Finalissima

17. April 2012 14:48; Akt: 17.04.2012 23:30 Print

ZSC trifft Sekunden vor Schluss zum Titel

Die ZSC Lions sind Schweizermeister 2012. 2,5 Sekunden vor Schluss schiesst Steve McCarthy das entscheidende Tor im siebten Spiel zum 2:1-Sieg gegen den SC Bern.

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In Extremis gewinnen die ZSC Lions die Finalissima gegen Bern und werden Schweizer Meister 2012: 2,5 Sekunden vor Schluss erzielt Steve McCarthy den entscheidenden Treffer. Kurz vor 2 Uhr kamen die Meisterhelden in Zürich Oerlikon an und präsentierten den geduldigen Fans vor der Halle 9 den Meisterpokal. Torhüter Lukas Flüeler wird von den Fans herzlich umarmt. Der Pokal ging in dieser langen Nacht durch viele Hände. Sogar die Fans durften das Objekt anfassen. Meister-Trainer Bob Hartley posierte geduldig für Erinnerungsfotos. Gewohnt ruhig feierte Goalie-Legende Ari Sulander. Ein Bier genehmigte sich der nun vierfache Schweizer Meister dann aber doch. Mathias Segers Meisterurschrei kennen die Fans bereits. Genug davon werden sie wohl nie kriegen. Schon in der Kabine wude ausgiebig gefeiert. Ob nun Lukas Flüeler mit einem Bier... ...oder Andres Ambühl mit einer Zigarre: Die Spieler wissen den Sieg zu feiern. Ari Sulander kann in seiner letzten Saison bei den ZSC Lions noch einen Meistertitel feiern. Captain Mathias Seger erhält in der Berner PostFinance-Arena den Pokal. Seger übergibt die Trophäe sofort Patrik Bärtschi weiter, der sie in die Höhe streckt. Es ist sein erster Meistertitel. Auch Bob Hartley darf den Pokal mal halten. Ebenso wie Torschütze Steve McCarthy. Für die Berner ist die Niederlage natürlich hart - Etienne Froidevaux ist den Tränen nahe. Auch Tristan Scherwey ist die Enttäuschung anzusehen. Ganz anders geht es den Lions nach dem entscheidenden Treffer. Es hält keinen Spieler mehr auf der Bank. Ein Rückblick auf den Spielverlauf: Die Spannung war in der PostFinance-Arena bereits vor der Partie spürbar. Sowohl bei den Bern-Fans ... ... als auch bei den Anhängern der ZSC Lions. Auf beiden Seiten ... ... wurden kreative Transparente die Höhe gestreckt. Die Berner erwischten eigentlich den besseren Start. Doch nach einem 1:0-Treffer von Mark Bastl hatten die Lions nach dem ersten Drittel die Oberhand. So hatten sich die Gäste aus Zürich das vorgestellt. Viel länger als die Drittelspause hielt die Freude der Lions aber nicht an. Berns Ivo Rüthemann erzielte bereits in der 22. Minute den Ausgleich zum 1:1. Nach der schnellen Rückkehr blieb der SCB das stärkere Team. Trotz zweimaliger Überzahl gelang ihnen der zweite Treffer im zweiten Drittel aber ebenso wenig wie den Zürchern. Ari Sulander verfolgte sein allerletztes Spiel im Kader der ZSC Lions von der Bande aus. Im dritten Abschnitt war beiden Teams die Anspannung anzumerken. Trotzdem suchten beide Mannschaften den zweiten Treffer. Aber Marco Bührer und sein Gegenüber Lukas Flüeler liessen lange keine weiteren Treffer zu. Dann kam aber doch noch vor der Verlängerung die Entscheidung: Steve McCarthy schiesst die ZSC Lions zum 7. Meistertitel der Klubgeschichte.

Die besten Bilder der Finalissima zwischen dem SCB und den ZSC Lions.

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Steve McCarthy schiesst die ZSC Lions in der Finalissima in Bern zweieinhalb Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zum 2:1-Sieg und damit zum siebten Meistertitel. Der kanadische Verteidiger hatte nach einem Getümmel vor dem Berner Tor aus der Distanz die Übersicht behalten und die entsprechende Lücke gefunden.

Dabei hatte der SC Bern Spiel 7 rund 55 Minuten lang klar dominiert. Der SCB war den Zürchern physisch bis dahin deutlich überlegen. Die Berner gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe. Sie unterdrückten etwaige Offensiv-Ambitionen der ZSC Lions bereits im Ansatz.

Die Lions kamen eigentlich erst in den letzten fünf Minuten ins Spiel, als sich sie Partie plötzlich zu einem offenen Schlagabtausch entwickelte und die Zürcher am Sieg auch näher standen. Patrick Geering und zweimal Reto Schäppi scheiterten unter anderen jeweils an SCB-Goalie Marco Bührer. Und ZSC-Saisonaufsteiger Luca Cunti verfehlte in aussichtsreicher Position im SCB-Slot die Scheibe. Doch zweieinhalb Sekunden vor Spielende wurden die Lions für ihren starken Endspurt mit dem Meistertor von McCarthy belohnt.

Starker Zürcher Goalie

Symptomatisch für den grossen Aufwand des SCB war das 1:1 in der 22. Minute, als die Scheibe erst nach dem vierten Abschluss in Folge im Tor landete. Ivo Rüthemann überwand mit dem eigenen Nachschuss endlich den starken ZSC-Keeper Lukas Flüeler, der sein Team in der Folge in zwei Unterzahl-Situationen im Mitteldrittel vor einem weiteren Gegentreffer bewahrte.

Völlig entgegen dem Spielverlauf waren die ZSC Lions 42 Sekunden vor Drittelsende in Führung gegangen. Andreas Hänni hatte an der Bande in einem Zweikampf gegen Andres Ambühl den Kürzeren gezogen. Der Bündner spielte die Scheibe zu Thibaut Monnet, der die vorwärts orientiert gewesene SCB-Defensive inklusive Goalie Marco Bührer mit einem Pass vor das Tor düpierte. Mark Bastl brauchte für die Lions die Scheibe bloss noch in das offene Gehäuse einzuschieben.

Zürich schafft die Wende erneut

Die ZSC Lions brachten bis zu ihrem Führungstreffer gerade mal drei Distanzschüsse (zweimal durch Thibaut Monnet, einmal durch Luca Cunti) zu Stande. Für die Lions hatte der aufmerksame Keeper Lukas Flüeler einen Rückstand verhindert.

Der SCB verlor damit zum vierten aufeinanderfolgenden Mal eine Playoff-Serie gegen die ZSC Lions. Die Lions hatten bereits 2001 gegen Lugano nach einem 1:3-Rückstand eine Finalserie noch drehen können - ebenfalls mit einem finalen Triumph auf gegnerischem Eis.

Playoff-Final, 7. Runde

Bern - ZSC Lions 1:2 (0:1, 1:0, 0:1)
PostFinance-Arena. - 17'131 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng.
Tore: 20. (19:18) Bastl (Monnet, Ambühl) 0:1. 22. Rüthemann (Martin Plüss, Neuenschwander) 1:1. 60. (59:57,5) McCarthy (Tambellini, Ambühl) 1:2.
Strafen: 0mal 2 Minuten gegen Bern, 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Ritchie; Tambellini.
Bern: Bührer; Kinrade, Philippe Furrer; Roche, Beat Gerber; Jobin, Hänni; Pascal Berger, Ritchie, Dumont; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthemann; Déruns, Gardner, Vermin; Scherwey, Froidevaux, Reichert.
ZSC Lions: Flüeler; Geering, Blindenbacher; McCarthy, Seger; Stoffel, Daniel Schnyder; Bastl, Pittis, Monnet; Kenins, Cunti, Tambellini; Patrik Bärtschi, Ambühl, Kolnik; Chris Baltisberger, Schäppi, Bühler; Schommer.
Bemerkungen: Bern ohne Vigier, Kwiatkowski, Dominic Meier, Adrian Brunner (alle überzählig), Morant (gesperrt) und Lötscher (verletzt), ZSC Lions ohne Cory Murphy, Ziegler, Ulmann, Phil Baltisberger (alle überzählig), Down und Camperchioli (beide verletzt).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pure Emotions am 17.04.2012 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumatisiert

    Als SCB-Fan bin ich zwar schwer traumatisiert. Aber wir hatten genug Chancen den Titel zu holen. Die Lions verdienen den Titel. Ohne Wenn und Aber. Gratulation nach Zürich! Auch wenns mir brutal weh tut, wegen solchen Momenten "liebe" ich den Sport! PS: Hauptsache nicht Davos.... ;-)

  • Alain Kehl am 17.04.2012 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bern und der Sport

    Nachdem YB in den letzten Saisons veryoungboyst hat,was es zu veryoungboysen gab,hat es nun auch der SCB geschafft die Serie zu verbernern.

  • Zsc am 18.04.2012 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bärenstark

    Bärenstarke leistung der zürcher!!;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Manfred am 18.04.2012 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuspiel

    Bin auch der Meinung, dass alles was im Torraum los war keine Verletzung der Regeln war. Dies wurde ja gestern bereits aus dem Regelbuch zitiert. Viel schlimmer ist es, dass der Pass vor der vernichtenden Schussabgabe mit dem Fuss gespielt wurde und dies mit keinem Wort, nirgens erwähnt wird! Gratulliere dem Meister.

  • Kevin am 18.04.2012 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation an die ZSC Lions

    Obwohl ich SCB fan bin gönne ich den lions den sieg, sie haben ihn sich hart erkämpft. Und ausserdem wurde das tor von billeter und rotaris genau angeschaut (mit regelbuch ;-), und klar gesagt dasses regulär ist. Sehr guter und richtiger entscheid der referees. Es kann eben nur einer gewinnen. Wenn es nicht gezählt hätte dann hätte evtl. Bern den kübel geholt und zsc hätte gemeckert dass ihnen das tor aberkannt wurde, jedem kann mans nicht recht machen. Die welt dreht sich trotzdem weiter ;-)

  • Diavolo am 18.04.2012 03:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation!!!

    Gratulation!!!! Nur so konnte dieses Spekakel beendet werden. Ein verdienter Meister und ein verdienter 2ter (keine Ironie!!). Beide hätten es verdient gehabt. Am Ende entscheidet wie es sein musste der Lucky Punch.

  • Hcd Fan am 18.04.2012 02:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute finalserie

    Wer davos besiegt wird meister. Nächste saison holen wir den pot wieder zurück nach davos, es ist wieder mal ein ungrades jahr. Freu mich jetzt schon den trainer der trainer zu sehen. War trotzdem eine spannende final serie mit einem starken z und leider einem scb, der in 7 spielen nicht immer überzeugte. Sinnbildlich das loosing game goal. Vorher den meister holen und nicht in den letzten sekunden das final verlieren. Aber thats hockey.

  • Bea Auer am 18.04.2012 01:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meister 2012

    Herzliche Gratulation ZSC LIONS es freut mich auch das ARI SULANDER zum Abschied zum vierten mal den Meistertitel bekam. Die Bernerspieler waren fair und haben trotz der Niederlage ihren Gegenern gratuliert. Es ist immer hart zu verlieren aber es kann nur einer Siegen. Danke LIONS wir sind soooooo stolz auf Euch. Adieu Ari!