Presseschau

23. Juli 2018 04:01; Akt: 23.07.2018 04:20 Print

«Aber Özils Mami spielt nicht für den DFB»

Die Meinungen zu Mesut Özils Rücktritt aus der deutschen Fussball-Nationalmannschaft gehen bei den Medien weit auseinander.

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Die deutschen Fans hätten Mesut Özil viel zu verdanken, auch er stehe für den WM-Triumph 2014, schreibt die «Bild»-Zeitung. Doch leider würde man sich rückblickend wohl mehr an seine blindwütige Abrechnung erinnern. So viel mehr als ein Rücktritt, schreibt «Zeit online». Erstmals trete ein deutscher Nationalspieler zurück, weil er rassistisch angefeindet wurde. Mesut Özils Rückzug sei ein fatales Signal in einer besorgniserregenden Zeit. Migration bedeute Herkunft und Zukunft und der lange Weg dazwischen, meint «Die Welt». Mesut Özil habe illustriert, wie viele Sackgassen und Einbahnstrassen es geben kann. Özil lasse Selbstkritik vermissen, heisst es heute in «Spiegel online». Doch enthalte seine Attacke auf DFB-Präsident Reinhard Grindel viel Wahres. Laut der «Süddeutschen Zeitung» werde der Rücktritt von Özil für den DFB zum grossen Problem. Dieser habe für die vielen Brandherde seit dem Scheitern an der WM die Strategie des Aussitzens gewählt. Özils Rücktritt vertiefe die Krise des deutschen Fussballs, schreibt die «Frankfurter Allgemeine». Einer Frage aber weiche der Fussballer aus: «Wie steht er zu Menschenrechten, wie sie in der Türkei unter Erdogan ignoriert werden.» Die «Frankfurter Rundschau» meint: «Es gehört zu Mesut Özils persönlicher Tragik, dass ausgerechnet er zum Bolzball seiner türkischen Berater, der Wahlkampagne des Präsidenten Erdogan, des DFB und von Rassismus geworden ist.» Enttäuscht, verletzt, missverstanden: Nach einem beispiellosen Rundumschlag hat Mesut Özil überraschend seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft beendet, schreibt «Sport1». Seine Mutter habe Mesut Özil beigebracht, respektvoll zu sein. «Aber Mami spielt nicht beim DFB», schreibt die TAZ.

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Nach den Kontroversen über sein Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hängt Mesut Özil das Trikot der deutschen Fussball-Nationalmannschaft an den Nagel. «Schweren Herzens» habe er sich zum Ausscheiden aus der Nationalmannschaft entschlossen, teilte Özil am Sonntagabend via Twitter mit. Er machte insbesondere DFB-Chef Reinhard Grindel schwere Vorwürfe und prangerte einen weit verbreiteten Rassismus gegen ihn als Deutschtürken an.

Wie die deutschen Medien auf seinen Rücktritt reagieren, lesen Sie bitte in der Bildstrecke oben.

Fussball

(chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nm am 23.07.2018 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Özil ade

    Für mich als Schweizerin mit deutschem Hintergrund ist der Rücktritt richtig so. Jemand der in Deutschland geboren ist und einen Typ wie Erdogan als seinen Präsidenten betitelt hat in der deutschen Elf nichts zu suchen.

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  • Sehnsucht 6 7 am 23.07.2018 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naiv?

    Sein Foto sei nicht politisch motiviert gewesen sagt Mesut Ozil. Für ihn nicht aber für den Erdogan war und ist dieses Foto politisch gewesen. Das ist die andere Seite der Medaille. Dachte Ozil wirklich das da keine Reaktionen kommen? Darum und genau darum ist die Aussage von Ozil das dass Foto nicht politisch motiviert entweder naiv oder eben doch eine politische Aussage.

  • pat am 23.07.2018 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt auf opfer machen..

    Immer das Gleiche: Zuerst Öl ins Feuer giessen und dann auf Opfer machen. Eine Erklärung mit einer Entschuldigung hätte gereicht um die ganze Angelegenheit zu erledigen. Herr Ozil wollte das nicht, jetzt muss der feine Mann halt mit den Konsequenzen leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Loti am 23.07.2018 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück für Löw

    Da wird Joachim Löw aber ein grosser Gefallen getan! So muss er Özil nach dessen unterirdischen Leistungen an der WM nicht selber aussortieren. Man hätte ihm keinen grösseren Gefallen machen können,

  • Tom Kane am 23.07.2018 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tom

    Hm was hat das alles mit seinem schlechten Spiel in letzter Zeit zj tun? Er hätte sowie so nicht mehr in der Nati gespielt, zu schlecht seine Leistung. Aber mit seinen Aussagen hat er auch recht. Endlich aufräumen mit dem korruptem und selbstversorgenden DFB

  • Swissman am 23.07.2018 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bleibt zu hoffen

    dass Xhaka, Shaqiri, Seferovic und Dzemaili das Gleiche tun.

  • Giorgio am 23.07.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzlich:

    Komm da nicht so richtig draus, habs nicht so verfolgt. Aber ich finde, ist nicht so apettilich, sich neben so einem Präsidenten ablichten zu lassen.

  • Beni Benito am 23.07.2018 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Trend

    Aktuell ist es eben ein Trend, die eingebürgerten Spieler als Sündenbock darzustellen. Shaqiri, Xhaka, Dzemaili, Behrami etc. bitte zurücktretten. Gebt den Politikern, Pöblern und Medien nach. Es ändert nichts an der gebotenen Leistung der Nationalmannschaft, aber villeicht sind diese "besonderen" Menschen endlich Zufrieden. Bin gespannt, wer dann als Sündenbock hinhalten muss.