Behrami über die «neue» Nati

03. Juni 2011 07:49; Akt: 03.06.2011 10:29 Print

«Der Enthusiasmus ist sehr ansteckend»

von Eva Tedesco, London - Die Woche der Vorbereitung ist vorbei. Die Nati ist am Donnerstag in England gelandet. Für Valon Behrami ist es eine Rückkehr in die Stadt, in der er Höhen und Tiefen durchlebt hat.

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Fiorentina-Söldner Valon Behrami wartet am Flughafen Kloten auf die Maschine nach London. (Keystone/AP)

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Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld hat einen Systemwechsel angekündigt und gesagt, dass er verschiedene Varianten im 4-2-3-1 oder 4-1-4-1-System austesten will. Von Dienstag bis Donnerstag hat der Lörracher in fünf Einheiten rund elf Möglichkeiten ausgetüftelt. Am Samstag wird die Schweiz im Wembley wohl in einem 4-1-4-1-System antreten, indem Hitzfeld im zentralen Mittelfeld defensiv auf Valon Behrami setzt und neben dem Fiorentina-Söldner U17-Weltmeister Granit Xhaka den Vorzug gegenüber Blerim Dzemaili gibt. Behrami hat diese Position unter Hitzfeld im Frühling 2010 im Test gegen Uruguay schon gespielt und gut gemeistert.

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«Auch bei West Ham bin ich oft auf dieser Position zum Einsatz gekommen. In einer leicht abgeänderten Form spiele ich sie zudem bei der Fiorentina», so der 26-Jährige. «Die Position passt mir gut. Natürlich ist es noch zu früh, um zu sagen, ob es am Samstag so hinhaut, wie wir uns das vorstellen. Aber so ein Systemwechsel geht nicht einfach so und kann nicht innert ein paar Trainingseinheiten reibungslos klappen. Aber ich merke, dass es jeden Tag besser geht.»

Gemischte Gefühle bei der Ankunft in London

Der Tessiner kam mit gemischten Gefühlen in London an. Zweieinhalb Jahre, von 2008 bis Januar 2011, hat Behrami in der englischen Metropole gelebt und für West Ham United gespielt. Anfangs hat er es genossen, mit seiner Lebensgefährtin Elena unerkannt ins Kino oder essen zu gehen. Valon gefiel London. Und er mochte die Premier League. Im Herbst 2010, nach der verpatzten WM in Südafrika, die für den Tessiner im Spiel gegen Chile mit einem Platzverweis früh geendet hatte, erlitt Behrami eine Bänderverletzung, die ihn zu einer langen Pause zwang.

«Die Stadt hat mir viel gegeben. Sportlich war es durchzogen. Und dann kam die schwere Verletzung. Diese Zeit habe ich aus meinem Gedächtnis gestrichen und will gar nicht daran erinnert werden.» Die Ankunft Behramis mit der Nati am Donnerstagabend in London-Luton hat diese Erinnerungen dennoch geweckt. «In dieser Zeit wollte ich nicht einmal Fussball schauen, so sehr habe ich gelitten. Die Verletzung hat mich schlimmer zurückgeworfen, als ich zugeben wollte.»

Erschwerend kam hinzu, dass sich der Tessiner bei West Ham nicht mehr wohl gefühlt hat. Seit der Übernahme der «Hammers» vor einem Jahr durch neue Geldgeber herrscht Chaos im Klub. Und da auch Elena Heimweh nach Italien hatte, wollte Behrami in die Serie A zurück, in der er zwischen 2003 und 2008 bei Genua, Hellas Verona und für Lazio gespielt hat. Im Januar 2011 liessen ihn die Londoner ziehen. Behrami landete in Florenz.

Vier-Augen-Gespräch mit Hitzfeld

Seine halbe Saison in Florenz war auch ein Thema im Vier-Augen-Gespräch mit Ottmar Hitzfeld am Mittwoch. Der Nati-Coach hat Behrami gesagt, dass er nun mehr von ihm erwarte, da der Tessiner jetzt wieder regelmässig in der Meisterschaft spielt. «Ich weiss selber, dass ich zulegen muss. Und ich will auch zu meiner alten Form zurückkehren. Daran arbeite ich.»

Mit dem Umbruch in der Nati kommt Behrami klar, denn soviel habe sich nicht verändert, ausser, dass einige neue Spieler dazugekommen sind. «Wir haben mit der Nationalmannschaft eine schwierige Zeit hinter uns, aber es fehlt nicht viel, wirklich. Wir müssen einfach den Erfolg suchen», so der 26-Jährige, «und da wirkt der Enthusiasmus der Jungen schon sehr ansteckend.» Mit Mut, Frechheit und dem nötigen Glück kann das mit dem Erfolg auch gegen einen Grossen wie England klappen. Und die Geschichte hat nicht nur gegen Spanien gezeigt, dass im Fussball Wunder möglich sind. Und diese Wunder könnte die Schweiz am Samstag gut gebrauchen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roger schwegler am 04.06.2011 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP SCHWIIZ!!!!!!!!!!!!!!!!

    1:2 für die SCHWEIZ fertig schluss!!!!!!

  • Eidgenoss am 03.06.2011 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ne Flasche Bier, sonst nix ertrage...

    Der Glaube daran, dass die Schweizer Nationalmannschaft je einen Viertelfinal, geschweige denn die Vorrunde ohne fremde Hilfe übersteht ist bald grösser, als der Glaube sämtlicher Weltreligionen zusammen.

  • Berisha am 03.06.2011 03:07 Report Diesen Beitrag melden

    Eine gelungene Integration

    Albaner in der Schweiz - eine Erfolgsstory. Hopp Albania, Hopp Kosovo.. wir schaffen das schon..

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • roger schwegler am 04.06.2011 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP SCHWIIZ!!!!!!!!!!!!!!!!

    1:2 für die SCHWEIZ fertig schluss!!!!!!

  • nicolas Frey am 04.06.2011 05:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wechselt endlich den Trainer

    mit diesem Trainer wird die Schweiz nie gewinnen

  • Alex Moore am 04.06.2011 00:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hitzfeld? Warum immer die falsche 11?

    Ich verstehe nicht, wie sogar solche Fussballgrössen wie Hitzfeld sich bei der Aufstellung jeweils so irren können? Dies ist meiner Meinung nach der einzige Negativpunkt und sogleich der wichtigste und alles entscheidende in der bisherigen Amtszeit von Hitzfeld. Er hat stets ein unglückliches Händchen bei der Personalwahl bewiesen und findet kaum eine brauchbare Elf, wobei das Gute ja so nahe liegt und eigenltlich alle es sehen aus er! Die Schweiz hat ein paar sehr gute Mittelfeldspieler wie Gelson, , Dzemaili, Huggel, Inler, Shaquiri...und genau so würde ich sie spielen lassen im mittelfeld

  • Eidgenoss am 03.06.2011 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ne Flasche Bier, sonst nix ertrage...

    Der Glaube daran, dass die Schweizer Nationalmannschaft je einen Viertelfinal, geschweige denn die Vorrunde ohne fremde Hilfe übersteht ist bald grösser, als der Glaube sämtlicher Weltreligionen zusammen.

  • Regula am 03.06.2011 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Vergesst es

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber der Zug für die EM ist schon lang abgefahren und der Hitzfeld sollte gerade mitgehen!