National League

10. Februar 2019 08:35; Akt: 10.02.2019 08:49 Print

ZSC im Strichkampf, SCB und Tigers siegen

Die Zürcher verlieren in Zug 0:3, Bern siegt in Biel und die Tigers gewinnen gegen den HCD.

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Arno del Curto (r.) und sein Team sind mitten im Strichkampf: Ein Punkt trennt sie noch vom neuntplatzierten Lugano. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

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Die ZSC Lions müssen kämpfen, um als Meister in den Playoff-Rängen zu verbleiben. Das Team von Arno Del Curto verlor beim Tabellenzweiten Zug mit 0:3.

Die Reserve der achtplatzierten Lions auf das direkt unterhalb des Playoff-Trennstrichs rangierten Lugano beträgt neun Spiele vor Schluss nur gerade einen Punkt.

Bei Zugs Sieg über die Lions brillierten hingegen die Ausländer Brian Flynn mit zwei Treffern und Dennis Everberg mit einem Tor. Goalie Sandro Aeschlimann realisierte seinen zweiten Shutout.

Der SC Bern behauptete die Spitze vor Zug durch einen 4:2-Sieg beim Kantonsrivalen Biel. Ausgerechnet der ehemalige Bieler Gaëtan Haas gab die Richtung mit dem frühen 1:0 in der 4. Minute vor.

In einem Sechspunkte-Spiel lieferten sich die ebenfalls in den Strichkampf involvierten Ambri-Piotta und Genève-Servette einen intensiven Abnützungskampf. Erstmals in dieser Saison ging eine Partie torlos in die Verlängerung. Dort traf PostFinance-Topskorer Dominik Kubalik nach nur 17 Sekunden zum wichtigen Sieg für die Tessiner.

Die SCL Tigers festigten mit einem 5:4 nach Verlängerung gegen Davos ihren 3. Platz und besiegelten gleichzeitig den definitiven Fall der Bündner in die Abstiegsrunde. Auch hier dauerte es nur gerade 24 Sekunden, ehe Alexej Dostoinow in der Overtime für die Emmentaler traf.

Rüfenachts Siegestor nach 56 Minuten

Der SC Bern realisiert mit zwei Powerplay-Toren ein 4:2 in Biel und erringt damit den dritten aufeinanderfolgenden Sieg gegen den Kantonsrivalen. Thomas Rüfenacht erzielte in der 56. Minute in Überzahl das Siegestor zum 3:2. Vorbereitet wurde der Treffer von Topskorer Mark Arcobello, der im Finish noch mit einem Schuss ins leere Tor das Schlussresultat herstellte. Der SCB wendete damit zum vierten Mal in der laufenden Saison ab, in mehr als zwei Meisterschaftsspielen in Folge das Eis als Verlierer zu verlassen.

EHC Biel - SC Bern (09.02.19)

Der Leader wollte sich für den Heim-Ausrutscher gegen Fribourg-Gottéron am Vorabend rehabilitieren und agierte vorab im ersten und letzten Drittel konzentriert, diszipliniert und gradlinig. Die 2:0-Führung nach Toren des ehemaligen Bielers Gaëtan Haas und im Powerplay von Andrew Ebbett nach dem Startdrittel war die logische Folge.

Doch Biel schlug im Mitteldrittel eindrucksvoll zurück. Der Anschlusstreffer des Finnen Jarno Kärki, der bereits am Vorabend in Rapperswil-Jona zweimal erfolgreich war, blieb ein vorerst karger Lohn. Neun Minuten vor Ende der regulären Spielzeit folgte dann immerhin noch der einmalige Ausgleich (2:2) von Topskorer Toni Rajala (52.). Danach zog Bern aber wieder davon.

SCL Tigers kommen dem Playoff immer näher

Die SCL Tigers dürfen die Planung der Playoffs langsam in Angriff nehmen. Nach dem 5:4-Heimsieg nach Verlängerung gegen den HC Davos beträgt die Reserve auf Platz 9 erstmals 9 Punkte.

Rechnerisch haben die Langnauer die zweite Playoff-Qualifikation nach 2011 noch lange nicht auf sicher. Aber viele Indizien sprechen mittlerweile für die Emmentaler. Nach dem Sieg gegen Davos, dem vierten Erfolg hintereinander, haben die SCL Tigers 70 Punkte auf dem Konto. Für Langnau spricht primär der aktuelle 3. Tabellenplatz. Klar können neun Punkte Vorsprung in acht Runden noch verspielt werden. Aber dass gleich sechs Teams noch an Langnau vorbeiziehen, von denen drei Mannschaften derzeit acht und mehr Zähler zurück liegen, erscheint unwahrscheinlich.

Zumal die Langnauer mittlerweile äusserst gefestigt auftreten. Mit einem Einbruch ist nicht zu rechnen - ganz im Gegenteil: Die SCL Tigers werden in den verbleibenden acht Runden den Fokus darauf legen, womöglich sogar mit dem Heimvorteil in die Playoffs starten zu können, oder sich erstmals für die Champions Hockey League zu qualifizieren.

SCL Tigers - HC Davos (09.02.19)

Gegen Davos legten die SCL Tigers einen Steigerungslauf hin. Im ersten Abschnitt spielten sie schwach. Die Langnauer luden die Davoser zum Toreschiessen ein und waren mit dem 1:2-Zwischenstand gut bedient. Aber sie kämpften sich ins Spiel zurück. Ab dem zweiten Abschnitt reduzierten die Emmentaler die Fehlerquote. Sie reagierten auf drei Rückstände und erzielten zwei Goals in Überzahl, so auch die erstmalige Führung durch Harri Pesonen nach 45 Minuten (4:3). Davos schaffte durch Perttu Lindgren in der 57. Minute noch den Ausgleich. Alexej Dostoinow mit seinem zweiten Goal des Abends nach 24 Sekunden der Overtime besiegelte den Sieg und stürzte die ausverkaufte Ilfishalle in einen Freudentaumel.

Kubalik mit Blitztor in der Overtime

Ambri-Piotta erzielte im Kampf um den Playoff-Einzug einen wichtigen 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Genève-Servette. Das Siegtor von Ambris Topskorer Dominik Kubalik nach nur 17 Sekunden war die schnellste Entscheidung in der Nachspielzeit in der laufenden Saison.

Ambris Goalie Benjamin Conz benötigte 29 Paraden für seinen vierten Shutout in der laufenden Meisterschaft und seine Nummer 44 insgesamt in der höchsten Spielklasse. Ambri feierte damit den neunten Sieg aus den letzten elf Heimspielen. Und die Tessiner distanzierten die zehntklassierten Genfer mit dem vierten Erfolg aus den letzten fünf Direktduellen weiter.

Dabei Ambri hätten die Partie sehr gut verlieren können. Die Gastgeber hatten zwei besonders kritische Phasen im Boxplay zu überstehen. Im Mitteldrittel befanden sich die Leventiner 43 Sekunden lang in doppelter Unterzahl. Und im Schlussdrittel vier Minuten in Folge in einfacher Unterzahl, als Nationalverteidiger Michael Fora für diese Dauer auf die Strafbank geschickt wurde.

Bei den Genfern gab Stammgoalie Robert Mayer nach überstandener Gehirnerschütterung mit mehrwöchiger Zwangspause sein Comeback. Die Gäste kassierten dennoch die vierte Niederlage in Serie.

Telegramme und Rangliste:

Zug - ZSC Lions 3:0 (0:0, 2:0, 1:0)
7057 Zuschauer. – SR Hebeisen/Salonen, Obwegeser/Gnemmi. Tore: 25. Everberg (Diaz) 1:0. 33. Flynn (Martschini/Ausschluss Schäppi) 2:0. 43. Flynn (Suri, Diaz/Ausschluss Marti) 3:0. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Zug, 4mal 2 plus 10 Minuten (Pettersson) gegen ZSC Lions. – PostFinance-Topskorer: Martschini; Hollenstein.
Zug:Aeschlimann; Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Zgraggen, Stadler; Thiry; Lammer, Albrecht, Suri; Flynn, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Leuenberger, Senteler, Schnyder; Zehnder.
ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Noreau, Marti; Karrer, Berni; Pettersson, Cervenka, Wick; Bodenmann, Suter, Hollenstein; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Miranda, Prassl, Bachofner.
Bemerkungen: Zug ohne Klingberg, Zryd und Stephan (alle verletzt), ZSC Lions ohne Blindenbacher und Nilsson (beide verletzt) sowie Moore (überzähliger Ausländer). – Pfosten: 13. Bachofner, 42. Senteler. - Latte: 32. Suri.

Biel - Bern 2:4 (0:2, 1:0, 1:2)
6521 Zuschauer. – SR Lemelin/Mollard, Fuchs/Kovacs.
Tore: 4. Haas (Bieber) 0:1. 17. Ebbett (Andersson, Moser/Ausschluss Fey) 0:2. 34. Kärki (Salmela) 1:2. 52. Rajala (Fey, Tschantré) 2:2. 56. Rüfenacht (Arcobello/Ausschluss Pouliot) 2:3. 59. Arcobello (Ausschluss Kreis; Mursak) 2:4 (ins leere Tor). – Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Rajala) gegen Biel, 5mal 2 Minuten gegen Bern. – PostFinance-Topskorer: Rajala; Arcobello.
Biel: Hiller; Fey, Salmela; Kreis, Maurer; Moser, Forster; Sataric; Riat, Pouliot, Rajala; Brunner, Diem, Künzle; Hügli, Fuchs, Kärki; Schmutz, Neuenschwander, Pedretti; Tschantré.
Bern: Genoni; Burren, Almquist; Kamerzin, Blum; Andersson, Beat Gerber; Colin Gerber; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Bieber, Haas, Scherwey; Mursak, Ebbett, Kämpf; Sciaroni, Heim, Berger; Grassi.
Bemerkungen: Biel ohne Paupe (verletzt) und Earl (überzähliger Ausländer), Bern ohne Untersander, Krueger und Jeremi Gerber (alle verletzt) und Boychuk (überzähliger Ausländer). - Maurer und Diem (beide Biel) im Startdrittel verletzt ausgeschieden. - Biel von 58:25 bis 58:57 ohne Goalie.

SCL Tigers - Davos 5:4 (1:2, 2:1, 1:1, 1:0) n.V.
6000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Eichmann/Fonselius, Kaderli/Schlegel. Tore: 3. Rödin (Lindgren) 0:1. 10. (9:15) Dostoinow (Elo, Gagnon) 1:1. 11. (10:10) Buchli (Egli, Kessler) 1:2. 34. Elo (DiDomenico, Huguenin/Ausschluss Marc Wieser) 2:2. 37. Marc Wieser (Meyer/Ausschluss Glauser) 2:3. 39. Kuonen (Diem, Neukom) 3:3. 46. Pesonen (DiDomenico, Huguenin/Ausschluss Kessler) 4:3. 57. Lindgren (Pestoni, Rödin) 4:4. 61. (60:24) Dostoinow 5:4. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 7mal 2 plus 10 Minuten (Egli) gegen Davos. – PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Pestoni.
SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Gerber; Elo, Gagnon, Dostoinow; DiDomenico, Pascal Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Rüegsegger, Randegger, Nils Berger.
Davos: Lindbäck; Buchli, Du Bois; Barandun, Nygren; Heldner, Jung; Rödin, Lindgren, Ambühl; Marc Wieser, Corvi, Pestoni; Hischier, Aeschlimann, Meyer; Frehner, Egli, Kessler; Portmann.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne Gustafsson, Blaser, Punnenovs, Johansson (alle verletzt) und Giliati (überzähliger Ausländer), Davos ohne Payr, Sandell, Dino Wieser, Stoop (alle verletzt), Bader (krank), Kundratek, Heinen und Baumgartner (alle Nationalmannschaft).

Ambri-Piotta - Genève-Servette 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) n.V.
5359 Zuschauer. – SR Stricker/Müller, Castelli/Cattaneo. Tor: 61. (60:17) Kubalik (Müller) 1:0. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 3mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. – PostFinance-Topskorer: Kubalik; Richard.
Ambri-Piotta: Conz; Fora, Jelovac; Plastino, Ngoy; Fischer, Guerra; Moor; Zwerger, Müller, Kubalik; Trisconi, Kostner, Bianchi; Rohrbach, D'Agostini, Hofer; Kneubühler, Goi, Lauper; Mazzolini.
Genève-Servette: Mayer; Jacquemet, Tömmernes; Mercier, Dufner; Völlmin, Bezina; Antonietti, Martinsson; Fritsche, Berthon, Simek; Rod, Almond, Wick; Winnik, Richard, Wingels; Maillard, Kast, Riat.
Bemerkungen: Ambri ohne Kienzle, Dotti, Novotny, Lerg, Incir und Pinana (alle verletzt), Genève-Servette ohne Bouma, Skille, Rubin, Vukovic, Douay und Romy (alle verletzt) sowie Fransson (krank) und Bozon (gesperrt). – Verletzt ausgeschieden: 13. Berthon, 59. Winnik.

Rangliste: 1. Bern 41/86. 2. Zug 41/84. 3. SCL Tigers 42/70. 4. Lausanne 42/68. 5. Biel 42/68. 6. Ambri-Piotta 41/64. 7. ZSC Lions 41/62. 8. Fribourg-Gottéron 41/62. 9. Lugano 41/61. 10. Genève-Servette 42/59. 11. Davos 41/34. 12. Rapperswil-Jona Lakers 41/26.

Eishockey

(sda/tzi)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Von Zottele am 10.02.2019 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ADC

    ADC wird der erste Trainer der die Playoffs mit zwei Mannschaften nicht erreichen wird.. Tolle Leistung

  • ussocom am 10.02.2019 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    witzige sache

    wenn der Z gewinnt, liesst man hier von gefühlten tausend ZSC (modefans). wenn der Z aber wie gestern von zug total vernichtet wird, liesst man von den Z fans plötzlich nichts mehr.....

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  • Jakobli vom Seltebach am 10.02.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die SCL - Tigers auf dem Weg........

    Die SCL - Tigers auf dem Weg in die Play-Offs???!!! Alles ist "Möglich" nichts ist "Unmöglich"!! Das hat gestern Abend auch der HCD erfahren, 5:4 Niederlage nach Verlängerung. Ein ungewohntes Bild; HCD kämpft gegen den Abstieg und die "SCL-Tigers" auf dem Weg zu einer glorreichen Saison. "Tigers-Fan" zu sein macht Stolz!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • ZFan am 11.02.2019 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Playout's sind gebucht

    Das Problem beim Z hat man in der Szene mit Hollenstein sehr gut gesehen, als man ihm nicht einmal einen Stock geben wollte. Zu viele eingekaufte Star Spieler die nur auf ihr Ego bedacht sind, dazu noch ein "Star" Trainer.

    • HUDI am 12.02.2019 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ZFan

      Zu viel eingekaufte Starspieler? Welche Star spieler wurden den auf diese Saison gekauft, ausser Hollenstein und Bodenmann? Wobei Simon kein Starspieler ist.

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  • Hockeygott am 10.02.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    EVZ ole

    Keine Chance hatten die Züzis! Rasiert wurded ihr vom grossen EVZ.

  • Von Zottele am 10.02.2019 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ADC

    ADC wird der erste Trainer der die Playoffs mit zwei Mannschaften nicht erreichen wird.. Tolle Leistung

  • Jakobli vom Seltebach am 10.02.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die SCL - Tigers auf dem Weg........

    Die SCL - Tigers auf dem Weg in die Play-Offs???!!! Alles ist "Möglich" nichts ist "Unmöglich"!! Das hat gestern Abend auch der HCD erfahren, 5:4 Niederlage nach Verlängerung. Ein ungewohntes Bild; HCD kämpft gegen den Abstieg und die "SCL-Tigers" auf dem Weg zu einer glorreichen Saison. "Tigers-Fan" zu sein macht Stolz!!!

  • ussocom am 10.02.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gratulation

    die teils groteske arrgoanz der davoser wurde gestern mit einem playout platz belohnt. frei nach dem sprichwort: hochmut kommt immer vor dem fall! immer....

    • Zu viele hochmütige hier am 10.02.2019 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ussocom

      Dann müssten also noch mehr Klubs und deren "Fans" ganz tief fallen! Ich freu mich drauf! Immer!

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