Jürgen Klopp

02. August 2019 11:59; Akt: 02.08.2019 12:46 Print

«Dann töten wir dieses wunderschöne Spiel»

Zu viele Spiele, zu wenig Erholung: Die Spielergewerkschaft Fifpro schlägt Alarm. Und erhält Unterstützung von Trainergrössen wie Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

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Der Report trägt den Titel «Am Limit» und ist ein Werk von Fifpro, der internationalen Spielergewerkschaft. Kritisiert wird die zu hohe Belastung von Profis vor allem in den Topligen. Für die Studie wurden die Einsatz-, Reise- und Ruhezeiten von 543 Spielern analysiert. Ein Beispiel: Heung-min Son. Der 27-jährige Südkoreaner von Tottenham Hotspur absolvierte vergangene Saison 78 Partien und legte über 110'000 Kilometer im Flugzeug zurück.

«Der internationale Match-Kalender ist dichter geworden. Gleichzeitig ist das Spiel schneller, physischer und globaler als jemals zuvor», schreibt die Organisation, die weltweit über 65'000 Fussballer vertritt. Und: Die Anforderungen an die Spieler würden stetig steigen, allerdings hätten die physische und psychische Leistungsfähigkeit Grenzen. Fifpro erneuert darum die Forderung nach mehr Erholungszeit. Längere Pause zwischen den Partien und nach langen Flugreisen, aber auch eine vierwöchige Sommer- und eine zweiwöchige Winterpause seien notwendig.

Im Bericht, der 40 Seiten umfasst, finden auch prominente Trainer deutliche Worte. «Wenn wir nicht lernen, besser mit unseren Spielern umzugehen, dann töten wir dieses wunderschöne Spiel», sagt etwa Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. Ähnlich klingt es von Pep Guardiola, dem Coach von Manchester City: «Es ist ein verrückter Spielplan, und er wird unsere Spieler töten. Das können wir nicht für eine längere Zeit aufrechterhalten, sie müssen sich schonen.»

Weltstars wehren sich

Fifpro-Generalsekretär Theo van Seggelen glaubt, einen Lösungsansatz zu haben – mit der Umverteilung der Arbeitsbelastung. «Während ein paar Hundert Spitzenspieler überladen werden mit Wettbewerben, bieten sich Tausenden ihrer Kollegen zu wenig Möglichkeiten, um sich eine nachhaltige Karriere aufbauen zu können», schreibt Van Seggelen.

Das Thema Überlastung ist aber nicht nur im Fussball aktuell. Auch die Handballer wehren sich. Im April machten Weltstars in einem Video mit dem Titel «Spielt nicht mit den Spielern» auf die für sie untragbaren Zustände aufmerksam. Sie sind der Meinung, dass bis zu 80 Partien pro Saison zu hoch ist.

Fussball

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julia am 02.08.2019 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Mitleid

    Mein Mitleid hält sich in grenzen!! Für die Millionen tun die meiner Meinung nach, immer noch viel zu wenig! Ein Arbeitstag hat selten nicht mehr als 3-4 Stunden! Bisschen Ball kicken! Jede Hausfrau leistet mehr als ihr Heulsusen, rasiert euch und werdet erwachsen, ihr Mimosen!

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  • Kein Fussballfan am 02.08.2019 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mimimimi

    Tut mir leid aber für den lohn machen die meiner meinung noch zu wenig!!!!

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  • payassli am 02.08.2019 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Planung

    Die Topklub leisten sich ja eine Ersatzbank die fast gleichwertig mit den spielenden ist. Da könnte man ja auch mal einen Spieler während der Saison eine Woche Ferien geben. Die Spieler sind dann auch weniger verletzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf45 am 03.08.2019 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball = Geldmacherei

    Es gibt noch ein anderes Problem! Wollen wir Fussball Fans überhaupt fast jeden Tag ein Fussballspiel sehen? Ich jedenfalls habe genug von der CL und EL, ich schaue und besuche nur noch die Spiele meiner Mannschaft. Um Spiele am Fernseher zu sehen bezahle ich jedoch nichts, dann lasse ich es halt. Fussball ist doch nur noch Abzockerei.

  • Roli1966 am 03.08.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider dreht sich beim Fussball

    alles nur noch ums Geld. Mit Sport allein hat das schon lange nichts mehr zu tun. Golf, Tennis Formel 1 und Fussball sind krank

  • Mani am 03.08.2019 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jammern auf höchstem Niveau

    habe auch kein Mitleid, 80 Spiele und 110'000km rumfliegen ergeben aufgerundet 400 std. Deren Gehalt durch 400 ergibt eine Stundenlohn der immer noch jenseits von allen normalen Löhnen liegt, also nicht jammern, sie wollen es ja so, dass dabei die Schwachen auf der Strecke bleiben ist auch bei den normalen Leuten so

    • Roli1966 am 03.08.2019 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mani

      sie haben wenig Ahnung. Haben sie das Gefühl die Fussballer stehen einfach so auf den Platz und spielen so.. Da stecken 1000ende Stunden von Drill, Takril und Training dahinter

    • Sportler am 03.08.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roli1966

      Jööö,das ist jetzt wohl keine grosse Sache.

    • Trainer am 03.08.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Sportler

      Du bist bestimmt einer der wegen Jetlag 3 Tage der Arbeit fernbleibt,aber hier andere denunzieren.Machdoch mal 30min. Profitraining dann liegst du heulend im Eisbad.

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  • otto am 03.08.2019 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball ist keine Arbeit

    seit wann ist spielen anstrengend geht arbeiten 9 std am tag und nicht 90 min dem ball nachrennen

    • Roli1966 am 03.08.2019 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @otto

      und ob es Arbeit ist!

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  • loris am 03.08.2019 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braucht jemand Fussball zum Leben

    niemand braucht Fussball zum leben.