Mario Raimondi

18. Februar 2011 07:30; Akt: 18.02.2011 10:32 Print

«Die Rote Karte hat sie verunsichert»

von Philipp Reich - YB erwachte gegen Zenit erst, als dieses den wichtigen Auswärtstreffer schon erzielt hatte. Mario Raimondi erklärt, wie die Berner die Wende schafften.

Die YB-Spieler Mario Raimondi, Scott Sutter, Senad Lulic und Marco Wölfli zum Sieg gegen Zenit. (Video: 20 Minuten Online)
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Die Young Boys müssen sich nach der ersten Partie gegen Zenit St. Petersburg an der eigenen Nase nehmen. Bis auf die Startphase, als die Gäste die Berner mit einer frechen Eckball-Variante austricksten, hatte das Team von Vladimir Petkovic den russischen Double-Gewinner voll im Griff.

«Ich versuchte noch zu reagieren», sagte Marco Wölfli zum ärgerlichen Gegentreffer. «Aber es war schon zu spät. Solche Tore gibt es selten, sie haben es aber auch sehr gut gemacht.» Scott Sutter erinnerte sich, dass er diesen Trick schon einmal gesehen hat. Als er noch bei GC spielte, wurde er 2007 von Mladen Petric und Ivan Rakitic auf ähnliche Weise erwischt.

Frühes Tor und Rote Karte

YB erholte sich schnell vom frühen Schock, doch der Ausgleich wollte trotz vieler Chancen nicht fallen. Erst unmittelbar nach der Pause traf Senad Lulic mit einem Traumheber zum 1:1. «Ich weiss auch nicht mehr, wie ich das gemacht habe», sagte der Bosnier nach dem Spiel. Egal, der Treffer hatte Signalwirkung. «Das Tor hat uns schon sehr geholfen», erklärte Mario Raimondi. «Es gab Selbstvertrauen und nach der Roten Karte waren sie ein bisschen verunsichert. Alles in allem haben wir verdient gewonnen.»

Scott Sutter hatte das Gefühl, dass er und seine Mannschaft zunächst zu viel Respekt hatten. «Der Trainer hat uns in der Pause aber gesagt, dass wir ohne Angst spielen sollen. Klar, wir würden Fehler machen, aber das spielt keine Rolle. Er sagte, wir sollen einfach etwas versuchen und das hat Senad Lulic mit seiner grossartigen Einzelleistung ja auch gemacht», erklärte der Verteidiger.

Lulic: «Wir nehmen den Kampf an»

Dank Mayukas 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit hat YB den Schaden schliesslich noch stärker in Grenzen halten können und darf sich nun berechtigte Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen. «Das Rückspiel wird ganz anders werden», sagte Senad Lulic im Hinblick auf die Kälte, welche die Berner in einer Woche in St. Petersburg erwartet. «Wir nehmen den Kampf aber an und versuchen eine Runde weiterzukommen.» Mario Raimondi wusste auch schon, wie YB spielen muss: «Dann müssen wir von Anfang an bereit sein und mutig an die Sache herangehen.»