Fussballskandal

15. Oktober 2019 11:17; Akt: 15.10.2019 13:25 Print

«Warum sperrt man diese Mannschaft nicht?»

Erneut sorgen die Türkei-Kicker mit einem Militärgruss für Aufregung. Die Meinungen darüber sind gemacht.

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Nach dem Kopfballtreffer von Düsseldorfs Kaan Ayhan zum 1:1-Endstand gegen Frankreich stellten sich – wie schon beim 1:0 gegen Albanien am vergangenen Freitag – mehrere Spieler am Spielfeldrand auf und salutierten in Richtung Tribüne. Nach dem Abpfiff wiederholte ein Grossteil der Mannschaft die Geste. Damit drückt das Team seine Solidarität gegenüber den türkischen Truppen aus, die zurzeit militärische Operationen auf Kurdengebiete in Syrien durchführen.

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«Absolut unverständlich»

Die Reaktionen bei den Lesern fallen auf 20min.ch mehrheitlich einseitig aus: «Warum wird diese Mannschaft nicht gesperrt? Aggression und deren Unterstützung haben im Sport nichts zu suchen.» Ein anderer meint: «Absolut unverständlich! Das gehört nicht zum Sport!!». Lob gibt es ausgerechnet für den Torschützen Kaan Ayhan, der – wie übrigens auch Teamkollege Kenan Karaman – auf eine politische Geste verzichtete. Demiral soll Ayhan dazu animiert haben, ebenfalls zu salutieren. Dieser hat aber seinen Weg zurück aufs Feld fortgesetzt. Dafür erhält er auf Facebook Beifall: «Der hat meinen vollen Respekt. Hut ab, mach weiter», schreibt ein Leser gegenüber der Sportzeitung reviersport.de. Andere werfen Ayhan Kalkül vor: «Warum wohl? Sahin von St.Pauli wurde auch freigestellt. Würde ihm sicherlich nicht anders ergehen ..!»

Cenk Sahin wurde vom FC St. Pauli am Montagabend vom Verband freigestellt: «Zur Entscheidungsfindung trugen vor allem die wiederholte Missachtung der Werte des Vereins sowie der Schutz des Spielers bei», so die Vereinsleitung. Sahin – der selbst nicht mehr Bestandteil der türkischen Nationalmannschaft ist – hatte zuvor seine Unterstützung für die türkische Militäroffensive in Syrien auf Instagram demonstriert.

Auch Fortuna Düsseldorf ergreift Massnahmen

Sowohl Ayhan und Karaman spielen bei Fortuna Düsseldorf. Der Verein hatte schon am Sonntag in einem Facebook-Post zu den Militärgesten beim Albanien-Spiel Stellung bezogen: «Fortuna Düsseldorf distanziert sich in aller Deutlichkeit von jeglicher vermeintlich politisch motivierter Handlung, die gegen die Werte des Vereins verstösst.», so Lutz Pfannenstiel vom Sportvorstand. Weiter will der Verein Differenzen mit den Spielern bei einem persönlichen Gespräch aus der Welt schaffen.

Fussball

(boq)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kendrik Lehmar am 15.10.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist kein Sport - ausschliessen

    Bin auch der Meinung, dass dies nicht zum Fussball gehört. Der Verein sollte definitiv von der FIFA ausgeschlossen werden vom Wettbewerb.

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  • Fussballbegeisteter am 15.10.2019 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Türkisch

    Hier liegt es am Schirri und den Anwesenden FIFA Verantwortlichen zu handeln, Abbruch des Spiels, Ausschluss aus dem Fussballzirkus, WM, EM, UEFA-Cup und Championsleague. Schade das der Sport immer mehr Politisch wird :-(

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  • Peter am 15.10.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Das Bestätigt wieder einmal mehr meine Meinung über den Fussball. Die Spieler sind halt nicht die Hellsten Kerzen auf der Torte. Egal von welchen Ländern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 17.10.2019 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    1. Im Artikel wird geschrieben, dass ein türkischer Spieler in DE aufgewachsen ist und auch bei Düsseldorf spielt, diese Geste aber nicht erwidert. Warum spielt der junge Herr dann nicht für die deutsche Nationalmannschaft? 2. Die Schweizer "Passanten", welche hier interviewt wurden, scheinen sich sehr für die Geschehnisse im nahen Osten zu begeistern. Warum steht ihr dann nicht an der Front, um euer "Heimatland" zu schützen?! Alle Vorteile der mitteleuropäischen Gesellschaft geniessen aber mit grossem Mundwerk für die "Heimat" plädieren...

  • MTO am 17.10.2019 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missverständnis im Sport

    Ganz einfach, Sport hat nichts mit Politik zu tun. Es muss ein hartes Zeichen gesetzt werden, sonnst eskaliert es in der Zukunft. Wenn man das einfach toleriert, werden in Zukunft keine Spiele mehr ausgetragen, sondern Kriege im Stadion. Erdogan provoziert an allen Ecken und wir reden und reden, statt zu handeln. Die Wirtschaft steht über allem, auch über Armut, Krieg und Unterdrückung, Hauptsache die Profitgier der Reichen funktioniert.

  • Moni am 17.10.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    YB SPEZIAL STRIP

    Als ich das durchschnittsalter dieser Herren pflegte, konnte ich mich der teilweise auch nicht mehr, wie derweil Medienmittarbeiter schon selbst für ein auftreten haben und sich mit Grossnamentlichen Sponsoren oder Prominenten aus einer etweilig anderen Szene zum Shooting bitten lassen. Unsere Young Boys mussten dann noch die Haare gelb färben dass sie von Ihren Nuttlis und Mummlis dann auf der Zeitung vier Tage später auch mit Lesebrille immer noch nicht erkannt wurden. Ausschliessen von der UEFA werden jetzt sicher alle die schreien welche sich bisher sowieso noch nie dafür interessierten.

  • Kurtli am 17.10.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer sich für sein Land einsetzt

    der lebt auch in "seinem" Land. Wenn "sein" Land ja so grossartig ist, warum lebt er dann nicht selber in diesem grossartigen Land?

  • Eidgenoss am 17.10.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Und wenn es "Zwang" war

    dann gehört von den 7 löblichen Damen und Herren, die sich Regierung nennen, ein klares Statement. Das geht sowenig wie die selbstherrlichkeit gewisser türkischer Vertreter hier die Pässe konfizieren. Mir kommt das alles so vor wie die Geschichten aus den 40iger Jahren des 20 Jahrhunderts.