63. (62:49) Nygren (Baumgartner, Herzog) 4:3. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Bern.

Davos: Sandro Aeschlimann; Kienzle, Jung; Nygren, Paschoud; Stoop, Guerra; Barandun; Baumgartner, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Dino Wieser, Ambühl, Herzog; Frehner, Bader, Eggenberger; Canova.

Bern: Caminada; Andersson, MacDonald; Burren, Blum; Untersander, Colin Gerber; Henauer; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Spiller, Berger, Kämpf; Jeremi Gerber.

Bemerkungen: Davos ohne Buchli, Kortin. Marc Wieser (alle verletzt), Marc Aeschlimann (krank), Du Bois (überzählig) und Rantakari (überzähliger Ausländer), Bern ohne Bieber, Beat Gerber, Grassi, Krueger und Pestoni (alle verletzt). - Vorzeitige erste Drittelspause nach 16:57 Minuten. - Timeout Davos (59:17). - Pfostenschüsse: Baumgartner (57./Latte); Sciaroni (43.).

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(sg/jch/kk)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter Meier am 26.11.2019 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Einstellung fehlt!

    So eine miserable Einstellung der ZSC-Grossverdiener ist eine Schande. Ohne Champions-League Beteiligung hätte man sich wenigsten im Schweizer Cup etwas anstrengen können. So aber geht wieder viel Goodwill verloren. Schade!

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  • Der Analyst am 26.11.2019 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    ZSC Owee

    was für eine Ohrfeige , was für eine Blamage ! Und das als souverainer Leader der NLA ...

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  • Mäck am 26.11.2019 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht

    Tja,sowas passiert halt wenn man denkt der b ligist wird dann schon irgendwann müde.dann noch strafen nehmen wie blindi,dümmer gehts beinahe nicht mehr

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arrow am 28.11.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum eine schlechte....

    Einstellungen vom ZSC ? Der Gegner war in diesem Spiel für einmal besser. Man muss auch mal verlieren können und die Leistung von der anderen Mannschaft loben. Ich denke von 10 Spielen würde der Z 9 gewinnen. In der zweiten Liga gibt durchaus sehr gute Mannschaften die überraschen können. Dafür ist ja der Z in der Liga wider auf Kurs was ja vom Meister aus Bern nicht gerade sagen kann ;.-)

  • Franzsepp vom Chudehüsi am 27.11.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation an Ajoie

    ZSC niene meh, ab i Nati Nat. B, Gratulation an Ajoie!!!!

    • JohnDoe_ZH am 27.11.2019 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franzsepp vom Chudehüsi

      Häsch mal d NLA Tabelle studiert?

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  • krassi am 27.11.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überflüssig

    interessiert deser cup irgendwer ausserhalb vom rappi? es fängt schon mit dem modus an versteht ja wirklich niemand wieso die clubs in gruppen eingeteilt werden und nicht einfach ausgelost wird wie beim fussball.

    • Mike93 am 27.11.2019 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @krassi

      Ich bin leider nicht Ihrer Ansicht. Entweder dabei oder in der 1 Runde raus. Aber im 1/4 Final gewollt raus zu fliegen ist dumm. Der Sieger verdient viel Geld und hat schon einen kleinen Erfolg in der Saison. Als Zug oder ZSC Trainer würde es, bei mir Heute nicht den normalen Tagesablauf geben. Herr Ehrler macht es richtig und dafür bewundere ich ihn sehr.

    • Steve am 27.11.2019 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike93

      Viel Geld? Ansichtssache.. Damit kann man ja nichtmal ein Jahres Gehalt eines Spieler bezahlen..

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  • SCB Fan am 27.11.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    naja ist ja klar...

    das Interesse am Cup ist genau bei 2 Mannschaften vorhanden... Rappi und Ajoie... der Rest nimmt es um die Junioren etwas durch zu testen oder sonstige versuche zu machen... eigentlich sehr schade, jedoch zeigt es auch das ein B-Club eine Chance hat wenn er dann will...

    • Stedi63 am 27.11.2019 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SCB Fan

      Langnau und Züri haben demzufolge versucht mit den besten Kräften schlecht zu spielen? Gratulation, das ist voll gelungen.

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  • U.S. am 27.11.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Charakterlose Schnudderbuebe

    Einfach nur Erbärmlich. sind das jetzt schon schlechte Vorzeichen auf's nächste Playoff ?